Umstimmung durch Fasten
Körperliche und seelische Umstimmung durch
Fasten
Die Entscheidung, einen längeren Zeitraum zu fasten ist bei vielen Menschen vor allem
in den ersten Tagen sehr gefährdet, dauert es doch einige Zeit, bevor sich Körper und Psyche bis in tiefe Schichten
hinein auf den Entzug von Nahrungsmitteln eingestellt haben.
Trotzdem darf man einen wichtigen Aspekt nicht unterschätzen: die Bedeutung, die der bewusste Entschluss zum
Fasten hat. Er löst in den meisten Fällen eine Euphorie aus , die ähnlich wie die Phase der "Verliebtheit" zwischen
zwei Menschen über spätere Krisenmomente hinweg tragen kann.
Ist die nach dem unmittelbaren Fastenbeginn meistens eintretende Problemphase erstmal überstanden, dann hilft
die Umstellung des Körpers auf die Verbrennung von körpereigenen Reserven die Zeit des Verzichts erstaunlich leicht
zu überstehen.
Nach und nach stellt sich der Körper gänzlich auf diese innere Ernährung um und unterstützt von sich aus den
Fastenvorgang, je nachdem allerdings, von welcher gesundheitlichen Ausgangslage ein Patient mit dem Fasten
begann.
Typisch für den Einstieg in das Fasten in ein Gemütszustand, den wir Fastenleiter mit dem Fachbegriff "ergotrope
Sympathikotonie" beschreiben: diese gewisse Anfangseuphorie, die mit vielen Umstellungen im Körper
einhergeht.
Die "Anfangseuphorie" begleitet die Willenanstrengung, die nötig ist, um den natürlichen Sättigungstrieb zu
ignorieren und den Fastenwillen gegen die körperlichen Bedürfnisse und auch gegen eher unbewusste seelische
Widerstände und Ängste, durchzusetzen.
In dieser Phase stellt sich ein deutlicher reaktiver Erregungszustand ein, der sich unter anderem in der
Erhöhung des Grundumsatzes und in einer erhöhten Adrenalin-Noradrenalinausscheidung im Urin nachweisen lässt.
Diese körperlichen Reaktionen schlagen spätestens bis zum dritten Tag in ihr Gegenteil um und können dadurch
eine Lethargie auslösen, die den Fastenden seine Aufgabe plötzlich ganz gelassen angehen lässt.
Die durch den Nahrungsentzug und die durch Glaubersalz (oder ähnliche
Mittel) und Einläufe unterstützte vermehrte Darmentleerung entwässert
zugleich den Körper und hat eine ausgeprägte Mineralausschwemmung zur Folge, die den gesamten Körper entlastet und
das Unterhautbindegewebe entquellt (Orangenhaut!),
mit positiven Wirkungen auf das zentrale Nervensystem.
Kein Medikament könnte so eine physiologische Entwässerung besser bewerkstelligen (wohlgemerkt eine
physiologische, nicht eine künstliche).
So werden bereits in den ersten drei Tagen des Fastens die Fließeigenschaften des Blutes
verbessert, der Stoffwechsel erleichtert und auch die Psyche beruhigt.
Zwischen dem siebten und dem zehnten Fastentag erreicht der Stoffwechsel eine so radikale
Umstellung, dass in den meisten Fällen ein Diabetes Typ II ohne Medikamentenbeigabe ausgeglichen werden kann.
Durch die Ruhigstellung des Magen- und Darmtraktes fühlt der Fastende auch keinen Hunger mehr.
Fastenkrisen können dennoch auftreten, vor allem, wenn der Fastenpatient ungewohnte Anstrengungen
auf sich nimmt oder bereits unter mehr oder weniger zahlreichen "Wehwehchen" oder Krankheiten leidet.
Durch die Stoffwechselumstellung können so viele abgelagerte Stoffwechselendprodukte (wieder) mobilisiert
werden, dass sich allergische, rheumatische, ekzematöse und asthmatische Symptome verschlimmern und auch vermehrtes
Schwitzen, Herzklopfen oder Erschöpfungsgefühle den vorbelasteten Patienten plagen.
Diese Stoffwechselumstellung und die "Mobilisation" der Altlasten ist aber ein Effekt, der absolut erwünscht
ist! Das ist nämlich genau das, was die meisten mit Entschlackung während des Fastens meinen!
Auch andere Unregelmäßigkeiten können auftreten, besonders dann, wenn der Fastende nicht genug trinkt.
Aber auch den umgekehrten Fall erlebe ich regelmäßig - nämlich, dass Fastende zu viel trinken und damit Niere
und Lymphsystem überlasten.
Anmerkung: Wie man eine Fastenkur optimal vorbereitet und durchführt zeige ich Ihnen in der
Heilfasten Anleitung.
Die dritte Fastenwoche ist meistens durch eine gelassene und sehr ausgeglichene Stimmung
des Patienten gekennzeichnet, da der Körper einen zunehmend ökonomischen Umgang mit seinen Reserven durchsetzt und
sich an die verstärkte Fettverbrennung gewöhnt hat.
Das Körpereiweiß wird jetzt weitgehend geschont, die Glykoneogenese (Umwandlung von Körpereiweiß in Glukose)
gestoppt und insgesamt die anfängliche Mehrarbeit der Leber zurückgefahren.
Zusammen bewirkt das ein stabiles Gleichgewicht von Stoffwechsel und Kreislauf, welches durch die Entlastung der
tragenden Gelenke zusätzlich günstige und schmerzbefreiende Auswirkungen hat. Auch wirkt sich jetzt die statische
Entlastung an allen tragenden Gelenken günstig und schmerzbefreiend aus.
Die ökonomischere "innere Ernährung" funktioniert reibungslos, der Magen-Darmtrakt ist weitgehend geleert,
gereinigt und hat sich "eingefaltet".
Alles in allem erlebt der Fastende ein von Optimismus getragenes Wohlbefinden. Dieses Gefühl körperlicher
Gesundheit und seelischer Ausgewogenheit kann sich geradezu zur Euphorie steigern. Das Erleben wird intensiver und
die Leistungsfähigkeit nimmt zu, so dass diese positive Umstimmung von den Fastenden wie ein Geschenk empfunden
wird.
Allerdings können sich auch jetzt krisenhafte Erscheinungen bemerkbar machen, die erneut überwiegend auf eine zu
geringe Wasseraufnahme zurückzuführen sind. Manchmal stoppt die Gewichtsabnahme, bei älteren Patienten kann es auch
zu Schwindelgefühlen und Konzentrationsschwäche kommen. Im schlimmsten Fall sollte man Gegenmaßnahmen in Form einer
lakto-vegetarischen Diät vornehmen.
Über ein Fasten, das länger als drei Wochen andauert, gibt es bisher nur wenige medizinische Erhebungen.
Mir persönlich liegen keine Erfahrungen mit längerem Fasten als drei Wochen vor.
Das lange Fasten wird in Überlieferungen und Berichten aber durchaus positiv bewertet für die Behandlung einer
Allergie, Rheuma, Darmkrankheiten, Leberprobleme und immunologische Probleme.
Mehr Informationen zum Heilfasten finden Sie in der kostenlosen Informationsserie, die Sie anfordern können,
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