Warum Schlanke ihr Körpergewicht halten

Den schlanken Menschen wird gerne nachgesagt, dass diese entweder „keine guten Kostverwerter“ seien und die eigentlich essen können, was und wie viel sie wollen. Und das Ganze auch noch ohne dabei dick zu werden.

Die Wissenschaft beschäftigt sich schon länger mit diesem Thema. „Man“ ist dabei im Wesentlichen der Meinung, dass bei der Verstoffwechselung der Nahrung genetische Faktoren eine Hauptrolle spielen. Gut, diese arbeiten finde ich nicht so interessant, wie die Folgende von Levine und Bellington aus dem Jahr 1998 im Fach-Journal „Current Biology“.

Demnach ist die genetische Veranlagung KEIN Grund für Übergewichtige, zu resignieren. Denn neben dem biologischen Erbe sind auch psychologische Verhaltensstrategien mit bestimmende Faktoren.

Das belegt eine Studie von Helander und Vuorinen, die ihre Ergebnisse im US-amerikanischen Fach-Magazin „Public Library of Science“ (PLOS) im November 2014 veröffentlichten.  Die finnischen Forscherinnen der Universität Tampere gehen von folgender Frage aus: Können Übergewichtige von den Normalgewichtigen etwas lernen, wenn es um die psychologischen Mechanismen des Essens geht?

In einer Verlautbarung der Cornell University New York vom November 2015 beantworten Helander und Vuorinen die Frage mit einem eindeutigen „Ja“. Denn schlanke Menschen gehören (unabhängig von ihrer genetischen Disposition) eher zu den Genussessern.

In dem Artikel der New Yorker Uni widersprechen die skandinavischen Wissenschaftlerinnen also einem weit verbreiteten Vorurteil: Dass schlanke Zeitgenossen bedenkenlos essen – dies stimmt eindeutig nicht. Betont rationale Entscheidungs-Prozesse bestimmen zwar nicht die Wahl ihrer Lebensmittel, aber unbewusst überlegen Normalgewichtige schon, was sie essen möchten. Frische und hochwertige Lebensmittel wählen diese Menschen schon aus Neigung und aus geschmacklichen Gründen. Und essen sie einmal zu viel, treten bei schlanken Menschen kaum Schuldgefühle auf wie bei Übergewichtigen. So entsteht kein Teufelskreis aus Frustration und Kompensation durch Essen.

Die Verhaltens-Strategien schlanker Menschen gelte es, auf Abnehmwillige zu übertragen, meinen die Wissenschaftlerinnen aus Finnland. Dies könne aber nur in einer individuell abgestimmten Therapie geschehen. Schematische Diät-Pläne mit starren Vorschriften sollten der Vergangenheit angehören.

Fazit: Die Ausrede „Das sind meine Gene!“, ist nichts weiter als eine Ausrede. Der Genetik wird meines Erachtens viel zu viel Bedeutung beigemessen. Wer mehr dazu lesen möchte, dem empfehle ich meine Beiträge: „Die Heilslehre der Genetik“ und „Krankheiten sind genetisch bedingt? Von wegen!„.

Datum: Montag, 7. Dezember 2015
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13 Kommentare

  1. 1

    Sehr geehrter Herr Gräber,

    ich verfolge Ihre Artikel immer mit großem Interesse, vielen Dank dafür.

    Haben Sie eigentlich einen Tipp für Menschen die nicht abnehmen können? Ich praktiziere nunmehr seit 1,5 Jahren das intermittierende Fasten, d.h. ich esse nur an jedem 2. Tag. Am Eßtag kommen ich auf ca. 2000 kcal. Zu Beginn der Umstellung habe ich recht schnell 11 kg abgenommen, seither aber nichts mehr, das ist recht frustrierend, da ich mindestens noch 30 kg abnehmen müßte. Ich bin 59 Jahre alt, 1,74 m groß und wiege aktuell 105 kg.

    Mein Hausarzt sagt dazu nur, daß man in meinem Alter nicht mehr abnehmen kann. Meine (Blut)werte sind alle in Ordnung.

    Eine Idee?

    Viele Grüße

    Theresa

  2. 2

    Oh, das ist etwas was mich auch sehr interessieren würde. Ich habe schon einiges durch an Ernährungsformen, aber immer ohne Erfolg. Das längste war ´jetzt 2 Jahre kohlenhydratharme Ernährung und Abends immer komplett ohne KH.
    Ich leide seid Jahren unter Magendruck und Übelkeit, sowie Blähungen. Ich habe nun schon an eine Ausschluss-Diät wegen Unverträglichkeit nachgedacht.

    Liebe Grüße
    Anja

  3. 3

    Hallo,
    ob die reine Übertragung des Essverhaltens „Schlanker“ auf Übergewichtige schon – selbst bei individueller Berücksichtigung – Erfolge zeigt? Da habe ich subjektiv diverse Zweifel. Auch wenn es sicher einigen helfen mag, zu viele Einzelfaktoren spielen – zumindest m. E. – eine Rolle.
    Bis >40 habe ich – abgesehen von Wochenenden – mein Essen eigentlich nur im Vorbeigehen eingenommen, auch waren berufsbedingt Fast-Food und Kantine eher Standard als Ausnahme. Mein Gewicht blieb jedoch das Gleiche wie zu meinem 20. Lebensjahr; +/-84 Kilo.
    Ohne Änderung des Lebensstils, allerdings unter Einwirkung eines Burn Outs, ’schoss‘ mein Gewicht dann ab etwa 44 auf 110 Kilo hoch. Nach diversen ‚Diäten‘, Ernährungsberater etc. pp. und folgenden Jojo-Effekten war ich dann bei knapp 130 Kilo. Diabetes II und verschiedene andere Probleme folgten.
    Vor relativ kurzer Zeit stolperte ich über den Begriff ’negative Energiebilanz‘, also einfach mehr Energie verbraten, wie ich zu mir nehme. Ich begann einfach durchschnittlich 15000 Schritte (laut Handy) pro Tag zu gehen, darauf zu achten nicht darunter zu bleiben. Weniger Auto, weniger Aufzüge, etc. Erfolg? Durchschnittlich 5 Kilo pro Monat.
    Zwischenzeitlich bin ich deutlich unter 100 Kilo und freue mich mal wieder in die Hosen zu passen, die ich mit 40 trug…

  4. 4

    zu „Michael-Do.10.Dezember 2015“:
    das ist wunderbar für Dich, wenn Du durch das simple und äußerst empfehlenswerte „mehr Energieverbraten“ so klasse abnimmst!
    Ideal ist das! Neidlosen Glückwunsch!
    Möchte hier nur mal dazu anführen/fragen: WAS die armen (dicken) Würstchen tun können, die aus Erkrankungsgründen sich gar nicht oder nur mehr als eingeschränkt bewegen können (aber so gern könnten!!)?
    Denn: Reduktionskost, oder bestimmte Ernährungsformen, gleich welcher Art, und jahrzehntelang absolviert, führen – OHNE Bewegung
    zu nichts an Pfundsabnahme!
    Außer zu geschädigten Zähnen und anderen Materialien, sogar Organen im Körper.. .
    Zu einem Stillstand des Gewichts und Ausmaßes ;-/
    Hast Du (oder sonst Jemand) eine Idee?!?
    Vielleicht gibts ja mitteilenswerte Erfahrungen?

  5. 5

    Ich empfehle auf tierische Produkte, wie Fleisch, Wurst, Eier und Milchprodukte zu verzichten. Auch stark chemisch verarbeitete Lebensmittel aus der Ernährung zu verdammen. Sich stattdessen abwechslungsreich, saisonal und regional, mit frischen Lebensmitteln, die die Natur bietet zu ernähren. Langsam und genussvoll zu essen. Sich nicht ablenken zu lassen, sondern herausfinden wie es schmeckt.
    Spüren lernen wann man satt ist, um rechtzeitig aufzuhören. Getränke sollten natürlich ohne Zucker, ohne Kohlensäure oder Geschmackstoffe sein.
    Es funktioniert, aber dies braucht ein umdenken und neue Sichtweisen anzunehmen. Probieren Sie es mal einen Monat aus. Sie werden staunen!
    Beste Grüße
    HP Angelika Wilke

  6. 6

    Ich bin 58 und kann trotzdem abnehmen. Hab mich früher auch abgestrampelt um die Pfunde zu verlieren, heute weiß ich dass es hauptsächlich Kopfsache ist. Hatte eine Hypnosesitzung von 2 Stunden und hab dann automatisch schon 5 kg verloren. Kein Stress ums essen und keine Strapazen beim Walking. Es ist wichtig das Unterbewusstsein anzuzapfen und mit Genuss essen. LG

  7. 7

    Hallo Herr Gräber,
    meine Frau ist schlank, ihr Vater ist schlank, seine Brüder und Schwester, selbst die Cousinen und Cousengs, wenn sie in die Vater – Linie fallen, man sieht das an typischen Merkmalen im Gesicht und Körperbau.
    Die Mutter meiner Frau ist dick, deren Brüder und Schwester und Cousinen u. Cousengs. Auch hier sieht man die Verwandtschaft deutlich auch an anderen Merkmalen.

    Die Schwester meiner Frau entwickelt sich körperlich in Richtung der Mutter, die Brüder in Richtung des Vaters, alle hatten die gleiche Erziehung und Essgewohnheiten ab Geburt.
    Auch bei unseren Kindern und den Kindern der Brüder und Schwester meiner Frau kann man den Unterschied deutlich sehen.

    Das ist meine kleine Familienstudie die mir sagt – dick ist vererbliche und zeigt sich bei gleicher Ernährung und Erziehung.

    Gruß Werner

  8. 8

    Zu Theresa (1) und Anja (2): Wie viel reines, stilles Wasser trinken Sie täglich? Ich bin sicher dass etwas fehlt: morgens, eine halbe Stunde vor dem Frühstück, einen Schwall Wasser trinken. 2mal einen halben Liter hintereinander, so zügig wie möglich. Und das JEDEN Morgen. Das Wasser kann gern zuvor erhitzt werden und auf Trinktemperatur abkühlen.
    Ihr Darm bekommt zu wenig Flüssigkeit! Nur wenn man zügig hintereinander 2 Glas Wasser trinkt, fließt dieses ohne lange im Körper herumzusickern direkt in den Darm und bewirkt, dass der Kot feucht wird und leichter ausgeschieden werden kann.
    Wenn man dieselbe Menge Wasser nach und nach schluckweise trinkt, verteilt es sich im Körper und regt die Ausscheidung über Nieren und Blase an. Es tut natürlich gut, hat jedoch für den Darm nicht den besonderen Effekt.
    SCHWALLTRINKEN IST EINLAUF VON OBEN!
    Darmsanierung, Symbioselenkung, Spirulina und weitere Nahrungsergänzungsmittel, auch Zeolith-Bentonit-Montmorillonit.
    ZAHNSANIERUNG möglicherweise DRINGEND geboten, über ZA für Naturheilverfahren. Die herkömmlichen Langzeitmaßnahmen an den Zähnen sind sehr oft die Ursache dafür, dass jede noch so gut überlegte Behandlung nicht wirkt!
    Die Zähne stehen mit Organen, Gelenken und vielen anderen Körperbereichen in Verbindung und ein wurzelgefüllter Zahn kann jede Heilung im Stoffwechsel verhindern. Ebenso diverse Schwermetalle, die durch Zahnbehandlungen oder Anderes in den Stoffwechsel gelangt sind und durch ihre hohe Giftigkeit ununterbrochen die natürlichen Funktionen im Körper lahmlegen.

  9. 9

    Theresa, 10.12.,14:56
    Als wenn ich das geschrieben hätte: gleiche Größe, gleiches Gewicht und gleiche Diät:-). Ich denke mal, dass die 2000 kcal am Esstag zuviel sind. Ich habe mir angewöhnt, am 2. Tag eine Mahlzeit mit einem veganen Proteinshake zu ersetzen, da ist alles drin, was der Körper so braucht. Habe nämlich das Buch „Die Diät-Nanny“ gelesen und dort waren ganz gute Tipps zum Durchhalten einer Diät beschrieben, u. a. auch der vorgenannte. Viel Glück uns beiden auf diesem steinigen Weg:-).

  10. 10

    Ich erreichte, nach vielen fehlgeschlagenen Diäten und Jojo-Effekt, mein Idealgewicht mit 2×1 Woche Heilfasten in kurzem Abstand. Ich bin 170 cm gross, wiege knapp 60 Kg, habe kaum Bauch und bin bald 60.

    Dieses Gewicht halte ich seit Jahren damit, dass ich JEDEN Montag faste und jeweils an diesem Tage nur Wasser und Kräutertees trinke.

    Während der restlichen sechs Wochentagen verzichte ich auf nichts, weder auf Kohlenhydrate, Sahnesaucen, Fleisch, Eier, Nachtisch etc etc. Allerdings bereite ich fast alles von Grund auf selber zu und achte auf eine ausgewogene Ernährung.

    Wenn ich über die Festtage oder in den Ferien doch mal 1-2 Kilo zulege, schmelzen diese schnell, wenn ich 1-2 Wochen hintereinander nebst montags auch dienstags faste. Passiert aber kaum.

  11. 11

    Oh, wie schön, so viele Antworten und so hilfreiches, danke dafür.

    Zur Bewegung: Es sind zwar nicht 15.000 Schritte pro Tag (ich zähle nicht und habe auch kein Handy, welches das für mich erledigen könnte :-)), aber es sind im Schnitt 5 km, die ich pro Tag marschiere. Außerdem schwimme ich von ca. April bis September täglich 1 km.

    Zu Maria (11), ich trinke jeden Tag 2-2,5 l Wasser aus der Leitung und jeden Morgen 0,5 l Wasser in einem Zug. Ab morgen werde ich Ihren Tipp umsetzen und es mit einem Liter versuchen den ich gleich morgens zu mir nehme.

    Die Zähne sind in Ordnung, kein Amalgam im Mund. Das Blut habe ich erst kürzlich auf Schwermetalle testen lassen, keine Belastung.

    Zu Petra (12) Ja, vielleicht sind die 2000 kcal zu viel, da könnte ich an den Eßtagen nochmal ansetzen und sehen, wo ich einsparen kann. Ich reiche mal die Hand zurück und hoffe, daß wir das schaffen :-).

  12. 12

    Hallo Angelika kann Dir nur zustimmen…alle tierischen Eiweisse mal für einige Wochen weglassen und sich auf Gemüse u. Obst konzentrieren evtl. auch auf Hirse und Amaranth tut besonders Arthrosegeplagten gut. Ich nahm ganz nebenbei in 6 Wochen 10 Pfund ab.

  13. 13

    Renate und Angelika

    Ich ernähre mich sehr gesund, es gibt bei mir ausschließlich frisch Gekochtes und zwar aus dem Garten, ich habe einen großen Gemüse-, Obst- und Beerengarten, der mich das ganze Jahr ernährt. Im Winter gibt es milchsauer eingelegtes Gemüse wie Sauerkraut, Rübenkraut und eingelegten Chinakohl sowie kühl Gelagertes von dem, was im Sommer zu viel ist wie z.B. Möhren, Sellerie, Rote Bete, (Lauch, Spinat und Feldsalat vom Beet). Dann noch Äpfel und Quitten. Daher esse ich auch ausschließlich saisonal, denn was es im Garten oder der Vorratskammer nicht gibt, esse ich nicht. Wurst und Käse esse ich gar nicht. Fleisch auch recht wenig und wenn, dann kommt es von meinen eigenen Hühnern. Und trotz allem nehme ich nicht ab, wohl demjenigen, dem es gelingt.

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