Sichtbare Leberzeichen und Lebersymptome
Äußere Anzeichen von Lebererkrankungen
Menschen, die an der Leber erkrankt sind, leiden oft unter Müdigkeit, Abgeschlagenheit
oder Schwäche.
Auch unangenehme Gas- beziehungsweise Luftansammlungen des Darmes, die Bauchwassersucht, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Wasseransammlungen
im Körper, Teerstuhl (durch Blut schwarz gefärbter Stuhl), Hormonstörungen, Juckreiz oder eine Gelbsucht können ebenfalls Zeichen einer Lebererkrankung sein.
Außer den genannten inneren Symptomen (und natürlich der Abweichung der Leberwerte) bei einer Erkrankung der Leber, gibt es auch noch
äußerlich sichtbare Anzeichen.
Hierzu zählen:
- Lebersternchen
- Palmarerythrem
- Dupuytrensche Kontraktur
- Leberzunge
- Geldscheinhaut und
- Weißnägel
Die Lebersternchen werden auch
Spider naevi genannt. Als Lebersternchen wird eine
Erweiterung von Hautgefäßen bei Leberkranken bezeichnet. Überwiegend an den Armen, an der Brust, am Hals und
am Kopf ist ein Auftreten von Lebersternchen möglich. Ein Leberstern besteht aus einer zentralen Arterie,
welche oftmals nur als rotes Mal erkennbar ist, kleine Venen sind sternförmig angereiht. Die sternförmigen
Venen können unter Ausstreichen mit Druck der Finger oder einem Hilfsmittel vollständig beseitigt werden. Die
zentrale Arterie ist auf diese Weise nicht entfernbar.
Rote Flecken auf den Daumenballen und/oder den Kleinfingerballen, sowie der letzten Glieder der Finger, an der
Handinnenfläche, werden Palmarerythem genannt. In den
Rötungen ist ein Auftreten von Lebersternchen möglich, die jedoch nicht vollständig erscheinen. Ein Gefühl der
Wärme ist auf den Händen zu spüren. Besonders nach großer Aufregung ist das Wärmegefühl am stärksten. Das
Palmarerythem zeigt sich schon in der frühen Entwicklung einer chronischen Erkrankung der Leber. Es kann bei einer
Verbesserung des Krankheitsbildes wieder vollständig verschwinden.
Bei Leberschäden, welche durch Alkohol entstanden sind, zeigt sich häufig das Krankheitsbild der
Dupuytrenschen Kontraktur. Hierbei entstehen Verhärtungen
des Gewebes, welche eine Beugung (meist ist der Ringfinger betroffen) nur sehr schwer oder gar nicht mehr
ermöglichen. Zu den Leberschäden durch Alkohol zählen die Leberzirrhose und die Fettleber. Die Dupuytrensche
Kontraktur kann aber auch bei Diabetikern und nicht Leberkranken Menschen auftreten. Dies ist jedoch relativ selten
der Fall.
Auch ein auffälliges sichtbares Merkmal einer Lebererkrankung, ist die Erdbeerzunge. Sie tritt bei einer Leberzirrhose
auf. Solange die Zunge noch über genügend Feuchtigkeit verfügt, besteht kein Anlass zur Sorge. Sobald die Zunge
aber trocknet und eine dunkelrote bis leicht lila Farbe (Himbeerzunge) zeigt, ist dies ein ernstzunehmender
Hinweise auf ein eventuelles Versagen der Leber.
Da die Haut von leberkranken Patienten mit der rauen Beschaffenheit eines Dollarscheines zu vergleichen ist, ist
der Ausdruck Geldscheinhaut entstanden. Die Geldscheinhaut
zeigt sich meist am Ansatz des Halses und an der Oberfläche der Hände. Arterielle Erweiterungen sind hierbei
sichtbar. Nach längerem Sonnenbad ist die Geldscheinhaut besonders gut erkennbar. Dieses äußere Anzeichen kommt
allerdings auch sehr häufig bei Menschen vor, die nicht an der Leber erkrankt sind. Deswegen gilt es als das
unspezifischste Anzeichen einer Lebererkrankung.
Ein sehr spätes äußeres Anzeichen einer Lebererkrankung ist das Auftreten von Weißnägeln. Hierbei zeigt sich auf den Finger- und Fußnägeln eine Färbung in
hellrosa/silberweiß. Die Nägel weisen eine leichte Wölbung auf und haben viele Rillen. Am Ansatz der Nägel
verschwinden die Halbmonde vollständig. Die Fingernägel haben auch oft die Form einer leicht gewölbten Brücke,
wodurch sie als Brückennägel bezeichnet werden. Die Störung des Kreatinstoffwechsels bei chronisch Leberkranken
Menschen ist der Grund, warum es zu solchen Veränderungen der Nägel kommt. Auch das Wachstum der Haare kann durch
den gestörten Kreatinstoffwechsel stark eingeschränkt werden. Weißnägel treten in der Regel erst nach einem 10 –
20jährigem Bestehen einer Leberzirrhose auf.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 02.08.2012 aktualisiert
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