{"id":967,"date":"2017-06-05T12:58:33","date_gmt":"2017-06-05T11:58:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/diaet\/blog\/?p=967"},"modified":"2023-11-23T16:36:05","modified_gmt":"2023-11-23T15:36:05","slug":"dicke-kinder-sind-normal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/diaet\/blog\/dicke-kinder-sind-normal\/","title":{"rendered":"&#8222;Das Kind sieht normal aus&#8220; denken 95% der Eltern \u00fcbergewichtiger Kinder"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt diesen Kalauer, demzufolge niemand zu dick ist; man ist immer nur zu klein. Was sich so witzig anh\u00f6rt, scheint jetzt in der Realit\u00e4t mehr und mehr Fu\u00df zu fassen: Dick sein wird mehr und mehr zur Norm.<\/p>\n<p>Mit der Zunahme der Zahl von \u00dcbergewichtigen geh\u00f6ren die damit verbundenen K\u00f6rperformen inzwischen fast zum allt\u00e4glichen Erscheinungsbild in unserem sozialen Umfeld.<\/p>\n<p>Was fr\u00fcher eher eine Ausnahme war, die man ehrf\u00fcrchtig bestaunt hatte, scheint die Tendenz heute dahin zu gehen, dass Normalgewichtige zur Ausnahme werden. Wir sind noch nicht so weit. Aber der Weg dahin scheint sich schon heute vorzuzeichnen. Und besonders schlimm: die Kinder.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Ach du dickes Kind!<\/h2>\n<p>Wie dieser Weg aussehen wird, und die Tatsache, dass wir uns auf selbigem bereits befinden, demonstriert eine neue Studie aus den USA, die in der Zeitschrift \u201eChildhood Obesity\u201c ver\u00f6ffentlicht wurde oder noch wird. Eine Besprechung dieser Studie wurde in der Online-Ausgabe der \u201eWashington Post\u201c unl\u00e4ngst ver\u00f6ffentlicht (<a href=\"https:\/\/www.washingtonpost.com\/news\/to-your-health\/wp\/2015\/05\/12\/95-percent-of-parents-think-their-overweight-children-look-just-right\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">95 percent of parents think their overweight children look \u2018just right\u2019<\/a>).<\/p>\n<p>Leider gibt es bis zu diesem Zeitpunkt noch keine ver\u00f6ffentlichte Version dieser Studie, sodass wir uns mit der Interpretation der Zeitung erst einmal zufrieden geben m\u00fcssen. Aber auch die hat es in sich.<\/p>\n<p>Die Forscher um Dr. Dustin Duncan stellten in ihrer Studie fest, dass Eltern ihre \u00fcbergewichtigen jungen Kinder in fast 95 Prozent der F\u00e4lle \u00fcberhaupt nicht als \u00fcbergewichtig einstufen, sondern als \u201enormal gebaut\u201c oder \u201egerade richtig\u201c. Diese Studie ist eigentlich keiner neuen Frage nachgegangen.<\/p>\n<p>Denn solche Studien existieren bereits. Die Ergebnisse dieser Studien kamen zu sehr \u00e4hnlichen Ergebnissen. Allerdings war die Probandenzahl dieser Studien viel zu gering, als dass hier statistisch relevante Aussagen h\u00e4tten gemacht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Dich solche Informationen interessieren, dann fordere unbedingt meinen kostenlosen Abnehm-Newsletter dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pQWy2\" data-webform-id=\"B2CGR\"><\/script><\/p>\n<h2>&#8222;Mein dickes Kind ist normal!&#8220;<\/h2>\n<p>Was neu an dieser Studie ist, das ist nicht nur die Probanden Zahl von \u00fcber 3000 Kindern. Vielmehr wurden auch die Studien, die vor \u00fcber 20 Jahren zu dieser Frage durchgef\u00fchrt worden waren, zu einem gro\u00dfen Pool zusammengefasst und mit den Ergebnissen der aktuellen Zahlen verglichen.<\/p>\n<p>Und hier zeigte sich, dass im Laufe der 20 Jahre die Wahrscheinlichkeit, dass ein \u00fcbergewichtiges Kind von den Eltern als \u00fcbergewichtig eingestuft wird, um 30 Prozent abgenommen hat. Oder mit anderen Worten: Heute gibt es 30 Prozent mehr Eltern \u00fcbergewichtiger Kinder, die ihre Kinder f\u00fcr vollkommen normal ansehen, also das \u00dcbergewicht nicht als \u00dcbergewicht einstufen.<\/p>\n<p>Dr. Duncan und seine Mitarbeiter sahen diesen Trend in erster Linie bei Afroamerikanern und Familien mit geringem Einkommen. Die Interpretation dieser Ergebnisse seitens der Forscher sieht so aus, dass sie glauben, dass wir unser Verst\u00e4ndnis von dem, was \u00dcbergewicht ist, inzwischen vollkommen ver\u00e4ndert haben.<\/p>\n<p>Es handelte sich bei den in die Studie aufgenommenen Probanden um Kinder im Alter zwischen 2 und 5 Jahren. Und f\u00fcr diese Kinder sind die Eltern inzwischen nicht mehr in der Lage, zu bestimmen, was ein gesundes K\u00f6rpergewicht ist und wie es aussieht, und was nicht. Dr. Duncan schiebt noch nach, dass die \u00c4rzte auch keinen Beitrag leisten, dass sich dieses Verst\u00e4ndnis wieder zur \u201eNormalit\u00e4t\u201c hin wendet.<\/p>\n<p>\u201eWenn jedes zweite Kind adip\u00f6s oder \u00fcbergewichtig ist, dann ist man geneigt zu glauben, dass das eigene Kind ebenfalls normal sein muss\u201c, f\u00fcgt er hinzu. Die Studie zeigte zudem, dass 78,4 Prozent der Eltern mit adip\u00f6sen Kindern glauben, dass ihr Kind keinesfalls au\u00dfer der Norm liegt. F\u00fcr adip\u00f6se Kinder zogen die Autoren allerdings keine Vergleiche zu fr\u00fcheren Daten.<\/p>\n<p>Die Studie kam zustande, weil sich die Autoren im Gegensatz zu fr\u00fcher nicht auf kleine Gruppen von \u00fcbergewichtigen oder adip\u00f6sen Kindern konzentrieren wollten, sondern eine landesweite Gruppe von Kindern und Eltern einbeziehen wollten, deren Daten in einer nationalen \u00dcbersichtsarbeit und Umfrage in den Jahren 1988-1994 erhoben worden waren.<\/p>\n<p>Eine \u00e4hnliche Studie beziehungsweise Umfrage lag f\u00fcr den Zeitraum von 2007-2012 vor. Beide Umfragen enthielten Probanden-Daten von mehr als 3000 Kindern.<\/p>\n<p>In diesen Umfragen wurden den Eltern die \u201eGretchenfrage\u201c gestellt: \u201eHalten Sie Ihr Kind f\u00fcr: \u00fcbergewichtig, untergewichtig, f\u00fcr das Alter normalgewichtig, oder wei\u00df ich nicht?\u201c Die Forscher verglichen dann die Antworten mit offiziellen epidemiologischen Daten f\u00fcr standardisierte Wachstumskurven f\u00fcr Kinder.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pD2TS\"><\/script><\/p>\n<p>Kleine Anmerkung: Die Sache mit den &#8222;5 Wundermitteln&#8220; ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen&#8230;<\/p>\n<h2>Gerade im Alter zwischen 2 und 5 bestimmt das Gewicht auch die Zukunft<\/h2>\n<p>Diese Studie, so schreibt die Zeitung, enth\u00e4lt eine Reihe von Lehrstunden. Und keine von ihnen ist besonders angenehm. Erstens: Es gibt einige Studien, die ein m\u00f6gliches Plateau in der Statistik f\u00fcr adip\u00f6se Kinder gezeigt haben. Das hei\u00dft, dass die Zunahme von adip\u00f6sen Kindern m\u00f6glicherweise stagniert, aber keinesfalls abnimmt, und schon gar nicht sehr bald abnimmt.<\/p>\n<p>Die Autoren konzentrierten sich auf die Altersgruppe von 2-5 Jahren, weil in diesem Alter schlechte Ern\u00e4hrungsgewohnheiten bei den Kindern zu einer psychologischen und physiologischen Gew\u00f6hnung an die jeweilige Ern\u00e4hrung f\u00fchren und damit vor allem f\u00fcr die Zukunft bestimmend sind.<\/p>\n<p>Die Autoren beschreiben dies so: <strong>\u201eWir wissen heute, dass \u00fcbergewichtige Vorschulkinder mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit auch \u00fcbergewichtige Schulkinder sein werden. Sie werden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch \u00fcbergewichtige Jugendliche sein, und dass dieser Trend sich bis ins Erwachsenenalter fortsetzt.\u201c<\/strong><\/p>\n<h2>Eltern wissen nicht mehr was &#8222;normal&#8220; ist<\/h2>\n<p>Und das Ersch\u00fctternde dieser ganzen Entwicklung ist, dass ein Gro\u00dfteil der Eltern heute nicht mehr wei\u00df, wie ein normal gewichtiges Kind aussieht. Und Grund hierf\u00fcr scheint die generelle Zunahme von \u00dcbergewicht und Adipositas zu sein, die im zunehmendem Ma\u00dfe die Erscheinungsformen der Betroffenen qualitativ und quantitativ ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Oder mit anderen Worten: Wenn so viel Dicke rumlaufen, dann kann das doch nicht schlecht sein. Und es wird ein richtiger Schuh draus, wenn man pl\u00f6tzlich Normalgewichtige f\u00fcr unterern\u00e4hrt erkl\u00e4rt. Soweit sind wir noch nicht &#8211; noch nicht ganz. Aber die Tendenz zeigt, dass wir auch da noch hinkommen werden, wenn wir nicht kollektiv unser Ern\u00e4hrungsverhalten ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Die Zeitung und\/oder die Autoren fordern zudem, dass die Kinder\u00e4rzte mehr und bessere Arbeit leisten m\u00fcssen bei der Erkl\u00e4rung, wie eine gesunde Wachstumskurve bei Kindern aussieht (und wie nicht).<\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang w\u00e4re es durchaus interessant zu erfahren, ob die betroffenen Eltern mit ihren Einsch\u00e4tzungsproblemen nicht auch selber an \u00dcbergewicht oder Adipositas leiden, was die vorliegende Studie nicht mit ber\u00fccksichtigt hat.<\/p>\n<p>Dr. Duncan sagt abschlie\u00dfend: \u201eDie meisten Menschen verstehen nicht, was es hei\u00dft, \u00fcbergewichtig zu sein. Und f\u00fcr Eltern, so glaube ich, ist es wirklich schwer, diese Wachstumskurven richtig zu verstehen.\u201c<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Noch ein paar Dicke mehr, und schon ist das Problem mit dem \u00dcbergewicht gel\u00f6st. Denn wenn die Mehrheit der Menschen \u00dcbergewicht hat, dann wird dies zur neuen Norm. Es scheint sich hier um ein unterschwelliges psychologisches Demokratiebewusstsein zu handeln, demzufolge die Mehrheit immer das Sagen hat oder haben sollte.<\/p>\n<p>Leider haben nat\u00fcrliche biologische Vorg\u00e4nge nur wenig mit Demokratie zu tun. Vielmehr sind diese dazu geneigt, sich auf diktatorische Weise an den Freunden der \u201e\u00dcbergewichtsdemokratie\u201c zu \u201er\u00e4chen\u201c, indem sie ihnen die Freundschaft = die Gesundheit k\u00fcndigt.<\/p>\n<p>Fazit vom Fazit: An dieser Stelle muss man sich fragen, welche Mechanismen den Trend zum \u00dcbergewicht vorantreiben und wie dieser Trend zu stoppen ist? Es gibt Leute, die glauben, dass unsere Ern\u00e4hrung ma\u00dfgeblich daran beteiligt ist.<\/p>\n<p>Es handelt sich um eine Ern\u00e4hrung mit zu wenig N\u00e4hr- und Ballaststoffen und zu vielen toten Kalorien, plus chemischen Zus\u00e4tzen zur Haltbarmachung und geschmacklichen und optischen Aufwertung dessen, was da als Nahrungsmittel verkauft werden soll. Also schlicht <a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/die-grosse-lebensmittel-luege\/\">Lebensmittell\u00fcgen<\/a>\u00a0und <a href=\"https:\/\/naturheilt.com\/blog\/die-bombe-auf-dem-teller\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bomben auf dem Teller<\/a>.<\/p>\n<p>Solche <a href=\"https:\/\/www.gesund-heilfasten.de\/blog\/billige-nahrungsmittel-teuer-bezahlt\/\">industriell gefertigten Nahrungsmittel<\/a>, von denen sich eine gro\u00dfe Zahl von Zeitgenossen regelm\u00e4\u00dfig ern\u00e4hrt, hat nur auf der bunten Verpackung noch etwas mit nat\u00fcrlichen Nahrungsmitteln zu tun. Kein Wunder also, wenn unter diesen Umst\u00e4nden der Organismus ein undemokratisches Veto einlegen wird.<\/p>\n<p>Und \u00fcber die <a href=\"https:\/\/www.rene-graeber-buecher.de\/der-zucker-report.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Katastrophe mit dem Zucker<\/a> hatte ich bereits auch ausf\u00fchrlich berichtet und <a href=\"https:\/\/www.rene-graeber-buecher.de\/der-zucker-report.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ein kleines B\u00fcchlein<\/a> dazu verfasst.<\/p>\n<p><strong>\u00dcbrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen kostenlosen Diabetes-Newsletter dazu an:<\/strong><br \/>\n<script type=\"text\/javascript\" src=\"https:\/\/rene-graeber.de\/view_webform_v2.js?u=v9&#038;webforms_id=pL1Kx\" data-webform-id=\"pL1Kx\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt diesen Kalauer, demzufolge niemand zu dick ist; man ist immer nur zu klein. 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