Heilfasten: Fragen und Berichte
Ist Fasten gefährlich weil Körpereiweiß verbraucht
wird?
Gegenüber dem Fasten oder Heilfasten existieren viele Vorurteile. Ein Komplex betrifft die Frage des
Zusammenhangs von Fasten und Eiweiß: Polemiken gehen u.a. davon aus, dass Fasten "gefährlich" sei, weil Körpereiweiß verbraucht
wird.
Diese Frage kann aber aus medizinischer Sicht ganz objektiv angegangen werden.
Zunächst sollte man wissen, dass das modifizierte Heilfasten (u.a. das
Buchinger Heilfasten oder Fasten nach Heilpraktiker Gräber) keine Nulldiät
ist.
Das Gegenteil ist der Fall: denn es wird eine variantenreiche Zufuhr von frischen Obst- und Gemüsesäften als
integraler Bestandteil des Heilfastens dem Körper laufend ein Minimum an "Energie" und Vitalstoffen zugeführt.
Richtig ist auch, dass während einer Nullkalorienzufuhr der Organismus auf die Eiweißreserven des Körpers
zurückgreifen muss.
Wäre Heilfasten also mit Nulldiät verbunden, dann könnte man hier ebenfalls Bedenken anmelden. Doch das
Heilfasten nach allgemeiner Auffassung der meisten Fastentherapeuten ist nur ein modifiziertes Fasten, denn die
naturbelassene Nahrungszufuhr mittels frischer Obst- oder Gemüsesäfte, als Honig oder Gemüsebrühe kann wohl kaum
als Nulldiät gelten.
Hier werden beachtliche 300 bis 500 kcal pro Tag dem Körper zugeführt. Gelegentlich werden auch weitere Zusätze
(wie Molke oder Buttermilch) individuell gegeben.
Dies entspricht zwar nicht ganz dem Konzept des Heilfastens, ist aber in gewissen Fällen durchaus zu empfehlen,
um den Nahrungskreislauf des Körpers stabil zu halten.
Durch alle diese ergänzenden Maßnahmen wird ein fastenbedingter Eiweißverbrauch deutlich bei der
Heilfasten-Strategie (wie auch ich sie vetrete) reduziert und es werden auch in ausreichender Menge Vitamine und
Mineralstoffe dem Körper zugeführt.
Der Hauptbrennstoff beim Fasten ist beim ersten Tag noch die normale Nahrung, ab dem 2. bis 3. Tag das
eingelagerte Fett im Körper und nicht etwa nur das eingelagerte Eiweiß. Mehr dazu im Artikel: Umstimmung durch Fasten.
Außerdem zeigen verschiedene Studien, dass ein Körper verbrauchtes Eiweiß nach der Aufbauphase direkt nach dem
Fasten wieder einlagert und "Schäden" durch Heilfasten also praktisch und auch theoretisch nicht entstehen
können.
Der Eiweißverbrauch und Eiweißabbau im Körper ist aber auch durchaus
erwünscht!
Kritiker gehen immer davon aus, dass die Eiweiße "nur" aus der Muskulatur abgebaut werden - was natürlich nicht
erwünscht ist.
Bei den meisten Diäten ist dies immer Fall, weswegen ja auch der Jo-Jo-Effekt auftritt.
Beim Fasten sieht es noch ganz anders aus: hier werden zwar auch Eiweiße abgebaut, aber durch den
Fastenstoffwechsel werden nicht nur die Eiweiße der Meuskulatur herangezogen, sondern vor allem auch die
funktionsuntüchtigen Eiweißreste und Komplexe, die zum Beispiel im Bindegewebe abgelagert sind (Orangenhaut!)
So werden Eiweiße mit zu vielen Zuckerresten langsam abgebaut, die den
Stoffwechsel stark behindern können.
Das ist ein Effekt, der Das Fasten ja so wertvoll macht!
Vor allem sollen werden während der Fastenzeit keine neuen Komplexe gebildet werden. Dadurch können im
Bindegewebe eingelagerte Mineralien und durch die bessere Sauerstoffzufuhr in den Zellen abgelagerte
Stoffwechselendprodukte freigesetzt werden. Dieser Effekt wird im Volksmund als Entschlackung bezeichnet - ein Begriff über den sich zahlreiche
Ernährungsexperten und Mediziner lustig machen, leider ohne die physiologischen Prozesse des Fastens genau zu
kennen.
Fazit: Die Erfahrung der zahlreicher Fastenkliniken und Fastentherapeuten zeigen klar auf:
therapeutisches Fasten kann als sicher eingeschätzt werden. Meiner Erfahrung nach hat ein richtig durchgeführtes
und unterstütztes Fasten enorme Vorteile, denen auch ich einen großen Teil meiner
Gesundheit verdanke.
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