Ernährung und Übersäuerung
Basische Ernährung ist nicht nur gesund - Sie hilft auch gegen Übersäuerung...
Sauer macht lustig, sagt der Volksmund, doch selten lag er mit einem Sprichwort so daneben. In Wahrheit leidet
ein Großteil der menschlichen Bevölkerung latent an Übersäuerung (Azidose) - und ist sich dessen meist gar nicht
einmal bewusst.
Man spricht in dem Zusammenhang auch von einer Verschlackung des Binde- bzw. Bindezwischengewebes. Dort nämlich
werden Säuren, die bei der Verstoffwechselung unserer Nahrung entstehen, zwischengelagert und später
abtransportiert. In einem gesunden menschlichen Körper entstehen nur so viele Schlacken, wie
Bindegewebsflüssigkeit, Blut und Ausscheidungsorgane zusammen entfernen und neutralisieren können.
Wie dieser Prozess genau abläuft lesen Sie im Artikel: Übersäuerung und
Säure-Basen-Haushalt.
Unsere industrialisierte und zum großen Teil auf tierlichen Produkten basierende Ernährung führt aber dazu, dass
dieser Prozess aus dem Gleichgewicht gerät: Viele Menschen schleppen permanent Stoffwechselschlacken mit sich
herum, meist über Jahre und Jahrzehnte hinweg. Kein Wunder, dass sich dies irgendwann rächt und es zu
gesundheitlichen Einbußen kommt. Sie rangieren von leichten Befindlichkeitsstörungen bis hin zu schweren
Erkrankungen.
Vielleicht kämpfen Sie auch gerade mit einigen der Symptome, denen eine Übersäuerung
zugrunde liegen kann?
Diese können sein: Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Übergewicht, Schlafstörungen, Muskelverspannungen und
–schmerzen, Krampfadern, Parodontose, Osteoporose, Arteriosklerose, Kopfschmerzen, Allergien, Arthrosen, Gicht,
Entzündungsprozesse und viele mehr.
Die gute Nachricht ist: Man kann etwas dagegen tun! Dazu muss eine Azidose zunächst diagnostiziert werden. Das
ist, auch für den Laien, gar nicht so kompliziert.
Ein wertvoller Hinweis darauf, ob eine Übersäuerung vorliegt, gibt der ph-Wert Ihres Urins. Am besten besorgen
Sie sich Messstäbchen aus der Apotheke und prüfen mehrere Tage hintereinander, mehrmals am Tag. Bei einem gesunden
Stoffwechselgeschehen unterliegt der ph-Wert folgenden Schwankungen: Gegen 10 Uhr, 16 Uhr, 22 Uhr und 4 Uhr liegt
er im basischen Bereich – weil der Körper Basenstoffe ausschüttet, um die Säuren zu neutralisieren. Sauer hingegen
ist er gegen 7 Uhr, 13 Uhr, 19 Uhr und 1 Uhr – wobei die Uhrzeiten nur Richtwerte sind, die sich, je nach Ihren
Essenszeiten, verschieben können.
Ideal wäre es, wenn der erste Morgenurin einen ph-Wert von 7,35 bis 7,5 aufweist. Bei Werten unter 6,5 sollten
Sie der Übersäuerung entgegensteuern und bei Werten unter 5 auf jeden Fall einen Arzt oder Heilpraktiker
konsultieren.
Um eine Übersäuerung zu vermeiden, ist es ratsam, säurebildende Ernährung zu verringern und die
Zufuhr basischer Lebensmittel zu erhöhen.
Wichtigstes Instrument zur Wiederherstellung des Säure- und
Basengleichgewichts ist eine Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse: Kartoffeln, Brokkoli,
Blumenkohl, Spargel, Brech- und weiße Bohnen, Wirsing, Spinat, Fenchel, Sellerie, Zwiebeln, Rote Rüben, Rettich,
reife Bananen, Mandarinen, getrocknete Feigen, Hagebutten und Soja-Produkte gelten dabei als besonders
empfehlenswert. Daneben gibt es Gemüse und Früchte, vor allem Beeren, die schwach bis mittelstark basisch wirken
oder neutral sind.
Meiden sollten Sie dagegen tierliche Produkte sowie Erdnüsse und aus Auszugsmehl gefertigtes Brot. Ersetzen Sie
tierliches durch pflanzliches Eiweiss und essen Sie (wenig) Vollkorn-Brot.
Wenn Sie darüberhinaus für regelmäßige Bewegung an der frischen Luft sorgen, unterstützt die gute Durchblutung
des Gewebes ebenfalls den Entschlackungsprozess; Übersäuerung ist
dann bald kein Thema mehr für Sie.
Aber Vorsicht: Die Annahme Obst sei sauer, weil es sauer schmeckt, ist falsch. Bei den Nahrungsmitteln kommt es
auf den pH-Wert an, nicht auf eine subjektiv empfundene Säure einer Frucht.
Es kommt also nicht darauf an, ob der Apfel sauer schmeckt, sondern wie er wirkt, nachdem er verdaut wurde! Ein
Apfel wirkt nämlich basenbildend.
Allgemeine Ernährungsempfehlungen für einen ausgeglichenen Säure-Basenhaushalt
sind:
Reduzieren Sie: Zucker, Weißmehl, Kaffee,
Alkohol, Cola und alle Limonaden, Schokolade, Süßigkeiten, Wurst und Fleischprodukte, denn dies sind
Säurebildner.
Greifen Sie vermehrt zu: Kartoffeln, Sahne,
Mandeln, Trockenfrüchte (außer geschwefelten Früchte), Obst, Gemüse (außer Tomaten, Spargel und Rosenkohl).
Zur Regulierung des Säure-Basen-Haushaltes sind auch basische Mineralwasser und Heilwassersorten geeignet, sowie
auch verschiedene Basenpulver, die Sie in Reformhäusern, Drogerien und Apotheken erhalten.
Ebenso sind verschiedene homöopathische Mittel und auch Kräutertees geeignet, Übersäuerungen zu reduzieren.
Wenn Sie unter viel negativem Stress leiden und diesem auch nicht aus dem Weg gehen können oder wollen – lernen
Sie ein geeignetes Entspannungsverfahren. Die Angebote zu Entspannungsverfahren sind sehr zahlreich.
Wie man eine Übersäuerung ausgleichen kann und so den Säure-Basen-Haushalt in Ordnung bringt,
erfahren Sie in der Heilfasten Anleitung nach
Heilpraktiker Gräber.
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