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Über die Heilkraft der Chlorella-Algen

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Chlorella Algen, die kaum größer sind als ein rotes Blutkörperchen, gehören zur Gattung der Süßwasseralgen und sind eine der ältesten und nährstoffreichsten Nahrungsquellen. Darüber hinaus ist Chlorella ein großartiges Heilmittel, das vor allem zur „Entgiftung“ eingesetzt wird.

Die Chlorella Alge ist schon ein Wunderwerk der Natur: Sie entwickelt runde, einzeln existierende und durch Chlorophyll grün gefärbte Zellen, deren Zellwände aus einem vielschichtigen Cellulosetragwerk bestehen, in das mehrere Lagen aus polymeren Kohlenwasserstoffketten eingelagert werden. Die einzelnen Zellen der Chlorella Alge, die sich ungeschlechtlich fortpflanzt, enthalten ein allein stehendes Mitochondrium.

Außergewöhnlich wird die Alge durch ihre umfangreichen Inhaltsstoffe: Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren und viele andere wertvolle Nährstoffe sind hier auf engstem Raum komprimiert. Hierzu jedoch später mehr.

In der Natur ist diese, die seit 1890 bekannte Chlorella-Alge, Süßwasseralge weit verbreitet, sie kann jedoch auch gezielt angepflanzt werden. Dabei muss sie besten Umweltvoraussetzungen, natürlichem Klima und intensivem Sonnenlicht ausgesetzt werden. Man verwendet die Alge hauptsächlich zur Produktion von Lebensmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln und Kosmetika.

Der US-amerikanische Chemiker und Biochemiker Melvin Calvin entdeckte an der Chlorella-Alge die Photosynthese und erhielt dafür im Jahre 1961 den Nobelpreis.

Die Chlorella-Alge wird in der Alternativmedizin als Mittel zur Ausleitung von Schwermetallen verwendet und das vor allem während und nach einer Amalgam- Entfernung. Dabei kann es vereinzelt zu Unverträglichkeiten kommen, die sich auch erst nach einer mehrwöchigen Einnahme bemerkbar machen können. Die Unbekömmlichkeit zeigt sich in Form von Magen-/Darm- Beschwerden, wie etwa Blähungen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall.

Die Chlorella Alge wird weniger als Medikament, sondern eher als natürliche Grundversorgung mit Mikronährstoffen angesehen. Ihre Stärke liegt somit in der Prophylaxe, auch wenn sich bei ernährungsbegründeten oder durch Schadstoffbelastung verursachten Anzeichen oft eine Besserung bestehender Symptome einstellt. Untersuchungen zufolge fördern die Mikroalgen also die Absonderung der im Körpergewebe gespeicherten Schwermetalle, wie zum Beispiel der Legierung Amalgam.

Inhaltsstoffe von Chlorella

Die Zusammensetzung der Nährstoffe in der Chlorella-Alge ist wirklich erstaunlich! Sie enthält so gut wie alle Nährstoffe, die wir für eine ausgewogene Ernährung brauchen: Mineralstoffe, Vitamine, gesättigte und ungesättigte Fettsäuren, essenzielle Aminosäuren, Spurenelemente und sogenannte bioaktive Substanzen. Im Detail enthält Chlorella unter anderem folgende Nährstoffe:

  • Mineralstoffe: Sowohl Makroelemente (wie Kalium, Natrium, Calcium und Magnesium) als auch Mikroelemente (wie Kupfer, Selen, Eisen, Mangan oder Zink) sind in hoher Konzentration enthalten.
  • Vitamine: Die unterschiedlichsten Vitamine stecken in der kleinen Alge, teilweise in sehr beachtlichen Konzentrationen: Vitamin A (das in der Pflanzenwelt sehr selten, aber für unsere Haut, Knochen und das Sehen sehr wichtig ist), Vitamin D (ebenfalls sehr selten in der Nahrung zu finden, aber vor allem in unseren „kühleren“ Breiten sehr wichtig), Vitamin E (erfüllt wichtige Schutzfunktionen im Körper), Vitamin K (ein recht unbekanntes Vitamin, das aber vor Alzheimer, Parkinson, Leberkrebs und vielen weiteren Krankheiten schützen kann), Vitamin B12 (eine wichtige Nährstoffquelle für Vegetarier und Veganer, die sonst oft Schwierigkeiten haben, sich ausreichend mit Vitamin B12 zu versorgen). In geringeren Mengen sind außerdem viele weitere Vitamine enthalten.
  • Essenzielle Fettsäuren: Alpha-Linolensäure und verschiedene Omega-3-Fettsäuren stecken in Chlorella. Sie gehören zu denjenigen Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Sie erfüllen verschiedene wichtige Funktionen im Körper und sind wichtig, um ein Gegengewicht zu den schädlichen Omega-6-Fettsäuren zu bilden.
  • Essenzielle Aminosäuren: 20 Aminosäuren sind bekannt, zwölf von ihnen kann der Körper selbst herstellen. Die übrigen acht müssen über die Nahrung zugeführt werden, und das funktioniert wunderbar mit Chlorella: Sie enthält alle acht essenziellen Aminosäuren in einem optimalen Verhältnis.
  • Chlorophyll: Der grüne Pflanzenfarbstoff erfüllt in unserem Körper wichtige Schutzfunktionen: Er tötet schädliche Bakterien ab und verbessert die Zellreparatur, außerdem hat er positive Wirkungen auf Darm und Leber. Grüne Pflanzenbestandteile sind deshalb besonders wichtig für unsere Gesundheit. Beeindruckend: Chlorella-Algen enthalten mehr Chlorophyll als jede andere Pflanze.
  • Ballaststoffe: Ballaststoffe werden vom Körper zwar nicht verdaut, erfüllen aber trotzdem wichtige Zwecke: Sie sorgen für einen gesunden Stuhlgang, der wiederum für die Entgiftung und das Immunsystem von großer Bedeutung ist. In Chlorella stecken viele dieser wichtigen Ballaststoffe.
  • Bioaktive Substanzen: Verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe aus der Chlorella-Alge können erstaunliche Wirkungen in unserem Körper erzielen. Die Substanz Chlorellan wirkt zum Beispiel wie ein natürliches Antibiotikum, Algaimmunin unterstützt die Zellkommunikation und damit die Abwehrkräfte, Terpene helfen bei der Entgiftung und können Krebs vorbeugen, genauso wie Hydroxizimtsäuren und Pyroprozell. Phytosterine hemmen die Aufnahme des „schlechten“ LDL-Cholesterins und schützen die Arterien.

Sie sehen: Chlorella-Algen sind wahre Power-Pakete für unsere Gesundheit.

Chlorella zur Ausleitung und Entgiftung

Viele Erkrankungen haben ihre Ursache darin, dass der Organismus es nicht mehr schafft, sich ausreichend zu entgiften. Schwermetalle, Lösungsmittel und Pestizide belasten die Menschen in einem immer größeren Maß. In meinem Beitrag zur "Entgiftung" nehme ich dazu ausführlich Stellung, vor allem auch, weil es manche "Experten" gibt, die das mit der Entgiftung immer noch als Humbug oder bestenfalls als unnötigen Unfug bezeichnen. Solchen "Experten" empfehle ich dringend, sich noch einmal mit Toxokologie und Physiologie zu beschäftigen.

Tatsache ist: Wir werden täglich mit einer Vielzahl von Giftstoffen konfrontiert. Sie stecken in der Nahrung, in der Atemluft, im Trinkwasser, in Möbeln und Wandfarben oder auch in unserem eigenen Körper (Stichwort Amalgam). Sie komplett zu vermeiden, ist unmöglich. Normalerweise ist das auch kein Problem: Der Körper kann die schädlichen Stoffe wieder ausleiten. Aber dieser Mechanismus funktioniert nur bis zu einer bestimmten Menge. Ist diese überschritten (und das ist bei den meisten Menschen der Fall), bleibt dem Körper nichts anderes übrig, als Schwermetalle und Co. im Körper abzulagern. Dort reichern sie sich an und führen zu den unterschiedlichsten gesundheitlichen Problemen.

Aber zum Glück gibt es ja eine Süßwasser-Alge, die auf eine ganz natürliche Weise die Ausleitung und Entgiftung unterstützt: Die Pflanze hat die Fähigkeit, Schadstoffe im menschlichen Organismus aufzunehmen. Die Giftstoffe, die sich im Verdauungstrakt befinden, werden nach der Einnahme von Chlorella gebunden und zusammen mit dem Stuhl ausgeschieden.

Der Stoffwechsel wird entlastet

Normalerweise werden die Nährstoffe und auch Giftstoffe von der Darmschleimhaut resorbiert. Von der Leber müssen eventuelle Schadstoffe wieder entgiftet und über den Gallensaft ausgeschieden werden. Die grünen Einzeller unterbrechen diesen enterohepatischen Weg und entlasten somit die Leber. Durch das Vermögen der Mikroalgen, Gifte bereits im Verdauungstrakt zu binden, gelangen sie erst gar nicht in den Stoffwechselkreislauf. Der Körper hat dadurch Gelegenheit, etwas zu entspannen und schließlich auch ältere Giftstoffdepots abzubauen. Doch wie schafft es Chlorella, die Schwermetalle einfach mitzunehmen?

Die Chlorellaalge besitzt eine Zellwand, die aus mehreren Schichten besteht. Zwischen diesen Schichten befindet sich eine Substanz: das Sporopollenin. Dieser Stoff und das Chlorophyll im Inneren der Algenzelle haben die Fähigkeit, Schwermetalle und andere Schadstoffe zu komplexen Strukturen zu verschmelzen.

Im Verdauungsprozess im Dünndarm gibt Chlorella Stoffe ab, die über die Darmschleimhaut aufgenommen werden. Diese Stoffe gelangen in den Körper, wo sie dort bereits vorhandene, schädigende Stoffe ausleiten können.

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Wissenschaftliche Studien bestätigen die entgiftende Wirkung

In der Umwelttechnik wurde die Fähigkeit von Chlorella, Schwermetalle zu absorbieren, bereits intensiv untersucht. In den medizinischen Forschungen wurde die entgiftende Wirkung von Chlorella im Zusammenhang mit toxischem Cadmium dokumentiert. Dabei wurde bei der Behandlung der Itai-Itai-Krankheit, einer chronischen Vergiftung, eine bis zu 7-fache höhere fäkale und renale Ausscheidung von Cadmium durch den Einsatz der Chlorellaalge erreicht.

In Tierversuchen ernährten die Wissenschaftler Ratten mit einem Futter, das zu zehn Prozent Chlorella enthielt. Die Ratten wurden mit Dioxin kontaminiert. In einem anderen Versuch gaben die Wissenschaftler den Ratten das Gift Chlordecon. Auch die Ausscheidung von Quecksilber wurde untersucht. In allen Experimenten konnte nachgewiesen werden, dass die Umweltgifte beschleunigt über den Darm der Ratten ausgeschieden wurden.

Weitere positive Wirkungen von Chlorella

Ihre Fähigkeit, Schwermetalle zu binden, gehört sicher zu den wichtigsten Eigenschaften der Chlorella-Alge. Sie ist aber längst nicht die einzige:

Chlorella unterstützt auch das Immunsystem, indem sie die Bildung der NK-Zellen anregt. Diese Zellen sind dafür zuständig, Krebszellen und Viren zu bekämpfen.

Auch bei einer Chemotherapie oder Bestrahlung kann Chlorella eine große Unterstützung sein: Sie hilft dabei, die radioaktiven Partikel und giftigen Medikamente wieder auszuscheiden. Dadurch kann sie die quälenden Nebenwirkungen verbessern und das Risiko von dauerhaften Schädigungen reduzieren.

Noch besser ist es natürlich, wenn Krebs gar nicht erst entsteht, und auch hierzu kann Chlorella ihren Beitrag leisten: Man geht inzwischen davon aus, dass jeder Mensch im Lauf seines Lebens Krebszellen entwickelt, die aber im Idealfall vom Immunsystem abgefangen werden, bevor sie sich festsetzen und vermehren können. Chlorella unterstützt den Körper im Kampf gegen Krebs auf zwei Arten: Zum einen stärkt die Alge das Immunsystem und hilft dem Körper dadurch, bestehende Krebszellen zu vernichten. Und zum anderen leitet es die Schwermetalle und Giftstoffe aus, die im Übermaß zu Krebs führen können.

Fast zu viel des Guten: Neben diesen fantastischen Fähigkeiten ist Chlorella auch noch in der Lage, uns zu einem schlanken Körper und zu jugendlichem Aussehen zu verhelfen: Chlorella senkt bei regelmäßiger Einnahme den Cholesterinspiegel, den Blutzuckerwert und den Körperfettgehalt, sie reguliert den Hormonhaushalt und beschleunigt den Stoffwechsel. Dadurch hilft die Alge sogar beim Abnehmen. Außerdem wirkt Chlorella als Antioxidans und reduziert den oxidativen Stress im Körper. Diese Eigenschaft und das Zusammenspiel der verschiedenen Inhaltsstoffe sorgen für einen verlangsamten Alterungsprozess und damit für ein frischeres, jugendlicheres Aussehen.

So nehmen Sie Chlorella ein:

Chlorella ist in Form von Pulver, Kapseln und Presslingen erhältlich. Ich empfehle, die Presslinge zu verwenden. Sie sind einerseits sehr leicht zu dosieren, weil klar ist, wie viel in einem Pressling steckt, das ist ein Vorteil gegenüber dem Pulver. Zum anderen sind sie aber günstiger als die Kapseln und kommen ohne das Kapselmaterial (Stichwort Gelatine) aus. Der einzige Nachteil: Die Presslinge haben einen Geruch und Geschmack, an den sich viele erst einmal gewöhnen müssen. Aber diese Gewöhnung tritt meist sehr schnell ein.

Empfohlen wird eine Einnahmemenge von zwei bis drei Gramm Chlorella täglich, und zwar sowohl für Kinder als auch für Erwachsene. Auch eine höhere Menge ist aber völlig unbedenklich: Eine Überdosierung ist fast unmöglich. Allerdings muss sich der Körper möglicherweise zunächst an die Einnahme von Chlorella und die damit einhergehenden Entgiftungsprozesse gewöhnen. Gerade in der ersten Zeit können Durchfälle, Kopfschmerzen oder Hautreaktionen die Folge sein. Beginnen Sie deshalb mit einer kleineren Menge und steigern Sie die Dosierung nach einiger Zeit.

Generell ist Chlorella unbedenklich. Die genannten Nebenwirkungen sind in erster Linie Folge der Entgiftungsprozesse. Einige Gegenanzeigen gibt es aber trotzdem: Menschen mit Autoimmunkrankheiten sollen die Alge lieber nicht einnehmen. Die Anregung des Immunsystems könnte sonst eine Verschlimmerung der Krankheit bewirken. Auch schwangere und stillende Frauen sollten auf Chlorella lieber verzichten oder zumindest vorher mit einem Arzt sprechen. Es gibt einfach noch zu wenige Informationen darüber, wie die Alge in der Schwangerschaft und Stillzeit wirkt. Auch Menschen mit einer Iod-Allergie sollten lieber keine Chlorella-Algen einnehmen, weil diese Spuren von Iod enthalten und demnach allergische Reaktionen auslösen können.

Treffen diese Faktoren auf Sie nicht zu, können Sie aber bedenkenlos einen Versuch mit Chlorella starten. Die Wirkung setzt meist schon nach kurzer Zeit ein, viele positive Effekte zeigen sich aber erst bei längerer Einnahmedauer.

weitere Algen-Arten und Gattungen:

Afa Algen - Blasentang - Blaugrüne Algen - Chlorella vulgaris - Chlorella Pyrenoidosa - Klamath Algen - Kombu Algen - Nori Algen - Spirulina Algen - Wakame Algen

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 14.01.2016 aktualisiert

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Quellen:

  1. Dr. med. Joachim Mutter: Amalgam - Risk for the mankind. The right detoxification of mercury-poisonings (in German language)
  2. Travieso, L. et al.: Heavy metal removal by microalgae, Bull. Environ. Contam. Toxicol. 1999, 62(2), 144 
  3. Chong, A.M. et al.: Performance of different microalgal species in removing nickel and zinc from industrial wastewater, Chemosphere 2000, 41(1-2), 251
  4. Krihnamurthy, S. and Frederick, R.M.: Using biopolymers to remove heavy metals from soil and water, Govt. Reports Announcements & Index (GRA&I), 1994, 13
  5. Morita, K. et al.: Chlorella accelerates dioxin excretion in rats, J. Nutr. 1999, 129(9), 1731 
  6. Pore, R.S.: Detoxification of Chlordecone poisoned rats with chlorella and chlorella derived sporopollenin, Drug. Chem. Toxicol. 1984, 7(1), 57