Hoch lebe das Fasten!

Sie ist da – die Fastenzeit. Und die Presse ist natürlich dabei: Fasten, Heilfasten, Entschlacken. Und auch der „Spiegel“ will da nicht zurückstehen.

Gerade zum Thema „Der Spiegel und das Fasten“ hatte ich bereits vor etwas längerer Zeit einen Beitrag gebracht: Die Macke mit der Schlacke. Einer der letzten Kommentar zu diesem Beitrag (Nummer 24 und 25, von „Susann“) prophezeite, dass bald der „gegenteilige Artikel sicher bald kommen wird“.

Da der damalige Spiegel-Artikel über die „Schlacken im Körper“ einen Verriss des Fastens darstelle, müsste der „gegenteilige Artikel“ dann ja ein „Hochleben-Lassen des Fastens“ werden. Susann sollte Recht behalten – der gegenteilige Artikel ist nämlich da. Und die Sicherheit diese Prophezeiung ist erstaunlich und scheint einen weiteren tieferen Einblick in die Denkweise bei den Spiegel-Leuten zu geben: Man schreibt, wie das Fähnchen weht; aber das aber nur am Rande. Wichtiger ist jetzt, was und wie wurde im neuen Artikel über das Fasten geurteilt wird: spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/heilfasten-die-wichtigsten-fakten-ueber-den-effekt-von-fastenkuren-a-956624.html; (Faktencheck: So sinnvoll ist eine Fastenkur.)

Pate für diesen Artikel war ein gewisser Prof. Dr. Andreas Michalsen, der seit 2009 Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde im Immanuel Krankenhaus Berlin ist und gleichzeitig Inhaber einer Stiftungsprofessur für klinische Naturheilkunde am Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité-Universitätsmedizin Berlin. Ohne den gesamten Artikel hier nochmals „wiederkäuen“ zu wollen, lässt sich sagen, dass die gemachten Aussagen aus meiner Sicht kaum der Ergänzung oder Korrektur bedürfen. Bemerkenswert im Vergleich zum alten „Schlacken-Artikel“ ist, dass es im neuen Artikel jetzt sogar die von der Schulmedizin als provokativ empfundene Aussage gibt, dass das Fasten bei der Behandlung von Krebserkrankungen helfen kann. In dem alten Spiegel-Artikel wurde Fasten in diesem Zusammenhang noch als Mangelernährung und daraus resultierender Schwächung des Immunsystems diskutiert – eine schier unglaubliche Kehrtwende!

Der alte Spiegel-Artikel „bewies“ ja auch treffend, dass „Schlacken“ im Körper eine Erfindung der Alternativen sind und Fasten (mehr oder weniger) „Hokuspokus“ sei. Im neuen Spiegel-Artikel sieht man das jetzt etwas anders: „Experten vermuten, dass durch das Fasten vermehrt ältere und stoffwechselungünstige Zucker-Eiweiß-Moleküle, sogenannte „Advanced Glycation Endproducts“, im Körpergewebe abgebaut werden.“ Diese Formulierung ist ja fast wortgleich mit dem was ich schon seit Jahren in meinem Beitrag zur Entschlackung schreibe – erstaunlich.

Offiziell kommt jetzt also der Spiegel auch zu der Auffassung, dass der „Hokuspokus“ Sachen abbaut, die es eigentlich gar nicht gibt. Denn für die Protagonisten der Schulmedizin gibt es keine AGEs und ältere und stoffwechselungünstige Zucker-Eiweiß-Moleküle, was ein Fasten vollkommen überflüssig macht. Damit wäre bewiesen, dass die Nicht-Alternativen die wahren Erfinder sind. Denn sie haben die Nicht-Existenz dieser Noxen erfunden, die man dann auch folgerichtig nicht anzugehen braucht.

Für mich ist jedoch die Leugnung dieser bedenklichen „Abfälle“ (schon wieder eine Neue Definition für die Schlacken….) im Organismus problematischer als das Fasten. Denn genau diese Leute, die die Existenz von „Schlacken“ leugnen, halten Fasten für gefährlich. Da werden angebliche Todesfälle durch das Fasten herbei gezerrt, die diese Gefährlichkeit beweisen sollen. Auf der anderen Seite jedoch könnte man genau so gut behaupten, dass die Leugnung von gefährlichen Noxen in unserem Organismus zu Stoffwechselproblemen führt, wie wir sie zum Beispiel von Diabetes her kennen. Dieser Zusammenhang wird allerdings vollkommen ausgeblendet, weil er ein Argument für das Fasten hergeben würde.

Der jetzige Artikel erklärt zudem das Phänomen, dass bei vielen Fastenden die Stimmung sich verbessert, statt verschlechtert, was auch weitestgehend unbekannt ist. Diese Stimmungsverbesserung wird mit einem evolutionsbedingten Mechanismus erklärt, der sehr einleuchtend ist. Denn Fasten ist kein neues Phänomen. Es handelt sich hier um einen Ernährungsrhythmus, der für die Frühzeit der Menschheit typisch war. Zu dieser Zeit gab es halt keine Supermärkte und Restaurants, wo man sich bedienen oder bedienen lassen konnte, wenn man Hunger hatte. Die Urmenschen mussten auf Jagd gehen, um den Hunger zu stillen, was nicht immer von Erfolg gekrönt war. Wenn dann sofort mit dem Hunger psychologische Probleme aufgetreten wären, die die Fähigkeit zur Jagd beeinträchtigt hätten, dann wären die frühen Menschen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verhungert und als Spezies untergegangen. Also hat es evolutionäre Mechanismen gegeben, die unter Fastenbedingungen die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit zumindest zeitweise verbesserten, damit die Wahrscheinlichkeit für einen Jagderfolg erhöht wurde. Obwohl die meisten von uns heute nicht mehr jagen, spricht jedoch nichts dagegen, diesen Effekt ab und zu (zum Beispiel im Rahmen einer Fastenkur) in Anspruch zu nehmen.

Fazit

Der neue Spiegel-Artikel zum Fasten zeichnet sich durch ein durchgehend positives Plädoyer für das Fasten aus – ein vollkommener Gegensatz zum Schlacken-Artikel, bei dem es sich um eine Art „Schlingerkurs“ mal für und dann meist gegen das Fasten handelte. Im neuen Artikel wird auch nicht vergessen, auf die Besonderheiten und Beschränkungen des Fastens hinzuweisen, was diesen Artikel umso glaubwürdiger macht.

Ich finde diese „Meinungswende“ zum Fasten sehr gut. Endlich setzt „man“ sich mit den Wirkungen und Möglichkeiten wirklich auseinander und polemisiert nicht nur. Zu viele Jahre musste ich mir anhören wie (vor allem auch Mediziner), das Fasten als unnötig oder sinnlos abtaten – obwohl diese „Experten“ weder dazu im Studium etwas gelernt hatten – noch in ihrem Leben selbst einmal gefastet oder Patienten beim Fasten betreut hatten.

Wenn Sie jetzt vom Fasten „begeistert“ sind und das einmal probieren wollen, möchte ich dennoch eine Warnung aussprechen: Bevor Sie zum Fasten übergehen, sollten Sie genau wissen, was sie tun – und wann. In meiner Fastenanleitung beschreibe ich die einzelnen Schritte ausführlich. Mehr dazu lesen Sie, wenn Sie hier klicken.

Datum: Montag, 10. März 2014
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9 Kommentare

  1. Agnes Schmidt-Bleker
    Donnerstag, 20. März 2014 10:35
    1

    das ist ja alles sehr interessant.
    Ich habe eine Schilddrüsenüberfunktion (ft3/ft4 ok,TSH zu niedrig. Ich nehme keine che. Medikamente sondern nur pflanzl. und verzichte auf Jod – und Meersalz. DARF ICH TROTZDEM FASTEN?

    Ich freue mich über Ihre Antwort.

    MfG
    Agnes Schmidt-Bleker

  2. 2

    Das ist eine erfreuliche Nachricht dass im Spiegel auch eine Gegendarstellung gebracht wird. Doch wie es so ist sind natürlich nicht die Ärzte und „Experten“ die Vorreiter gewesen, sonder ganz normale Bürger die Ihre Gesundheit in die eigene Hand genommen haben und nicht mehr auf die „Schulmedizin“ oder sogenannten experten vertrauen, sowie Heipraktiker die diese veranwortungsvolleren Menschen z.B. beim fasten begleitet haben. Die Schulmedizin bzw. die Ärzte sind im prinzip zu den Drogendealern der Pharmaindustrie verkommen. Ich war bei keinem Arzt zur Behandlung (ausser Zahnarzt) seit ich festgestellt habe dass die meisten keine Ahnung vom Gesamtzusammenhang der menschlichen Gesundheit haben, und am Ende ihrer „Behandlung“ dann doch nur ein Rezept aushändigen. Seit ich mich auch mit dem Unsinn / Gefahr der Impfungen auseinander gesetzt habe und daraufhin dann auch erschreckend festegestellt habe dass Gerade die Inmpfärzte (der Gossteil) sich mit dem thema nie auseinandergesetzt haben und wie Roboter immer wieder den Selben unsinn wiederholen, ohne sich auch nur mit der Impfkritik auseinanderzusetzen.
    Und noch ein Satz zum Schluss, ich faste seit 8 Jahren eimmal Jährlich und seither bin ich gesünder und vitaler als zuvor.

    Es Lebe das selbstständige Denken…und Handeln
    Salve

  3. 3

    Ich finde Fasten toll & jetzt nach diesem Artikel umso mehr. Hoffentlich schaffe ich es auch diese Jahr eine Fasten/Pause einzulegen.

    Sonnige Grüße

  4. 4

    Lieber Herr Gräber,

    Medien – die Richtungsstabilität eines Wetterfähnchens!

    Lg Ihre Swie

  5. 5

    Ouh mann! Heute nur noch dreißig cm über dem Boden!! °0° Ouhha,sowas sollte man als Blogger aber nicht unbedingt im Netz erzählen (ich meine mich selber,nicht Rene) ich glaube,ich habe bei SPON verschixxxxn bis rückwirkend in die Steinzeit…naja,macht nichts.Ist ja fast schon peinlich….

  6. 6

    Schade, wenn alle Schulmediziner über einen Kamm geschoren werden. Andreas Michalsen war immer ein Naturheilkundler, jahrelang stand er der Carstens Stiftung und „Natur und Medizin“ nahe. Ich selbst gehörte als Nicht-Medizinerin in den 80ern der „Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung“ an und weiß, wie in der und um die Klinik Buchinger gefastet wurde und der Wert des Fastens dort anerkannt und geschätzt war und mit welchen Schwierigkeiten gekämpft werden musste, um „Kollegen“ zu überzeugen.
    Da der Autor des Spiegelartikels von 1988 (?) nichts mit dem Autoren 2014, Professor Michalsen, gemein hat, finde ich die „Gegenüberstellung“ nicht fair. Interessant der Vortrag von Andreas Michalsen im Sommer 2013
    fasten.tv/de/vortraege/michalsen

  7. 7

    Was lehrt uns das?
    Auf das Eigene achten und dem eigenen Gefühl VERTRAUEN.
    Nicht beirren lassen von wem auch immer.
    Und heiter bleiben!
    Das ist vielleicht das Wichtigste!
    In diesem Sinne.
    alles Liebe von Bettina

  8. 8

    Es ist doch sehr schön dass man Fasten nicht verbieten kann (und auch Ihre Artikel)
    Wer neugierig und beweglich ist, wird irgendwann im Leben auch mal an Fasten denken. Da ist nur die Überwindung eingeschliffener Muster notwendig.
    Ich faste seit dem 36. Lebensjahr und beobachte die Zunahme von immer jüngeren Erstfastern. Irgendwie spricht sich das gute Körpergefühl herum und wer sich selbst für seine Gesundheit verantwortlich fühlt wird irgendwann zum Fasten kommen.
    Entspannte Grüße aus Thüringen

  9. 9

    Wenn ich meinem Hausarzt erzähle dass ich 10 Tage
    voll gefastet habe und dabei immer noch sportlich
    fit bin ( 2-3 Std. Schneeschuhlaufen oder Wandern
    im Voralpenbereich, oder in den Bergen skifahre,
    erlebe ich nur ungläubiges staunen. Dabei bin ich nach 15 Jahren mit 1x fasten pro Jahr 73 Jahre geworden und immer noch munter und fit.
    Liebe Grüsse
    Walter Rudolf

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