Proktitis
Proktitis - Was nun?
Unter einer Proktitis versteht man eine Entzündung des letzten Darmabschnitts (Rektum) und des
Afters.
Bedingt durch die unterschiedlichen Ursachen zeigt sich ein weit gefächertes Spektrum an
Symptomen.
Häufigste Auslöser einer Proktitis sind sexuell übertragbare Erkrankungen wie z.B. Tripper, Syphilis, HPV oder
Infektionen mit dem Herpes simplex Virus. Besonders anale Sexualpraktiken sowie dabei häufig wechselnde Partner
stellen hohe Risikofaktoren dar. Ein gehäuftes Auftreten wird besonders bei homosexuellen Menschen beobachtet.
Daneben begünstigen auch Autoimmunerkrankungen, Infektionen, chronische Darmerkrankungen, Verletzungen,
Fremdkörper, bestimmte Medikamente und Darmbestrahlungen (z.B. bei der Tumortherapie) die Entstehung.
Die durch Tripper (Gonorrhoe) verursachte Proktitis wird besonders durch Analverkehr gefördert.
Es zeigen sich After Juckreiz, Schmerz, Durchfälle
sowie blutiger oder eitriger Ausfluss aus dem Enddarm. Daneben können sich eine Darmfistel oder Hämorrhoiden ausbilden.
Bei einer Proktitis im Rahmen einer Syphilis zeigen sich wenige Symptome. Es kann zu einer
Lymphknotenschwellung und Ausbildung eines schmerzlosen Geschwürs kommen, welches im Spätstadium zu nässenden, hoch
infektiösen Wucherungen (Condylome) führt.
Besonders Chlamydien können zu starken Verwachsungen im Enddarmbereich führen, so dass die
Stuhlentleerung gestört wird. Das Herpes simplex Virus verursacht Schmerzen beim Wasserlassen,
verringert die Harnausscheidung bis hin zu einem vollständigen Harnverhalt.
Neben den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn, Colitits
ulcerosa) können auch allergische Reaktionen eine Proktitis begünstigen. Dies ist z.B. bei einer
Unverträglichkeit der Inhaltsstoffe von Kondomen zu beobachten, die allergische Reaktionen wie Rötung und
Schwellung, in Extremfällen Kreislaufstörungen und akute Atemnot auslösen kann.
Abhängig vom auslösenden Faktor zeigen sich unterschiedliche Symptome
Eine Proktitis kann im Anfangsstadium relativ symptomlos erscheinen.
Es kommt aber auch zu einer Druckempfindlichkeit der analen Region sowie leichten Hautirritationen.
Im fortgeschrittenen Stadium treten starke Schmerzen auf.
Nach der Defäkation (Stuhlgang) erscheint der Darm weiter gefüllt (= erneuter Stuhldrang) - es zeigen sich
Wundheitsgefühl, Blutungen, eitriger Ausfluss und in schweren Fällen auch Krämpfe.
Bedingt durch die Blutungen kann es zu einer Anämie kommen, die zusätzlich zu Schwindel, allgemeiner Schwäche,
Kurzatmigkeit und blasser Hautfarbe führt.
Dieser Beitrag wurde letztmalig am 02.08.2012 aktualisiert
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