Geschichte des Heilfastens
Die kleinen Schwierigkeiten des Fastens
Im Laufe der Jahrhunderte ist eine Vielzahl von Sprichwörtern entstanden, die auf das Fasten und Hungern in den
verschiedenen Kulturen zurückzuführen sind. Zu den Bekanntesten zählen unter anderem: "In Sack und Asche gehen",
aufgrund der Vorschriften der Juden, beim Fasten auf angemessene Kleidung zu verzichten. Das Sprichwort "am
Hungertuch nagen" ist auf das Fastenvelum zurückzuführen, das seit 1000 n. Chr. bei den Christen zur Fastenzeit am
Altar aufgehängt wird. Eine große Anzahl weiterer Sprichwörter haben G. Klauser und J. Spranger in ihrem sehr
unterhaltsamen Buch "Hinweise auf die Ätiologie der Fett- und Magersucht aus Volkstum, Kunst, Medizingeschichte und
Wissenschaft" zusammengefasst.
Eine moderne Bezeichnung für eine Diät lautet "F.D.H.", was soviel bedeutet wie: "Friss die Hälfte". Allerdings
gibt dieser Spruch nur die halbe Wahrheit einer wirksamen Hungerkur wieder. Zum gemäßigten Essen ist es nämlich
auch wichtig, dass Kohlenhydrate in der Nahrung nicht vorkommen. Denn nur dann bleibt der sprichwörtliche "Appetit,
der mit dem Essen kommt" aus.
Durch die Chirurgie unterstütztes Fasten
Aus Malta stammt das Sprichwort "Ohne Essen stirbst du und das viele Essen verkürzt das Leben". Dieses
Sprichwort nahmen sich einige Chirurgen zu Herzen. Sie entwickelten Methoden, bei denen das Essen zwar erlaubt war,
die Folgen wie Übergewicht allerdings ausbleiben. Sie gingen dabei nach den Prinzipien vor, entweder nur geringe
Mengen an Nahrung aufzunehmen oder die Aufnahme der Nahrung durch den Darm zu verhindern. So entwickelten zum
Beispiel Payne und seine Mitarbeiter verschiedene Formen eines Dünndarmkurzschlusses. Dadurch wird - statt wie in
der Antike das Erbrechen - ein Durchfall ausgelöst.
E.H. Mason und C. Ito versuchten durch eine Ausschaltung des Magens, frühzeitig ein Völlegefühl auszulösen, so
dass die weitere Nahrungsaufnahme verhindert würde. In ihrer Schrift "Gastrie bypass in obesity" haben sie dieses
Verfahren sehr detailliert beschrieben. Sehr viel rabiater gingen Garrow und Laskin vor. Sie verschlossen einfach
den Mund mit Drahtschlingen. Es blieb nur ein kleiner Spalt offen, um Flüssigkeit über einen Strohhalm aufnehmen zu
können. Ein Armeezahnarzt verordnete dem übergewichtigen Ted Mitchell eine umfangreiche Hungerkur durch Ausgießen
des Mundes mit Amalgamzement.
Rekorde aus der Welt des Fastens
Einige im Guiness Buch eingetragenen Rekorde drehen sich auch ums Fasten. So aß die Schwester Therese Neumann
von Konnersreuth täglich nur eine Hostie und das über einen Zeitraum von 35 Jahren. Wie viel Gewicht sie dabei
verloren hat, ist allerdings nicht bekannt. Die größte Gesichtsabnahme gelang dem Amerikaner John Brower Minoch. Er
galt damals als der schwerste Mann der Welt. Es war damals nicht möglich sein Gewicht exakt zu messen. Ärzte
schätzen es auf etwa 635 Kilogramm. In seiner Diät nahm über einen Zeitraum von 480 Tagen täglich 1200 Kalorien zu
sich und verlor dabei stolze 420 Kilogramm.
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