Allergie Typ IV
Die auch als "Allergie vom Spättyp" bezeichnete Allergie Typ IV zeigt erst 24 bis 72 Stunden nach erfolgtem
Kontakt mit dem Allergen eine Reaktion.
Als Auslöser kommen hauptsächlich Metalle, Latex, Reinigungsmittel, Chemikalien und auch Licht in Frage, die
über Hautkontakt zu Irritationen und Ausschlägen führen. Im Vergleich zu den anderen Allergietypen ist diese Form
seltener.
Es handelt sich um eine zellvermittelte Abwehrreaktion, bei der der Auslöser bereits lange im menschlichen
Organismus anwesend ist bzw. schon über einen längeren Zeitraum mit diesem in Kontakt steht, ohne bisher beseitigt
oder bekämpft worden zu sein.
Immunglobuline, wie sie bei den anderen Typen vorkommen, spielen hier keine Rolle. Hauptverantwortlich sind die
T-Lymphozyten, die durch ihre Funktionsweise der spezifischen Immunabwehr dienen.
Auch bei diesem Typ lagern sich die Allergene an körpereigene Zellen an. Die T-Lymphozyten erkennen diese und
bekämpfen sie über eine Ausschüttung von in ihnen gebildeter Lymphokine, welche für die Aktivierung von Makrophagen
(Fresszellen) verantwortlich sind. Dabei wird auch das umliegende Gewebe geschädigt. T-Lymphozyten besitzen die
Fähigkeit zur Informationsspeicherung. Die einmal ausgelöste Abwehrreaktion bleibt so im Gedächtnis und führt bei
einem erneuten Kontakt zu zeitverzögerten, starken allergischen Reaktionen.
Dem Allergie Typ IV zuzuordnende Erkrankungen und Allergien sind u.a. das Kontaktekzem (sichtbar durch Rötung, Ödembildung sowie eine mit Blasen oder Schuppen
überzogene Haut, z.B. bei einer Nickelallergie), das Stevens-Johnson-Syndrom (besonders durch Medikamente, seltener
durch Lymphome verursacht), chronisches und allergisches Asthma, Arzneimittel-Exanthem (äußert sich durch eine
ähnliche Symptomatik wie Röteln, Masern oder Scharlach) sowie Abstoßungsreaktionen bei Organtransplantaten.
Weitere Informationen im Artikel: Was geschieht bei einer
Allergie?
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