Strahlenkolitis
Strahlenkolitis - Darmentzündung durch
Bestrahlung
Die Bestrahlung zur Therapie eines Tumors (z.B.
gynäkologische Karzinome, Prostatakrebs, Blasenkrebs,
Darmkrebs) bringt viele Risiken mit sich.
Im Darm kann es dabei zu einer sog. Strahlenproktitis oder
Strahlenkolitis kommen. Während die Strahlenproktitis sich auf
den Enddarm beschränkt, kann bei einer Strahlenkolitis der
gesamte Darmtrakt befallen sein.
Vor allem der Enddarm (Rektum) und das Sigma (letzter
Abschnitt des Dickdarms vor dem Enddarm) sind besonders
strahlenempfindlich, daneben können auch weitere Darmbereiche
oder das Ileum (letzter Dünndarmabschnitt)geschädigt
werden.
Man unterscheidet zwischen akuter und chronischer
Schädigung. Die akute Form der Strahlenkolitis
zeigt ihre Symptomatik bereits in den ersten Wochen nach der
Bestrahlung. Hierbei kommt es zu Übelkeit, Erbrechen,
krampfartigen Bauchschmerzen mit Durchfall (evtl. mit mit Blut im Stuhl). Zum Glück sind die
Symptome einer akuten Strahlenkolitis nicht von Dauer und es
erfolgt die rasche Regeneration.
Die chronische Strahlenkolitis zeigt sich
erst Monate bis Jahre nach einer Bestrahlung. Zu Beginn klagen
Betroffene über Völlegefühl, Blähungen und häufigen Stuhldrang.
Nach der Defäkation (dem Stuhlgang) entsteht das erneute Gefühl
des Stuhldrangs. Es folgen Verstopfungsphasen, die sich mit
Durchfällen abwechseln. Der Stuhl weist Schleim- oder
Blutbeimengungen auf. Durch die permanenten Reizungen schwillt
die Darmschleimhaut ödematös an, sie reißt häufig ein und
blutet.
Bei schwerer Schädigung oder unbehandelten Kolitiden wird
die Schleimhaut stark in Mitleidenschaft gezogen. Diese weist
Erosionen (nässende Effloreszenzen) und Ulzerationen
(Geschwüre) auf. Im Verlauf kommt es zu einer
Schleimhautatrophie (Rückbildung) sowie Fibrosierung (starke
Vermehrung des Bindegewebes, sichtbar in einer Verdickung oder
Verhärtung).
Komplikationen können durch die Ausbildung von Fisteln
(Verbindungsgänge, z.B. zwischen Darm und einem Organ) oder
Stenosen (Verengungen) entstehen. Hierbei muss oft eine
operative Therapie erfolgen, um z.B. der Entstehung eines Ileus
(Darmverschluss)
vorzubeugen.
|