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MCP - Modifiziertes Citruspektin (MCP)
Fakten & Wirkungen

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Bei modifiziertem Citruspektin handelt es sich um eine spezielle Form von Pektin, die chemisch verändert wurde, um im Darm leichter vom Körper aufgenommen zu werden.

Was ist MCP und wie wirkt es?

Natürlich vorkommend ist Pektin ein unverdaulicher Ballaststoff und ein pflanzliches Polysaccharid, das in höheren Landpflanzen vorkommt und dort zum Aufbau fester Strukturen dient. Durch eine Erhöhung des pH-Werts oder eine Behandlung mit hoher Temperatur wird aus Pektin, das aus Zitrusfrüchten gewonnen wurde, modifiziertes Citruspektin (MCP).

Dabei werden die langen Polysaccharid-Ketten in kürzere Bestandteile aufgespalten. Sowohl Pektin als auch modifiziertes Citruspektin sind wasserlöslich. Während Pektin den menschlichen Darmtrakt jedoch weitgehend intakt passiert, kann modifiziertes Citruspektin in Teilen verdaut werden. Vor allem die reichlich vorhandenen Galaktosezuckerreste werden vom Körper resorbiert und gelangen in den Blutkreislauf.

Die Wirkung von modifiziertem Citruspektin auf den Körper wurde bereits in zahlreichen Studien untersucht und scheint einige bemerkenswerte Effekte zu haben. So kann das MCP im Körper bei einer bestehenden Krebserkrankung die Bildung von Metastasen hemmen oder ganz verhindern, wie im Reagenzglas und Tierversuch gezeigt wurde. Daher wird das modifizierte Pektin als Wirkstoff im Rahmen der Krebsbehandlung erforscht. Dabei hat MCP seine krebshemmende Wirkung bislang bei den unterschiedlichsten Krebsarten gezeigt, darunter Prostatakrebs, Darmkrebs, Leberkrebs, Brustkrebs und Hautkrebs. (1)(2)(3)

Es scheint, dass MCP an freie Krebszellen bindet und so verhindert, dass sie Zellverbände bilden oder sich an gesunde Zellen binden können. Zudem setzt MCP die Überlebensfähigkeit junger Krebszellverbände, der Vorstufe von Metastasen, herab.

Für zwei Arten von Krebszellen wurde die Bindung an MCP zumindest im Reagenzglas bereits nachgewiesen. (4)(5)

Neben der Wirkung auf die Metastasenbildung wird erforscht, ob MCP das Wachstum von Tumoren verlangsamen kann. Im Mausmodell konnte bereits gezeigt werden, dass oral verabreichtes MCP das Tumorwachstum hemmt. (6)

Außerdem wurde bereits wissenschaftlich belegt, dass MCP den Tod von Krebszellen (Apoptose) begünstigt (7)(8) indem es die Krebszellen für Zellgifte sensitiver macht und Resistenzen verhindert. So kann die Einnahme von MCP eine Chemotherapie effektiv unterstützen. (9)

In den Studien wurde auch gezeigt, dass es für die beiden Haupteigenschaften von MCP bei der Unterdrückung von Krebs wichtig ist, dass die Modifizierung des Pektins sowohl mit der pH-Wert-Änderung als auch mit Hitze vorgenommen wird, was nicht bei allen im Handel erhältlichen MCP-Präparaten der Fall ist.

Trotz wichtiger Erkenntnisse über MCP in Versuchen mit Zellen und Tiermodellen liegen noch kaum klinische Studien am Menschen vor. Doch bereits 1999 wurde auf einer medizinischen Konferenz in Finnland berichtet, dass die Einnahme von MCP bei Männern die Wachstumsrate bei Prostata-Krebs verlangsamen kann. So verlangsamte sich das Krebswachstum bei vier der untersuchten sieben Patienten. (10)

Im Jahr 2003 wurde eine klinische Studie veröffentlicht, die diese vorläufigen Erkenntnisse untermauert. In sieben von zehn untersuchten Patienten mit Prostata-Krebs, die zwölf Monate lang MCP eingenommen hatten, hatte sich das Krebswachstum nachweislich verlangsamt. (11)

Die Ergebnisse, die in den Studien an Krebszellen und im Tierexperiment bisher gewonnen wurden, sind sehr ermutigend, wenn auch noch vorläufig, da insgesamt weniger als 40 Studien durchgeführt wurden und kaum klinische Daten vorliegen.

Zumindest als unterstützende Maßnahme in der Krebstherapie könnte MCP jedoch ein potentes und gleichzeitig gut verträgliches Mittel sein, Metastasenbildung zu unterdrücken und Tumorwachstum zu hemmen, da MCP an kritischen Stellen der Krebsbildung greift. Dabei wurden trotz erster Anwendungsstudien noch keine unerwünschten Nebenwirkungen oder Abwehrreaktionen berichtet. Einzig Menschen mit einer Allergie oder Überempfindlichkeit gegen Pektin oder Zitrusfrüchte leiden nach der Einnahme an den üblichen Allergiesymptomen oder Verdauungsbeschwerden.

Trotz ausstehender klinischer Studien und wissenschaftlicher Fakten wird MCP bereits als Nahrungsergänzungsmittel angeboten und im Net kursieren zahlreiche Berichte von begeisterten Anwendern, von denen viele damit krebsfrei geworden sein wollen. In der Tat stimmen die bislang gewonnenen Daten hoffnungsvoll und betonen die Bedeutung der Nahrung und spezieller Nahrungsergänzungen im Kampf gegen Krebs. MCP wird weiter erforscht und könnte in Zukunft das Waffenarsenal gegen unterschiedlichste Krebsarten ergänzen, ohne eine zusätzliche Belastung des Patienten darzustellen.

Da keine ernsten Nebenwirkungen zu befürchten sind und MCP tatsächlich ein gutes, ergänzendes Mittel bei der Bekämpfung verschiedener Krebsarten sein könnte, spricht nichts dagegen es therapiebegleitend einzunehmen, solange man den gesunden Menschenverstand walten lässt und sich weiterhin von Spezialisten behandeln lässt.

Um den vollen Effekt des modifizierten Pektins nutzen zu können, sollte man sichergehen, dass das Citruspektin bei der Modifizierung sowohl mit einer Veränderung des pH-Wertes als auch mit Hitze behandelt wurde, was nicht bei allen Produkten der Fall ist. Im Zweifel kann man sich dabei direkt an den Hersteller wenden, um verlässliche Informationen zu erhalten.

Quellen:
(1)Jun Yan & Katz, 2010, Integrative Cancer Therapies, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20462856
(2)
Hayashi et al., 2000, Alternative Medicine Review,
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11134977
(3) Liu et al., 2008, World Journal of Gastroenterology, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19109874
(4) Nangia-Makker et al., 2002, Journal of the National Cancer Institute,
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12488479
(5) Platt & Ratz, 1992, Journal of the National Cancer Institute,
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1538421
(6) Nangia-Makker et al., 2002, Journal of the National Cancer Institute, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12488479
(7) Chauhan et al., 2005, Cancer Research,
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16166312
(8) Jackson et al., 2007, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17513886
(9) Johnson et al., 2007, Neoplasia, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17786185
(10) Strum S, Scholz M, McDermed J, McCulloch M, Eliaz I. Modified citrus pectin slows PSA doubling time: A Pilot Clinical Trial. International Conference on Diet and Prevention of Cancer. May 1999. Tampere, Finland.(11) Guess et al., 2003, Prostrate Cancer und Prostatic Diseases, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14663471

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 02.08.2012 aktualisiert