Beitrags-Archiv für die Kategory 'Allgemein'

Fasten – Ist das gesund?

Mittwoch, 10. März 2010 16:10

Besonders die Frühlingsmonate nutzen viele Menschen zum Fasten, um überflüssigen Winterspeck wieder los zu werden.

Auf Br-Online lese ich jetzt:
(http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/gesundheit/gesundheit-ernaehrung-fasten-entschlacken-ID1266849004855.xml)

Universitäts-Professor Dieter Melchart vom Kompetenzzentrum für Naturheilkunde und Komplementärmedizin der Technischen Universität München weist darauf hin, dass Fasten eine lange Tradition hat und ein altes Programm ist, das zum menschlichen Dasein gehört. [...] Mittlerweile ist die Forschung soweit, dass die vom Fasten ausgehenden gesundheitlichen Vorteile evident sind. Professor Melchart verweist in diesem Zusammenhang unter anderem auf antioxidative sowie antikanzerogene Effekte, was in der Konsequenz dazu führt, dass das Risiko für degenerative Erkrankungen – etwa Arteriosklerose oder Demenz – aber auch Krebs sinkt.

Menschen, die regelmäßig eine Fastenzeit einlegen, können ihr Leben also deutlich verlängern, so Professor Dieter Melchart.

Fasten ist entgegen der weit verbreiteten Meinung keine neumodische Erscheinung. Nahezu in jeder Religion hat das Fasten einen festen Platz. Hier dient es ebenso zur Reinigung des Körpers als auch zur Buße. Christen beispielsweise fasten 40 Tage lang, während sich bei den Moslems das Fasten auf die Zeit zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang beschränkt.

Während der Fastenzeit schöpft der Körper seine Energie aus den körpereigenen Reserven. Eine ganz entscheidende Rolle spielt das Enzym Telomerase, welches beim Fasten vermehrt ausgeschüttet wird:

Die Telomerase sorgt dafür, dass sich die Telomere, die für die Teilung und letztlich für die Lebensdauer der Zellen zuständigen Endstücke der Chromosomen, immer wieder regenerieren. Sobald die Telomere eine kritische Größe unterschreiten, ist die Zelle unwiederbringlich verloren. Somit führt die Produktion des Enzyms Telomerase zur Lebensverlängerung der Zellen und somit des gesamten Organismus.
(Quelle: Br-Online.de)

Schon die Einlage von einem Fastentag in der Woche kann all diese positiven Auswirkungen mit sich bringen.

Thema: Allgemein | Kommentare (0)

Übergewicht von Kindern wird massiv unterschätzt

Freitag, 5. Februar 2010 11:14

Bei der Beurteilung des tatsächlichen Gewichts ihrer Kinder kommt es bei Eltern oftmals zu enormen Fehleinschätzungen. Insbesondere Mütter und Väter von übergewichtigen oder fettleibigen Kindern sind häufig nicht in der Lage, das Gewicht ihres Kindes kritisch zu betrachten.

Diese Erkenntnisse sind Ergebnis einer in der niederländischen Zeitschrift „Acta Paediatrica“ veröffentlichten Studie. Teilgenommen hatten die Elternteile von 439 Vorschulkindern im Alter zwischen vier und fünf Jahren. Die wissenschaftliche Untersuchung wurde anhand eines Fragebogens durchgeführt. In diesem wurden die Eltern zu Gewicht, Körpergröße sowie Bewegungsverhalten und Essverhalten ihrer Kinder und auch sich selbst befragt. Außerdem wurde die Selbsteinschätzung der Eltern getestet, indem diese das Gewicht ihrer Kinder beurteilen und mit anderen Kindern vergleichen mussten. Diese Beurteilung war sowohl verbal als auch mithilfe von vergleichenden Abbildungen vorzunehmen.

Mithilfe der elterlichen Angaben wurde der BMI von Kindern und Elternteilen ermittelt. Die Angaben von Eltern übergewichtiger oder fettleibiger Kinder wurden von den Wissenschaftlern besonders intensiv betrachtet. Dabei stellten sie zunächst fest, dass Mütter und Väter dieser Kinder häufig auch selbst übergewichtig sind. Das Bewusstsein dieser Eltern über die eigenen Gewichtsprobleme war außerordentlich hoch. 83 Prozent der Mütter und 78 Prozent der Väter mit Übergewicht räumten ein, sich ihrer Gewichtsproblematik bewusst zu sein. Bei fettleibigen Elternteilen lag der Prozentsatz sogar noch höher.

Beim Vergleich mit aufgezeichneten Schattenumrissen von Kindern mit normaler, unter- oder übergewichtiger Figur neigten alle befragten Eltern dazu, ihren Kindern eine schlankere Figur als in der Realität zuzuordnen. Bei Eltern fettleibiger Kinder fielen diese Abweichungen jedoch besonders hoch aus. Ähnliche Ergebnisse wurden bei den rein verbalen Einschätzungen des Gewichts ihrer Kinder festgestellt.

Bedeutend ist auch die Beurteilung von Müttern und Vätern übergewichtiger oder fettleibiger Kinder zum Freizeit- und Essverhalten ihrer Kinder. Nach eigener Wahrnehmung stellen sie keinen Unterschied zur körperlichen Betätigung anderer Kinder fest. Außerdem erachten sie ihren persönlichen Einfluss auf die Ernährungsweise ihrer Kinder als recht groß.

Positiv zu beurteilen ist der Wunsch von rund 80 Prozent der befragten Eltern nach ausführlicher Information und Beratung im Falle einer Übergewichtigkeit des eigenen Kindes.

Weitere Beiträge in diesem Zusammenhang:

Thema: Allgemein | Kommentare (0)

Übergewichtige: Schuld am Klimawandel?

Donnerstag, 21. Januar 2010 22:40

Sind die Übergewichtigen schuld am Klimawandel?

Diese Frage ist kein Scherz. Denn genau mit dieser Frage  beschäftigten sich letztes Jahr tatsächlich  zwei Londoner Wissenschaftler. Es handelt sich hierbei um Phil Edwards und Ian Roberts von der Londoner School of Hygiene and Tropical Medicine. Sie veröffentlichten kürzlich zu diesem Thema einen Artikel bezüglich dieser Problematik, im Fachmagazin “International Journal of Epidemiology”.

Ihre Ausführungen und Erkenntnisse zu dieser Frage stellen sie wie folgt dar:

Das Ergebnis einer dünnen Gesellschaft von einer Milliarde Menschen wäre eine Gigatonne weniger Kohlenstoff, der von diesen ausgeschieden wird, im Vergleich zu einer gleich großen übergewichtigen Bevölkerungsgruppe.

Nach verschiedenen Recherchen führen die beiden Wissenschaftler dies auf zwei Aspekte zurück. Zum einen verbrauchen dünne Menschen weniger Nahrungsmittel, deren Produktion in direktem Zusammenhang mit dem Ausstoß von schädlichen Treibhausgasen stehen soll. Zum anderen seien es die enormen Transportschadstoffe für all die benötigten Lebensmittel, welche stark ins Gewicht fallen.

Hinzu käme außerdem, dass Übergewichtige auch eine erhöhte Abhängigkeit von Autos und Schadstoff verursachenden Verkehrsmitteln haben. Fazit der Forscher:  Übergewicht sollte in Bezug auf den Klimawandel mehr Aufmerksamkeit erhalten.

Thema: Allgemein | Kommentare (2)

Diät darf nicht zu komplex sein

Donnerstag, 14. Januar 2010 18:24

Gerade jetzt zu Beginn eines Jahres stehen sie in allen Zeitschriften und auch in den Buchhandlungen weit vorn am Tisch neben dem Eingang: Diätratgeber.

Eine Diät wie auch eine komplette Ernährungsumstellung haben viel mit Disziplin und Durchhaltevermögen zu tun, auch gern “innerer Schweinehund” genannt.

Doch ist die Rate derer, die eine Diät frühzeitig abbrechen sehr hoch, und so haben sich die Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung und Forscher der US-amerikanischen Indiana University dieses Phänomen einmal genauer angesehen und sind zu dem Schluß gekommen, dass einige Diätvorschriften einfach zu komplex sind.

Ihr Fazit: Je aufwendiger die nötigen Nahrungsmittel zu beschaffen sind und je komplizierter das Regelwerk ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Diät abgebrochen wird. Daher wird dazu geraten, schon beim ersten Eindruck, dass die gewählte Diät zu komplex erscheint, diese Idee einfach zu verwerfen und sich etwas stressärmeres auszusuchen.

Ich empfehle weiterhin als einfachste Möglichkeit eine ausgewogene Ernährung gepaart mit gezielter Bewegung. Wenn man sich an diese eher simplen Regeln hält sollte einem langsamen aber dauerhaften Gewichtsverlust nichts im Wege stehen.

Thema: Allgemein, Diäten, Ernährung | Kommentare (0)

Gertenschlank ist out

Mittwoch, 13. Januar 2010 16:58

Sie ist ein Fan von fritierten Pommes und auch wenn sie gut trainiert ist, zeigt sie in engen Kleidern nicht nur Kurven, sondern auch das eine oder andere Fettpölsterchen: Die Schauspielerin Kate Winslet (”Titanic”) wurde bei einer Umfrage einer britischen Firma zum Thema “heißester Promi-Körper” auf Platz 1 gewählt. Nicht Megan Fox oder Cameron Diaz und schon gar nicht die spindeldürre Victoria Beckham wurden von mehr als 2000 Briten als attraktiv angesehen, sondern die 34jährige zweifache Mutter, die in Filmen wie “Der Vorleser” bereits in einigen Nacktszenen gezeigt hat, dass ihr Körper alles andere als “perfekt” ist.

Man sieht also: “heiß” hat nicht unbedingt etwas mit “perfekt” zu tun, im Gegenteil. Und auch die “Medienmacht”, welche uns regelmäßig durch Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop immer noch perfektere Models auf die Titelblätter zaubert konnte zumindest die Briten nicht davon abhalten, sich für eine “normale” Frau wie Kate Winslet als diejenige mit dem “heißesten Promi-Körper” zu entscheiden.

Thema: Allgemein, Diäten, Schlankheitsmittel | Kommentare (0)

Dr. Pape, die BILD und wieder eine neue Diät

Dienstag, 5. Januar 2010 0:50

Pünktlich zum Jahresbeginn kriechen allenorten Diättipps und gute Ratschläge sowie massenhaft Werbung für alle möglichen und unmöglichen Diäten aus ihren zahllosen Löchern. Heute war es die BILD, die mit einem neuen Coup punkten konnte, denn sie bewarben als erste das neue Buch von Dr. Pape “Die Hormon-Formel – wie Frauen wirklich abnehmen”.

Seit “Schlank im Schlaf” ist eben dieser Dr. Pape ja die heißeste “Sau”, die durchs (Abnehm)-Dorf getrieben wird, und praktischerweise wird die Hauptzielgruppe für solche Gedanken, eben die Frauen, auch gleich im Titel genannt. Warum? Um ihnen gleich ein schlechtes Gewissen zu bereiten?

Aber sehen wir uns dieses Buch doch einmal näher an: Gemäß Dr. Papes Drang, alle Menschen irgendwie zu kategorisieren – was ja so wahnsinnig logisch ist, da sich die Menschen ja nicht gleichen – wird auch im Hormonbuch gleich als erstes der Typ bestimmt. Ein stundenlanger “Spaß” für jeden Frauenabend :(

Zusätzlich hat sich Dr. Pape die Endokrinologin Dr. Beate Quadbeck ins Boot geholt (Endokrinologie = „Lehre von den Hormonen“), und die Behauptung aufgestellt, dass jede Frau es weitgehend selbst in der Hand hat, ihren eigenen Hormonhaushalt durch die “Hormonformel” positiv zu beeinflussen und ihr Gewicht ins Lot zu bringen. Obendrauf gibts auch noch ein Trainingsprogramm namens “Hormon-Yoga”.

Wer mit Dr. Papes Hormontherapie bereits Erfahrungen gemacht hat ist herzlich eingeladen, einen Kommentar zu hinterlassen.

Thema: Allgemein | Kommentare (1)

OECD Bericht 2009: Mädchen werden immer dicker und Lebenserwartung der Deutschen nur mittelmäßig

Freitag, 11. Dezember 2009 14:13

Steigender Anteil fettleibiger Mädchen in Deutschland:
Laut einer neuen Studie der OECD steigt der Anteil fettleibiger Mädchen in Deutschland rasant und soll sich seit 2001 sogar auf elf Prozent verdoppelt haben. Jugendliche in Deutschland essen offensichtlich zu wenig Obst und Gemüse und bewegen sich nicht genug. Außerdem rauchen laut OECD rund 22 Prozent der jungen Damen im Deutschland, mehr rauchende Jugendliche gibt es nur in Österreich und Tschechien.

Das Gesundheitssystem in Deutschland:
Deutschland gibt eine Menge Geld für die Erhaltung des Gesundheitssystems aus. Krankenhausbetten, teure Medikamente und hohe Honorare für diverse Ärzte machen einen Großteil der Kosten aus. Im Bereich der Krankenpflege prognostiziert die OECD Engpässe, da diese Berufe eher mäßig entlohnt werden.

Was die Lebenserwartung betrifft, so liegt Deutschland – trotz der hohen Kosten für das Gesundheitssystem – hinter Japan, der Schweiz, Australien und anderen nur auf Platz 14 von 30 OECD Staaten. Man sieht also, dass in vielen OECD-Ländern weniger Geld für die Gesundheit ausgegeben wird, die Menschen aber trotzdem länger und gesünder leben. Das Deutsche Gesundheitswesen kann in Anbetracht dieser Tatsache (meiner Meinung nach) nur ein “mangelhaft” erhalten.

Anzahl der Krankenhausbetten, Dauer des Krankenhausaufenthalts:
Was die Anzahl der Krankenhausbetten betrifft, liegt Deutschland nach Österreich und Frankreich mit 5,7 Betten auf 1.000 Einwohner auf Platz drei. Im Durchschnitt gibt es in den OECD-Ländern 3,8 Betten pro 1.000 Einwohner. Außerdem halten sich nur Japaner länger als Deutsche im Krankenhaus auf.

Ärztedichte:
Deutschland liegt mit 1,5 Ärzten pro 1.000 Einwohner an erster Stelle, was die Anzahl der Allgemeinmediziner betrifft. Deutsche gehen etwa 7,5 Mal pro Jahr zum Arzt, der OECD-Durchschnitt liegt bei 6,8 Arztbesuchen pro Einwohner und Jahr.

Allgemeines zur OECD:
Derzeit hat die OECD 30 Mitgliedsländer, zum Beispiel Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Portugal, die Schweiz und Schweden.

Thema: Allgemein | Kommentare (1)

Bauchfett erhöht das Demezrisiko

Freitag, 4. Dezember 2009 15:05

Über Bauchfett und Hüftspeck hatte ich ja schon geschrieben. Aber neue Untersuchungen bestätigen die Erkenntnisse. Für Frauen, deren Hüftumfang größer als der Bauchumfang ist, bekommt der Bauchspeck nun einen negativen Aspekt mehr.

Das vom einen oder anderen Zeitgenossen liebevoll Hüftgold genannte überschüssige Fett, das viele Deutsche mit sich rum tragen, wird zum nationalen Problem. Mehr als zwei Drittel aller Deutschen sind zu dick oder gar fettleibig.

Wie schwedische Forscher an der Sahlgrenska Academy herausfanden und in der Zeitschrift Neurology veröffentlichten, bedeutet ein solchermaßen großer Bauchumfang, dass für die betroffenen Frauen das Demenzrisiko doppelt so hoch ist wie für schlanke Zeitgenossinnen. In einer Langzeitstudie (seit den 60er Jahren) mit 1500 Frauen im Alter von 30-60 konnte nachgewiesen werden, dass 161 von ihnen 32 Jahre später an Demenz erkrankt waren.

Peter Dal-Bianco von der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie ist über die Ergebnisse nicht überrascht, denn das Herz-Kreislauf-System sei durch Fett stärker belastet und auch das Gehirn werde irgendwann in Mitleidenschaft gezogen.

Ganz klar weist er auch darauf hin, dass die Zeit zwischen 30 und 60 genau der Zeitraum ist, in dem man Alterserkrankungen vorbeugt oder so lebt, dass sie zwangläufig kommen müssen. Zu Sport, gesunder Ernährung und einem ausgewogener Lebensstil rät deshalb auch Dal-Bianco.

Thema: Allgemein | Kommentare (1)

Abnehmen im Schlaf?

Dienstag, 17. November 2009 1:06

Schlank im Schlaf” etc. kennen wir ja schon aus dem Bereich der Diäten – u.a. von der Insulintrennkost nach Dr. Pape. 

Eine US-Studie hat festgestellt:  Schlafmangel sorgt für Übergewicht. Forscher sprechen von mehr als 23% Übergewicht wenn man nur 6 Stunden pro Nacht schläft. Wer es nur auf 5 Stunden bringt, erhöht das Risiko auf 50%, bei allem unter fünf Stunden liegt der Wert laut o.g. Studie sogar bei mehr als 70%.

Warum ist das so?

Der Mangel an Schlaf sorgt dafür, dass einige Hormone im Gehirn nicht richtig funktionieren. So wird z.B. das Sättigungshormon Leptin weniger konzentriert gebildet, auf der anderen Seite hingegen wird die Konzentration des Stresshormons Kortisol und des appetitstimulierenden Ghrelin erhöht.

Es wird empfohlen, die Nachtruhe von sieben bis neun Stunden nicht dauerhaft zu unterschreiten.

Thema: Allgemein, Ernährung | Kommentare (0)

Dänemark will Anti-Fett-Steuer einführen

Montag, 16. November 2009 13:43

Die dänische Regierung befindet das eigene Volk für zu dick.

Aber statt einer Diät (wie z.B. in Mexiko für die Polizisten) gibt es eine Art “Straf-Steuer”: Eine Anti-Fett-Steuer.

Diese Steuer soll eine deutliche Preiserhöhung bei Butter, Käse und Co., sowie bei den beliebten Tiefkühlpizzen bewirken.

 Aber liegt der Regierung wirklich etwas an der Gesundheit der eigenen Bevölkerung, oder treiben die leeren Staatskassen die Verwaltung zu so einem Akt?

Laut der dänischen Regierung haben ein Käsebrot und eine Zigarette eines gemeinsam, sie sind nämlich beide schädlich für die Gesundheit. Volkskrankheiten würden sich durch den Verbrauch solcher Produkte ausbreiten.

So ungefähr rechtfertigt die dänische Regierung das bereits geplante Gesetz. Diese Maßnahme soll, so wird es von der Regierung prophezeit, schon im nächsten Jahrzehnt Erfolge mit sich bringen - zum Beispiel sollen die Dänen dann eine verlängerte Lebenserwartung von drei Jahren haben.

In der Lebensmittelbranche ärgert man sich (neben den steigenden Preisen) darüber, dass sich Molkereierzeugnisse und Tabakprodukte eine “Schadenskategorie” teilen. Die Hersteller befinden dies für eine absurde Entscheidung.

Kirsten Holm Svendsen, vom dänischen Milchverband behauptete, dass in offiziellen Empfehlungen Dänemarks, der Verzehr von Milchprodukten dafür stünde, sich gesünder und nährstoffreicher zu ernähren. Holm Svendsen verstehe die Pläne der Regierung nicht, denn schließlich haben die Behörden lange Jahre mit den Molkereien zusammengearbeitet, um den Markt mit Produkten die einen niedrigen Fettgehalt aufweisen, zu bereichern und die Bevölkerung zum Kauf anzuregen.

Kritiker befürchten, dass die Regierung an erster Stelle nicht den Bürgern etwas Gutes tun möchte, sondern deren Staatskasse. Da in Dänemark im nächsten Jahr die Einkommenssteuer von 63 Prozent auf 56 Prozent sinkt, müsse dieser Verlust wieder an anderer Stelle hereingewirtschaftet werden, was die Regierung aufgrund der Sondersteuer versuche.

Die auf ungesunde Lebensmittel ausgelegte Extrasteuer gehört in der Tat zu einem großen Abgabepaket, das auch die Erhöhung ab 2010 im Bezug auf eigenes Vermögen und den Energieverbrauch beinhaltet. Diese Maßnahmen sollen in Zukunft über 1,45 Milliarden Kronen, (umgerechnet etwa 195 Millionen Euro) in die staatliche Kasse bringen.

Doch mit 25 Prozent Mehrwertsteuersatz (auch bei Lebensmitteln) ist Dänemark bereits einer der Spitzenreiter in Europa. Das bedeutet, dass nach der Einführung der Sondersteuer vor allem Pensionäre und Niedrigverdiener, beim Kauf von Butter und Käse darunter leiden müssten.

1976 versuchte die dänische Regierung schon einmal, eine andere Einnahmequelle zu finden. Damals wollte man die Steuer für den Zucker erhöhen, was aber daneben ging, weil die Dänen den Zucker im Vorfeld horteten oder Alternativen suchten.

Damit die Dänen weniger Schnaps zu sich nahmen, wurde Anfang des 20. Jahrhunderts die sogenannte Aquavit Steuer eingeführt.

Bis jetzt ist es noch nicht sicher, ob man die Fett Steuer auch wirklich einführen kann, denn die dänische Lebensmittelindustrie leistet erheblichen Widerstand und würde sich im Fall der Fälle an die europäische Kommission wenden.

Wie die EU-Kommission mitteilte, seien bisher noch keine diesbezüglichen Beschwerden eingegangen. Dennoch müssen EU-Staaten in Brüssel um keine Erlaubnis bitten, wenn für bestimmte Produkte nationale Sonderabgaben erhoben werden.

Das Parlament soll in den folgenden Wochen über das Anti-Fett-Steuer-Gesetz beraten. Mit dem Beschluss einer Erhöhung der Steuer, um noch einmal 25 Prozent auf Eis und Schokolade, sowie einer Zusatz-Abgabe auf süße Limonade, hat die Regierung gezeigt, wie ernst es ihr mit dieser Idee ist.

Thema: Allgemein | Kommentare (0)