Rheumatologe
Was macht ein Rheumatologe?
Unter dem Begriff Rheuma werden derzeit ungefähr 400 unterschiedliche Erkrankungen des Bewegungsapparates
zusammengefasst, die sich in ihrer Ursache, den Symptomen, dem Verlauf und ihrer Behandlung voneinander
unterscheiden.
Aufgrund dieser Vielfalt und der daraus entstehenden diagnostischen und therapeutischen Anforderungen wurde in
Deutschland für den Bereich Rheumatologie eine Zusatzausbildung für Ärzte eingeführt.
Diese dauert im Durchschnitt zwei Jahre und kann an die Facharztweiterbildung in der Inneren Medizin
(Mindestdauer sechs Jahre) oder die der Orthopädie (Mindestdauer vier Jahre) angeschlossen werden. Deshalb gibt es
in Deutschland Internisten und Orthopäden mit der Schwerpunktbezeichnung Rheumatologie.
Die Zusatzausbildung erfolgt an einer anerkannten rheumatologischen Ausbildungsstätte und wird mit einer Prüfung
abgeschlossen.
In der internistischen rheumatologischen Zusatzausbildung wird der Schwerpunkt auf die Diagnostik und die
Differentialdiagnostik rheumatischer Erkrankungen und deren konservative (=nicht-operative)
Behandlungsmöglichkeiten gelegt. Die orthopädische Rheumatologie umfasst besonders die operative Versorgung mit
speziellen rheumachirurgischen Techniken.
Ein wichtiger Teil der rheumatologischen Zusatzausbildung ist die Schmerztherapie.
Wenn ein Verdacht auf eine rheumatologische Erkrankung (schwere oder anhaltende Beschwerden in Gelenken, Muskeln
oder Knochen) besteht, wird der Hausarzt den Patienten an einen Rheumatologen überweisen, da rheumatische
Erkrankungsbilder sehr komplex und diagnostisch schwierig einzugrenzen sind. Der Rheumatologe behandelt den
Patienten in regelmäßiger Abstimmung mit dem betreuenden Hausarzt.
Wichtig ist eine frühzeitige Mitbehandlung durch einen ausgebildeten Rheumatologen, da die Prognose
rheumatischer Erkrankungen meist von einer schnellen Diagnose und optimalen Behandlung positiv beeinflusst wird. So
lassen sich Folgeschäden und Funtionseinschränkungen, Krankenhausaufenthalte und Arbeits- und Berufsunfähigkeit
vermeiden.
Rheumatologen arbeiten meist eng mit orthopädischen Chirurgen, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten,
Orthopädietechnikern, Psychologen und Sozialarbeitern zusammen. Leider arbeiten die wenigsten mit Naturheilkundlern
oder mit Ernährungsberatern zusammen -- und mit Heilpraktikern schon gleich gar nicht.
So stützt sich die Versorgung der komplexen rheumatischen Krankheitsbilder bei einem
Rheumatologen meist "nur" auf eine medikamentöse und physikalische Therapie; später auch auf die
Bereitstellung von erforderlichen Hilfsmitteln und bei Bedarf auch psychologische und soziale Beratungen.
|