Megakolon
Megakolon - Was nun?
Kommt es infolge von Erkrankungen oder durch
eine chronische Verstopfung (Obstipation) zu einer starken
Erweiterung (Dilatation) des Dickdarms (Kolon, Colon), spricht
man von der Entstehung eines Megakolons.
Hierbei lassen sich zwei Formen unterscheiden: das Primäre
Megakolon und das sekundäre Megakolon.
Das primäre Megakolon findet sich u.a. bei
Morbus Hirschsprung (= Megacolon congenitum). Es handelt sich
dabei um eine Aganglionose, bei der es durch Fehlen von
speziellen Nervenzellen (Ganglienzellen) zu einer gestörten
Peristaltik des Darms und damit zu einem Stau der verdauten
Nahrung kommt. Es bildet sich eine Stenose aus, die zu einer
schweren Verstopfung führt. Der angesammelte Kot weitet den
Darm vor der Stenose auf, das Megakolon entsteht. Hauptsächlich
sind Rektum oder Sigma betroffen, daneben zeigt sich die
Erkrankung aber auch in weiteren Teilen des Dickdarms.
Die sekundäre Form des Megakolons entsteht
z.B. im Spätstadium der Colitis
ulcerosa, des Morbus Crohn oder auch
des Morbus Chagas (einer infektiösen Erkrankung, ausgelöst
durch den Biss der Raubwanze).
Bei den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (siehe auch
-> Darmentzündung), sind
bestimmte Anteile des Darms betroffen. Es zeigen sich
wiederkehrende Durchfälle mit der typischen Symptomatik.
Bedingt durch fehlerhafte Resorption und gestörten
Stuhltransport kommt es zu einer Anhäufung von Giftstoffen, die
die Entstehung des Megakolons begünstigen.
Durch die Überdehnung der Darmwand werden meist starke
Schmerzen ausgelöst, im Anfangsstadium häufig begleitet von
Durchfall (Diarrhoe), die im
weiteren Verlauf in eine Darmträgheit
und Verstopfung übergeht.
Zusätzlich treten Blähungen
(Meteorismus, Flatulenzen), Übelkeit, Erbrechen, erhöhte
Temperatur, Schüttelfrost und Herzrasen auf.
Das toxische Megakolon stellt eine
lebensbedrohliche Komplikation dar. Durch die akute Entzündung
mit zusätzlich starker Überdehnung der Darmwand kommt es zu
einer ausgeprägten Symptomatik. Neben kolikartigen starken Bauchschmerzen zeigen
sich typische Anzeichen eines akuten Abdomens: der Bauchbereich
ist schmerzhaft gespannt (Peritonismus), der Betroffene hat
hohes Fieber und Schüttefrost, ist kaltschweißig und tachykard
(Symptomatik eines drohenden Schocks).
Die Laborparameter deuten auf eine starke Entzündung hin
(z.B. erhöhte BSG). In Folge können u.a. Anämie sowie gestörte
Wasser- und Elektrolytwerte (= gestörte Kreislaufregulation)
nachgewiesen werden.
Unbehandelt kann das Megakolon zu Nekrosen und einer
Perforation des Darms führen - hier besteht die Gefahr
eines tödlichen Ausgangs.
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