Kijimea – Was ist drin? Was ist dran?

Eine Werbesendung im Fernsehen erregte mein “gesteigertes Interesse”: Kijimea.

Kijimea aus der Swahili-Sprache bedeutet  zu deutsch: Bakterium. Und dieses “Bakterium” soll meine Abwehrkräfte steigern. Schön. Da frage ich mich natürlich immer: Wie denn?

Also begab ich mich auf die Suche nach Informationen und Studien zu Kijimea: in meinen Fachmagazinen hatte ich noch nichts gesehen. In den wissenschaftlichen Datenbanken: nichts. Also auf in die Suche im WWW.

Tja: und außer den Einträgen in einigen Foren und der Herstellerseite selbst finde ich nichts.

Also muss ich mich wohl erst einmal mit den Herstellerangaben zu Kijimea begnügen:

Bei Kijimea handelt es sich demnach um ein von Münchner Ärzten entwickeltes Produkt aus rein “natürlichen” Bestandteilen. Es soll bei Menschen mit Immunschwäche als unterstützende Maßnahme bei der Bekämpfung von Infekten eingesetzt. Zur “Entdeckung” von Kijimea schreibt der Hersteller:

Wir, ein Ärzteteam aus München, waren über Jahre in Afrika tätig und sind dort auf das legendäre Kriegervolk der Massai, dem eine besondere Widerstandsfähigkeit nachgesagt wird, aufmerksam geworden. Auffällig für uns war, dass sich die Massai von einer traditionellen, fermentierten Milchmischung, ernähren. Diese wird von den Massai oft täglich in großen Mengen eingenommen. Inspiriert von diesen Erfahrungen haben wir in Europa die Wirkung stammspezifisch selektierter Probiotika und Synbiotika näher untersucht und sind nach langer Suche auf die in Kijimea enthaltene Probiotikakombination gestoßen. (kijimea.de/haeufige_fragen.html)

Kijimea besteht also aus mehreren Probiotika. Probiotika sind Bakterien, deren Verzehr unserer Gesundheit förderlich generell förderlich, sowie einem natürlichen Kohlenhydrat – einem so genannten Präbiotikum.

Bei den Bakterienstämmen soll es sich um drei spezielle Probiotika-Stämme handeln.  Diese sollen anhand klinischer Studien für diese Bakterien-Stämme ausgewählt worden sein, die einen Nutzen bezüglich der Immunabwehr belegen. Nur: WELCHE Stämme in Kijimea enthalten sind, konnte ich auf der Herstellerseite nicht in Erfahrung bringen. Ich fand keinen Beipackzettel und keine detaillierte Beschreibung der Inhaltsstoffe. Für mich ist das nicht gerade vertrauenserweckend. Ich erwarte auf der Produktseite schon die Darstellung aller Wirkstoffe, Zusatzstoffe und Füllstoffe etc. Hinweise auf die Studien bezüglich der verwendeten Probiotika hätte ich auch schön gefunden.

Auf der Herstellerseite von Kijimea wird das Präbiotikum FOS erwähnt (ein Fructo-Oligo-Saccharid?), welches den Bakterien als Nahrung dienen soll und  somit deren Wachstum und Vermehrung im Darm zugute kommen möge. Gleichzeitig soll es den Körper bei der Aufnahme von Magnesium und Calcium unterstützen.

Die erwünschte Wirkung von Kijimea  (die Stärkung des Immunsystems) soll aber durch eine gezielte Stärkung der Darmflora erzielt werden, die für ein gut funktionierendes Immunsystem von entscheidender Bedeutung ist. Das ich davon viel halte, habe ich ja schon mehrfach geschrieben – auch in diesem Blog.

Nebenwirkungen sind laut Hersteller nicht bekannt. Allerdings können zu Beginn der Behandlung Blähungen auftreten, eine Folge der gewünschten Bakterienanhäufung im Darm. Also auch nichts Neues.

Vielleicht sendet mir die Herstellerfirma Dr. Fischer Gesundheitsprodukte GmbH ja einmal einige Produktproben und Informationsmaterial?

Das bringt mich auf die Idee noch mal schnell in den Internetapotheken nachzusehen: Nanu? Da ist als Hersteller die SANDOZ PHARMACEUTICAL GMBH angegeben? Ich dachte das ist Dr. Fischer Gesundheitsprodukte GmbH? Oder vertreiben die das nur?

Wie dem auch sei:

Kijimea ist anscheinend in drei Packungsgrößen erhältlich: 7, 14 oder 28 “Rationen”. Bei einer Ration täglich kostet das Produkt zwischen 2,14€ und 1,70€ – wenn die Preisangaben stimmen die ich gefunden habe. Eine Therapie kostet mich somit ungefähr 60.-€ im Monat. Also dafür möchte ich schon mehr Informationen als ich momentan im Internet finde.

Mein Fazit: Probiotika wirken – das steht für mich außer Frage. Wehrmutstropfen ist für mich, dass zu den Inhaltsstoffen von Kijimea “öffentlich” nichts genaueres zu erfahren ist. Zweitens: die AussageWir, ein Ärzteteam aus München (…)” [siehe oben], vermittelt den Eindruck persönlicher Erfahrung. Nur: WER sind “Wir”? Auf der Webseite von Kijimea gibt es zwar ein Impressum und eine “Über-Uns-Seite”. Dort lesen wir aber nichts über das Ärzteteam, sondern nur Werbeaussagen. Schade.

Weitere Artikel zum Thema Probiotika:

Aktualisierung 18.3.2010

Die Firma Dr. Fischer hat mit einen sehr netten Brief geschrieben und dazu mehrere Produktproben gesendet. Diese habe ich nach meinem bewährten Schema erst einmal an mir selbst getestet und kann sagen, dass ich nach diesem ersten Selbstversuch das Produkt empfehlen kann. Bei Gelegenheit schreibe ich noch mehr dazu…

Datum: Montag, 8. Februar 2010 9:59
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10 Kommentare

  1. 1

    Vielen vielen Dank!

  2. 2

    Also ich finde diese “Wundermittelchen” nur Geldmacherei.Ich zweifle nicht an den Probiotischen Wirkung von Bakterien aber in Magen-Darm sind schon Miliiarden solcher, was nützen denn da ein paar Millionen mehr??
    Ich finde das beste ist immer noch Gemüse und Sport und viel Vitamin C.
    Ich rege mich schon seit beginn dieser Kijimea-Webung über dieses Leute-Verarsche getue auf.!!!

  3. 3

    Es wird unserer Gesellschaft immer wieder mit Wundermitteln Geld aus der Tasche gezogen, denn wer achtet heute nicht auf seine Gesundheit. Mich wudert nur das so ein nicht weitererforschtes Mittel auf den Markt kommt?Da kann ja jeder irgendetwas in Tüten abfüllen und hoffen, das es genügend “doofe” gesundheitsbewußte Konsumenten gibt, die ihr gutes Geld für so einen Mist ausgeben.

  4. 4

    Frage:
    Warum können Sie das Mittel jetzt empfehlen?

    Können Sie die Aussage vom 18.3.10 konkretisieren (netter Brief; Proben;Selbsttest)?
    Mir fehlt hier eine plausible Erklärung.
    Ich nehme das Mittel seit 3 Tagen!

  5. 5

    Hallo Gerhard,

    “Warum können Sie das Mittel jetzt empfehlen?”

    Das habe ich nicht geschrieben. Ich habe auch im ursprünglichen Beitrag NICHT geschrieben, dass ich es nicht empfehele. Ich habe auf einige Ungereimtheiten hingewiesen.

    Eine plausible Erklärung kann ich im Moment nicht geben. Außer dem Hinweis, dass Probiotika generell einen positiven effekt zu haben scheinen:

    http://www.gesund-heilfasten.de/nahrungsergaenzung/probiotika.html

    Ich selbst reagiere relativ schnell auf “ungesunde Ernährung”. Bestimmte Probiotika schaffen da bei mir Abhilfe. Und die Kijimea-Proben (die mir die Firma gesendet hatte) zeigen derzeit eine positive Wirkung bei mir.

  6. 6

    hab den Beitrag hier schon vor einiger Zeit gelesen, da ich auf der suche nach einem Mittel zur Stärkung des Immunsystems war. Hatte schon einige bekannte Hausmittel ausprobiert und bisher war nichts dabei was geholfen hat. Kijimea kenne ich auch aus der Werbung und war zuerst ziemlich kritisch, bei solchen “Wundermitteln” bin ich eher vorsichtig. Hab zunächst meine Arzt gefragt und in der Apotheke. Die haben mir beide Kijimea empfohlen, da sie bisher gute Erfahrungen damit hatten und es sehr viel höher dosiert ist als andere Probiotika. Habs also ausprobiert (4 Wochen) und bin sehr zufrieden damit. Hatte seitdem keinen Infekt mehr und fühle mich wacher und fitter. Nebenwirkung gabs überhaupt keine und in der Apotheke meinten sie ihnen wären auch keine bekannt…

  7. 7

    Ich habe ein relativ schwaches Immunsystem u. dachte mir, probiers aus, schaden kann es nicht. Ich habe die 14-Tages-Kur genommen u. ich muß ehrlich gestehen, daß ich seit ca einem halben Jahr kein einziges mal mehr krank war – Zufall od. Wirkung sei dahingestellt. Außer ein paar Blähungen mehr habe ich keine Nebenwirkungen verspürt. Hab mir gedacht, daß ich Kijimea jetzt jedes halbe Jahr mal ausprobiere…

  8. 8

    Rene
    …also ich nehme kijimea seit 11 Tagen , bin sportlich aktiv, ernähre mich relativ gesund, jedoch hatte meine mum noch eine 14 tage dosis über und fragte mich ob ich sie mal probieren möchte, ich willigte ein. Was nur sehr seltsam ist, ich lieg seit 4 Tagen mit starkem Fieber , dicken entzündeten mandeln und dicken lymphknoten im Bett. Fühl mich total schlapp und mach mir gerade jetzt so meine gedanken ob es nicht vielleicht sogar von dieser immunkur kommt. Werde in der regel relativ selten krank aber so schlimm wie dieses mal war es noch nie. Bis heute morgen habe ich mit der immunkur weiter gemacht in der hoffnung das es mir hilft meinen infekt schnell in den griff zu bekommen, aber anstatt es besser wird habe ich das gefühl das es Tag für Tag schlimmer wird.Ab morgen werde ich kijimea absetzen und mal sehn obs dann besser wird, ich muss ehrlich sagen nachdem was ich hier noch darüber gelesen hab , bin ich von dem produkt nicht überzeugt , vor allem da keiner weiß in welchen studien bewiesen ist das es hilft und niemand so recht weiß woraus sich das Zeug zusammensetzt. Gehe auch davon aus das es nur ne gemeine geldmacherei auf kosten unschuldiger ist, da empfehle ich es lieber regelmäßig sport zu treiben und sich gesund zu ernähren das hat mich bisher auch immer fit gehalten. MFG

    Antwort René Gräber:

    Der Zusammenhang zwischen Kijimea und dem Infekt ist vorstellbar, halte ich aber aus meiner Erfahrung für unwahrscheinlich. Probiotika sind aber auch nicht dazu geeignet einen Infekt zu behandeln. Indirekt hängt natürlich das Darmimmunsystem daran – aber das sollte über längere Zeit “aufgebaut” werden. Ich würde das nicht während eines Infekts machen. Weil etwas gerade nicht hilft, würde ich deswegen keineswegs immer reflexartig nach “Geldmacherei” rufen. Es gibt mittlerweile zahlreiche Erfahrungen zu den Probiotika. Einige davon habe ich hier zusammengestellt:
    http://www.gesund-heilfasten.de/nahrungsergaenzung/probiotika.html

  9. 9

    Auf der Homepage stehen die enthaltenen Stämme:

    http://www.kijimea.de/immun/forschung/expertenmeinung

    Lactobacillus rhamnosus, Lactobacillus plantarum und Bifidobacterium lactis

  10. 10

    Viele Leute suchen ja auch nach Präparaten zur Immunstärkung. Ich bin bei vielen Sachen eher skeptisch.

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