{"id":200,"date":"2016-08-08T12:14:15","date_gmt":"2016-08-08T11:14:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/?p=200"},"modified":"2025-07-09T18:31:34","modified_gmt":"2025-07-09T17:31:34","slug":"biologika-in-der-rheumatherapie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/biologika-in-der-rheumatherapie\/","title":{"rendered":"Biologika in der Rheumatherapie &#8211; Gute Wirkung, gute Nebenwirkung"},"content":{"rendered":"<p>Diese Woche hatte ich wieder einen Patienten, der mich nach sog. Biologika in der <a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/rheuma\/rheumatherapie.html\">Rheumatherapie<\/a> fragte.<\/p>\n<p>Nun, ich bin zwar kein Pharmakologe, m\u00f6chte aber dennoch Missverst\u00e4ndnisse beseitigen. Einige denken, dass diese &#8222;Biologika&#8220; etwas &#8222;gesundes&#8220; seien: biologisch eben&#8230;<\/p>\n<p>Biologika sind eine Klasse von Arzneimitteln, die mit Hilfe der Biotechnologie beziehungsweise gentechnisch ver\u00e4nderten Organismen (GMO) produziert werden. Daher die Bezeichnung \u201eBiologika\u201c.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite gibt es den Begriff \u201eBiopharmazie\u201c, die laut Wikipedia \u201e<em> die Lehre vom Zusammenhang zwischen den chemischen und physikalischen Eigenschaften von Arzneistoffen und Hilfsstoffen sowie ihrer Darreichungsform und deren biologischen Effektivit\u00e4t in einem lebenden Organismus ist<\/em>\u201c, also keinerlei Bezug zu den Biologika hat.<\/p>\n<p>Die Biologika die ich kenne, m\u00fcssen\u00a0intraven\u00f6s verabreicht werden. Eines dieser Mittel ist <em>Infliximab.<\/em> Im Handel wird es unter dem Namen <em>Remicade<\/em> gef\u00fchrt. Innerhalb eines Zeitraums von bis zu zwei Stunden bekommen die Patienten mittels Infusion drei bis f\u00fcnf Milligramm.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Durch den im Blutkreislauf vorhandenen Wirkstoffes werden dann f\u00fcr etwa acht Wochen die k\u00f6rpereigenen Fehlreaktionen des Immunsystems unterdr\u00fcckt, sprich es werden keine Botenstoffe produziert, die Entz\u00fcndungen ausl\u00f6sen.<\/p>\n<p>Deshalb wird im Zusammenhang mit den Biologika auch von Immunsuppressiva gesprochen. \u00dcber den gesamten Behandlungszeitraum sind Kontrollen des Blutbildes notwendig, denn eine m\u00f6gliche Nebenwirkung sind Blutbildver\u00e4nderungen.<\/p>\n<p>Mit Nebenwirkungen wie Fieber, Ausschl\u00e4gen, Atemnot, Brustschmerzen, Juckreiz und Sch\u00fcttelfrost muss ebenfalls gerechnet werden, dazu aber weiter unten mehr&#8230;<\/p>\n<h2>Wann greifen Rheumatologen zu Biologika wie Infliximab?<\/h2>\n<p>Da eine einzelne Infusion\u00a0\u00fcber 1000\u00a0Euro kostet greifen Rheumatologen nur dann zu Biologika, wenn alle anderen Behandlungsm\u00f6glichkeiten weitgehend &#8222;ausgesch\u00f6pft&#8220; sind &#8211; wie es so sch\u00f6n hei\u00dft.<\/p>\n<p>Auch bei Patienten, die beispielsweise an Morbus Crohn, Morbus Bechterew, Psoriasis-Arthritis oder auch rheumatoider Arthritis erkrankt sind, konnten ebenfalls gute Behandlungserfolge erzielt werden.<\/p>\n<p>Neben <em>Infliximab<\/em> gibt es noch zwei weitere Biologika. Zum einen ist dies <em>Adalimumab<\/em>, im Handel unter dem Namen <em>Humira<\/em> erh\u00e4ltlich, und <em>Etanercept<\/em>, gehandelt unter dem Namen Markennamen <em>Enbrel<\/em>.<\/p>\n<p>Diese beiden Biologika m\u00fcssen in wesentlich k\u00fcrzeren Zeitabst\u00e4nden verabreicht werden, zirka alle vierzehn Tage. Dar\u00fcber hinaus ist der Einsatz von Etanercept dadurch beeintr\u00e4chtigt, dass es zahlreiche Nebenwirkungen hat. Deshalb kommt es nur bei schwer Erkrankten zum Tragen.<\/p>\n<p>Es stellt sich die Frage, ob es heute immer noch diese betr\u00e4chtliche Zahl an Nebenwirkungen gibt, und ob der Nutzen der Therapie die Risiken wettmacht.<\/p>\n<p>Aber der erste D\u00e4mpfer kommt vom Deutschen Rheuma-Forschungszentrum selbst. Und der steht in einer vollkommen anderen Beziehung.<\/p>\n<h2>Symptomatische Therapie = lebenslange Therapie<\/h2>\n<p>Der Einsatz von Biologika ist keine Therapie, die eine Heilung von Rheuma und anderen entz\u00fcndlichen Erkrankungen zum Ziel hat, auch wenn die Lobges\u00e4nge der Schulmedizin hier \u00fcberlaut zu vernehmen sind.<\/p>\n<p>Ein Beitrag von Prof. Radbruch, Immunologe und Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums in Berlin, ver\u00f6ffentlichte auf der Webseite des Forschungszentrums einen bemerkenswerten Beitrag (<a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20160317131847\/https:\/\/www.drfz.de\/en\/zellbiologie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Immunological memory as driver of rheumatic inflammation<\/a>).<\/p>\n<p>Hier erkl\u00e4rt er, dass die supermodernen immunsuppressiven Therapien (Biologika) die Progression der entz\u00fcndlichen Erkrankungen einschr\u00e4nken, aber die Erkrankungen nicht heilen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Denn wenn die Behandlung gestoppt wird, dann flammt die Krankheit erneut auf. Damit wird eine solche Therapie zu einer lebenslangen Angelegenheit. Er vermutet, dass hier die F\u00e4higkeit des Immunsystems, ein immunologisches Ged\u00e4chtnis auszubilden, eine zentrale Rolle spielt.<\/p>\n<p>Nur dass in diesem Fall das Immunsystem einen \u201efalschen Feind\u201c als Ziel in seiner Kartei abgeheftet hat.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pD2TS\"><\/script><\/p>\n<p>Kleine Anmerkung: Die Sache mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen&#8230;<\/p>\n<h2>Ein Dilemma, f\u00fcr die Pharmaindustrie ein Festessen<\/h2>\n<p>In der Praxis ist das f\u00fcr die Patienten ein Dilemma, f\u00fcr die Pharmafirmen ein Festessen. Denn die Biologika sind mit mehr als 1000 Euro Therapiekosten (f\u00fcr Adalimumab) extrem teuer.<\/p>\n<p>Bei einer zweiw\u00f6chentlichen Applikation sind das Monatstherapiekosten von 2000 Euro \u2013 in etwa das Durchschnittsgehalt eines Ottonormalverbrauchers.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Frage ist, was bekommt man als Patient f\u00fcr 2000 Euro im Monat? Antwort: In erster Linie bekommt der Patient ein Medikament, dass die Entz\u00fcndungsprozesse eind\u00e4mmt, die die Symptome seiner Erkrankung provozieren.<\/p>\n<p>Und diese Symptome k\u00f6nnen so heftig werden, dass die Lebensqualit\u00e4t der Betroffenen gegen Null tendiert. Vor allem die dabei auftretenden Schmerzen scheinen oft den Einsatz der Biologika zu rechtfertigen bei:<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/morbus-crohn-darmentzuendung\/\">Morbus Crohn &#8211; Darmentz\u00fcndung, Schleim im Stuhl und mehr\u2026<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.naturheilt.com\/Inhalt\/Rheuma.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Volkskrankheit Rheuma: Rheumatische Erkrankungen im Spiegel der Naturheilkunde und der Alternativmedizin<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/colitis-ulcerosa-dickdarmentzuendung\/\">Colitis Ulcerosa &#8211; Dickdarmentz\u00fcndung, blutiger Durchfall und mehr\u2026<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Da der Patient jedoch f\u00fcr den Rest seines Lebens auf diese Medikamente angewiesen sein wird, taucht eine weitere Frage auf: Welche Nebenwirkungen sind zu erwarten und wie sieht es mit der Sicherheit und Vertr\u00e4glichkeit aus?<\/p>\n<p>Und hier scheint man den Teufel mit dem Beelzebub vertauscht haben zu wollen.<\/p>\n<h2>Gute Wirkung und gute Nebenwirkungen: Die Sache mit dem Teufel und dem Beelzebub<\/h2>\n<p>Es war kein Geheimnis, dass eine Therapie, die die Immunfunktion unterdr\u00fcckt, zu einer Reihe von Nebenwirkungen f\u00fchren muss, wie eine erh\u00f6hte Infektionsanf\u00e4lligkeit, ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Krebserkrankungen etc. Entsprechende Aussagen hatte ich in meinen beiden Beitr\u00e4gen gemacht, die ich weiter oben zitiert hatte.<\/p>\n<p>Aber jetzt, f\u00fcnf Jahre und etliche Tausend Patienten sp\u00e4ter, sieht die Realit\u00e4t dieser Therapiemethode immer noch so fragw\u00fcrdig aus wie zuvor.<\/p>\n<p>Eine Arbeit aus dem Jahr 2006 (<a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/17225293\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">The comparative efficacy and safety of biologics for the treatment of rheumatoid arthritis: a systematic review and metaanalysis.<\/a>) sprach zu diesem Zeitpunkt noch von einem Mangel an soliden Langzeitdaten, die die Sicherheit und Vertr\u00e4glichkeit der Biologika zeigen.<\/p>\n<p>Die Arbeit von 2009 (<a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/19366915\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Infectious complications associated with monoclonal antibodies and related small molecules.<\/a>) spricht schon von einem Routineeinsatz der Biologika bei den oben erw\u00e4hnten Indikationen. Sie spricht aber auch von einem stetig wachsenden Nebenwirkungsspektrum. Infektionen zum Beispiel sind hier nicht nur m\u00f6glich, sondern die Regel.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/26040770\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Biologic agents in the treatment of glomerulonephritides.<\/a> Diese Arbeit von 2015 diskutiert den Einsatz von Biologika bei einer weiteren m\u00f6glichen Indikation, der Glomerulonephritis.<\/p>\n<p>Neben den positiven Effekten der Biologika bei dieser Erkrankung taucht wieder die Frage nach den Nebenwirkungen auf. Und hier klagen die Autoren, dass die wenigen Studien, die es dazu gibt, eine \u00e4hnlich hohe Nebenwirkungsrate zwischen alten, konventionellen Immunsuppressiva und Biologika zeigen.<\/p>\n<p>Ein besonders \u201eteuflischer\u201c Aspekt der Biologika scheint zu sein, <strong>l\u00e4ngst vergessene Infektionserkrankungen wieder zum Leben zu erwecken zu k\u00f6nnen<\/strong>: <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/27008827\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Some case reports which suggest correlation between biologics and leprosy, Mini-symposium on problems on leprosy.<\/a><\/p>\n<p>Diese Arbeit vom Januar 2016 aus Japan berichtet von erfolgreichen Behandlungen der Patienten mit Biologika, die aber in einigen F\u00e4llen in einem Ausbruch von Lepra endete.<\/p>\n<p>Einige Biologika scheinen mit anderen verheerenden Nebenwirkungen aufwarten zu k\u00f6nnen: <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/27405509\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Risk for lower intestinal perforations in patients with rheumatoid arthritis treated with tocilizumab in comparison to treatment with other biologic or conventional synthetic DMARDs.<\/a><\/p>\n<p>Diese Arbeit untersuchte die H\u00e4ufigkeit von Perforationen im unteren Bereich des Gastrointestinaltrakts. Hier scheint es einen Vertreter zu geben, der eine besonders hohe H\u00e4ufigkeit zu vergleichbaren Substanzen hat.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst scheint der Vergleich der Zahlen relativ \u201eg\u00fcnstig\u201c auszufallen (37 Perforationen von rund 54000 Patientenjahren). Aber bei vier von elf Patienten, die mit dem speziellen Biologikum therapiert worden waren und eine Perforation erlitten, traten keine Symptome auf, die auf die Perforation hingewiesen h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Ein Viertel der Patienten mit Perforationen starb innerhalb der n\u00e4chsten 30 Tage. Die Autoren warnen, dass unter dieser Medikation gastrointestinale Perforationen auftreten k\u00f6nnen, die symptomfrei oder mit nur sehr milden Symptomen verlaufen.<\/p>\n<p>Herpes Zoster (G\u00fcrtelrose) scheint auch eine \u201ebeliebte\u201c Nebenwirkung der Biologika-Therapie zu sein: <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/27320933\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Relation between disease modifying anti-rheumatic drugs and herpes zoster in rheumatoid arthritis.<\/a><\/p>\n<p>Der Autor berichtet von einer doppelt so hohen Nebenwirkungsrate im Vergleich zu konventionellen Antirheumatika. In Japan vervierfachte sich diese Rate sogar.<\/p>\n<p>Es gibt Grund zu der Annahme, dass Biologika zu den Medikamenten gez\u00e4hlt werden k\u00f6nnen, die mitochondriotoxisch wirken.<\/p>\n<p>Es gibt keine Arbeiten dazu. Aber da man ja in der Schulmedizin oft von Symptomen auf die Erkrankung schlie\u00dft, erlaube ich mir an dieser Stelle ebenfalls eine symptomatische Begr\u00fcndung f\u00fcr diesen Verdacht: <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/27330158\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Most patients who reach disease remission following anti-TNF therapy continue to report fatigue: results from the British Society for Rheumatology Biologics Register for Rheumatoid Arthritis.<\/a><\/p>\n<p>Diese Arbeit vom Juni 2016 berichtet, dass Rheumapatienten zwar durch die Biologika-Therapie einen Therapienutzen erfahren, aber die Mehrzahl weiterhin unter <a href=\"https:\/\/www.yamedo.de\/muedigkeit-erschoepfung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fatigue<\/a> zu leiden hat.<\/p>\n<p>Ob hier wirklich eine toxische Wirkung auf die Mitochondrien die Ursache ist, das bliebe noch zu untersuchen. Aber ich w\u00fcrde bei Fatigue und \u00e4hnlichen Symptomen eine herabgesetzte Leistungsf\u00e4higkeit der Mitochondrien immer als eine prim\u00e4re Ursache vermuten.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pD2TS\"><\/script><\/p>\n<p>Kleine Anmerkung: Die Sache mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen&#8230;<\/p>\n<h2>Das Biologika-Horrorkabinet der Nebenwirkungen<\/h2>\n<p>Wissenschaftliche Studien sind die eine Seite der Betrachtungsweise. Die andere Seite der Medaille ist das, was man in der Praxis gesehen und zu erwarten hat.<\/p>\n<p>In Sachen Nebenwirkungen f\u00fcr Biologika ist hier die amerikanische Webseite Drugs.com eine gute Quelle, da hier sehr detaillierte Informationen zu pharmazeutischen Substanzen ver\u00f6ffentlicht werden, die oft noch detaillierter ausfallen als dies in einem Beipackzettel der Fall ist.<\/p>\n<p>Der Grund liegt sicherlich auch darin, dass viele dieser Informationen f\u00fcr Fachkreise bestimmt sind und nicht, wie der Beipackzettel, auch f\u00fcr Patienten.<\/p>\n<p>Ich habe mir diesen \u201eerweiterten Beipackzettel\u201c f\u00fcr zwei Substanzen angeschaut: <a href=\"https:\/\/www.drugs.com\/sfx\/infliximab-side-effects.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Infliximab Side Effects<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.drugs.com\/sfx\/etanercept-side-effects.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Etanercept Side Effects<\/a>. Unter dem Kapitel \u201ef\u00fcr Fachkreise\u201c (for healthcare professionals) gibt es eine detaillierte Auflistung von Nebenwirkungen und deren prozentuale H\u00e4ufigkeit.<\/p>\n<p>Die Angaben sind derart zahlreich, dass eine Aufz\u00e4hlung hier fast einem Report gleichkommt. Daher beschr\u00e4nke ich mich auf die auff\u00e4lligsten Vertreter der Nebenwirkungen.<\/p>\n<p>Immunologische Nebenwirkungen (wie erwartet), sind mit 10 Prozent und mehr mit die h\u00e4ufigsten: Virale Infektionen, Hautinfektionen, Atemwegsinfektionen, Sinusitis, Bronchitis etc., Kopfschmerzen und Schwindel bei beiden Substanzen mit 17 beziehungsweise 1 bis 10 Prozent als neurologische Nebenwirkung zu erwarten.<\/p>\n<p>Allergische Reaktionen eines immunsuppressiven Medikaments, das klingt nach einem Paradoxon. Aber mit rund 1 Prozent bei Infliximab und bis zu 10 Prozent bei Etanercept wird das Paradoxon evidenzbasierte Wirklichkeit.<\/p>\n<p>Weitere Bereiche, in denen Nebenwirkungen erwartet werden m\u00fcssen, sind (ich fasse mich kurz, denn die Liste ist nahezu endlos): Gastrointestinale Probleme, kardiovaskul\u00e4re Nebenwirkungen, Hautver\u00e4nderungen und -infektionen, onkologische Probleme (Lymphome, Leuk\u00e4mie, Melanome und andere), abnormale <a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/leberfunktion\/\">Leberfunktion<\/a>, h\u00e4matologische Nebenwirkungen, Probleme bei der Muskulatur und Knochenapparat (Muskel- und Gelenkschmerzen, R\u00fcckenschmerzen), Nierenfunktionsst\u00f6rungen, St\u00f6rungen des Stoffwechsels, urogenitale Infektionen, Konjunktivitis, Depressionen, Schlafst\u00f6rungen, Fieber und (wie oben berichtet) Fatigue.<\/p>\n<p>Alle diese nur unspezifisch erw\u00e4hnten Nebenwirkungen, hinter denen sich eine gro\u00dfe Zahl von spezifischen Symptomen und Beschwerden verbergen, haben eine H\u00e4ufigkeit, die von Drugs.com als \u201eh\u00e4ufig\u201c (= zwischen 1 und 10 Prozent der behandelten Patienten) oder als \u201esehr h\u00e4ufig\u201c (= 10 und mehr Prozent) bezeichnet werden.<\/p>\n<p>Und da eine Therapie mit Biologika \u00fcber einen extrem langen Zeitraum erfolgen muss, da sonst die Grunderkrankung wieder symptomatisch zu werden droht, darf man sich \u00fcber solch desastr\u00f6se Zahlen bei den Nebenwirkungen nicht wundern.<\/p>\n<p><strong>Bei der Menge an verschiedenen Nebenwirkungen und der gleichzeitigen hohen H\u00e4ufigkeit taucht bei mir die Frage auf, ob es \u00fcberhaupt Patienten gibt, die vollkommen ohne Nebenwirkungen durch die Therapie gehen?<\/strong><\/p>\n<p>Wenn sich Patienten in meiner Praxis das erste Mal vorstellen,\u00a0pr\u00fcfe ich immer erst einmal, ob die &#8222;Symptome&#8220; die der Patient mitbringt, nicht Nebenwirkungen der Medikamente sein k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Bei zwei Dritteln (!) ist das n\u00e4mlich so, wie zwei \u00dcbersichtsarbeiten best\u00e4tigen: <a href=\"https:\/\/www.yamedo.de\/blog\/medikamente-patienten-zeigen-negative-reaktionen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Medikamente &#8211; Zwei Drittel der Patienten zeigen negative Reaktionen<\/a>.<\/p>\n<p>Und da gibt es noch ein weiteres &#8222;Geschm\u00e4ckle&#8220;: Die Pharmafirmen f\u00f6rdern weiterhin sogenannte &#8222;Anwendungsbeobachtungen&#8220;, kurz AWB genannt. Diese AWB stehen unter Verdacht des verdeckten Pharmamarketings.<\/p>\n<p>Das\u00a0US-Pharmaunternehmen Pfizer begann im April 2015 eine AWB f\u00fcr das\u00a0Rheuma-Mittel Enbrel, 15 Jahre nach Markteinf\u00fchrung und kurz bevor die ersten &#8222;Konkurrenz-Mittel&#8220; auf den Markt kamen.<\/p>\n<p><strong>Laut einem Bericht der S\u00fcddeutschen Zeitung (Nr. 183, 2016), sollen bis zu 300 \u00c4rzte daran teilnehmen, die daf\u00fcr bis zu 650.- Euro PRO PATIENT\u00a0bekommen sollen.<\/strong><\/p>\n<p>Die S\u00fcddeutsche Zeitung zitiert dazu den Gesundheits\u00f6konom Bernd M\u00fchlbauer: &#8222;Diese Studie sei ganz eindeutig ein Marketinginstrument&#8220; und &#8222;es sei sicher \u00fcberhaupt kein wissenschaftlicher Erkenntnisgewinn zu erwarten&#8220;.<\/p>\n<p>Dass diese Art des &#8222;Pharmamarketings&#8220; eher die Regel ist, zeige ich u.a. auch in meinem Beitrag: &#8222;<a href=\"https:\/\/renegraeber.de\/blog\/pharmastudien-wessen-brot-ich-ess\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pharmastudien &#8211; Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.<\/a>&#8220;<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Biologika helfen Patienten mit Erkrankungen, die auf schweren Entz\u00fcndungsprozessen beruhen. Sie helfen aber nur, die Symptome zu beseitigen. Eine Heilung kann der Patient hier nicht erwarten.<\/p>\n<p>Daher ist diese Therapieform wieder einmal so typisch f\u00fcr die Schulmedizin, die der Pharmaindustrie hiermit eine mehr als interessante Patientenklientel garantiert.<\/p>\n<p>Kein Wunder also wenn Wikipedia diesen Bereich als \u201e<i>zu den wachsenden Gesch\u00e4ftsfeldern der Pharma- und Biotechnologieindustrie<\/i>\u201c beschreibt. F\u00fcr die zu erwartenden Nebenwirkungen hat man dann ja noch weitere Pr\u00e4parate zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Bei der Aussicht \u201eTeufel oder Beelzebub\u201c kann ich jedem Patienten empfehlen, mit dem Arzt abzukl\u00e4ren, inwiefern es nat\u00fcrliche Methoden gibt, diesen Entz\u00fcndungsprozessen beizukommen, die mit weniger Nebenwirkungen behaftet sind. Nach meiner Erfahrung kann man Rheuma heilen.<\/p>\n<p>Aber dazu sind Patienten mehr gefordert, als nur t\u00e4glich &#8222;drei Mal Eine&#8220; zu nehmen.\u00a0In einer \u00dcbergangsphase kann\u00a0eine Kombination beider Therapiekonzepte langfristig Biologika \u00fcberfl\u00fcssig machen.<\/p>\n<p>Aber daf\u00fcr gibt es nat\u00fcrlich keine \u201eevidenzbasierten\u201c Belege \u2013 und wird es wohl auch nie geben. Der Grund daf\u00fcr ist nicht schwer zu erraten.<\/p>\n<p>Die alternative Rheumatherapie verlangt von Patienten mehr als nur Tabletten und Infusionen: ohne eine Ern\u00e4hrungsumstellung ist nach meiner Erfahrung keine Heilung zu erreichen.<\/p>\n<p>Weitere zus\u00e4tzlich geeignete Therapien sind:\u00a0W\u00e4rmetherapie, B\u00e4der, Bewegung, <a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/homoeopathie\/\">Hom\u00f6opathie<\/a>, Heilpflanzen und Akupunktur.<\/p>\n<h4>Mehr zum Thema Rheuma in meinem Beitrag:<\/h4>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/rheuma\/\">Rheuma ist heilbar und kein Schicksal!<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/rheuma\/rheumatherapie.html\">Die konventionelle Rheumatherapie<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/fasten-bei-rheuma\/\">Fasten bei Rheuma<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/fasten-rheumatoide-arthritis\/\">Fasten bei rheumatoider Arthritis<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<p>Dieser Beitrag wurde von mir erstmalig im Dezember 2009 von mir erstellt und letztmalig am 8.8.2016 \u00fcberarbeitet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Woche hatte ich wieder einen Patienten, der mich nach sog. Biologika in der Rheumatherapie fragte. Nun, ich bin zwar kein Pharmakologe, m\u00f6chte aber dennoch Missverst\u00e4ndnisse beseitigen. Einige denken, dass diese &#8222;Biologika&#8220; etwas &#8222;gesundes&#8220; seien: biologisch eben&#8230; Biologika sind eine Klasse von Arzneimitteln, die mit Hilfe der Biotechnologie beziehungsweise gentechnisch ver\u00e4nderten Organismen (GMO) produziert werden. 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