{"id":186,"date":"2014-05-27T10:00:02","date_gmt":"2014-05-27T09:00:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/?p=186"},"modified":"2023-02-19T01:28:58","modified_gmt":"2023-02-19T00:28:58","slug":"darmhormone-hastiges-essen-macht-dick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/darmhormone-hastiges-essen-macht-dick\/","title":{"rendered":"Hastiges essen und schlingen macht dick &#8211; Grund: Wieder einmal die Darmhormone"},"content":{"rendered":"<p>Wenn Sie meine <a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/ernaehrung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Formel der gesunden Ern\u00e4hrung<\/a> kennen, kennen Sie auch den &#8222;vierten Baustein&#8220;: langsam Essen in Ruhe und ohne Hast.<\/p>\n<p>Zu diesem Punkt hatte ich allerdings noch keine Untersuchung oder ver\u00f6ffentlichte Studie gesehen&#8230; Aber: was schon lange Zeit vermutet wurde (und auch eine Naturheilkunde-Regel ist), wurde tats\u00e4chlich &#8222;wissenschaftlich best\u00e4tigt&#8220;\u00a0 wie es so sch\u00f6n hei\u00dft: Wer schneller ist, nimmt auch schneller zu &#8211; und lebt dadurch&#8230; nun, sagen wir unges\u00fcnder.<\/p>\n<p><strong>Und: &#8222;Schnellessen&#8220; und Schlingen ist auch eine <a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/Ursachen-Uebergewicht\/\">Ursache f\u00fcr \u00dcbergewicht<\/a>. <!--more--><\/strong><\/p>\n<p>Der Grund hierf\u00fcr liegt (wieder einmal) im Darm begr\u00fcndet &#8211; und diesmal sind es nicht die <a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/uebergewicht-durch-darmbakterien\/\">Darmbakterien<\/a>. Wenn ein Mensch isst, produziert dieser n\u00e4mlich dort Hormone, die dem Essenden im Gehirn schlie\u00dflich vermitteln, dass er genug gegessen hat.<\/p>\n<p>Je schneller man aber isst, desto weniger Hormone werden ausgesch\u00fcttet &#8211; und desto mehr isst man dann, um das Sattseingef\u00fchl zu bekommen.<\/p>\n<p><em>Alexander Kokkinos<\/em>, der im Laiko General Hospital in Athen arbeitet, best\u00e4tigte, dass bereits vielfach Beobachtungsstudien das Ph\u00e4nomen des Schnellessens, das zu \u00dcberkonsum und Fettleibigkeit f\u00fchre, aufgezeigt h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Jetzt wurde jedoch anhand einer Studie, die genau den Zusammenhang von ausgesch\u00fctteten Hormonen im Darm im Verh\u00e4ltnis zur Essgeschwindigkeit untersuchte, diese wissenschaftliche Erkenntnis gewonnen: An 17 gesunden M\u00e4nnern f\u00fchrte Kokkinos einen Esstest mit Eiscreme durch.<\/p>\n<p>Jeweils 300 Milliliter an Eiscreme sollten die M\u00e4nnern w\u00e4hrend zwei verschiedener Studieneinheiten mit unterschiedlicher Geschwindigkeit essen. Das eine Mal in 5 Minuten, das andere Mal in 30 Minuten.<\/p>\n<p>Nachdem den Probanden Blut entnommen wurde &#8211; vor der Einnahme der Eiscreme, 30 Minuten danach, als auch am Ende der Studieneinheit nach 210 Minuten (wobei hierbei die Konzentration u.a. von Darmhormonen im Blut untersucht wurden), wurde Folgendes festgestellt: W\u00e4hrend die Probanden 30 Minuten f\u00fcr die Eiscreme brauchten, wiesen sie nicht nur einen h\u00f6heren Anteil von Darmhormonen auf, sondern sie hatten auch ein gr\u00f6\u00dferes S\u00e4ttigungsgef\u00fchl.<\/p>\n<h2>Die Frage lautet an dieser Stelle: Darmhormone?<\/h2>\n<p><strong>Was ist das und um welche Hormone soll es sich hier handeln?<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt eine Reihe von Hormonen, die das Verdauungssystem steuern, wie Leptin, Ghrelin, Gastrin, Sekretin, Peptid YY, Oxyntomodulin und etliche mehr.<\/p>\n<p>Unterschlagen habe ich an dieser Stelle eins der wichtigsten Darmhormone: Das Glucagon-like-peptide 1 (GLP-1). Dieses Hormon spielt eine bedeutsame Rolle beim Zuckerstoffwechsel beziehungsweise bei der Kontrolle der Insulinaussch\u00fcttung seitens der Beta-Zellen.<\/p>\n<p>Man hatte n\u00e4mlich Mitte der 1960er Jahre beobachtet, dass eine Verabreichung von Glukose per Infusion zu einer geringeren Aussch\u00fcttung von Insulin f\u00fchrt als eine vergleichbare Menge an Glukose, die oral aufgenommen wird. Dies wird in der Medizin als \u201eInkretin-Effekt\u201c bezeichnet.<\/p>\n<p>Bis zu diesem Zeitpunkt war man immer davon ausgegangen, dass die Anwesenheit von Glukose im Blut die einzig stimulierende Substanz f\u00fcr die Insulinaussch\u00fcttung und -produktion sei.<\/p>\n<p>Heute sch\u00e4tzt man den Effekt der Glukose auf die Insulinaussch\u00fcttung auf zwischen 25 bis 60 Prozent. Was aber ist dann f\u00fcr die fehlenden 40 bis 75 Prozent verantwortlich?<\/p>\n<p>Anfang der 1970er Jahre entdeckte man ein neues Hormon, das in den K-Zellen der Schleimh\u00e4ute im Duodenum (Zw\u00f6lffingerdarm) produziert wird \u2013 das \u201eGlukose-abh\u00e4ngige insulinotrope Peptid\u201c, kurz GIP.<\/p>\n<p>Wird dieses Hormon ausgesto\u00dfen, dann werden die Beta-Zellen angeregt, Insulin auszusch\u00fctten. Aber der Effekt war noch zu gering, um zu einer vollst\u00e4ndigen Kl\u00e4rung des Inkretin-Effekts beizutragen. Erst die Entdeckung von GLP-1 vervollst\u00e4ndigte das Bild.<\/p>\n<p>Das Hormon wird in den L-Zellen der Darmschleimh\u00e4ute gebildet. L-Zellen kommen bevorzugt am Ende des D\u00fcnndarms (Ileum) und im Folgeteil, dem Caecum, vor, das den Beginn des Dickdarms markiert.<\/p>\n<p>Anreiz f\u00fcr die Bildung von GLP-1, Peptid YY und Oxyntomodulin, die ebenfalls in den L-Zellen produziert werden und \u00e4hnliche Wirkungen und Aufgaben haben wie das GLP-1, ist die Nahrungsaufnahme.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Heilpflanzen-Newsletter dazu an. Darin geht es im Wesentlichen um Heilpflanzen, aber auch um Bachbl\u00fcten oder Hom\u00f6opathische Mittel:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pDMIV\"><\/script><\/p>\n<p><strong>Einmal in den Blutkreislauf freigesetzt, entfaltet GLP-1 eine Reihe von Wirkungen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Stimulierung der Insulinproduktion seitens der Beta-Zellen<\/li>\n<li>Senkung der Glukagonproduktion der Beta-Zellen in der Bauchspeicheldr\u00fcse<\/li>\n<li>Verz\u00f6gerung der Entleerung des Mageninhalts ins Duodenum<\/li>\n<li>Stimulierung des S\u00e4ttigungsgef\u00fchls.<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr Oxyntomodulin und Peptid YY ist bislang nur ein Einfluss auf das Hungergef\u00fchl und Appetit bekannt. Verz\u00f6gerung der Magenentleerung und Stimulierung von S\u00e4ttigungsgef\u00fchl und Appetitabnahme seitens der beiden Darmhormone bewirken beziehungsweise sollen eine Drosselung der Nahrungsaufnahme bewirken.<\/p>\n<p>Die beiden erstgenannten Punkte unterst\u00fctzen nur die <a href=\"https:\/\/www.yamedo.de\/blutzuckerwerte\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Senkung der Blutzuckerwerte<\/a>. Mit diesem Wissen \u00fcber die Wirksamkeit von bestimmten Darmhormonen wird es verst\u00e4ndlich, dass bei einem zu schnellen \u201eVerschlingen\u201c von Nahrungsmitteln ein unerw\u00fcnschter Effekt auftreten kann, der zur Gewichtszunahme aufgrund zu hoher Kalorienzufuhr f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Und dieser Effekt besteht darin, dass ein zu schnelles Essen der Nahrung den Darmhormonen nicht die notwendige Zeit gibt, angemessen auf die Nahrungsaufnahme zu reagieren.<\/p>\n<p>Denn wer schnell isst, der wird keine schnellere Hormonproduktion in seinem Darm zu erwarten haben. Das hei\u00dft, dass der Schnellesser schon eine gewaltige Portion an Kalorien zu sich genommen hat, bevor die drei erw\u00e4hnten Hormone \u201eaufwachen\u201c und in Aktion treten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wenn die Hormone dann aktiv geworden sind, dann wird auch der Schnellesser best\u00e4tigen, dass er jetzt satt ist, aber mit einem deutlichen Mehr an Kalorien im System. Und was mit \u00fcbersch\u00fcssigen Kalorien geschieht, das kennt \u201ejedes Kind\u201c.<\/p>\n<h2>Welche Faktoren sorgen eigentlich daf\u00fcr, dass wir satt sind?<\/h2>\n<p>Auch das wurde schon untersucht:\u00a0<a href=\"https:\/\/ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/24582673\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Gastric and intestinal satiation in obese and normal weight healthy People.<\/a><\/p>\n<p>Diese Arbeit aus dem Jahr 2014 untersucht, welche Faktoren im Gastrointestinaltrakt wie zur S\u00e4ttigung beitragen und welchen Einfluss das K\u00f6rpergewicht beziehungsweise die K\u00f6rpermasse dabei hat.<\/p>\n<p>Dazu hatten die Autoren 20 normalgewichtige und 20 \u00fcbergewichtige Probanden untersucht. Alle bekamen ein standardisiertes Getr\u00e4nk mit N\u00e4hrstoffen. Dann wurde die Magenentleerung von festen und fl\u00fcssigen Bestandteilen ermittelt. Weiter wurden N\u00fcchternwerte und postprandiale Werte (nach dem Essen) im Plasma von GLP-1, <a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/diaet\/blog\/ubergewicht-und-das-hormon-ghrelin\/\">Ghrelin<\/a> und Peptid YY gemessen.<\/p>\n<p>Resultat: Im Vergleich zu normalgewichtigen Testpersonen erreichten die \u00dcbergewichtigen deutlich schneller den S\u00e4ttigungsgrad bei einer gleichzeitig viel h\u00f6heren Kalorienzufuhr. Die Entleerung des Magens war verz\u00f6gert. Dazu gesellte sich, dass die postprandialen Plasmaspiegel von GLP-1 und Peptid YY deutlich geringer ausfielen als bei den Normalgewichtigen.<\/p>\n<p>Gleiches galt auch f\u00fcr Ghrelin. Die Autoren schlossen aus ihren Beobachtungen, dass \u00fcbergewichtige Personen eine St\u00f6rung bei der Magenentleerung aufweisen, die in einer Verringerung von GLP-1 und Peptid YY resultiert. Daher ben\u00f6tigen \u00fcbergewichtige Personen deutlich mehr Kalorien, bevor sie ein S\u00e4ttigungsgef\u00fchl versp\u00fcren.<\/p>\n<p>Diese Arbeit nimmt zwar keinen Bezug auf Essgewohnheiten, wie zum Beispiel das zu schnelle Essen. Aber es zeigt die Zusammenh\u00e4nge zwischen Kalorienzufuhr und Darmhormonen, die, wenn sie nicht ausreichend genug produziert werden, zu einem versp\u00e4tetem S\u00e4ttigungsgef\u00fchl f\u00fchren.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Organismus ist es unerheblich, welches Szenario vorliegt: Hohe und schnelle Kalorienzufuhr und anf\u00e4nglich zu geringe Konzentrationen an Darmhormonen oder eine als Folge des \u00dcbergewichts chronische Mangelproduktion von Darmhormonen infolge von Problemen bei der Magenentleerung.<\/p>\n<p>In beiden F\u00e4llen korrespondiert die Kalorienmenge nicht mit der f\u00fcr sie notwendigen Konzentration an GLP-1, Peptid YY und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch an Oxyntomodulin.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>In der heutigen Gesellschaft, in der oft viel zu schnell gegessen wird, offenbart die Studie somit einen wichtigen Grund f\u00fcr die \u00dcbergewichtigkeit vieler Menschen.<\/p>\n<p><strong>zum Weiterlesen:\u00a0<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/uebergewicht-durch-darmbakterien\/\">\u00dcbergewicht durch Darmbakterien<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/ernaehrung\/\">Gesunde und Richtige Ern\u00e4hrung<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/heilfasten-anleitung\/\"><img decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1785 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/heilfasten-anleitung-rene-graeber.jpg\" alt=\"Buch: Heilfasten Anleitung von Ren\u00e9 Gr\u00e4ber\" width=\"611\" height=\"282\" srcset=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/heilfasten-anleitung-rene-graeber.jpg 611w, https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/heilfasten-anleitung-rene-graeber-300x138.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 611px) 100vw, 611px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Beitragsbild: 123rf &#8211; Jozef Polc<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn Sie meine Formel der gesunden Ern\u00e4hrung kennen, kennen Sie auch den &#8222;vierten Baustein&#8220;: langsam Essen in Ruhe und ohne Hast. 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