{"id":978,"date":"2026-02-15T08:36:03","date_gmt":"2026-02-15T07:36:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/?p=978"},"modified":"2026-02-15T15:31:08","modified_gmt":"2026-02-15T14:31:08","slug":"jod-algen-schildruese","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/jod-algen-schildruese\/","title":{"rendered":"Chlorella und Schilddr\u00fcse: Gefahr durch Jod?"},"content":{"rendered":"<p>Ist Jod in Algen bei Schilddr\u00fcsen-Problemen gef\u00e4hrlich? Diese Frage stellt sich immer wieder \u2013 besonders im Zusammenhang mit Chlorella und anderen Mikroalgen. Hintergrund ist die bekannte Rolle von Jod f\u00fcr die Schilddr\u00fcsenfunktion: Zu viel Jod kann eine \u00dcberfunktion verschlechtern, zu wenig Jod eine Unterfunktion beg\u00fcnstigen. Entscheidend ist daher nicht das Schlagwort \u201eAlge\u201c, sondern der tats\u00e4chliche Jodgehalt des jeweiligen Produkts.<\/p>\n<p>Chlorella vulgaris ist eine S\u00fc\u00dfwasseralge. Ihr Jodgehalt h\u00e4ngt vom Mineralgehalt des Kultivierungswassers ab \u2013 und der ist in Mitteleuropa in der Regel niedrig. Rechnet man g\u00e4ngige Dosierungen durch, zeigt sich: Die \u00fcber Chlorella aufgenommene Jodmenge liegt meist deutlich unter dem t\u00e4glichen Bedarf eines Erwachsenen.<\/p>\n<p>Im Artikel kl\u00e4re ich, wie viel Jod in Chlorella realistisch enthalten ist, welche Bedeutung das bei Hashimoto oder Hyperthyreose hat und wo tats\u00e4chlich Risiken liegen \u2013 sachlich eingeordnet, ohne Dramatisierung.<\/p>\n<h2>Chlorella vulgaris \u2013 eine Alge, die gesund ist?<\/h2>\n<p>Es ist zwar richtig, dass es sich bei Chlorella vulgaris um eine Alge handelt. Aber das Wort \u201eAlge\u201c allein ist mehr als missverst\u00e4ndlich. Denn vieles, was man einfach als \u201eAlge\u201c bezeichnet, hat mit Algen nichts zu tun \u2013 wie zum Beispiel Spirulina.<\/p>\n<p>Dazu kommt noch, dass (echte) Algen sowohl im S\u00fc\u00dfwasser vorkommen als auch im Salzwasser. Im Gegensatz zu Spirulina zum Beispiel kann Chlorella ausschlie\u00dflich im S\u00fc\u00dfwasser gedeihen.<\/p>\n<p>Damit h\u00e4ngt der\u00a0Gehalt des Jods\u00a0dieser Mikroalge vom Jodgehalt des S\u00fc\u00dfwassers ab, in dem sie gedeiht. Der Jodgehalt des S\u00fc\u00dfwassers wiederum ist abh\u00e4ngig von dem Boden des Sees beziehungsweise der Fl\u00fcsse, \u00fcber die das Wasser in den See gelangt ist.<\/p>\n<p>Da in Europa und speziell in Deutschland die B\u00f6den sehr jodarm sind, bestehen keine gro\u00dfen Aussichten auf einen hohen Jodgehalt der in diesen Wassern gez\u00fcchteten Chlorella-Algen.<\/p>\n<p>Aber Jod oder fehlendes Jod sind nicht die wahren Markenzeichen von Chlorella vulgaris, wenn es um den gesundheitlichen Nutzen dieser Alge geht. Hier stehen andere Merkmale im Vordergrund. Mehr dazu k\u00f6nnen Sie hier nachschlagen: <a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/Algen_Chlorella_Spirulina_zur_Entsaeuerung_oder_Nahrungsergaenzung.html\">Heilkraft aus dem Meer: Chlorella Algen und Spirulina Algen?<\/a><\/p>\n<p>Interessant ist in diesem Zusammenhang der in diesem Beitrag angegebene Gehalt an Jod (0,4 Milligramm pro 100 Gramm). Das entspricht 4 \u00b5g\/g (Mikrogramm pro Gramm).<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<h2>Wieviel Jod braucht der Mensch?<\/h2>\n<p>Jod wird in der Schwangerschaft ben\u00f6tigt, um beim F\u00f6tus und nach der Geburt beim Neugeborenen die Entwicklung des Gehirns voranzutreiben. Ohne Jod kommt es zu irreversiblen Sch\u00e4den im Verlauf dieser Entwicklung.<\/p>\n<p>Man kann davon ausgehen, dass ein Jodmangel zu diesem Zeitpunkt einen Verlust von 10 bis 15 IQ-Punkten mit sich bringt (<a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/11264481?dopt=Abstract\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Iodine deficiency as a cause of brain damage<\/a>).<\/p>\n<p>Kinder bis zum 9. Lebensjahr sollten, laut DGE, 100 bis 140 \u00b5g Jod pro Tag einnehmen. Alles, was \u00e4lter ist als 10 Jahre, sollte sich mit Jod zwischen 180 und 200 \u00b5g t\u00e4glich versorgen.<\/p>\n<p>Bei Schwangeren wird der Tageswert bei 230 \u00b5g und bei stillenden M\u00fcttern bei 260 \u00b5g t\u00e4glich festgelegt, nicht zuletzt deshalb, weil ein heranwachsender F\u00f6tus beziehungsweise S\u00e4ugling ebenfalls mit Jod versorgt werden muss.<\/p>\n<p>Wenn wir, nur als reines Gedankenexperiment angenommen, uns nur \u00fcber Chlorella-Tabletten mit Jod versorgen wollten, dann w\u00fcrden wir recht bald\u00a0an un\u00fcberwindbare Grenzen sto\u00dfen. Denn eine gro\u00dfe Chlorella-Tablette enth\u00e4lt 500 Milligramm Chlorella, also ein halbes Gramm.<\/p>\n<p>Je nach Produkt und Hersteller kann das variieren. Es gibt Varianten mit 250 Milligramm oder 400 Milligramm pro Tablette und so weiter. Zum besseren Rechnen bleiben wir der Einfachheit halber bei den 500-mg-Tabs.<\/p>\n<p>Wenn also 1 Gramm Chlorella 4 Mikrogramm Jod enth\u00e4lt, dann enth\u00e4lt eine 500-mg-Tablette nur 2 Mikrogramm Jod. Wenn wir als Erwachsene beziehungsweise \u00e4lter als 10 Jahre mit einem t\u00e4glichen Bedarf an Jod von 180 bis 200 \u00b5g diesen Bedarf \u00fcber diese Tabletten decken wollten, dann m\u00fcssten wir bis zu 100 Tabletten \u00e1 500 Milligramm einnehmen oder 50 Gramm Chlorella.<\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen an dieser Stelle mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass das des Guten eindeutig zu viel sein wird. Denn Chlorella vulgaris enth\u00e4lt noch eine Menge an anderen n\u00fctzlichen \u201eStoffen\u201c, die mit einer solchen Dosierung vollkommen \u00fcberdosiert werden w\u00fcrden, was den gesundheitlichen Wert wieder zunichte machen w\u00fcrde. Denn des Guten zu viel ist eben nicht gut.<\/p>\n<p>Eine \u00e4hnliche Bewertung von Chlorella bez\u00fcglich Jod und Jodgehalt kommt auch aus der Klinghardt-Academy. Im Blogbeitrag \u201e<a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20181023061931\/https:\/\/www.klinghardtacademy.com\/Articles\/Chlorella-Vulgaris-Medicinal-Food.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Chlorella Vulgaris &#8211; Medicinal Food<\/a>\u201c erf\u00e4hrt der Leser folgendes (\u00fcbersetzt): \u201eDa Chlorella eine S\u00fc\u00dfwasser-Alge ist, hat sie keinen signifikanten Gehalt an Jod zu verzeichnen.<\/p>\n<p>Und von daher k\u00f6nnen Patienten mit Schilddr\u00fcsenerkrankungen Chlorella vulgaris ohne jegliche Einschr\u00e4nkungen zu sich nehmen.\u201c (Because Chlorella is a freshwater algae, it has no significant iodine content, therefore people with a dysfunction of the thyroid may take Chlorella without any restrictions.)<\/p>\n<p>Die in diesem Beitrag angegebenen Dosierungen von 1 bis 2 Gramm zwei- bis dreimal t\u00e4glich f\u00fcr eine allgemeine Pr\u00e4vention erg\u00e4ben maximal 6 Gramm Chlorella oder 24 \u00b5g Jod am Tag. Das entspr\u00e4che weniger als einem Achtel der minimalen Tagesdosis f\u00fcr Erwachsene. Ich sehe das \u00fcbrigens genauso.<\/p>\n<p>Aber selbst f\u00fcr den Fall, dass mit Chlorella eine\u00a0<a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/entgiftung-entgiftungskur\/\">Entgiftung<\/a> durchgef\u00fchrt werden w\u00fcrde (wozu sich diese Alge ausgezeichnet eignet), kommen bei einer maximalen Dosierung von 12 Gramm f\u00fcr die Entgiftung weniger als 50 \u00b5g Jod pro Tag zusammen.<\/p>\n<p>Und da Entgiftungen keine Langzeittherapien sind, sondern zeitlich sehr begrenzt, werden die zu diesem Zeitpunkt leicht erh\u00f6hten Jodzufuhren aus meiner Sicht kein Problem f\u00fcr den Organismus darstellen.<\/p>\n<p>Die abschlie\u00dfende Beurteilung der Klinghardt Academy lautet: \u201eIm Jahr 2001 befand Dr. R.E. Merchant, Professor f\u00fcr Anatomy und Neurochirurgie an der Medical School of Virginia: &#8222;Es wurden keine toxischen Effekte jemals unter der Gabe von Chlorella bei Labortieren oder Menschen gesehen, gleichg\u00fcltig ob die Zellw\u00e4nde der Alge noch intakt oder bereits aufgebrochen waren.\u201c<\/p>\n<p>Die bessere Alternative zur optimalen Jod-Versorgung sind Meesresfr\u00fcchte, insbesondere Meeresalgen. In Betracht kommt auch die <a href=\"https:\/\/www.naturheilt.com\/medikamente\/lugolsche-loesung.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lugolsche L\u00f6sung<\/a>, die eine w\u00e4ssrige L\u00f6sung aus Jod mit Kaliumjodid im Verh\u00e4ltnis 1:2 ist. Aufgrund m\u00f6glicher \u00dcberdosierungen ist die Tinktur allerdings heute nicht mehr aktuell.<\/p>\n<p>Ob die Lugolsche L\u00f6sung tauglich ist, den in der Bev\u00f6lkerung vorherrschenden Jod-Mangel zu beheben, ist fraglich. Bevor ich das alte traditionelle Mittel empfehle, werde ich ab Ende 2017 einen Selbestversuch vornehmen. Mein Hauptanliegen dabei ist auch die Feststellung, ob die entgiftende Wirkung des Jods sp\u00fcrbar wird.<\/p>\n<p>Wie die Ergebnisse ausfallen und in welcher Dosierung die Lugolsche L\u00f6sung vertretbar und zutr\u00e4glich ist, kann ich Ihnen in meinem Newsletter mitteilen. Wenn Sie das interessiert, dann fordern Sie einfach meinen kostenlosen Newsletter an.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Chlorella ist definitiv keine ad\u00e4quate Alternative bei der Therapie einer Hypothyreose.<\/p>\n<p>Dazu f\u00e4llt der Jodgehalt zu verschwindend gering aus. Man kann davon ausgehen, dass der Jodgehalt nicht nur verschwindend gering ist, sondern so insignifikant, dass Chlorella vulgaris selbst bei einer Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion (Hyperthyreose) nicht in der Lage ist, die \u00dcberfunktion durch eine signifikante Mehrzufuhr an Jod zu verschlimmern.<\/p>\n<h2>Aktualisierung 6.3.2014<\/h2>\n<p>Jetzt konnte ich endlich einmal etwas ausf\u00fchrlicher\u00a0eine Frage\u00a0kommentieren, die sicher f\u00fcr alle Leser interessant ist.<br \/>\n<strong>Monika, Kommentar Nummer 3.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Frage lautete:<\/strong><\/p>\n<p>Hallo Herr Gr\u00e4ber, darf ich Sie fragen, wie Sie zur Untersuchung von Stiftung Warentest (Jan 2011) und der Aussage der WHO stehen\u00a0&#8211; Zitatanfang: \u201cD\u00fcngt man seinen K\u00f6rper mit den Afa-Algenpr\u00e4paraten \u201cGSE Afa-Alge\u201d, \u201cHannes Pharma Blue Green Alge\u201d und \u201cWilco Blaugr\u00fcne Afa-Algen\u201d, sollte man auf eine \u00dcberd\u00fcngung mit Algengiften achten: Im Labortest fand Stiftung Warentest in allen drei Afa-Algenpr\u00e4paraten Spuren von in Cyanobakterien vorkommenden Microcystinen, diese Cyanotoxine k\u00f6nnen die Leber, Niere und Gehirn sch\u00e4digen.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich stufte sie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als vermutlich Krebs erregend ein. Deshalb r\u00e4t Stiftung Warentest vom Verzehr des blaugr\u00fcnen Wunders ab.\u201d &#8211; Zitatende &#8211; Vorab herzlichen Dank und liebe Gr\u00fc\u00dfe, Monika<\/p>\n<p><strong>Meine Antwort:<\/strong><\/p>\n<p>Die Stiftung Warentest hat sich Anfang 2011 ziemlich ins Zeug gelegt, um nachdr\u00fccklich vor der \u201egr\u00fcnen Gefahr\u201c zu warnen. Erst erschien ein Beitrag am 27.1.2011 (test.de\/presse\/pressemitteilungen\/Algenpraeparate-In-drei-Afa-Algen-Produkten-stecken-riskante-Substanzen-4196697-0\/) und dann noch einer am 11.2.2011 (Algenpr\u00e4parate: Die gr\u00fcne Gefahr, test.de\/Algenpraeparate-Die-gruene-Gefahr-4196341-0\/).<\/p>\n<p>Beide Artikel sind sich einig, dass Algen gef\u00e4hrlich\u00a0seien und keinen Nutzen f\u00fcr den Benutzer haben. Besonders merkw\u00fcrdig ist die Behauptung im letzten Artikel, dass die Algen keine Wirksamkeitsnachweise vorzeigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich gebe zu, dass das \u201eAlgen-Marketing\u201c diverser Anbieter oft \u00fcber das Ziel hinausschie\u00dft \u2013 ein typisches Mittel der Propaganda\/Werbung, um m\u00f6glichst vielen das Produkt schmackhaft zu machen. A<\/p>\n<p>ber dass die Warentester die wissenschaftliche Literatur zu den Algen nicht zu kennen scheinen, macht mich dann doch etwas betroffen. Wie kann ich Pr\u00e4parate bewerten, wenn ich nicht einmal die fundamentalen Fakten dazu ber\u00fccksichtige? Kennen die Warentester diese Fakten wirklich nicht oder wird hier positives Material bewusst unter Verschluss gehalten?<\/p>\n<p>Was immer es ist, die Glaubw\u00fcrdigkeit solcher \u201eExpertisen\u201c und der, die sie veranstalten, wird dadurch wohl kaum erh\u00f6ht.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pD2TS\"><\/script><\/p>\n<p>Kleine Anmerkung: Die Sache mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen&#8230;<\/p>\n<p><strong>Und wer behauptet das Gegenteil?<\/strong><\/p>\n<p>Hier w\u00e4ren zu nennen: NASA und ESA, die Spirulina zum Beispiel als Langzeitnahrungsmittel mit an Bord der Raumf\u00e4hren nehmen. Eine etwas\u00a0\u00e4ltere Ver\u00f6ffentlichung der NASA aus dem Jahr 1988 (als\u00a0man mit diesen Untersuchungen anfing), habe ich hier gefunden: <a href=\"https:\/\/ntrs.nasa.gov\/archive\/nasa\/casi.ntrs.nasa.gov\/19890016190_1989016190.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/ntrs.nasa.gov\/archive\/nasa\/casi.ntrs.nasa.gov\/19890016190_1989016190.pdf<\/a>.<\/p>\n<p>In diesem Dokument\u00a0werden im Wesentlichen die Bedingungen f\u00fcr die Kultivierung von Spirulina beschrieben. Dabei ist es interessant zu erfahren, dass sich unter verschiedenen Bedingungen die N\u00e4hrstoffinhalte von Spirulina ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft nichts anderes, als dass die auf dem Markt befindlichen Pr\u00e4parate weniger Inhaltsstoffe haben k\u00f6nnen, da die Kultivierung nicht unter optimalen Bedingungen erfolgt ist.<\/p>\n<p>Von daher ist es keine schlechte Idee, sich einmal umzuschauen, welcher Anbieter ein wirklich gutes Produkt anbieten kann. Was hier f\u00fcr Spirulina beschrieben wird, gilt ebenso f\u00fcr die echten Algen, wie zum Beispiel Chlorella vulgaris.<\/p>\n<p>In der Datenbank von PubMed sind dann die relevanten wissenschaftlichen Arbeiten auch einsehbar. F\u00fcr Chlorella gibt es \u00fcber 4300 Arbeiten. F\u00fcr Spirulina sind es \u00fcber 1100.<\/p>\n<p>Hier sind die Ver\u00f6ffentlichungen mit anderen Algen und Cyanobakterien noch nicht mit ber\u00fccksichtigt. Diese fast 5500 Arbeiten f\u00fcr Chlorella und Spirulina zusammen haben alle keine gesundheitlichen Wirkungen zeigen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Darf nicht sein; denn bei der Stiftung Warentest haben nur zugelassene Medikamente eine gesundheitliche Wirksamkeit. Alles, was nicht vom BfArM zugelassen ist, ist damit f\u00fcr unsere Gesundheit ohne Belang (\u201e<i>Auch andere Behauptungen \u00fcber S\u00fc\u00dfwasseralgen, wie vielfach im Internet zu finden, d\u00fcrften einer strengen \u00dcberpr\u00fcfung nicht standhalten. <\/i><\/p>\n<p><i>Das gilt besonders f\u00fcr gesundheitliche Wirkungen. So verf\u00fcgt keins der in Deutschland erh\u00e4ltlichen Algenprodukte \u00fcber eine Zulassung als Arzneimittel.<\/i>\u201c).<\/p>\n<p>Ja, und die 5500 wissenschaftlichen Arbeiten zu Chlorella vulgaris und Spirulina sind in Deutschland auch nicht zugelassen, also kann man sie als insignifikant vernachl\u00e4ssigen. Witzig finde ich auch die Gleichstellung von \u201estrenger \u00dcberpr\u00fcfung\u201c = \u201eZulassung als Arzneimittel\u201c. So einfach kann man es sich machen, wenn es um die Verdammung von unliebsamen Therapieformen geht.<\/p>\n<p>Der Mangel an Wissen \u00fcber die \u201eAlgen\u201c seitens der Stiftung dr\u00fcckt sich noch in einem andern Faktum aus: Die Leute hier scheinen den Unterschied zwischen Algen und Cyanobakterien nicht zu kennen. So wird Spirulina lustig als Alge diskutiert und bewertet, wo diese \u201eAlge\u201c doch ein Bakterium ist und halt keine Alge. Das sind leider keine Spitzfindigkeiten, sondern ist elementare Biologie.<\/p>\n<p>Sonne und Mond sind auch nicht das Gleiche, nur weil beide kreisrund sind und im Weltall schweben. Dies ist f\u00fcr mich ein weiteres Indiz f\u00fcr den Verdacht, dass die beiden Artikel tendenzi\u00f6s geschrieben wurden.<\/p>\n<p>Auch die Tatsache, dass in einem zeitlich recht kurzen Abstand praktisch zwei \u201eWerke\u201c gleichen Inhalts verfasst wurden, erinnert mich mehr an Beschw\u00f6rung als an Aufkl\u00e4rung.<\/p>\n<p>Ein weiterer Punkt, der in diesen Tests unterschwellig vermittelt werden soll, ist die \u201egottgegebene\u201c Verunreinigung mit Microcystin. Aber Microcystin ist kein Beiprodukt von Chlorella und Spirulina. Beide Organismen sind nicht in der Lage, dieses Toxin zu synthetisieren. Das Problem liegt vielmehr bei der Kultivierung von Algen und Spirulina.<\/p>\n<p>Denn die Lebensbedingungen, unter denen Algen und Spirulina gedeihen, sind auch optimale Lebensbedingungen f\u00fcr <em><a href=\"https:\/\/ncbi.nlm.nih.gov\/pubmed\/10811570\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"color: #3366ff;\">Microcystis aeruginosa<\/span><\/span><\/a> <\/em>(und einige andere Cyanobakterien), die dieses Toxin produzieren.<\/p>\n<p>Wenn also Produkte das Microcystin enthalten, dann ist das kein unumg\u00e4ngliches Problem, das leider Gottes hingenommen werden muss, sondern ein Zeichen, dass die Hersteller schlampig kultiviert haben.<\/p>\n<p>Denn <a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/dioxin-neues-nahrungsergaenzungsmittel\/\">Dioxin in Eiern<\/a> ist auch keine unumg\u00e4ngliche Substanz, die wir mitessen m\u00fcssen, wenn wir Eier essen wollen.<\/p>\n<p>Wenn dies als Grund hergenommen wird, vom Verzehr von Algen und Spirulina abzuraten, dann sollte die Stiftung Warentest vor dem Verzehr von Eiern warnen und sich auch einmal um die schlampigen Zulassungen von Medikamenten seitens der Arzneimittelhersteller sorgen. Hier w\u00e4ren dann mindestens zwei Artikel pro Tag notwendig.<\/p>\n<p>Ob Microcystin Krebs erzeugt oder nicht, das halte ich f\u00fcr eine rein akademische Frage. Microcystin geh\u00f6rt nicht in die Nahrung\u00a0oder <a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/nahrungsergaenzung\/\">Nahrungserg\u00e4nzungsmittel<\/a>. Es ist vermeidbar durch entsprechende Vorkehrungen seitens des Herstellers.<\/p>\n<p>Um der Akademie zu ihrem Recht zu verhelfen und das krebserzeugende Potential zu diskutieren, kann ich nur sagen, dass es hier keinen Konsens gibt.<\/p>\n<p>Der, so scheint mir, ist aber auch nicht notwendig. Denn Microcystin hat eine so lebersch\u00e4digende Wirksamkeit, dass der Patient mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eher an einer <a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/lebererkrankungen-gallenerkrankungen\/\">Lebererkrankung<\/a> stirbt bevor er eine Krebserkrankung entwickeln kann.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Praxis-Newsletter &#8222;Unabh\u00e4ngig. Nat\u00fcrlich. Klare Kante.&#8220; dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1KE\"><\/script><\/p>\n<p>Der Beitrag wurde von mir erstmalig im Februar 2014 erstellt und letztmalig am 15.2.2026 erg\u00e4nzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist Jod in Algen bei Schilddr\u00fcsen-Problemen gef\u00e4hrlich? Diese Frage stellt sich immer wieder \u2013 besonders im Zusammenhang mit Chlorella und anderen Mikroalgen. 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