Heilfasten: Fragen und Berichte
Sport während des Fastens?
Jedes Jahr entscheidet sich eine große Anzahl von Menschen, für einen bestimmten Zeitraum zu fasten und somit
gänzlich auf eine Nahrungsaufnahme zu verzichten, beziehungsweise das Essverhalten zu reduzieren und umzudenken.
Dabei entstehen ungeahnte Möglichkeiten, sich auf sein eigenes Ich zu besinnen und den Körper neu zu formen und zu
entdecken.
Trotz der fehlenden Nahrungseinnahme während des Fastens, sollte auf eine ausreichende Bewegung nicht verzichtet
werden. Bewegungs- und Entspannungsübungen unterstützen nicht nur das Fasten, sondern helfen auch durch das
Ausschütten von Hormonen bei auftretenden Befindlichkeitsstörungen, wie Kreislaufschwäche oder vorübergehenden
Depressionen.
Die wohl mit effektivste Sportart während des Fastens stellt das Ausdauertraining dar. Erfahrungsberichte
zeigen, dass bereits bei einer täglichen Belastungszeit von mindestens 30 Minuten das allgemeine Körpergefühl
entschieden verbessert wird und sich auch das geistige Befinden stark gesteigert hat. Dennoch sollte dabei nicht
die eigene Konstitution, sowie der Trainingszustand außer Acht gelassen werden. Ein Mensch, der sich zuvor nie oder
sehr selten bewegt hat, sollte besonders während des Fastens sein Sportpensum langsam und kontrolliert steigern.
Als besondere Ausdauersportarten haben sich Schwimmen, Walken oder Wandern bewiesen, grundsätzlich sollte je nach
Möglichkeit eine Sportart im Freien gewählt werden, da dies eine hohe Sauerstoffaufnahme gewährleistet. Um die
Intensität während des Trainings steuern zu können, empfiehlt es sich, einen Richtwert für die Herzfrequenz
einzuhalten. Dieser lässt sich leicht berechnen, indem von der Zahl 180 das eigene Lebensalter subtrahiert
wird.
Da jedoch auch hierbei verschiedene körperliche Faktoren zusätzlich eine Rolle spielen und somit den Richtwert
verfälschen können, sollte als Faustformel darauf geachtet werden, dass man sich zu jeder Zeit des Trainings ohne
Probleme unterhalten kann. Ebenso empfehlenswert sind morgendliche Sportaktivitäten, die den Kreislauf anregen und
circa eine halbe Stunde betragen sollten. Ausdauersportarten sollten dabei jedoch nie rein auf ihre
Ausdauerbeanspruchung reduziert werden, sondern immer im Ganzheitlichen betrachtet werden. So sollte die
Körperwahrnehmung durch das Gehen auf unterschiedlichen Bodenarten oder barfuß angeregt, Atemübungen eingebaut und
die Natur voll und ganz genossen werden. Auch sollte das Ausdauertraining nicht rein als unterstützende Maßnahme
zum Fasten betrachtet werden, sondern als eine Chance für ein dauerhaftes Bewegungstraining genutzt werden.
Bei einem regelmäßigen Training von 2 bis 6 Einheiten die Woche bei einer Länge von 30 Minuten stellen sich bereits
nach wenigen Wochen bedeutende körperliche Besserungen ein. So wird beispielsweise die Thrombusbildung im Blut
herabgesetzt, die Herzarbeit ökonomisiert, der Fettstoffwechselanteil bei Energiebedarf erhöht oder der oxidative
Stoffwechsel erhöht. Für eine dauerhaft gesunde und vitale Lebensweise ist Sport somit unersetzlich.
Durch genügend Bewegung speziell während des Fastens wird ebenso die Durchblutung vermehrt, welche für den
Entsorgemechanismus des Gewebes verantwortlich ist und eine wichtige Rolle spielt. Zusätzlich werden verstärkt
saure Stoffwechselmetabolite über die Lunge ausgestoßen und die Fettverbrennung durch die höhere Sauerstoffzufuhr
entschieden angeregt.
Die Herz- und Skelettmuskulatur wird durch ausreichend Bewegung zuverlässig vor einer übermäßigen Proteolyse
geschützt, der Blutdruck stabilisiert und es kommt zu einer fördernden Wärmeentwicklung. Neben allen positiven
physiologischen Effekten sind jedoch auch die psychologischen Wirkungen nicht zu verachten.
So erzielt Bewegung eine Gesamtumstimmung, Spannungen werden reduziert und durch den Ausschuss von Endorphinen
findet eine deutliche Stimmungsaufhellung statt. Oftmals treten bei Fastenden Nebenwirkungen wie beispielsweise
Frösteln, Hungergefühle, Stimmungstiefs oder auch Kreislaufbeschwerden auf. Auch hierbei konnte Bewegung als ein
wirkungsvolles Selbsthilfemittel überzeugen.
Bei jeder Sportart nimmt die Koordinationsfähigkeit eine besondere Rolle ein. Wer sein Bewegungsrepertoire
erweitert, erzielt einen positiven Effekt auf sein gesamtes Bewegungsverhalten, sowie das Bewegungslernen. Auch die
Bewegungsökonomie wird angeregt. Bei richtiger Anleitung machen Koordinationsübungen sehr viel Spaß und
unterstützen den Stoffwechsel während es Fastens. Zudem erfrischen sie Geist und Seele und erhöhen die
Konzentration, da jede Bewegung ihren Ursprung im Kopf hat. Somit erhöht sich neben der körperlichen auch direkt
die geistige Beweglichkeit. Besonders anregend für Kopf und Geist sind Koordinationsübungen deshalb, da bei der
Kombination der unterschiedlichsten Abläufe und Bewegungen keine Grenzen gesetzt sind.
Ein weiterer wichtiger sportlicher Bestandteil des Fastens ist die Beweglichkeit. Allein durch den Verlust an
Masse wird der Körper agiler, steife Gelenke können sich lockern und weiter gedehnt werden. Aus diesem Grund
sollten Stretching-Übungen ein täglicher Bestandteil des Fastens sein. Diese passive und statische Art des Dehnens
ist nicht nur besonders gelenkschonend, sondern erzielt in einem kurzen Zeitraum auch bereits die größten Erfolge.
Besonders effektiv wirkt sich Stretching unmittelbar nach einer sportlichen Belastung, wie beispielsweise Wandern
oder Walking aus. Auch kann es als eine Entspannungseinheit während des Sports fungieren. Dennoch sollte beachtet
werden, dass Stretching immer nur bei einer sachgerechten Anleitung ausgeführt werden sollte. Kombiniert man die
Dehnübungen mit einer speziellen Atemtechnik, können dabei sogar Stoffwechselendproduktionen abtransportiert
werden.
Zwar ist Bewegung grundlegend auch während des Fastens sehr förderlich und wohltuend, dennoch sollte auf Kraft-
oder Schnelligkeitsübungen verzichtet werden, da sie einen zu hohen Glucoseverbrauch und Milchsäureanfall
aufweisen. Das Resultat ist in den meisten Fällen Frustration, da der Körper während des Fastens nicht zu solchen
Leistungen fähig ist. Eine langfristige Verhaltensänderung ist somit nicht möglich und auch die Motivation sinkt
erheblich. Zwar sollte die Muskulatur vor Vorbeugung von Proteolyse ausreichend beansprucht werden, jedoch erzielen
bereits leichte Ausdauereinheiten diesen Effekt, was ein anstrengendes Krafttraining nicht nötig macht. Auch können
bei spielerischen Einheiten hin und wieder kurzzeitige Mehrbelastungen eingebaut werden, um die Muskulatur zu
fordern und zu stärken.
Auch hat es sich seit jeher bewährt, Streßfaktoren während des Fastens zu verringern. Eine angenehme, leichte
Atmosphäre hilft nicht nur, das Fasten zu Erleichtern, sondern sorgt auch für eine geistige Ruhe und das Eintauchen
in neue Sphären. So wirkt sich das Integrieren von Musik oder ähnlicher kultureller Elemente wohltuend auf Geist
und Körper aus und sorgt nebenbei für einen neuen Motivationsschub.
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