Degenerative rheumatische Erkrankungen
Degenerative rheumatische Erkrankungen - Was ist das?
Zu den degenerativen (=verschleißenden) rheumatischen Erkrankungen zählen vor allem die altersbedingten Erkrankungen des Bewegungsapparates,
die nicht primär durch Entzündungsreaktionen ausgelöst werden.
Sie sind durch Knorpelveränderungen an den Gelenken gekennzeichnet, die zu einem Abbau von Knorpelsubstanz und zur Schädigung von
Knochengewebe (=Osteochondrose) führen können. Diese Knorpelveränderungen entstehen meist altersbedingt (ca. ab dem 65. Lebensjahr) oder durch
Fehlbelastungen (z.B. Fehlstellungen, nach Unfällen, Übergewicht). Auch genetische Einflüsse können bei ihrer Entstehung eine Rolle spielen.
Die verschleißbedingten Erkrankungen sind die Arthrose, die Spondylarthrose, Spondylosen und auch die
Osteoporose.
Die Arthrose ist eine Gelenkerkrankung, bei der es zur kompletten Zerstörung des Gelenkknorpels kommen kann. Sie zeigt sich anfangs mit einer
Gelenksteifigkeit, dann mit beginnenden Schmerzen, die zu einem Dauerschmerz werden können. Die Arthrose kann Gelenke sehr weit zerstören und
auch entzündliche Schübe haben (=aktivierte Arthrose).
Die Spondylarthrose betrifft die Gelenke zwischen den Wirbelkörpern der Wirbelsäule und kommt oft in Kombination mit einer Spondylose vor. Die
Wirbelkörper und Bandscheiben (=Knorpel zwischen den Wirbelkörpern) sind vom Verschleiß betroffen, die knöchernen Wirbelkörper können ihre
Elastizität verlieren und brüchig werden.
Oft kommt es durch einen Knorpel-Knochenumbau zu Randwülsten- und zacken an den Oberkanten der Wirbelkörper. Die Bandscheiben verlieren im
Alter Wasser und können leichter einreißen und einen Bandscheibenvorfall mit Beeinträchtigung der Nerven hervorrufen. Es kommt zu von der
Wirbelsäule ausstrahlenden Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Wirbelsäulenbereich bis hin zu Stabilitätsverlusten. Beim
Bandscheibenvorfall können je nach Nervenbeeinträchtigung Schmerzen und Sensibilitätsstörungen und Reflexabschwächungen bis hin zu Lähmungen
auftreten.
Die Osteoporose ist eine Verminderung und ein Verlust von Knochensubstanz mit einer erhöhten Knochenbruchgefahr. Ursachen können wiederum das
Alter (Osteoporose kommt bei beiden Geschlechtern vor, auffällig ist der Anstieg der Osteoporosegefahr nach der weiblichen Menopause), aber auch
Stoffwechselerkrankungen (z.B. Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes mellitus), Medikamenteneinnahmen (z.B. Cortison, Schilddrüsenhormone),
Autoimmunerkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis, Morbus Crohn), Immobilisation (z.B. Bettruhe nach Operationen, Lähmungen durch neurologische
Erkrankungen) und seltenere Knochen- und Bindegewebserkrankungen sein.
Auch die entzündlichen rheumatischen Erkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis) führen im Verlauf meist zu Degenerationen (=Verschleiß).
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