Diäten

Die Amapur Diät im Test: Wirkung und Bewertung

Amapur, die so genannte Schweizer Stundendiät der Berlinerin Peggy Reichelt, zählt zu den Formula-Diäten.

Wie funktioniert Amapur?

Jedes Mal, wenn wir Kohlehydrathaltiges zu uns nehmen, wird Insulin ausgeschüttet, - bei gleichzeitigem Anlegen von Fettdepots. Ein ausgeglichener Insulinhaushalt bildet die Basis für erfolgreiches Abnehmen.

In den 1970er Jahren entdeckte der Mediziner Hans Desaga, dass eine kontinuierliche Gabe winziger Mengen Zucker entsprechend wenig Insulin benötigt - die Bauchspeicheldrüse kann aufatmen.

Die so genannte Desaga-Formel bildet das Grundprinzip der zweiphasigen Amapur-Stundendiät: Kontinuierlich essen, aber mit Maß und in kleinen Portionen. In der ersten Phase soll gezielt abgenommen werden, die zweite widmet sich einer nachhaltigen Umstellung der Ernährungsgewohnheiten.

Wer mit Amapur abnehmen möchte, verzehrt jede Stunde einen speziellen, kohlehydratarmen und ballaststoffreichen Snack, der zur Hälfte aus Kohlenhydraten, zu 20 Prozent aus Fett und zu 30 Prozent aus Eiweiß besteht. Diese kalorienarmen zwölf Minimahlzeiten sollen dem Stoffwechsel auf die Sprünge helfen und für eine gute Fettverbrennung sorgen. Dauerhafte Stoffwechselregulierung verspricht hier Jojo-Effekte zu vermeiden.

Die Snacks sind Teil von Diätstartpaketen, die in dieser Phase die gesamte Ernährung gewährleisten sollen, - hergestellt aus natürlichen Zutaten, farbstoff-, konservierungsmittel- und transfettfrei.

Kochen oder Zubereiten entfällt ganz.

Im Paket: Neben den Snacks Müslis, Kekse, Frappés und Suppen. Hauptbestandteil von Amapur ist Guar, ein sättigender und cholesterinbindender Bohnenextrakt.

Konnte das Gewicht erfolgreich reduziert werden, wird mit Hilfe des Amapur-Diätbuchs bzw. eines vierwöchigen Ernährungsplans auf traditionelles, aber gesundes Essen mit fünf kleinen Mahlzeiten täglich umgestellt. Ergänzend werden normale Nahrungsmittel mit Amapur-Produkten kombiniert.

Wie erfolgreich ist Amapur?

Amapur wirbt mit einer Studie einer Schweizer Anti-Aging-Klinik und dem Qualitätssiegel der Swiss Society for Anti-Aging Medicine and Prevention (SSAAMP )für sein als Stoffwechselkur bezeichnetes Diätprogramm.

Und selbstverständlich mit den Erfolgsberichten Amapur-Erfahrener: Berichtet wird von anfänglichen Gewöhnungsproblemen an ungewohnt kleine Rationen und häufiges Trinken (drei Liter pro Tag) sowie leichter Mattigkeit, der mit Kaffee und Gemüsebrühe (ein Tipp aus der Amapur-Broschüre) entgegengewirkt wurde.

Startprobleme seien später aber guter Fitness und einem Bedürfnis nach Sport und Bewegung allgemein gewichen. Die Ernährungsumstellung mit weiterhin kleinen Mahlzeiten, viel Flüssigkeit und viel Obst und Gemüse habe gut funktioniert, von der deutlichen Gewichtsabnahme gar nicht zu reden. Junge Mütter loben die schnell purzelnden Schwangerschaftspfunde. Gestresste Berufstätige begrüßen, dass sie sich um Einkauf und das Zubereiten von Mahlzeiten nicht länger kümmern mussten.

Und die Presse?

Men´s Health nennt Amapur ein „unkompliziertes Ernährungskonzept“ und ließ ihren hauseigenen Grafiker kurzerhand zum Test antreten.

Die Vogue hebt besonders auf den Gesundheitsaspekt dieses Diätpaketes ab: Die Schweizer Qualität mit biologisch einwandfreien Inhaltstoffen garantiere eine „gesunde, nachhaltige Gewichtsreduktion“.

Männer sollen bis zu fünf Kilogramm in zehn Tagen, Frauen im gleichen Zeitraum bis zu drei Kilogramm abnehmen.

Kosten?

Die Kosten für zwei Wochen geschlechtsbezogenes Starterpaket betragen stattliche 199 Euro.

Im Damenpaket befinden sich vier Packungen Pulver für Magermilchdrinks, drei Packungen Instantsuppe, zwei Müsliportionen à 250 Gramm, knapp 200 Gramm Soja-, Hafer- und Dinkel-Kekse sowie dreimal je zwei Snackriegel plus 70 Gramm so genannte Vitalstoffe für Frauen. Ebenfalls dabei: Ein Mischbecher und ein Milchaufschäumer.

Im Ökotest-Forum dagegen wird Kritik an Zusammensetzung und Preis-Leistungsverhältnis von Amapur laut:

180 Gramm Haferkekse aus Haferflocken, Weizen- und Sojamehl, Magermilchpulver, Gersten- und Erbsenschalen, pflanzlichen Fetten, Sonnenblumenöl und künstliche Süßstoffen kosteten beeindruckende 18 Euro. Jeder, der solch geringe Mengen Kekse zu sich nähme, könnte auch handelsübliche Kekse verzehren. Außerdem seien die Drinks voller künstlicher Süßungsmittel und die Fertigsuppen nicht von Produkten führender Instantlebensmittel-Hersteller zu unterscheiden.

In der Tat ist kaum zu leugnen: das Amapur-Paket glänzt umfangreich mit dem großzügigen Einsatz von Verdickungsmitteln und nicht immer natürlichen Zusatzstoffen.

Durchaus positiv zu werten: Die Bedeutung ballaststoffreicher Ernährungs- und damit von Diätkonzepten für die Prävention von Darmkrebs.

Guar als (wasserlöslicher) Hauptbestandteil von Amapur sättigt nicht nur, sondern bildet während des Verdauungsprozesses eine gelartige Masse, die durchaus satt macht - mehr aber nicht.

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