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Heilfasten und Autoimmunthyreoiditis-Hashimoto

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Das Thema Heilfasten erfreut sich unlängst in der etablierten Wissenschaft einer gewissen Beliebtheit. Dies kommt nicht zuletzt in einer Fülle an wissenschaftlichen Untersuchungen zum Ausdruck, die in den letzten paar Monaten dazu veröffentlicht worden sind. Soweit die guten Nachrichten.

Wenn es aber um die Hashimotoerkrankung geht, dann lassen sich dazu leider noch keine Arbeiten seitens der Wissenschaft ausgraben. Aber auch ohne spezifische Untersuchungen dieser Art lässt sich einiges zum Heilfasten bei Hashimoto sagen: Es gibt keinen Grund, anzunehmen, dass diese Erkrankung eine Kontraindikation für das Heilfasten darstellt. Im Prinzip sind alle die Maßnahmen, die den Organismus in seiner Funktion unterstützen und stärken, für praktisch jede Art der Erkrankung eher eine Indikation.

Um auf Nummer Sicher zu gehen, ist es auf jeden Fall empfehlenswert, wenn das Heilfasten in einer Klinik durchgeführt wird. Zumindest aber sollten Sie ihren behandelnden Arzt informieren und dessen Rat einholen.

Auf der anderen Seite ist das Heilfasten aber nicht als eine therapeutische Maßnahme gegen den Hashimoto zu verstehen. Es gibt leider keine Hinweise, dass eine gute Heilfasten-Kur in der Lage wäre, einen Hashimoto zu heilen. Diese Erkrankung gilt als unheilbar. Medizinische Behandlungsmaßnahmen dienen hier dem Management der Erkrankung, nicht der Heilung. Und weil das Heilfasten in diesem Fall keine Alternative zur Schulmedizin darstellt, sollten die vom Arzt verordneten Medikamente auch nicht ersatzlos gestrichen oder Änderungen in der Dosierung vorgenommen werden.

Wenn man diese “Grundregeln” beachtet, hat man eine gute Sicherheit, dass keine Probleme während des Heilfastens auftreten. Denn auch in der wissenschaftlichen Literatur gilt das Heilfasten, was hier als Kalorienrestriktion benannt wird, als eine Maßnahme, die eine Reihe von positiven Effekten auf den Körper hat, aber dabei keine “Nebenwirkungen” mit sich bringt. Der wissenschaftliche Erfahrungsbericht deckt sich weitestgehend mit meiner persönlichen Erfahrung und den Erfahrungen meiner Kollegen, die das Heilfasten häufig praktizieren.

Wenn es auch keine Arbeiten zum Hashimoto und Kalorienrestriktion bzw. Heilfasten gibt, so wurde in Japan 2004 eine Arbeit veröffentlicht, die sich mit dem Fasten und Autoimmunvorgängen befasste. Die Arbeit wurde allerdings an Mäusen durchgeführt.

Der Titel: Suppressive effects on delayed type hypersensitivity by fasting and dietary restriction in ICR mice. Nakamura et al.: Department of Public Health, Hamamatsu University School of Medicine, Shizuoka, Japan. (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14687763)

Die Forscher betrachten die Kalorienrestriktion als ein Mittel, dass nachlassende physiologische Funktionen verbessert, Tumorbildung verhindert bzw. die Schwere der Neuausbildung eindämmt und Autoimmunerkrankungen verhindert. Darüber hinaus ist die Kalorienrestriktion in der Lage, Entzündungsprozesse einzudämmen. In dieser Studie verglichen sie die Auswirkung von wiederholtem, kurzzeitigem Fasten auf eine allergische Dermatitis (Fasten jeden dritten Tag) und von moderater Kalorienrestriktion, bei der nur 60 Prozent der normalen Quantität an Nahrung gegeben wurde. Als Kontrolle diente eine Gruppe mit uneingeschränkter Nahrungszufuhr. Zusätzlich wurde die Rolle von Kortikosteroiden und oxidativem Stress während der Fastenphase untersucht. Die gesamte Menge an Nahrung der Mäuse, die nur 60 Prozent der normalen Nahrungsmenge erhielten, war insgesamt weniger als die Nahrungsmenge, die die Mäuse bekamen, die unter wiederholtem Kurzzeitfasten standen. Dennoch zeigten die beiden Formen der Kalorienrestriktion einen gleich guten Unterdrückungseffekt der Dermatitis. Darüber hinaus zeigten die Mäuse mit eingeschränkter Diät und die mit Intervall-Kurzzeitfasten weniger oxidativen Stress als die Mäuse, die sich ad libitum (so viel wie sie wollten) ernährten.

Die Forscher schlossen aus ihren Beobachtungen, dass wiederholtes Fasten und eine moderate Kalorienrestriktion eine Dermatitis in ähnlichem Ausmaße verhindern kann. Günstig für den Organismus ist dabei die Abnahme an oxidativem Stress, der möglicherweise auch Einfluss auf das Autoimmungeschehen haben kann.

Meine Gedanken dazu: Wir haben hier eine Studie mit Mäusen und nicht Menschen vorliegen, die zudem eine allergische Dermatitis und nicht den Hashimoto zum Studienobjekt hatte. Aber dennoch kann man bis zu einem gewissen Grad gewisse Parallelen ziehen, da es sich beim Hashimoto und der Dermatitis um ein Autoimmungeschehen handelt. In anderen Studien ist bisher deutlich geworden, dass die positiven Ergebnisse, die man bei Mäusen unter Kalorienrestriktion hat sehen können, nahezu 1-zu-1 auch beim Menschen hat beobachten können. Von daher kann man nicht die Möglichkeit ausschließen, dass auch beim Hashimoto ähnlich gute Effekte auftreten können.

Fazit: Ich will keine falschen Hoffnungen verbreiten. Ob Hashimoto beim Menschen ähnlich gut auf die Kalorienrestriktion anspricht wie die Dermatitis bei Mäusen, bleibt noch zu beweisen.

Sicher ist jedoch, dass die Kalorienrestriktion, das Heilfasten zu einer Abnahme von oxidativem Stress führt und Körperfunktionen verbessert.

Und wir scheinen den Luxus von Optionen zu haben, denn einfache Kalorienrestriktion um 40 Prozent oder intermittierendes, kurzzeitiges Fasten zeigen die gleichen Ergebnisse. Ähnliche Ergebnisse sind auch von Fasten-Studien mit menschlichen Probanden in einem anderen Zusammenhang und bei anderen Erkrankungen beschrieben worden.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 02.08.2012 aktualisiert