Faltenunterspritzung
Beliebtes Mittel gegen Falten: Faltenunterspritzung
Ein sichtbares Zeichen des biologischen Alterungsprozesses sind Falten, die durch Muskelbewegungen (mimisch oder dynamisch, z.B. Stirnfalten)
oder durch Gravitation (orthostatisch, z.B. Wangenfalten) auftreten können.
Alter, Hauttyp, Lebensgewohnheiten (UV-Konsum, Rauchen) und Muskelaktivität sind dabei primäre Einflussfaktoren. Mimikfalten können bilateral
(z.B. Krähenfüße) oder auch einzeln (z.B. Glabellafalte =Zornesfalte) in Erscheinung treten.
Operative Faltenentfernungsmaßnahmen (z.B. Lifting oder Straffung) können je nach Faltentiefe durch eine Faltenunterspritzung umgangen werden.
Dabei wird eine sehr kleine Menge einer Füllsubstanz (sog. dermaler Filler) mit einer dünnen Nadel unter die Haut injiziert, die der Haut Volumen
verleiht und so die Falte anhebt und glättet.
Die Substanzen, die dafür verwendet werden, können resorbierbar (auflösbar und temporär) oder nicht resorbierbar (nicht vom Körper auflösbar
und permanent, Mikroimplantate) sowie aus körpereigenem oder Fremdmaterial sein. Die Faltenunterspritzung wird üblicherweise ambulant von einem
plastischen Chirurg vorgenommen und dauert je nach behandeltem Hautareal ca. 20-30 Minuten. Eine lokale Betäubung mittels Anästhesiecreme oder
–spray ist möglich.
Derzeit gibt es ca. 70 verschiedene Produkte zur Faltenunterspritzung. Resorbierbare Substanzen sind risikoarm und werden bevorzugt
angewendet.
Die bekanntesten derzeit verwendeten Substanzen sind: Collagen, Hyaluronsäure, Polymilchsäure, Eigenfett (Lipotransfer bzw. –filling),
Botulinumtoxin-A (lähmt den faltenbildenden Muskel) sowie semipermanente und permanente Filler.
In den ersten sechs Stunden nach der Injektion sollte darauf verzichtet werden, die behandelten Stellen unnötig zu berühren, zu waschen oder
zu schminken.
Im behandelten Bereich können Rötungen, Schwellungen, Hämatome, Empfindlichkeit oder Juckreiz auftreten, die nach maximal zwei Tagen wieder
abklingen. Eine Überempfindlichkeitsreaktion auf die Fillersubstanz ist selten. Bei Allergiereaktionen auf tierische Eiweiße (z.B. Collagen) muss
auf Füllpräparate nicht-tierischen Ursprungs zurückgegriffen werden. Es empfiehlt sich ca. vier Wochen vor der Behandlung ein Allergietest, bei
dem eine kleine Collagenmenge injiziert wird.
Die genauen Nebenwirkungen, Risiken und Komplikationen (z.B. Abwehrreaktionen) bei den jeweiligen Fillersubstanzen sollten zuvor genau mit dem
behandelnden Arzt besprochen werden. So darf Botulinumtoxin-A bei Schwangeren, Stillenden und Patienten mit generalisierter Störung der
Muskeltätigkeit nicht angewendet werden. Auch müssen blutverdünnende Mittel ca. 1-2 Wochen vor der Behandlung abgesetzt werden.
Feinkorrekturen zur Erreichung eines optimalen Ergebnisses können innerhalb von 2-4 Wochen nach der Behandlung erforderlich sein. Je nach
gewählter Fillersubstanz wird ca. 3-12 Monate nach dem Eingriff eine auffrischende Nachbehandlung notwendig.
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