Allergie Hauttest
Allergie Hauttest - Welche Testverfahren gibt
es?
Kommt es bei Patienten zu einer Allergie, möchten diese in der Regel wissen, wogegen sie allergisch
reagieren.
Für die über 20.000 bis heute bekannten Allergene wurden daher in der Schulmedizin unterschiedliche
Testverfahren entwickelt.
Bevorzugt werden in der Schulmedizin Hauttests durchgeführt. Die Haut gilt allgemein als ein guter und
schnell reagierender Indikator bei der Suche nach dem möglichen Allergen.
Da es bei der Durchführung zu einer provozierten Reizung kommt, die z.T. mit mehrfachem Einstechen in die Haut
verbunden ist, werden diese Testverfahren hauptsächlich bei Erwachsenen angewendet. Allergien bei Kindern werden
eher durch schonendere Verfahren (z.B. Allergie Bluttest, Reibetest)
ermittelt.
Hauttests dienen in erster Linie der Ermittlung von allergieauslösenden Substanzen bei der Allergie Typ I. Für die gesicherte Diagnose wird jeder Test einmal mit einem Placebo
(meist Kochsalz, da dies keine Reaktion verursachen darf = negativer Kontrollansatz) und einmal mit einem
Histaminansatz (= positiver Kontrollansatz) durchgeführt.
Scratchtest
Bei diesem Testverfahren wird die Haut leicht mit einem Skalpell angeritzt und mit der allergieauslösenden
Substanz benetzt. Bei vorliegender Allergie kommt es nach ca. 30 Minuten zu einer Reaktion, die teilweise
schmerzhaft ist und starke Reizungen verursachen kann.
Reibetest
Der Reibetest wird bevorzugt bei besonders schmerzempfindlichen Menschen (z.B. Kindern) und stark reagierenden
Allergikern eingesetzt. Hierbei wird die als Allergen vermutete Substanz auf die Haut des Unterarmes gerieben und
die Reaktion beobachtet, die sich bei Bestätigung rasch durch Quaddelbildung (juckende, ödematöse Erhebungen der
Haut) oder Rötung zeigt.
Pricktest
Hier wird die Haut mit verschiedenen Substanzen betupft, die über eine (durch eine Lanzette verursachte)
Mikroläsion in die Haut eindringen können. Meist zeigt sich bereits nach 15 Minuten eine erste Reaktion in Form von
Quaddeln. Man beginnt mit den bekanntesten Allergenen und führt diesen Test bei Nichterfolg mit weiteren Substanzen
durch, bis sich eine Reaktion zeigt. Erwachsene werden meist am Unterarm getestet während bei Kleinkindern der
Rücken genutzt wird.
Epikutantest
Dieses Testverfahren wird besonders bei Kontaktallergien gewählt. Mit unterschiedlichen Allergenen versehene
Pflaster werden auf die Haut des Rückens geklebt und dort für 24 bis 72 Stunden belassen. Danach erfolgt die
Auswertung, bei der sich der auslösende Stoff durch eine Hautreaktion zu erkennen gibt.
Intrakutantest
Wie bei dem Pricktest wird das Allergen in die Haut gegeben, bei diesem Verfahren wird es aber in den Rücken
eigespritzt, wodurch kleine, flüssigkeitsgefüllte Bläschen entstehen. Der Test ist sehr sensibel. Bereits nach 20
Minuten zeigt sich eine mögliche Reaktion auf die eingespritzte Substanz. Da hier wesentlich höhere Dosen der
allergieauslösenden Substanzen gegeben werden und viele Allergene gleichzeitig eingesetzt werden, ist das Risiko
eines anaphylaktischen Schocks relativ hoch. Zudem sind die vielen Einstiche schmerzhaft.
Provokationstest
Dieser Test betrifft hauptsächlich die Schleimhäute und wird besonders bei Unverträglichkeiten von
Nahrungsmitteln, Medikamenten oder asthmatischen Beschwerden eingesetzt. Die als Allergen vermutete Substanz wird
dabei z.B. über die Nase aufgenommen. Nach ca. 30 Minuten zeigt sich bei positivem Befund eine Reaktion
(Anschwellen der Schleimhäute). Dieser Test darf aufgrund der möglichen lebensbedrohlichen Reaktionen nur unter
ärztlicher Kontrolle durchgeführt werden.
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