Lebererkrankung: Cholestase
Cholestase: Ursachen, Verlauf und
Symptome
Unter Cholestase versteht man eine Störung des Gallenflusses, die zum einen durch eine Störung der Gallenbildung
und zum anderen durch einen verhinderten Gallenabfluss entstehen kann. Dabei kommt es zum Rückstau gallepflichtiger
Substanzen ins Blut.
Im gesunden Organismus werden in der Leber zwischen einem halben bis einen Liter
Gallenflüssigkeit gebildet und sowohl in den Dünndarm abgegeben als auch für den weiterführenden Bedarf in der
Gallenblase gespeichert (siehe auch Leberfunktion). Die Flüssigkeit ist dabei von
goldgelber Farbe und setzt sich aus Wasser, Lecithin (Emulgator), Cholesterin, Gallensäuresalzen, Bilirubin (aus
dem Abbau der roten Blutkörperchen) sowie Schleim zusammen. Die Gallenflüssigkeit dient der Fettverdauung, daneben
haben die Gallensäuren eine antibakterielle Wirkung.
Verschiedene Formen einer Cholestase
Bei der den Abfluss betreffenden Cholestase werden zwei Formen unterschieden:
Die intrahepatische Choldestase (nicht-obstruktive Form) bezeichnet die Störung der
Gallenausscheidung aus den Hepatozyten (Leberzellen). Ursachen können u.a. verschiedene Entzündungen,
Arzneimittelnebenwirkungen oder eine Sauerstoffunterversorgung (Hypoxie) des Organs sein.
Die posthepatische Cholestase (obstruktive Form) entsteht durch mechanische Abflusshindernisse
wie z.B. Gallensteine oder Tumoren.
Eine Gallenbildungsstörung entsteht infolge unterschiedlicher Ursachen, hauptsächlich durch chronische
Lebererkrankungen, Hepatitiden (Leberentzündung), Leberzirrhose, Medikamente und Gifte.
Symptome einer Cholestase
Die Klinik (Lebersymptome) der Cholestase ist
gekennzeichnet durch drei Leitsymptome:
- Ikterus (Gelbfärbung)
- Verfärbung von Urin und Stuhl sowie
- Pruritus (Juckreiz)
Die Gelbfärbung von Augen und Haut (Ikterus), entsteht durch einen Anstieg des Bilirubins
(gelbe Substanz, Abbauprodukt des Hämoglobins, welches beim Gesunden über Leber, Galle und Darm zur Ausscheidung
kommt). Die Ablagerungen zeigen sich im Verlauf auch an allen inneren Organen. Der Juckreiz ist
Folge der Ablagerungen sowie der rückgestauten Gallensäure und zeigt sich hauptsächlich bei der extrahepatischen
Form.
Durch das aus der Leber in den Blutkreislauf gegebene und über die Nieren ausgeschiedene Bilirubin (z.T. auch
durch aus dem Darm resorbiertes Urobilinogen) zeigt sich eine starke Braunfärbung des Urins. Der Stuhl verliert
seine Farbe und wird als Folge der fehlenden biliären (über die Galle) Ausscheidung sowie der physiologischen
Stuhlfärber Urobilin und Sterkobilin lehmfarben.
Weitere Symptome können eine gestörte Resorption fettlöslicher Vitamine (mit Mangelerscheinungen,
Übelkeitsgefühl), eine gestörte Fettverdauung (Malabsorption mit Fettstühlen, Magenkrämpfen, geblähtem Bauch und
Gewichtsverlust), eine Hypercholesterinämie (mit vermehrter Cholesterinsynthese im Darm bei gleichzeitig gesenkter
Cholesterinausscheidung) sowie dadurch bedingt Cholesterinablagerungen in Haut und Augenwinkeln (Xanthelasmen)
sein.
Im Verlauf einer unbehandelten Cholestase droht zudem eine biliäre Leberzirrhose (= sekundäre Zirrhose = Schrumpfleber).
Die Diagnostik erfolgt durch ein Blutbild (siehe auch: Leberwerte), Sonographie,
Cholangiographie sowie ERCP (bei obstruktiver Cholestase). Neben erhöhten Enzymwerten bringt vor allem die
Sonographie Aufschluss, hier zeigt sich bei der obstruktiven Form eine Erweiterung der intra- und extrahepatischen
Gallenwege.
Die klassische schulmedizinische Therapie richtet sich nach bestehender Form. Bei der posthepatischen Cholestase
wird die Abflussbehinderung durch einen operativen Eingriff oder im Rahmen einer endoskopischen Untersuchung
beseitigt. Um die intrahepatische Form therapieren zu können muss der auslösende Faktor behandelt werden (=
Therapie der Grunderkrankung, z.B. durch Absetzen von als Verursacher diagnostizierten Medikamenten oder durch
Behandlung einer Zirrhose).

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