Fastensonntag
Fastensonntag - Die fünf Sonntage in der Fastenzeit vor Ostern
Unter "Fastensonntag" versteht man 5 Sonntage in der Fastenzeit vor Ostern.
Die Fastenzeit beginnt bei katholischen und evangelischen Christen gleichermassen
am Aschermittwoch und endet am Ostersonntag. Sowohl bei katholischen wie auch bei evangelischen Christen hat die
Österliche Bußzeit (katholisch), die auch Passion (evangelisch) genannt wird, eine große Bedeutung.
Es ist eine stille Zeit die durch Einkehr, Buße und Verzicht gekennzeichnet wird. Während der Fastenzeit
verzichten Menschen auf Dinge die ihnen lieb und teuer sind. Im Mittelalter und im letzten Jahrhundert wurde
überwiegend auf Fleisch und allzu üppige Speisen verzichtet.
Die heutigen Christen verzichten, oft auf Dinge die ihnen unersetzlich scheinen wie z.B. der Genuß einer Pfeife,
Autofahren oder Süßigkeiten.
Jeder der 5 Fastensonntage hat einen unterschiedlichen Namen, dieser leitet sich aus dem Eröffnungsvers der
Messe, dem Introitus ab. Der Introitus ist wie alle lithurgischen Gesänge in Latein verfasst.
Mit Invocavit/ Invocabit wird der erste Fastensonntag bezeichnet.
Invocavit me heißt ins Deutsche übersetzt: Er ruft mich an.
Der zweite Fastensonntag heißt Reminiscere. Es kommt von
Reminiscere miserationum tuarum dies bedeutet: Gedenke Herr, an deine Barmherzigkeit! Bei katholischen Christen:
Tibi dixit cor meum was Mein Herz denkt an Dein Wort bedeutet.
Beim dritten Fastensonntag gedenkt man Oculi mei semper ad Dominum
- Meine Augen sehen stets auf den Herrn. Weswegen er den Namen Oculi trägt.
Laetare, Jerusalem- Freu dich, Jerusalem gab dem vierten
Fastensonntag Laetare seinen Namen.
Das Gegenstück zum weissen Sonntag, der von katholischen Christen traditionell vier Wochen nach Ostersonntag
gefeiert wird, ist der fünfte Fastensonntag. Dieser wird auch als
schwarzer Sonntag bezeichnet und trägt den Namen Judica. Das lateinische Motto hierzu lautet: Judica me,
Deus- Gott schaffe Recht.
In der Fastenzeit unterscheidet sich die Messlithurgie bei katholischen und evangelischen Christen, erheblich
von der unter dem Jahr verwandten.
In der gesamten Fastenzeit kommt während der Messe kein Gloria und kein Halleluja vor. Dies begründet sich
darin, dass sowohl Gloria als auch Halleluja freudige Ausrufe sind.
In der Fastenzeit, einer der Zeit der Einkehr und der Stille, gedenken Christen überall auf der Welt jedoch
Jesus Tod. So scheint es nicht richtig in dieser Zeit Freude zu äussern, wo doch der Heiland durch seinen Tod die
Sünden der Welt hinweg nahm.
In vielen Gegenden Deutschlands ist es während der Fastenzeit auch nicht üblich, die Gläubigen mit dem vollem
Geläut zum Gottesdienst zu rufen. Da auch Glockengeläut ein Zeichen der Freude ist.
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