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Abnehmmittel Slimsticks – Erfahrungen der „anderen“ Art

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Slimsticks verspricht, dass Abnehmen noch nie so einfach war (slimsticks.de). Auf der Webseite erfahren die Leser, dass die Einnahme einer „Magenverkleinerung“ gleichkommt. Dazu löst man einen Stick in einem Glas Wasser auf und trinkt das Ganze vor einer Mahlzeit. Bei drei Mahlzeiten am Tag wären das dann drei Sticks pro Tag.

Auf welcher Basis beruht diese virtuelle Magenverkleinerung? Als Inhaltsstoffe wird „unter anderem“ Pentahydroxyhexanal aufgeführt, das von der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, EFSA, als „wissenschaftlich erwiesen wirksam“ sei.

Pentahydroxyhexanal ist nichts anderes als Mannose, die neben der Glukose eine Hauptkette der Glucomannane bildet. Eine Pflanze reich an Glucomannanen ist die Teufelszunge, deren Knolle „Konjakwurzel“ genannt wird. Aus dieser Knolle wird das „Sättigungsmittel“ Konjak gewonnen. Dieses Sättigungsmittel, auf das sich anscheinend die Slimstick-Webseite bezieht, ist in der Tat als Lebensmittelzusatzstoff in Europa zugelassen. Allerdings bestehen hier Mengenbeschränkungen. Glucomannan ist somit ein Ballaststoff, von dem wir eine positive Wirksamkeit auf die Darmflora erwarten können. Nebenwirkungen sind kaum zu erwarten, außer vielleicht Blähungen bei einer unvollständigen Verstoffwechselung durch die Darmflora, die dann vermehrt Kohlenstoffdioxid freisetzt.

Konjak hat eine hohe Wasserbindungskapazität. Die Substanz ist in der Lage, die 50-fache Wassermenge seiner eigenen Masse zu binden. Durch den Quelleffekt kommt es im Magen zu der besagten „virtuellen Magenverkleinerung“. Die Mengenbegrenzung basiert auf den stark hygroskopischen Eigenschaften von Konjak. Denn eine Einnahme ohne genügend Wasser kann zu Obstruktionen führen. Es scheint Fälle gegeben zu haben, wo eine Obstruktion in der Speiseröhre zu einer Erstickungsgefahr geführt hatte, besonders bei Kindern.

Die Behauptung von Slimsticks, dass die EFSA wissenschaftlich gesicherte Aussagen zur Wirkung bestätigt hat, beruht auf der Health-Claims-Verordnung aus dem Jahr 2010. Diese erlaubt folgende Aussage für Konjak (nicht für Slimsticks!): „Verminderung des Körpergewichts, wenn mindestens drei Gramm täglich in drei Portionen von jeweils mindestens einem Gramm mit jeweils ein bis zwei Glaswasser jeweils vor einer Mahlzeit durch eine übergewichtige Person eingenommen wird.“

Als weiteren „Beweis“ für die Wirksamkeit von Glucomannan bei übergewichtigen Patienten zitiert die Webseite eine wissenschaftliche Publikation aus dem Jahr 1984: Effect of glucomannan on obese patients: a clinical study.

Es handelt sich hier um eine klinische Studie, die mit 20 übergewichtigen Patienten und einer Dauer von acht Wochen durchgeführt wurde. Die Studie war zudem Placebo kontrolliert. Als Resultat erhielten die Autoren einen signifikanten Gewichtsverlust in der Verumgruppe und zudem eine Senkung von Cholesterin und LDL-Cholesterin im Vergleich zu Placebo.

Mein Fazit zu dieser Studie: Nur acht Wochen ist kein adäquater Zeitraum, um eine solche Therapie abschließend beurteilen zu können. Die Teilnehmerzahl mit nur 20 Patienten (zehn Teilnehmer in der Verumgruppe und zehn Teilnehmer in der Placebogruppe?) ist alles andere als ausreichend, um hier eine statistisch verwertbare Aussage zu machen. Aber nichtsdestotrotz handelt die Slimstick- Webseite diese Studie schon als den ultimativen Beweis.

Durch die Quellfähigkeit von Glucomannan, so argumentiert die Webseite weiter, kommt es zu einer Gewichtskontrolle bzw. zu einer Hilfe bei der Gewichtskontrolle, da das aufgequollene Glucomannan im Magen zu einer relativen Verkleinerung des Inhalts führt und so ein Sättigungsgefühl vermittelt. Und weil der Benutzer damit weniger Hunger hat und länger satt ist, wird er auch weniger essen = weniger Kalorien zu sich nehmen = abnehmen.
Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass einiges für diese Logik spricht. Die Praxis jedoch hat gezeigt, dass A) einfaches Kalorienzählen bestenfalls kurzfristige Erfolge mit sich bringt (wenn überhaupt) und B) Übergewicht nicht ausschließlich auf einem zu großen Magen beruht. Welche Rolle Ballaststoffe beim Abnehmen spielen können und welche nicht, das hatte ich am Beispiel von Inulin diskutiert: Kilo Killer: Tequila-Agave: Ein neuer Abspeck-Hit mit Inulin?

Was andere sagen

Und so kommt es, wie es kommen muss. Die Webseite von „Gesundheitstest“ (gesundheitstest.org/diaet-test/slimsticks/) spricht nicht nur von Kunden, die sich beschweren, da sie keine Wirkung gesehen hatten, sondern sogar von einer „Abo-Falle“. Wenn der hier angegebene Preis von knapp 50 Euro im Monat stimmt, dann haben wir es hier mit einer eher teuren „Abnehm-Therapie“ zu tun.

Ausländische Webseiten, wie „Slimmers Weekly“ (slimmersweekly.com/slimsticks), sind nicht 100-prozentig von der Güte des Produkts überzeugt. Die Schreiber kommen zu dem Schluss, dass die Slimsticks nicht empfehlenswert sind. Vielmehr gäbe es bessere Alternativen, die besser schmecken und weniger Blähungen und das Gefühl von Aufgeblähtsein vermitteln. Auch diese Webseite sieht die bloße Unterdrückung des Appetits als eine zu eindimensionale Herangehensweise, nicht zuletzt weil ein nachhaltiger Gewichtsverlust eine Langzeitangelegenheit ist.

Diese Webseite, „Diet Pill Examiner“ (dietpillexaminer.com/reviews/slimsticks/), gelangt ebenfalls zu wenig positiven Ergebnissen. Die Webseite fragt sich, ob mithilfe der Sticks sich ein Gewichtsverlust einstellt? Die Antwort lautet: „Interessanterweise gibt es sehr wenig Informationen, ob die Slimsticks wirklich wirken oder nicht.“ Die Schlussfolgerung dieser Webseite für die Sticks ist, dass nach Faktenlage keine Empfehlungen für oder gegen die Slimsticks gegeben werden kann. Warum? Antwort: „Die Getränke sind sicher und werden Ihnen sehr wahrscheinlich dabei helfen, ein gesundes Ernährungsprogramm zu unterstützen. Aber sie sind keine wirkliche Hilfe für Gewichtsverlust im konventionellen Sinne. Gewichtsverluste hier fallen nach einer längeren Zeit bestenfalls minimal aus. Wenn man dann noch den Preis mit berücksichtigt, dann wird man sich überlegen, ob man die Sticks benutzt oder nicht.“

Fazit

Magenverkleinerungen durch eine OP oder durch aufquellendes Pentahydroxyhexanal ist eine Möglichkeit, seine Kalorienaufnahme zu begrenzen. Adipositas ist in der Regel jedoch nicht die Konsequenz des Unvermögens, Kalorien richtig zu zählen. Die biochemischen Vorgänge, die zu Adipositas führen, haben eher etwas mit der Qualität der Kalorien als mit ihrer Quantität zu tun. Darum wären für mich die Sticks bestenfalls eine Begleitmaßnahme bei einer Ernährungsumstellung. Der Preis allerdings gibt Grund zu dem Anlass, sich hier nach günstigeren Alternativen umzuschauen, die es mit Sicherheit gibt.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 14.01.2017 aktualisiert



   
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