{"id":3873,"date":"2026-09-05T14:17:02","date_gmt":"2026-09-05T13:17:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/?p=3873"},"modified":"2026-09-05T14:33:55","modified_gmt":"2026-09-05T13:33:55","slug":"sucralose-stevia-darm-stoffwechsel-studie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/sucralose-stevia-darm-stoffwechsel-studie\/","title":{"rendered":"Sucralose und Stevia: Was die neue Studie \u00fcber Darm und Stoffwechsel zeigt &#8211; Und warum ich das Zeug nicht anr\u00fchre&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eine neue Studie sorgt gerade f\u00fcr Schlagzeilen: Sucralose und Stevia ver\u00e4nderten Darmflora, bakterielle Stoffwechselprodukte und bestimmte Stoffwechselmarker \u2013 und einiges davon war sogar noch bei den Nachkommen nachweisbar. Ein Beweis daf\u00fcr, dass S\u00fc\u00dfstoffe beim Menschen \u201evererbbare Stoffwechselsch\u00e4den\u201c verursachen, ist das nicht. Harmlos finde ich die Sache dennoch ganz und gar nicht. Vor allem bei Sucralose nicht.<\/strong><\/p>\n<p>Bei Light-Produkten funktioniert das Marketing seit Jahrzehnten nach einem verbl\u00fcffend einfachen Prinzip:<\/p>\n<p>Zucker raus, S\u00fc\u00dfstoff rein = Kalorien gespart = Problem gel\u00f6st.<\/p>\n<p>Nur hat unser Stoffwechsel leider die l\u00e4stige Angewohnheit, sich nicht nach den Werbeabteilungen der Lebensmittelindustrie zu richten&#8230;<\/p>\n<p>Und genau deshalb ist eine neue Studie aus dem Jahr 2026 interessant, die seit Ende August erneut durch die Medien geht. Forscher untersuchten, was passiert, wenn M\u00e4use \u00fcber l\u00e4ngere Zeit Sucralose beziehungsweise Stevia erhalten \u2013 und was anschlie\u00dfend bei ihren Nachkommen zu beobachten ist.<\/p>\n<p>Das Ergebnis l\u00e4sst sich in einem Satz zusammenfassen:<\/p>\n<p><strong>Kalorienfrei bedeutet nicht biologisch wirkungslos.<\/strong><\/p>\n<p>Und bei Sucralose f\u00e4llt das Ergebnis deutlich unangenehmer aus als bei Stevia.<\/p>\n<h2>Was die Forscher tats\u00e4chlich gemacht haben<\/h2>\n<p>Die Studie erschien bereits im April 2026 in <em>Frontiers in Nutrition<\/em>. Untersucht wurden zun\u00e4chst 47 m\u00e4nnliche und weibliche M\u00e4use. Sie erhielten entweder normales Wasser, Wasser mit Sucralose oder Wasser mit Stevia.<\/p>\n<p>Die Konzentration betrug jeweils 0,1 mg pro Milliliter Trinkwasser. Die Autoren sch\u00e4tzen daraus eine Aufnahme von ungef\u00e4hr 5 bis 15 mg pro Kilogramm K\u00f6rpergewicht und Tag.<\/p>\n<p>Nach sechs Wochen wurden die Tiere miteinander verpaart. Anschlie\u00dfend untersuchten die Forscher nicht nur diese Elterngeneration, sondern auch deren Nachkommen F1 und schlie\u00dflich die zweite Nachkommengeneration F2.<\/p>\n<p>F1 und F2 bekamen sp\u00e4ter selbst kein mit S\u00fc\u00dfstoff versetztes Trinkwasser.<\/p>\n<p>Gemessen wurden unter anderem die Glukosetoleranz, die Zusammensetzung des Darmmikrobioms, kurzkettige Fetts\u00e4uren sowie die Aktivit\u00e4t verschiedener Gene in Darm und Leber.<\/p>\n<h2>Und dann wurde es interessant<\/h2>\n<p>Bei der Elterngeneration waren die Ver\u00e4nderungen des Blutzuckers zun\u00e4chst nicht besonders spektakul\u00e4r. Bei den Nachkommen sah die Sache anders aus. Vor allem in der Sucralose-Gruppe zeigten m\u00e4nnliche Tiere der ersten und zweiten Nachkommengeneration Ver\u00e4nderungen der Glukoseregulation. Bei den m\u00e4nnlichen F2-Tieren lag beispielsweise der N\u00fcchternblutzucker h\u00f6her als bei den Kontrollen.<\/p>\n<p>Das allein w\u00e4re noch kein Grund, die Sirenen anzuwerfen. Die Tiere entwickelten dadurch keinen nachgewiesenen Diabetes. Interessanter wird es, wenn man die \u00fcbrigen Befunde dazunimmt.<\/p>\n<p>Sucralose ver\u00e4nderte die Zusammensetzung des Darmmikrobioms deutlich st\u00e4rker als Stevia. In der ersten Nachkommengeneration unterschieden sich in der Sucralose-Gruppe zahlreiche Bakteriengruppen von den Kontrollen. Selbst in der zweiten Nachkommengeneration waren noch Unterschiede nachweisbar.<\/p>\n<p>Gleichzeitig sanken verschiedene kurzkettige Fetts\u00e4uren. Und genau diese Stoffe sind keineswegs irgendein bedeutungsloser Abfall aus dem Dickdarm. Acetat, Propionat und vor allem Butyrat geh\u00f6ren zu den wichtigsten Stoffwechselprodukten unserer Darmflora. Sie spielen unter anderem f\u00fcr Darmschleimhaut, Immunregulation und Stoffwechsel eine Rolle.<\/p>\n<p>Mit anderen Worten: <strong>Die M\u00e4use hatten nicht einfach nur eine etwas &#8222;andere Darmflora&#8220;. Auch das, was diese Darmflora produzierte, hatte sich ver\u00e4ndert.<\/strong><\/p>\n<h2>Entz\u00fcndungsgene ver\u00e4ndert &#8211; bis in die Nachkommen<\/h2>\n<p>Noch interessanter wurde es bei der Genaktivit\u00e4t. Unter Sucralose waren im Darm unter anderem TLR4 und TNF st\u00e4rker exprimiert. Beide stehen mit entz\u00fcndlichen Signalwegen in Zusammenhang. Diese Ver\u00e4nderungen fanden sich nicht nur bei der Elterngeneration, sondern teilweise auch bei deren Nachkommen.<\/p>\n<p>Auch das Gen SREBP1, das an der Stoffwechselregulation beteiligt ist, zeigte Ver\u00e4nderungen, die teilweise bis zur zweiten Nachkommengeneration nachweisbar waren. Bei Stevia sah man ebenfalls Ver\u00e4nderungen, sie waren jedoch insgesamt schw\u00e4cher und weniger dauerhaft.<\/p>\n<p>Das ist f\u00fcr mich einer der entscheidenden Punkte dieser Arbeit: <strong>Sucralose zeigte \u00fcber mehrere untersuchte Ebenen hinweg die deutlich hartn\u00e4ckigeren Effekte.<\/strong><\/p>\n<h2>Aber Moment: Sind die Sch\u00e4den nun wirklich \u201evererbbar\u201c?<\/h2>\n<p><strong>\u201eS\u00fc\u00dfstoffe sch\u00e4digen Ihre Enkel.\u201c &#8212; k\u00f6nnte eine plakative Schlagzeile sein.<\/strong><\/p>\n<p>Aber die Kausalit\u00e4t stimmt so nicht wirklich. Denn wenn eine tr\u00e4chtige Maus einen Stoff bekommt, wird nicht nur die Mutter exponiert. Auch der Embryo ist betroffen \u2013 und im Embryo entstehen bereits jene Keimzellen, aus denen sp\u00e4ter wiederum die n\u00e4chste Generation hervorgehen kann.<\/p>\n<p>Deshalb ist F2 bei einer solchen Versuchsanordnung nicht automatisch der Beweis einer echten transgenerationalen Vererbung. Daf\u00fcr m\u00fcsste man unter diesen Bedingungen noch weiter bis zur F3-Generation schauen und vor allem die Mechanismen genauer untersuchen.<\/p>\n<p>Hinzu kommt: Mikrobiomver\u00e4nderungen k\u00f6nnen bei Geburt, S\u00e4ugezeit und engem Kontakt von Mutter auf Nachwuchs \u00fcbertragen werden. Man braucht also nicht einmal zwingend eine Ver\u00e4nderung der DNA, um einen biologischen Effekt in der folgenden Generation zu sehen.<\/p>\n<p><strong>Ich w\u00fcrde aber sicher behaupten wollen: Einen \u201egenerationen\u00fcbergreifenden Effekt\u201c haben wir&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Aber die eigentliche Frage lautet doch (auch noch):<\/p>\n<p><strong>Warum hinterl\u00e4sst ein angeblich so wunderbar unproblematischer Zuckerersatz \u00fcberhaupt derartige Spuren?<\/strong><\/p>\n<h2>Sucralose: Ich halte davon NULL<\/h2>\n<p>Wer meine Beitr\u00e4ge seit l\u00e4ngerem liest, kennt meine Position. <strong>Von Sucralose halte ich NULL. <\/strong>Und diese Studie macht meine Begeisterung daf\u00fcr nicht gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n<p>Ich habe bereits ausf\u00fchrlich \u00fcber die <a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/diaet\/blog\/sucralose-gefahren-nebenwirkungen\/\">Gefahren und m\u00f6glichen Nebenwirkungen von Sucralose<\/a> berichtet. Ebenso habe ich mich grunds\u00e4tzlich mit den <a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/ungesunde-suessstoffe-lebensmittellobby\/\">bitters\u00fc\u00dfen Nebenwirkungen der S\u00fc\u00dfstoffe<\/a> besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Warum bin ich bei Sucralose so deutlich? Nicht deshalb, weil nach einem Schluck Light-Limonade jemand tot umf\u00e4llt. Das ist nicht die wirkliche Frage.<\/p>\n<p>Die Frage ist, welchen vern\u00fcnftigen Grund es gibt, einen Stoff regelm\u00e4\u00dfig zu konsumieren, der keinerlei ern\u00e4hrungsphysiologischen Nutzen besitzt, dessen Wechselwirkungen mit Mikrobiom und Stoffwechsel zunehmend komplizierter erscheinen und bei dem inzwischen sogar die europ\u00e4ischen Beh\u00f6rden beim Erhitzen offene Fragen sehen.<\/p>\n<p>Und nur zur Erinnerung: Sucralose wird in Fertigprodukten, Proteinpulvern, Getr\u00e4nken, \u201eFitness\u201c-Produkten, S\u00fc\u00dfigkeiten, So\u00dfen und zahllosen angeblich gesundheitsbewussten Lebensmitteln eingesetzt. Der Verbraucher bekommt ein Produkt mit dem Etikett &#8222;zuckerfrei&#8220; und soll daraus gedanklich gleich &#8222;gesund&#8220; machen. Guter Trick. Nur klappen muss er. Leider tut das Trick bei den meisten Konsumenten&#8230;<\/p>\n<p><strong>Wenn Sie wissen m\u00f6chten, bei welchen Lebensmitteln sich der vermeintlich \u201egesunde Ersatz\u201c bei genauerem Hinsehen als ziemlich schlechte Idee entpuppt, dann tragen Sie sich auch in meinen Ern\u00e4hrungs-Newsletter ein. Dort zeige ich unter anderem drei Lebensmittel, die ich in meiner Praxis besonders kritisch sehe:<\/strong><\/p>\n<p><script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pD2gv\"><\/script><\/p>\n<h2>Und was ist mit Stevia?<\/h2>\n<p>Stevia w\u00fcrde ich ausdr\u00fccklich nicht einfach zusammen mit Sucralose in einen Topf werfen. Dar\u00fcber habe ich bereits vor Jahren in meinem Beitrag <a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/stevia-die-zuckeralternative\/\">\u201eStevia \u2013 die Zucker-Alternative?\u201c<\/a> geschrieben.<\/p>\n<p>Schon damals war mein Einwand: Zwischen einer Stevia-Pflanze und hochgereinigten, industriell isolierten Steviolglycosiden besteht ein Unterschied. In der neuen M\u00e4usestudie zeigte auch die Stevia-Gruppe Ver\u00e4nderungen. Beispielsweise war bei weiblichen Tieren der zweiten Nachkommengeneration der N\u00fcchternblutzucker erh\u00f6ht. Auch bei den kurzkettigen Fetts\u00e4uren gab es Auff\u00e4lligkeiten.<\/p>\n<p>Die Effekte auf Darmflora und Genaktivit\u00e4t waren jedoch insgesamt weniger ausgepr\u00e4gt als unter Sucralose. Die entz\u00fcndungsbezogenen Genver\u00e4nderungen normalisierten sich bei Stevia in der zweiten Generation wieder.<\/p>\n<p>Deshalb w\u00e4re die Schlagzeile &#8222;<em>Stevia genauso gef\u00e4hrlich wie Sucralose&#8220; <\/em>aus meiner Sicht durch diese Arbeit \u00fcberhaupt nicht gerechtfertigt.<\/p>\n<p>Das bedeutet umgekehrt aber auch nicht, dass jedes beliebige hochkonzentrierte Stevia-Produkt automatisch gesund ist, nur weil die Ausgangspflanze aus S\u00fcdamerika stammt. &#8222;Nat\u00fcrlich&#8220; ist auch kein Freibrief, aber &#8222;synthetisch und kalorienfrei&#8220; eben genauso wenig.<\/p>\n<h2>Auch die Dosierungsangabe der Studie hat einen Haken<\/h2>\n<p>Ein Punkt hat mich bei der Arbeit besonders stutzig gemacht. Die Autoren schreiben, ihre Dosierung entspreche ungef\u00e4hr dem von der US-amerikanischen FDA festgelegten ADI f\u00fcr Sucralose von 15 mg pro Kilogramm K\u00f6rpergewicht.<\/p>\n<p>Das stimmt so nicht &#8211; jedenfalls wenn ich das richtig verstanden habe.\u00a0Die FDA nennt f\u00fcr Sucralose 5 mg pro Kilogramm K\u00f6rpergewicht und Tag. <strong>15 mg\/kg ist der europ\u00e4ische ADI der EFSA.<\/strong><\/p>\n<p>Bei Steviolglycosiden wiederum liegt der ADI bei 4 mg\/kg \u2013 allerdings ausgedr\u00fcckt als Steviol-\u00c4quivalente. Das ist chemisch nicht einfach dasselbe wie irgendeine nicht n\u00e4her charakterisierte Menge eines als \u201eStevia\u201c bezeichneten Produktes.<\/p>\n<h2>Und jetzt wird es f\u00fcr den Menschen interessant<\/h2>\n<p>Der \u00fcbliche Einwand lautet nat\u00fcrlich: &#8222;<em>Das sind doch nur M\u00e4use.&#8220; Ja&#8230; schon.\u00a0<\/em>Deshalb darf man aus dieser Arbeit keine menschlichen Diabetesf\u00e4lle, Fehlbildungen oder vererbten Krankheiten konstruieren. Nur ist die Mausarbeit eben nicht der einzige Hinweis darauf, dass S\u00fc\u00dfstoffe biologisch mehr tun k\u00f6nnen als nur s\u00fc\u00df zu schmecken.<\/p>\n<p>Bereits 2022 erschien eine randomisierte kontrollierte Studie mit 120 gesunden Erwachsenen. Die Teilnehmer erhielten zwei Wochen lang Saccharin, Sucralose, Aspartam oder Stevia \u2013 und zwar in Mengen unterhalb der jeweils erlaubten t\u00e4glichen Aufnahmemengen.<\/p>\n<p>Das bemerkenswerte Ergebnis: <strong>Alle untersuchten S\u00fc\u00dfstoffe ver\u00e4nderten auf unterschiedliche Weise das Darm- und Mundmikrobiom sowie Teile des Stoffwechsels.<\/strong><\/p>\n<p>Bei Saccharin und Sucralose verschlechterte sich zus\u00e4tzlich auf Gruppenebene die Reaktion auf Glukose. Auch das bedeutet nicht, dass jeder Sucralose-Konsument Diabetes bekommt. Es bedeutet aber sehr wohl, dass man den alten Satz &#8222;<em>S\u00fc\u00dfstoffe gehen praktisch unver\u00e4ndert durch den K\u00f6rper und sind metabolisch bedeutungslos&#8220; <\/em>so langsam in Rente schicken darf.<\/p>\n<h2>Selbst die WHO empfiehlt S\u00fc\u00dfstoffe nicht mehr zum Abnehmen<\/h2>\n<p>Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass selbst die Weltgesundheitsorganisation inzwischen davon abr\u00e4t, nichtkalorische S\u00fc\u00dfstoffe zur langfristigen Gewichtskontrolle einzusetzen. Ja&#8230; ich wei\u00df&#8230; die WHO. Aber viele glauben alles was von der WHO kommt.<\/p>\n<p>Also: die WHO verweist darauf, dass sich daraus langfristig kein \u00fcberzeugender Vorteil f\u00fcr die Gewichtskontrolle ergibt und Beobachtungsdaten sogar Zusammenh\u00e4nge mit Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und erh\u00f6hter Sterblichkeit zeigen. Wichtig: Die WHO bezeichnet diese Empfehlung ausdr\u00fccklich als bedingt. Sie ist auch keine toxikologische Neubewertung der einzelnen S\u00fc\u00dfstoffe.<\/p>\n<h2>Die EFSA h\u00e4lt Sucralose weiter f\u00fcr sicher &#8211; mit einem bemerkenswerten &#8222;Aber&#8220;<\/h2>\n<p>Der Vollst\u00e4ndigkeit halber: Die europ\u00e4ische Lebensmittelbeh\u00f6rde EFSA hat Sucralose Anfang 2026 erneut bewertet und den bisherigen ADI von 15 mg\/kg K\u00f6rpergewicht best\u00e4tigt. Nach ihrer Bewertung liegen die \u00fcblichen Aufnahmemengen in Europa darunter. Damit k\u00f6nnte man die Sache eigentlich f\u00fcr erledigt erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Eigentlich&#8230; Denn im selben Gutachten r\u00e4umt die EFSA ein, dass beim l\u00e4ngeren Erhitzen von Sucralose Unsicherheiten bestehen. Konkret geht es um m\u00f6gliche chlorhaltige Reaktions- beziehungsweise Abbauprodukte. Und die Beh\u00f6rde schreibt ausdr\u00fccklich, dass diese Unsicherheit auch beim <strong>Backen und Braten im Haushalt<\/strong> gilt. Aha! Das finde ich zumindest bemerkenswert f\u00fcr einen Stoff, der jahrelang gerade auch als Zuckerersatz zum Kochen und Backen angepriesen wurde.<\/p>\n<h2>Das eigentliche Problem: Wir wollen den s\u00fc\u00dfen Geschmack nicht aufgeben<\/h2>\n<p>Und damit komme ich zu dem Punkt, der in fast allen S\u00fc\u00dfstoffdiskussionen verloren geht. Wir versuchen st\u00e4ndig, Zucker durch etwas anderes zu ersetzen, ohne unser Bed\u00fcrfnis nach extremer S\u00fc\u00dfe zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Zucker raus \u2013&gt; Aspartam rein.<\/p>\n<p>Aspartam raus \u2013&gt; Sucralose rein.<\/p>\n<p>Sucralose raus \u2013&gt; Steviolglycoside rein.<\/p>\n<p>Dann vielleicht Erythrit, Xylit oder der n\u00e4chste Stoff, der gerade durch die Marketingabteilung geschoben wird?<\/p>\n<p>Ich halte das langfristig f\u00fcr den falschen Ansatz. Wer seine Ern\u00e4hrung wirklich ver\u00e4ndern m\u00f6chte, sollte nicht nur die Kalorienquelle austauschen. <strong>Man sollte sich wieder an weniger S\u00fc\u00dfe gew\u00f6hnen. <\/strong>Das dauert einige Wochen. Danach schmecken viele Produkte, die vorher vollkommen normal erschienen, pl\u00f6tzlich geradezu absurd s\u00fc\u00df.<\/p>\n<h2>Mein Fazit<\/h2>\n<p>Klar scheint zu sein: Eine l\u00e4ngerfristige S\u00fc\u00dfstoffaufnahme kann offenbar biologische Ver\u00e4nderungen ansto\u00dfen, die nicht zwingend mit dem letzten Schluck des s\u00fc\u00dfen Getr\u00e4nks verschwinden.<\/p>\n<p>Bei den M\u00e4usen betraf das Darmflora, kurzkettige Fetts\u00e4uren, bestimmte Entz\u00fcndungs- und Stoffwechselgene sowie Teile der Glukoseregulation. Und manche Effekte waren noch in nachfolgenden Generationen messbar. Sucralose fiel dabei deutlich negativer auf als Stevia.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich \u00e4ndert die Studie deshalb weniger meine Meinung als vielmehr die Zahl der Fragezeichen hinter einem Stoff, von dem ich ohnehin nichts halte.<\/p>\n<p><strong>Sucralose? F\u00fcr mich weiterhin: NULL.<\/strong><\/p>\n<p>Und wer seinen Zuckerkonsum reduzieren will, sollte meiner Ansicht nach nicht nach dem n\u00e4chsten 600-mal s\u00fc\u00dferen Ersatzstoff suchen.<\/p>\n<p>Die bessere L\u00f6sung ist wesentlich unspektakul\u00e4rer:<\/p>\n<p><strong>Weniger s\u00fc\u00df essen.<\/strong><\/p>\n<p>Das bekommt zwar keine bunte \u201eZero\u201c-Aufschrift.<\/p>\n<p>Aber unser Stoffwechsel k\u00f6nnte durchaus etwas damit anfangen.<\/p>\n<p><strong>Gerade bei Ern\u00e4hrung, Zusatzstoffen und angeblich \u201egesunden\u201c Ersatzprodukten lohnt es sich, genauer hinzusehen. Wenn Sie solche Studien und Entwicklungen ohne Werbeprospekt und ohne t\u00e4gliches Gesundheitsblabla verfolgen m\u00f6chten, dann empfehle ich Ihnen meinen kostenlosen Praxis-Newsletter \u201eUnabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.\u201c:<\/strong><\/p>\n<p><script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine neue Studie sorgt gerade f\u00fcr Schlagzeilen: Sucralose und Stevia ver\u00e4nderten Darmflora, bakterielle Stoffwechselprodukte und bestimmte Stoffwechselmarker \u2013 und einiges davon war sogar noch bei den Nachkommen nachweisbar. Ein Beweis daf\u00fcr, dass S\u00fc\u00dfstoffe beim Menschen \u201evererbbare Stoffwechselsch\u00e4den\u201c verursachen, ist das nicht. Harmlos finde ich die Sache dennoch ganz und gar nicht. 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