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Fasten oder Heilfasten bei Multipler Sklerose

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Multiple Sklerose ist eine neuronale Erkrankung, bei der es durch chronische Entzündungen des zentralen Nervensystems, also Gehirn und Rückenmark, zu einer Zerstörung der dort befindlichen Marksubstanz kommt.

Multiple Sklerose ist eine neuronale Erkrankung, bei der es durch chronische Entzündungen des zentralen Nervensystems, also Gehirn und Rückenmark, zu einer Zerstörung der dort befindlichen Marksubstanz kommt.

Für die Gewebeschädigung des zentralen Nervensystems sind veränderte Immunzellen, genauer gesagt sehr aggressive T-Lymphozyten, verantwortlich, die aufgrund ihrer Modifizierung die normalerweise nicht passierbare Blut-Hirn-Schranke überwinden können (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22914092).

Die Krankheit verläuft individuell unterschiedlich und tritt in Schüben auf. Die Symptome, wie Sehstörungen oder Muskellähmungen, verschlimmern sich dabei nach und nach und führen meistens zu einer zunehmenden Behinderung.

Die meisten Wissenschaftler sind heute davon überzeugt, dass eine gesunde Ernährung den Krankheitsverlauf verlangsamt. So empfehlen Ernährungsberater den Multiple-Sklerose-Patienten eine fleischlose Kost, bei der viele Vollkornprodukte, aber auch Obst und Gemüse auf dem Speiseplan stehen, das Fett hingegen möglichst reduziert wird.

Die Arachidonsäure, die fast ausschließlich in tierischen Nahrungsmitteln vorhanden ist (vor allem in Schweinefleisch!), wirken entzündungsfördernd, weshalb die Betroffenen möglichst darauf verzichten sollten.

Omega–3–Fettsäuren hingegen, die in pflanzlichen Ölen und Fisch vorkommen, können Entzündungen hemmen und sind deshalb sehr zu empfehlen. Außerdem wirkt sich ein gesundes Körpergewicht positiv aus, denn so werden Muskeln und Gelenke geschont.

Die Schweizer Ärztin Catherine Kousmine empfahl bereits in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts eine Diät für die Betroffenen, bei der viele Vitamine, Aminosäuren und Mineralstoffe aufgenommen werden (vgl. Kousmine C.: Die Multiple Sklerose ist heilbar; Delachaux und Niestle; Neuchatel; 1986). Obwohl die Schulmedizin der Therapie kritisch gegenübersteht (wie eigentlich fast immer bei Verfahren die nicht der gängigen "Methode" entsprechen), ist die ausgewogene Ernährung, wie bereits erwähnt, als positive Ergänzung zu den Medikamenten absolut anerkannt.

Ein modifiziertes Heilfasten (wie zum Beispiel das Buchinger-Heilfasten) hat bei einigen Multiple-Sklerose-Patienten zu einer wesentlichen Besserung des Befindens und teilweise sogar zur Rückbildung der Symptome geführt.

Allerdings muss das Heilfasten nach meiner Erfahrung genau auf das Krankheitsstadium des jeweiligen Patienten abgestimmt werden, so dass Vitamine, Aminosäuren und Mineralstoffe in ausreichenden Mengen dem Körper zugeführt werden.

Manche Therapeuten empfehlen zusätzliche Gaben von Buttermilch, die für eine ausreichende Kalorienzufuhr von etwa 400 kcal täglich sorgen soll. Eine Milchunverträglichkeit muss aber ausgeschlossen sein. Ich empfehle allerdings gerade MS Patienten jegliche Milchprodukte zu meiden. Dies gilt insbesondere für Fastenphasen.

Damit es während der Behandlung nicht zu erneuten Schüben kommt oder andere Komplikationen auftreten, raten die meisten Fachleute den Betroffenen dringend, eine Fastenkur nur unter ärztlicher Anleitung durchzuführen - so wie ich übrigens auch. Denn ein Fastenleiter hat beispielsweise genau im Blick, ob die Nährstoffe in ausreichenden Mengen aufgenommen werden oder ob das Gewicht sich zu stark reduziert.

Außerdem kann während eines Kuraufenthalts eine ganzheitliche Therapie stattfinden, bei der nicht nur die Ernährungsgewohnheiten umgestellt werden, sondern auch Meditations- und Sportprogramme im Angebot stehen.

Ruhe und Erholung, Krankengymnastik und Einläufe – das alles kann während des Heilfastens das körperliche und seelische Wohlbefinden der Patienten noch weiter steigern.

Aus meiner Sicht ist es wichtig, "unkontrolliertes Fasten" ohne ärztliche Absprache (womöglich sogar ohne zusätzliche Nährstoffzufuhr), bei Multiple Sklerose Patienten zu vermeiden.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 09.10.2012 aktualisiert