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Mittel gegen Verstopfung: Helfen Abführmittel (Laxantien)?

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Egal ob "starke" oder natürliche Abführmittel - der Missbrauch ist sehr hoch. Viel zu viele Menschen verwenden Abführmittel (Laxantien).

Und ca. 50% meiner älteren Patienten nehmen starke oder pflanzliche Abführmittel.

Das Merkwürdige daran: Wenn ich meine Patienten frage, was sie für Medikamente nehmen werden Abführmittel (fast) immer vergessen.

Was viele Menschen nicht wissen: auch viele pflanzliche Präparate (auch als "natürliche" Abführmittel bezeichnet), können bei Daueranwendung schwerwiegende Nebenwirkungen haben.

Zudem werden Sie von den Abführmitteln abhängig und dann wird es umso schwieriger, wieder eine eigene und regelmäßige Verdauung zu erreichen...

Neun Millionen Deutsche nehmen regelmäßig Abführmittel (=Laxantien) ein!

Davon sind es fast drei Millionen Bürger, die sogar täglich freiverkäufliche Kapseln, Tees, Pulver oder "Abführ-Früchtewürfel" einnehmen.

Und es sind vor allem ältere Menschen die an Verstopfung und Darmträgheit leiden und die ohne Abfürhrmittel überhaupt nicht mehr zur Toilette gehen können. Der Preis: Entgleisungen des Mineralstoffhaushalts und weitere gravierende Gesundheitsstörungen sind die Folgen.

Dazu kommen noch ein paar (mehr oder weniger) "junge" Damen, die glauben mit einem Abführmittel ein paar Pfund abzunehmen.

Natürlich gibt es auch eine Reihe von Erkrankungen, die Verstopfungen fördern. Dazu zählen Morbus Parkinson und einige psychische Beschwerden. Depressionen führen zu einer Verlangsamung der Darmtätigkeit mit der Folge eine erschwerten Stuhlentleerung. Essstörungen irritieren den Darm ebenfalls, weswegen auch eine Opstipation die Folge sein kann. Daneben können Stoffwechselstörungen und Hormon-Fehlregulationen wie Diabetes mellitus und Hypothyreose Ursachen der Beschwerden sein.

Auch Muskelerkrankungen wie Myasthenia gravis sind mit Verstopfung verbunden. Von neurogener Dysfunktion spricht der Mediziner, wenn die Darmmuskeln infolge eines hohen Alters schwächer sind und den Speisebrei nicht mehr zufriedenstellend weiterbefördern.
Zu beachten ist auch, dass eine Reihe von Medikamenten Stuhlverstopfung als Nebenwirkung zeitigen. Zu nennen sind hier Antidepressiva, Diuretika, Anticholinergica, Antikonvulsiva, Magensäureblocker, Neuroleptika und Narkotica.

Natürlich dürfen alle Patienten Hilfe erwarten, denn Verstopfungen sind keineswegs immer harmlos. Infolge der Darmstörung können Analfissuren entstehen, die Entzündungen nach sich ziehen können. Hämorrhoiden wuchern aus, weil beim Stuhlgang ein zu starker Druck ausgeübt wird. Schließlich drohen noch die Entstehung von Darmkrebs und Nierenschäden, die bis zum völligen Nierenversagen führen können. Manche Patienten leiden nach langer chronischer Verstopfung auch an ischämischer Divertikulitis. Unangenehm ist auch der rektale Prolaps. Dabei rutscht der Enddarm aus dem Anus heraus und verursacht peinliche Beschwerden.

Hinzu kommen starke Schmerzen, gegen die manche Ärzte noch Analgetika verordnen. Die Nebenwirkungen schädigen den Organismus zusätzlich durch eine Beeinträchtigung der Leber- und Nieren-Funktion. In den USA sind sogar Opioide oft verschriebene Mittel gegen die Opstipations-Schmerzen. Die Risiken einer schweren Abhängigkeitserkrankung werden dabei völlig ignoriert. Wahrscheinlich halten die Mediziner die starken Pharmaka für angemessen, weil Verstopfung auch Rückenschmerzen hervorrufen. Übrigens ist diese Art der Schmerz-Therapie schon deswegen nicht sinnvoll, weil Opioide ebenfalls Verstopfungen fördern.

Die meisten dieser Abführmittel sind gefährlich

Die freiverkäuflichen Mittel gegen Verstopfung (die man problemlos in Apotheken oder Reformhäusern erhält), lassen sich nach deren Wirkungsweise in fünf Kategorien einteilen.

Als gesundheitsschädliche Abführmittel sind einzustufen:

  • Salinische Abführmittel, die Wasser im Darm binden - wie zum Beispiel das beliebte Glaubersalz oder Bittersalz (auch enthalten im FX Passagesalz). Diese Mittel führen bei Daueranwendung zu starken Verlusten an den lebenswichtigen Mineralstoffen Kalium und Magnesium. Die Folge sind "Muskellähmungen" im Darmtrakt, die die Darmträgheit nur noch verstärken. Auch Herzrhythmusstörungen sind möglich und gar nicht so selten. Ferner wird auch die Kalziumaufnahme vermindert, was der Osteoporose Vorschub leistet. Außerdem stören oder verstärken sie die Wirkung anderer, wichtiger Medikamente wie z. B. Herzmittel, Blutdrucksenker und Antibiotika.
  • Darmreizende Mittel mit Anthranoiden aus Pflanzen (Sennes, Faulbaumrinde, medizinischer Rhabarber, Kreuzdornbeeren) verursachen eine Entzündung der Darmschleimhaut und verhindern die Aufnahme der Nahrung. Viele denken, das seien "natürliche Abführmittel" die ja besser sein müssten. Dabei wissen die wenigsten, dass Sennesfrüchte und Faulbaumrinde Krebs auslösen können.
    Das Naturheilkunde oder Pflanzenheilkunde IMMER nur sanft und natürlich ist stimmt so auch nicht ganz, denn die pflanzlichen Abführmittel der darmreizenden Mittel können zudem die Bildung von Polypen im Darm und Darmkrebs fördern und sind auch nur für den kurzfristigen Gebrauch zugelassen und bedingt empfehlenswert. Weniger bedenklich als Sennes-Präparate und Faulbaumrinde sind Artischocke, Kalmus und Gelbwurz.
  • Gleitmittel enthalten unverdauliche Fette und Öle wie z. B. Paraffin.

Alle oben angeführten Mittel gegen Verstopfung erhöhen bei langfristiger Einnahme das Risiko für Blasen- und Nierenkrebs erheblich, nämlich um bis zu 80 %! Das hat eine durchgeführte Studie der Universität Jena an 5.000 Probanden im Jahre 1997 ergeben.

Für die seltenen Krebserkrankungen des Nierenbeckens sowie der Harnleiter steigt das Krebsrisiko sogar um 250% an. Die Forscher vermuten, dass infolge des Wasserverlustes über den Darm nicht mehr genug Urin gebildet wird. Dadurch werden die Toxine nicht richtig aus den Harnwegen gespült und können deren Wände schädigen.

Als bedenkliche Abführmittel sind einzustufen:

  • Mechanische Mittel wie glycerinhaltige oder gasbildende Zäpfchen regen durch Dehnungsreize im Mastdarm die Stuhlentleerung an.

    Auch diese Mittel sind nur für den kurzfristigen Gebrauch zu empfehlen, da diese Enddarmleiden wie Hämorrhoiden verschlimmern.

Als weniger bedenkliche Abführmittel sind einzustufen:

  • Zuckerhaltige Mittel wie Milchzucker und Laktulose fördern die Darmflora und erweichen den Stuhl. Allerdings haben viele Patienten eine Milchzucker-Unverträglichkeit (auch Lactoseintoleranz, bzw. Laktoseunverträglichkeit genannt) . Die meisten wissen davon leider gar nichts. Milchzucker empfehle ich deshalb nicht.
  • Quellstoffe oder Füllmittel sind leicht schleimbildende Ballaststoffe, die im Darm aufquellen.

Was also ist zu tun?

Die Devise heißt: Abführmittel langsam absetzen und "ausschleichen", sowie alternative Mittel gegen Verstopfung finden.

Als erstes sollten Sie sich Zeit lassen. Ein Darm, der schon seit Monaten oder sogar Jahren an ein bestimmtes Abführmittel gewöhnt ist, kann nicht so schnell umschalten.

Reduzieren Sie zum Beispiel Ihre tägliche Abführmitteldosis langsam: In der ersten Woche nehmen Sie nur noch die Hälfte der gewohnten Dosis, in der zweiten Woche nur noch ein Viertel und in der dritten Woche nur noch ein Achtel. Die Dosis wird also jede Woche halbiert. Am Ende der dritten Woche ist das Ausschleichen beendet.

Ohne eine „darmfreundliche” Lebensweise wäre Ihre ganze Mühe allerdings nur ein Herumdoktern an Symptomen. Stellen Sie daher unbedingt Ihre Ernährung auf eine ballaststoffreiche Kost mit viel frischem Gemüse und Obst um, das Sie zur besseren Verträglichkeit anfangs auch ruhig kurz dünsten sollten. Sauerkraut bzw. Sauerkrautsaft, Pflaumensaft und Birnensaft sowie getrocknete Pflaumen oder Aprikosen (enthalten viel Kalium!) sind gute natürliche Verdauungshilfen. Verzichten Sie dagegen auf alle stopfenden und schwer verdaulichen Nahrungsmittel wie Weißmehlprodukte, Bananen, Kakaowaren und rotes Fleisch. Und bewegen Sie sich täglich mindestens eine halbe Stunde an der frischen Luft!

Gerade die Bewegung wird für die Verdauungsarbeit unterschätzt! Da die meisten Menschen mit Verstopfungsproblemen schon ein Alter erreicht haben, in dem man nicht einfach mit Jogging beginnen sollte oder kann, empfehle ich ein einfaches Hilfsmittel: ein Minitrampolin. Drei mal täglich drei Minuten reicht. Unterschätzen Sie das Trampolin nicht! Auch Pflaumen und Sauerkraut helfen vielen nicht, wenn Sie sich nicht bewegen. Sie müssen nicht auf dem Trampolin springen -- wenn Sie darauf nur wippen, reicht das am Anfang als Reiz völlig aus.

Das A und 0 einer gesunden Verdauung ist auch die ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Beginnen Sie den Tag bereits mit einem großen Glas heißem Wasser. Falls Ihr Durstempfinden nachgelassen hat: Trinken Sie nach Plan alle zwei Stunden ein Glas stilles Mineralwasser, verdünnten Obst- bzw. Gemüsesaft oder Früchtetee. So kommen Sie sicher auf Ihr Tagessoll von ein bis zwei Liter Wasser. Übertreiben Sie es aber nicht indem Sie das Wasser in sich "reinzwängen"...

Befreien Sie sich vom Zwang der täglichen Stuhlentleerung. Anfangs können 2- bis 3-mal pro Woche ganz normal sein. Eine Vergiftung durch Darmtoxine ist bei zwei bis drei Stuhlentleerungen pro Woche nicht zu befürchten. Ihr Darm braucht Zeit, seinen eigenen Rhythmus zu finden. Am besten helfen Sie ihm dabei, indem Sie in etwa gleiche Essenszeiteneinhalten und (ganz wichtig) den Stuhldrang nicht unterdrücken. Gehen Sie täglich zur gleichen Zeit zur Toilette, aber bleiben Sie bei fehlendem Erfolg nicht sitzen. Überhaupt ist Sitzen eine ungünstige Position beim Stuhlgang. Die Hockerstellung lockert die Darmmuskeln und entspannt den Ringmuskel viel besser.

Wenn es nicht mehr geht helfen auch Leinsamen und Co.

Bei der Entwöhnung von den ungesunden Abführmitteln können Quellmittel und Ballaststoffe helfen. Leinsamen, Weizenkleie (täglich 1 bis 2 EL morgens) oder Flohsamen (täglich 2- bis 3-mal 1 TL über den Tag verteilt), jeweils mit 1/4 1 Flüssigkeit eingenommen, eignen sich sogar für den unschädlichen Dauergebrauch. Das kann z. B. notwendig sein, wenn Sie wegen chronischer Schmerzen (z. B. bei Krebs) starke opioidhaltige Mittel einnehmen müssen. Auch ein Versuch mit Heilerde und Brottrunk ist möglich.

Wie so oft ist der Anfang das Schwerste. Erfahrungsgemäß dauert es ca. vier Wochen, bis sich Ihr Darm an den neuen, gesunden Alltag gewöhnt hat. Und auch Sie selbst werden diese Zeit brauchen, bis Ihnen Ihre neue darmgesunde Lebensweise zur Gewohnheit geworden ist. Halten Sie durch – es lohnt sich.

Um den Verdauungsapparat von Abführmitteln zu entwöhnen kann auch Heilfasten eine Methode sein. Wie man das sinnvoll umsetzen kann, beschreibe ich unter anderem in der Heilfasten Anleitung nach Heilpraktiker Gräber.

Die Entwöhnung von Abführmitteln kann durch eine Vielzahl anderer alternativer Methoden begleitet werden. Der Heilpraktiker kennt die Punkte, die er in solchen Fällen mit Akupunktur behandeln kann. Nadelfrei funktioniert die Akupunkt-Massage nach Penzel. Die Bachblütentherapie kann mit Präparaten wie Cherry Plum und Star of Bethlehem den Verdauungsvorgang verbessern.

Eine nicht zu unterschätzende Entspannungs-Methode ist auch die Aroma-Therapie, die mit den ätherischen Ölen von Thymian und Rosmarin helfen kann. Die Supplementierung von Magnesium hat sich ebenfalls bewährt und kann auch die oft unzureichende Versorgung mit dem Element verbessern. Gleichzeitig wirkt dies auch Elektrolytstörungen in gewissem Maße entgegen. In einigen Fällen helfen auch Schüssler-Salze, das wären im Falle einer Verstopfung Natrium sulfuricum und Natrium chloratum.

Heilfasten ist eine weitere Methode, die Verstopfungen langfristig beseitigen kann. Vorher ist eine Colon-Hydro-Therapie sinnvoll, die schädliche Mikrobionten entfernt. Das Mikrobiom des Darmes kann anschließend mit Probiotika wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Das enterische Nervensystem funktioniert besser und die Darm-Hirn-Achse sendet Impulse, die weitere gesundheitsfördernde Effekte hat. Auch Verstopfungen können sich auf diese Weise bessern. Die Darmreinigung revidiert auch das Leaky-Gut-Syndrom. Dann können weniger Toxine in den Blutkreislauf gelangen und die Verdauung verbessert sich. Auch Verstopfungen können verschwinden

Studien und Untersuchungen

Im folgenden habe ich einige Studien und Untersuchungen zum Thema für Sie herausgesucht.

Als erstes ein Fallbericht aus Schweden aus dem Jahr 1994:

Munchausen syndrome by proxy: an unexpected cause of severe chronic diarrhoea in a child. Carlson et al. Department of Clinical Chemistry, University of Lund, Malmö General Hospital, Sweden.

Dieser Fallbericht aus dem Jahr 1994 befasst sich mit der bewussten Überdosierung von Abführmitteln, um eine Erkrankung vorzutäuschen. Hier wurde ein 6-jähriger Junge mit schweren intermittierenden (ein- und aussetzend) Durchfällen in ein schwedisches Krankenhaus aufgenommen. Es erfolgte anschließend eine extensive Untersuchung und Behandlung, bevor man feststellen musste, dass die Mutter des Kindes ihm Glaubersalz als Abführmittel verabreicht hatte. Frühe Verdachtsmomente und die Analysen von Proben des Durchfalls auf Elektrolyte und bekannte Abführmittel wurden nicht durchgeführt. Frühzeitig unternommen hätten sie jedoch den schwierigen Verlauf dieses Falls verhindern können.

Diese nächste Studie aus dem Jahr 1980 versuchte herauszufinden, ob eine ballaststoffreiche Kost bei älteren Probanden einen Einfluss auf die Häufigkeit und Schwere von Verstopfungen hat:

Alleviation of constipation in the elderly by dietary fiber supplementation. Hull et al.

Zu diesem Zweck wurde Kleie zum warmen Frühstücks-Müsli zugegeben, was den Gehalt des Gerichts an rohem Ballaststoff auf 6 bis 8 Gramm erhöhte. Ohne die Kleie ergab sich ein Ballaststoffgehalt von 4 bis 6 Gramm. Aufgrund von Schätzungen von Analysedaten wurde der Gesamtgehalt an Ballaststoffen von 25 auf 40 Prozent durch die Zugabe von Kleie erhöht. Diese Mengen an Ballaststoffen zeigten sich effektiv bei der Verhinderung von Verstopfungen bei 60 Prozent der Probanden, obwohl viele von ihnen zuvor auf Abführmittel angewiesen waren. Andere Formen der Ballaststoff-Supplementierung wurden für die Probanden durchgeführt, die nicht ausreichend auf die Müsli-Supplementierung ansprachen oder welche auf eine Ernährung per Nasensonde angewiesen waren. Ein Jahr nach Beginn dieser Maßnahme in diesem Center war der Gebrauch von Abführmitteln praktisch eingestellt. Die Apotheke des Centers konnte berichten, dass sie 44.000 Dollar Einsparungen durch den Wegfall von Abführmitteln erzielt hatte. Ballaststoff-Supplementierung erfolgte mittels Kleie und heißem Müsli, einem speziellen Ballaststoff-Plaumensaft und einer ballaststoffreichen Flüssigformulierung für die Ernährung per Nasensonde.

Und dann noch eine Untersuchung, die nochmals das zusammenfasst, was ich oben ja schon beschrieben hatte:

Laxative abuse: epidemiology, diagnosis and management. Roerig et al. Department of Clinical Neuroscience, University of North Dakota School of Medicine and Health Sciences, Fargo, USA.

Die Untersuchung fasst erst einmal Daten und Fakten aus der Epidemiologie zusammen: Abführmittel werden für gesundheitliche Zwecke seit mehr als 2000 Jahre eingesetzt. Und als gleich alt gilt auch ihr Missbrauch bzw. ihr übermäßiger Gebrauch.

Personen mit Abführmittelmissbrauch können für gewöhnlich einer von vier Kategorien zugeordnet werden.

1. Die bei weitestem größte Gruppe beinhaltet Personen, die an einer Essstörung leiden, wie Anorexie oder Bulimie. Die Prävalenz des Abführmittelmissbrauchs rangiert hier nachgewiesenermaßen zwischen 10 und 60 Prozent der Individuen dieser Gruppe.

2. Die zweite Gruppe besteht aus Personen, die sich normalerweise im mittleren Alter befinden oder älter sind. Diese Personen beginnen mit dem Einsatz von Abführmitteln im Falle einer leichten Verstopfung, fahren aber auch nach Beseitigung dieser Verstopfung mit dem Gebrauch des Abführmittels fort bis hin zum regelmäßigen Übergebrauch. Dieses Einsatzschema wird dabei von gewissen Vorstellungen und dem Glauben vermittelt, dass ein täglicher Stuhlgang eine unabdingbare Voraussetzung für eine gute Gesundheit sei.

3. Die dritte Gruppe beinhaltet Personen, die gewisse Formen von sportlichem Training ausführen, besonders Sportarten, bei denen Gewichtslimitierungen eine Rolle spielen.

4. Die vierte Gruppe enthält die heimlichen Abführmittelmissbraucher, die die Substanzen nutzen, um eine künstlich erzeugte Diarrhö zu verursachen und eine künstliche Erkrankung vorzutäuschen.

Eine normale Darmfunktion besteht in der Resorption von Nährstoffen, Elektrolyten und Wasser aus den Därmen. Die meisten Nährstoffe werden aus den Dünndärmen resorbiert, während der Dickdarm hauptsächlich Wasser resorbiert.

Es gibt eine Reihe von verschiedenen Abführmitteln: Stimulierende Agenzien, Salze und osmotische Produkte, Quellstoffe und Gleitmittel. Die am häufigsten missbrauchte Gruppe an Abführmitteln sind die Stimulanzen. Dies mag damit zusammen hängen, dass diese Substanzen sehr schnell wirksam sind, besonders bei Leuten mit einer Essstörung, da diese irrtümlicherweise glauben, dass durch den Einsatz des Abführmittels und dem daraus resultierenden Durchfall die Resorption von Kalorien unterbunden wird.

Medizinische Probleme, die auf einen Abführmittelmissbrauch zurückzuführen sind, sind im Wesentlichen Veränderungen von Elektrolyten und des Säure-Basen-Haushalts. Dies kann Auswirkungen haben auf Nieren und das Herz-Kreislauf-System bis hin zu lebensbedrohlichen Störungen. Das Renin-Aldosteron-System wird aktiviert, bedingt durch den Flüssigkeitsverlust, was zu Ödemen und akuter Gewichtszunahme führt wenn das Abführmittel abgesetzt wird. Dieses resultiert häufig in einer Verstärkung des Abführmittelmissbrauchs wenn der Patient sich aufgebläht fühlt und an Gewicht zunimmt. Behandlungen beginnen in der Regel mit einem hohen Maß an Zweifeln, besonders wenn der Patient abwechselnde Episoden von Verstopfung und Durchfall erfährt, begleitet von anderen gastrointestinalen Problemen. Die Kontrolle von Serum-Elektrolyten und des Säure-Basen-Haushalts identifiziert jene Patienten, die einer medizinischen Stabilisierung bedürfen und bestätigen die Schwere des Missbrauchs.

Der erste Schritt in der Behandlung eines Abführmittelmissbrauchs ist festzustellen, welche Faktoren das Verhalten begünstigen, z.B. eine Essstörung oder Fehlinformationen bezüglich einer gesunden und normalen Darmtätigkeit. Die erste Maßnahme sollte sein, den Einsatz der stimulierenden Abführmittel zu stoppen und durch Ballaststoffe und osmotisch wirksame Mittel zu ersetzen. Aufklärung und weitere Behandlung mag notwendig werden, damit eine gesunde Darmfunktion aufgebaut wird. Im Falle einer Essstörung ist eine psychotherapeutische Behandlung sinnvoll, um die Abhängigkeit von Abführmitteln als Mittel zur Gewichtskontrolle zu überwinden.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 16.01.2018 aktualisiert



   
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Dosierung und Anwendung von:
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