Wärmetherapie
Wärmetherapie - Angenehme Heilung...
Die Behandlung mit Wärme wird von den meisten Patienten als
sehr angenehm empfunden. Das liegt daran, dass die, dem Körper
zuströmende, Wärmeenergie auf Knochen und Organe einen
stärkenden Einfluss hat. Deshalb hat die Wärmebehandlung in der
Medizin einen hohen Stellenwert. Schon im Altertum nutzte man
heiße Quellen, die die wohltuende Wärme aus dem inneren der
Erde zu Tage förderten, gern zur körperlichen Regeneration. In
der Umgebung solcher Thermalquellen entstanden berühmte
römische Heilbäder.
Wärme wird überall dort eingesetzt, wo etwas aufgebaut und
gestärkt werden soll, sie wirkt anregend und belebend. Kälte
dagegen wird benutzt, wenn etwas gehemmt oder abgebaut werden
muss. Mit Wärmetherapie werden besonders Erkrankungen der
Knochen und des Bewegungsapparats gelindert und geheilt. In
jeder physiotherapeutischen Praxis ist die Wärmetherapie eine
der häufigsten Anwendungen. Sehr erfolgreich wird Wärme zur
Bekämpfung rheumatischer Beschwerden genutzt.
Dabei kann die Behandlung auf verschiedene Weise erfolgen.
Möglich sind Erwärmungen der betroffenen Stelle in einem
Wärmekasten, oder die Bestrahlung mit Infrarotlicht. Eine
weitere Behandlungsvariante sind Wärmebäder. Diese erfreuen
sich bei den Patienten hoher Beliebtheit. Auch bei Erkrankungen
der Nerven oder der Atemwege kann eine Wärmetherapie wahre
Wunder vollbringen. Wärme wirkt beruhigend und erzeugt bei
kurzzeitiger Einwirkung eine Vertiefung der Atmung.
Positive Wirkungen der Wärme auf den
Organismus
Wärmeanwendungen haben einen dynamisierenden Einfluss auf
den Stoffwechsel und alle anderen Körperfunktionen. Schon wenn
sich die Temperatur um zehn Grad Celsius erhöht, steigt die
Reaktionsgeschwindigkeit um das Doppelte bis Dreifache. Der
Energieumsatz steigt bei jedem Grad der Temperaturerhöhung um
17 Prozent. Zu diesem schnelleren Stoffwechsel kommt es, weil
die Verbrennungsvorgänge im Körper bei höheren Temperaturen
leichter ablaufen. Deshalb sind Saunaanwendungen und
Schwitzkuren zur Gewichtsreduktion und zur Stimulierung der
Köperfunktionen sehr empfehlenswert. Bei Wärmeeinwirkung
schüttet der Körper verschiedene Hormone vermehrt aus. Die
Wärme bewirkt, dass sich Hautzellen und Gefäße erweitern,
wodurch die Durchblutung verbessert wird.
Überwärmungsbad
Ein überwachtes Bad, dessen Temperatur allmählich auf 40
Grad Celsius ansteigt, wird Überwärmungsbad genannt. Dabei
befindet sich der gesamte Körper im Wasser. So steigt auch die
Körpertemperatur auf 40 Grad an und der Puls beschleunigt sich.
Der Köper beginnt zu schwitzen, kann sich aber wegen der warmen
Umgebungstemperatur nicht abkühlen. Deshalb wird die
Schweißproduktion fortgesetzt und im Körper befindliche Gifte
können ausgeschieden werden. Außerdem hat das Erwärmungsbad
noch weitere positive gesundheitliche Effekte. Es steigert die
körperlichen Abwehrkräfte und hilft bei chronischen
rheumatischen Erkrankungen. Sollte die Pulsfrequenz während des
Bades zu stark ansteigen, wird das Bad zur Vorsicht wieder auf
37 Grad Celsius heruntergekühlt.
Trockenwärme
Jeder Wärmezustand hat eine eigene elektromagnetische
Strahlung, die desto kurzwelliger wird, je höher die Temperatur
steigt. Das Auge kann die Wärmestrahlung erst ab einer
Temperatur ab 500 Grad Celsius wahrnehmen. Sie erscheint dann
dunkelrot glühend.
Noch höhere Temperaturen werden als gelb glühend gesehen.
Sehr hohe Temperaturen empfindet das Auge als weißes Licht. Die
bekannteste Quelle trockener Wärme ist die Sonne. Durch ein
Glasprisma betrachtet, kann das Sonnenlicht in eine Reihe
sichtbarer Farben, die sogenannten Spektralfarben, zerlegt
werden. Das sind die Farben Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau und
Violett. Diese Reihenfolge beschreibt die Länge der Strahlen,
wobei rotes Licht am kältesten ist, also die längste Strahlung
hat.
Das heißeste Licht mit der kürzesten Strahlung ist das
violette Licht. Deshalb spricht man bei sehr heißem Licht auch
von ultraviolettem Licht (UV-Licht). Infrarotlicht dagegen ist
etwas kälteres Licht. Im Vergleich zur Köpertemperatur handelt
es sich bei IR-Licht dennoch schon um hohe Temperaturen.
Wirkungen einer
Infrarottherapie
Infrarotlicht wirkt auf die oberen Hautschichten, wobei die
Wärme über Reflexe auch in zentrale Bereiche weitergeleitet
werden kann. IR-Strahlung erweitert die Gefäße und regt die
Durchblutung der Haut an. Es steigert den lokalen Stoffwechsel
und fördert die Immunabwehr. Die Infrarottherapie kann zur
Wundheilungsförderung, zur Verbesserung des Hautbildes und zur
Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens eingesetzt werden.
Hochfrequentes Licht und
Ultraschallwellen (Ultraschalltherapie)
Ultraviolettes Licht und Ultraschallwellen können in tiefere
Regionen des Körpers vordringen und haben deshalb eine große
Bedeutung für die innere Medizin. Wie jede Wärmeanwendung
wirken sie stärkend auf das Immunsystem und fördern die
Stoffwechselfunktionen des Körpers. Zusätzlich können sie zur
Heilung von Abszessen, Furunkeln und anderen Entzündungsherden
beitragen.
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