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Die Zone Diät nach Dr. Sears - Kritisch betrachtet

Aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Die Zone-Diät, die nach dem Namen des Erfinders auch Sears-Diät genannt wird, möchte nicht nur erreichen, dass das Körpergewicht reduziert wird. Die Diät soll auch bewirken, dass insgesamt eine bessere Leistungsfähigkeit erreicht wird. Der Biochemiker Barry Sears beschäftigte sich intensiv mit dem komplexen Thema Ernährung. Der US-Amerikaner entwickelte aus seinen Studien seine Theorie für eine ausgewogene Ernährung des Menschen. Aus diesen Erkenntnissen entstanden seine Diätanweisungen.

Die Ernährungsrichtlinien von Dr. Barry Sears

Der Wissenschaftler fand heraus, dass die menschliche Kost optimal ist, wenn sie aus 30 Prozent Eiweiß und 30 Prozent Fett besteht. Dazu komm noch ein Anteil von 40 Prozent an Kohlenhydraten. Die Ernährungsrichtlinien des Biochemikers sind nicht als kurzfristige Diät, sondern für jeden Tag gedacht. Nur wenn die Mengen und die Zusammensetzung nach Sears auf Dauer eingehalten werden, kann sich die von ihm erwünschte Balance der Hormone einstellen. Dazu ist es außerdem notwendig, regelmäßig Sport zu treiben. Der Mix aus Diät- und Verhaltensanweisungen soll die körperliche Belastungsfähigkeit erhöhen und eine positive, seelische Haltung unterstützen.

Überraschend ist der hohe Anteil von Fett bei der Sears-Diät. Doch der Amerikaner ist der Meinung, dass der Verzehr von Fett nicht zwangsläufig das Körpergewicht nach oben schnellen lässt. Sears bewertet Lebensmittel als geeignet oder nicht geeignet für den menschlichen Organismus. Er betont, dass sich seit der Menschwerdung die Biochemie bei der Nahrungsverwertung niemals geändert hat. Sears weist darauf hin, dass es sehr schwer ist, überflüssige Pfunde durch den Verzicht darauf, sich satt zu essen, loszuwerden. Eine dauerhafte Reduzierung des Körpergewichtes kann man kaum allein mit Disziplin und Willenskraft erreichen.

The Zone

Mt seinen Ernährungsanweisungen möchte der Biochemiker erreichen, dass der Mensch sich im Bereich der optimalen Balance seiner Hormonausschüttung befindet. Diesen Zustand bezeichnet Sears als „The Zone“. Bei dem Hormongleichgewicht spielt das Insulin eine große Rolle. Sind die Werte des Insulins im Blut weder zu hoch noch zu niedrig, dann ist der Organismus in der Lage, Speicherfett aus den Körperzellen für die Gewinnung von Energie abzubauen. Sears geht davon aus, dass die Ausschüttung der körpereigenen Hormone durch die richtige Wahl des Essens beeinflusst werden kann. Er sieht unsere Lebensmittel nicht nur als Sattmacher, sondern als Medikamente, die ganz unterschiedliche Reaktionen in uns hervorrufen können. Im Zustand eines ausgeglichenen Hormonspiegels kann sich das Körpergewicht durch den Abbau der körpereigenen Fettreserven reduzieren.

Um diesen Zustand zu erreichen, müssen täglich drei Hauptmahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten im Abstand von viereinhalb Stunden eingenommen werden. Um im Optimum, also in The Zone, zu bleiben, müssen in jeder Mahlzeit die Nahrungsbestandteile Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate in dem genannten Verhältnis gegessen werden. Ähnlich der Glyx-Diät unterscheidet Sears zusätzlich noch zwischen guten und schlechten Kohlehydraten. Sears setzt in seiner Diät den Fett- und Eiweißanteil sehr hoch, Kohlenhydrate sollen nur in einem geringen Maß verzehrt werden. Das soll die Insulinausschüttung ins Blut niedrig halten. Die im Verdauungsprozess stattfindende Umwandlung der Kohlenhydrate in Glykogen und die anschließende Speicherung als Fett in den Körperzellen verursacht das größte Problem bei der Gewichtszunahme. Wer viele Kohlenhydrate verzehrt, provoziert eine hohe Insulinausschüttung durch die Bauchspeicheldrüse. Nicht nur die übermäßige Nahrungsaufnahme, sondern auch der hohe Insulinspiegel sei schuld an der dauerhaften Einlagerung in die zellulären Fettdepots. Bei den Nahrungsfetten sollten die mit einem hohen Anteil von mehrfach ungesättigten Fettsäuren bevorzugt werden. Dazu passt auch die von Sears angewiesene Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln in Form von Fischölkapseln.

Die Zone-Diät nach Sears ist eine sehr eiweißreiche und fetthaltige Ernährung. Die genauen Ernährungsanweisungen müssen ganz individuell auf jeden Menschen abgestimmt werden. Um einen positiven Effekt zu erzielen, werden von den Anwendern viele Kenntnisse über die Zusammensetzung der Nahrung erwartet. Daher ist die komplexe Diättheorie nicht immer ganz leicht umzusetzen.

Radikales Abnehmprogramm?

Durch die Medien wurde ein Fall bekannt, bei dem der als dickster Mann der Welt bezeichnete Manuel Uribe in fünf Jahren 365 Kilogramm durch die Zone-Diät abnahm. Doch der Mexikaner verstarb nun im Alter von 48 Jahren. Es wird diskutiert, ob Uribe an den Folgen der Zone-Diät starb. Der Mann, der es bis auf 561 Kilo auf der Waage brachte, wurde mit diesem Rekord sogar in das Guiness Buch der Rekorde aufgenommen. Der immense Gewichtsverlust durch die Zone-Diät ist absolut erstaunlich. Doch Uribe nahm wohl in der darauffolgenden Zeit etwa 200 Kilo wieder zu. Uribes Herz war durch diese Gewichtsveränderungen anscheinend völlig überlastet. Er starb an Herzversagen in einem Krankenhaus in Monterrey.

Warnung vor zu viel Eiweiß und Fett?

Ernährungsexperten beurteilen die Sears-Diät kritisch. Zu viel Eiweiß, zu viel Fett und ein zu geringer Anteil an Kohlenhydraten mache die Anwender krank, so das Urteil, das auch von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) unterstützt wird. Auch ist die Aufnahme an Kilokalorien laut der Zone-Diät für extrem übergewichtige Personen erheblich zu niedrig. Gemäß der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) muss der Gewichtsverlust während einer Diät moderat vonstattengehen. Innerhalb eines Jahres kann vom Körper nur eine Verringerung des Gewichtes von fünf Kilogramm nebenwirkungsfrei verkraftet werden. Ob für den Tod von Manuel Uribe mit seinem gigantischen Körpergewicht und dem massiven Ab- und wieder Zunehmen allein die Zone-Diät eine Rolle gespielt hat, darf bezweifelt werden.

Die Zone-Diät in der Diskussion

Die Diskussion unter "Ernährungsexperten" zur Zone Diät ist so vielfältig wie das Wetter. Jeder Wissenschaftler scheint eine eigene "Strategie" zu vertreten, wie mit Kohlehydraten, Fett und Eiweißen umzugehen sei. Sears ist der Meinung, dass Lebensmittel mit einem glykämischen Index über 50 gemieden werden müssen. Andere sehen die Grenze eher bei 70 und andere Experten machen es noch komplizierter. Da werden mal hochglykämische Kohlenhydrate empfohlen, andere weisen darauf hin, dass die Tageszeit für den Verzehr entscheidend sei. Auch die Wahl der richtigen Eiweiße und Fette und die Höhe der täglichen Gesamtkalorienzufuhr sind zwischen Ernährungsexperten strittig.

Dennoch hat Barry Sears auch eindeutige Befürworter. Da findet man zum Beispiel den Autor des Buches "Bodybuilding Nutrition" (Skip LaCour), der sich unter anderem mit der Zone-Diät auf die Wettkämpfe vorbereitet hatte. Allerdings übernahm er nur einige wenige Aspekte aus den Diätanweisungen und passte die Ernährung nach seinen persönlichen Erfordernissen an. Der Sportler erhöhte allerdings den Anteil von Fett in seinem Ernährungsplan und sah darin den Grund für die Steigerung seines Leistungsvermögens. Aber Leistungsbodybuilder sind sowieso sehr diszipliniert in ihren Ernährungsgewohnheiten. Ob (und wie viel) die Zone Diät zur Leistung beigetragen hat oder "andere" Medikamente, möchte ich hier nicht beantworten. Ich erwähne es eigentlich nur, weil sich die Zone Diät bei Bodybuildern einer besonderen Beliebtheit zu erfreuen scheint.

Dieser Beitrag wurde am 4.8.2014 erstellt.



   
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