{"id":93,"date":"2017-02-05T10:35:57","date_gmt":"2017-02-05T09:35:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/?p=93"},"modified":"2023-12-10T16:34:41","modified_gmt":"2023-12-10T15:34:41","slug":"stevia-die-zuckeralternative","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/stevia-die-zuckeralternative\/","title":{"rendered":"STEVIA &#8211; Die Zucker-Alternative? Ist die gesund?"},"content":{"rendered":"<p>Mit fast allen Patienten spreche ich \u00fcber Ihre Ern\u00e4hrung. Es gibt f\u00fcr mich kein Symptombild und Krankheit, die nicht auch weitl\u00e4ufig durch eine bessere oder &#8222;vern\u00fcnftigere&#8220; Ern\u00e4hrung beeinflusst werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Getreu meinem Naturheilkunde-Vorbild <a href=\"https:\/\/www.yamedo.de\/naturheiler\/Sebastian_Kneipp.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sebastian Kneipp<\/a> gebrauche ich dabei zum Teil auch deftige Worte&#8230;<\/p>\n<p>Einem Landwirt musste ich vor ein paar Jahren auch schon mal die Meinung sagen: &#8222;Die Fresserei h\u00f6rt jetzt auf!&#8220; &#8211; waren meine deutlichen Worte, an die ich mich heute noch erinnern kann.<\/p>\n<p>Mit Drohungen und Verboten ist es aber nicht getan. Man muss den Patienten schon Alternativen anbieten. <!--more--><\/p>\n<p>H\u00e4ufige Verbote und Gebote bzgl. der Ern\u00e4hrung beziehen sich bei mir auf:<\/p>\n<ul>\n<li>Zucker,<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/fleisch\/\">Schweinefleisch<\/a>,<\/li>\n<li>Eier,<\/li>\n<li>Milch.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das &#8222;Zuckerproblem&#8220; hatte ich ja schon in mehreren Beitr\u00e4gen aufgefasst und mittlerweile auch ein kleines Buch dazu verfasst, weil es einfach <strong>ZU VIEL<\/strong> ist: Der Zuckerreport.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.rene-graeber-buecher.de\/der-zucker-report.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1737\" src=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/zucker-buch-rene-graeber-610px-e1556186194553.png\" alt=\"Buch: Wie Zucker krank macht von Rene Gr\u00e4ber\" width=\"590\" height=\"272\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mehr finden Sie auch in\u00a0den Beitr\u00e4gen <a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/zuckersucht\/\">Zuckersucht<\/a> und zum <a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/fruchtzucker-und-fruktose\/\">Fruchtzucker<\/a>. Im Artikel &#8222;<a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/alternativen-zucker\/\">Zucker Alternative<\/a>&#8220; habe ich bereits einige Alternativen vorgestellt. Eine fehlte jedoch: STEVIA.<\/p>\n<h2>Ursprung und Geschichte<\/h2>\n<p>Stevia ist ein in den Hochebenen von Paraguay und Brasilien beheimatetes S\u00fc\u00dfkraut, das den Blutzuckerspiegel senken und die Bildung von Zahnplaque verhindert soll. Dabei ist Stevia im Gegensatz zu Zucker v\u00f6llig kalorienfrei ist, aber in seiner extrahierten Form 300 mal so s\u00fc\u00df ist.<\/p>\n<p>Ihren s\u00fc\u00dfen, leicht lakritzeartigen Geschmack verdankt Stevia den Glykosiden bzw. Steviosiden in seinen Bl\u00e4ttern, die per se zehn- bis drei\u00dfigmal so s\u00fc\u00df wie Zucker sind, je nach Anbauregion und Klima. Stevia wird weltweit, auch in Europa, angebaut und ist seit langem als gesund geltender\u00a0 Zuckerersatzstoff bekannt.<\/p>\n<p>Die Japaner s\u00fc\u00dfen im Teehaus, daheim und jedem Restaurant seit\u00a0 <strong>Anfang der 1970er Jahre\u00a0<\/strong> damit &#8211; \u00fcber die H\u00e4lfte des japanischen S\u00fc\u00dfmittelmarktes wird durch Stevia besetzt. Steviabl\u00e4tter dienen seit der pr\u00e4kolumbianischen Epoche nicht nur der S\u00fc\u00dfung des in S\u00fcdamerika beliebten Mate-Tees, sondern auch zahlreichen Heilzwecken.<\/p>\n<p><strong>Auch in Deutschland ist\u00a0 Stevia-Konzentrate seit Dezember 2010 als Nahrungsmittel zugelassen.<\/strong><\/p>\n<h2>Ist Stevia gesund?<\/h2>\n<p>Doch der Genuss der Stevioside kann sich m\u00f6glicherweise negativ auf die m\u00e4nnliche Fruchtbarkeit auswirken. Dieser Verdacht entstand, weil Stevia in einigen Regionen S\u00fcdamerikas traditionell zur Empf\u00e4ngnisverh\u00fctung eingesetzt wird.<\/p>\n<p>Auch Tier-Experimente mit m\u00e4nnlichen Ratten lieferten daf\u00fcr bereits 1999 Hinweise. Die Tiere entwickelten nach der Verf\u00fctterung des S\u00fc\u00dfkrautes verkleinerte Hoden.<\/p>\n<p>Ursache war ein verminderter Testosteron-Spiegel (<a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.sciencedirect<\/a>). Nicht eindeutig waren die Ergebnisse zur mutagenen Wirkung der Stevioside und deren Metabolite.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend in Bakterien-DNA Mutationen proportional zur Stevia-Exposition zunehmen <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(www.ncbi)<\/a>, konnten bei menschlichen Lymphozyten bei niedrigen Dosierungen keine Gen-Ver\u00e4nderungen und Chromosomen-Abweichungen festgestellt werden <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(www.ncbi)<\/a>.<\/p>\n<p>In Leberzellen von Ratten erwies sich Steviol eindeutig als mutagen. Dies allerdings erst bei einer enormen Konzentration, die beim Konsum der Bl\u00e4tter wohl kaum auftreten kann (<a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ncbi.nlm<\/a>).<\/p>\n<p>In allen Studien wiesen die Forscher darauf hin, dass weitere Untersuchungen erforderlich seien, um die Unbedenklichkeit zu belegen. Das sahen auch die EU-B\u00fcrokraten so, die \u00fcber eine Aufhebung des im Zuge der <em>Novel-Food-Verordnung<\/em> von 1997 erlassenen Verbotes damals nicht nachdenken wollten. Noch in den 1990ern war Stevia frei in Reformh\u00e4usern, Biol\u00e4den und Teehandlungen erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p>Kritische Stimmen waren der Auffassung, dass die j\u00e4hrlich allein in Europa 60 Milliarden Euro umsetzende Zuckerindustrie eine EU-weite Einf\u00fchrung verhindern wollte: Auch Produzenten von synthetisch hergestellten S\u00fc\u00dfungsmitteln gaben bereits Versuchsreihen mit der Perspektive in Auftrag, eine Bedenklichkeit von Stevia nachzuweisen.<\/p>\n<p>Die dann im Tierversuch verabreichte Dosis entsprach auch hier allerdings unphysiologisch hohen Konzentrationen. Gearbeitet wurde mit Dosierungen,der relativen Menge des halben K\u00f6rpergewichts eines Erwachsenen entsprechen.<\/p>\n<p>F\u00fcr eine Neueinf\u00fchrung von Stevia als Lebensmittelzusatz musste dessen Unbedenklichkeit (nicht krebserregend, nicht allergieausl\u00f6send etc.) in kostenintensiven Studien sehr detailliert nachgewiesen werden.<\/p>\n<p>Nachdem die European Food Safety Authority, kurz EFSA, mehrere Antr\u00e4ge ablehnte, lagen dann u. a. Antr\u00e4ge des US-amerikanischen Konzerns Cargill vor, der gern Coca-Cola damit s\u00fc\u00dfen wollte. So ist wahrscheinlich ein wenig mehr Druck entstanden.<\/p>\n<p>Auch Professor Jan Geuns von der Katholischen Universit\u00e4t Leuven, Belgien, stellte erfolglos mehrere solcher Antr\u00e4ge &#8211; <strong>obwohl sogar die WHO Stevia 2008 als unbedenklich einstufte<\/strong>. Die Zuckerindustrie, selbst zur Finanzierung kostenintensiver Studien in der Lage, hatte, so Professor Geuns, kein wirtschaftliches Interesse daran.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<h2>Stevia ist nun legal erh\u00e4tlich &#8211; aber nur als hochkonzentriertes Industrie-Produkt<strong><br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<p>Einige Internet-H\u00e4ndler umgingen das EU-Recht, indem sie Stevia beispielsweise als Badezus\u00e4tze deklarieren. Der Nachteil: In dieser rechtlichen Grauzone konnten auch unreine Stevia-Produkte kursieren.<\/p>\n<p>Die Legalisierung bringt jedoch ebenfalls Risiken: die Zulassung bezieht sich <strong>ausgerechnet nicht <\/strong>auf die Rohdroge, sondern auf normierte Zubereitungen.<\/p>\n<p>Und hier arbeitet die Lebensmittel-Industrie mit allen Tricks, um die Stevioside zu konzentrieren. Die Dosierungen kommen den in den Studien verwendeten Mengen schon relativ nahe. So muss die Rebaudiosid-A-Konzentration in den zugelassenen Pr\u00e4paraten mindestens 95 % betragen!<\/p>\n<p>In den Bl\u00e4ttern und St\u00e4ngeln der Pflanze kommen die Verbindungen des Sekund\u00e4r-Stoffwechsels nur in sehr geringen Mengen vor. Die getrockneten und ansonsten naturbelassenen Pflanzenteile d\u00fcrfen in der EU nach wie vor nicht verkauft werden.<\/p>\n<p>Die offizielle Marktzulassung der Stevia-S\u00fc\u00dfe durch die EU erfolgte im im Dezember 2011.\u00a0Besonders Diabetiker und andere Patienten waren dar\u00fcber froh.<\/p>\n<p>Die Zuckerkranken und Abnehmwilligen \u00fcbersehen in ihrem starkem Wunsch nach besserer Gesundheit allerdings, dass sie hier kein Gew\u00fcrzkraut, sondern ein kritisch zu bewertendes Konzentrat zu sich nehmen.<\/p>\n<p>Es ist \u00e4hnlich wie beim Fruchtzucker, der im \u00ad(unbestreitbar gesundem) Obst in geringen Mengen vorkommt, als Reinstoff aber gesundheitssch\u00e4dlich ist.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>An der Universit\u00e4t Hohenheim wird schon seit 1998 mit EU-Mitteln zu Stevia geforscht. Vielleicht untersuchen die Wissenschaftler dann auch, wie man einfach die getrockneten Bl\u00e4tter verwenden kann.<\/p>\n<p>Zu kl\u00e4ren w\u00e4re zudem, wie es mit der Wirkung der Pflanze als Kontrazeptivum aussieht.<\/p>\n<p>Es m\u00fcsste einmal untersucht werden, in welchen Mengen die Indianer Stevia hierzu anwendeten und ob dies \u00fcberhaupt den beabsichtigten Effekt hatte. Bevor dies nicht gekl\u00e4rt ist, k\u00f6nnen weder das Natur-Produkt, noch (und schon gar nicht) die Konzentrate empfohlen werden.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<p>Beitragsbild: pixabay.com &#8211; 955169<\/p>\n<p>Dieser Beitrag wurde am 24.03.2009 erstellt und letztmalig am 05.02.2017 \u00fcberarbeitet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit fast allen Patienten spreche ich \u00fcber Ihre Ern\u00e4hrung. Es gibt f\u00fcr mich kein Symptombild und Krankheit, die nicht auch weitl\u00e4ufig durch eine bessere oder &#8222;vern\u00fcnftigere&#8220; Ern\u00e4hrung beeinflusst werden k\u00f6nnte. 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