Gute Frage. Genau solche Punkte sollte man klären, bevor man irgendetwas „auf Verdacht“ 30 Tage lang macht.
Zur Share-Pflaume muss ich sagen: Es ist keine einfache Trockenpflaume, sondern ein Produkt mit zugesetzten Kräutern (soweit ich das verstanden habe). Und genau da liegt der Punkt.
Mit „nicht zu viele essen“ meinte ich Folgendes: diese Pflaumen enthalten in der Regel abführend wirkende Pflanzenstoffe. Häufig sind das Senna-Bestandteile, Rhabarberwurzel oder ähnliche Anthranoide. Das sind pharmakologisch wirksame Substanzen – keine harmlosen Küchenkräuter.
Was passiert bei längerer, täglicher Einnahme?
- Der Darm wird stimuliert, teils stark
- Die Eigenmotilität kann bei Dauergebrauch nachlassen
- Elektrolyte – vor allem Kalium – können verloren gehen
- Es kann sich eine gewisse „Gewöhnung“ einstellen
Das ist bei einer kurzfristigen Anwendung bei Verstopfung kein Drama oder zum Abführen beim Fasten. Über 30 Tage täglich würde ich das jedoch nicht empfehlen – schon gar nicht ohne klare Indikation!
Wenn jemand eine 30-Tage-Kur plant, würde ich zuerst fragen:
Was ist das eigentlich das Ziel?
- Entgiftung?
- Gewichtsabnahme?
- Darmreinigung?
- Verstopfung?
Wenn es um eine „Darmreinigung“ geht: Die Idee, dass der Darm 30 Tage lang mit stimulierenden Kräutern durchgespült werden müsse, halte ich für physiologisch sehr fragwürdig! Der Darm ist kein Abflussrohr, das man mit chemischem Rohrreiniger behandelt.
Wenn es um Verstopfung geht: Dann würde ich zuerst an andere Dinge denken wie Magnesium (z. B. Citrat) in moderater Dosierung, Ballaststoffe wie Flohsamenschalen, ausreichend Bewegung, Bitterstoffe zur Anregung der Verdauung oder ggf. Leber- und Galleunterstützung
Kurzfristig 1–3 Tage so eine Pflaume – ja, das kann sinnvoll sein. Täglich 30 Tage durchgehend – das würde ich persönlich nicht empfehlen.
Wenn jemand sie dennoch nutzen möchte, dann eher kurweise:
- 2–3 Tage Einnahme
- dann Pause
- nicht dauerhaft
- auf Elektrolyte achten
Und ganz wichtig: Wenn der Darm nur noch mit "Anschub" funktioniert, dann ist das eigentliche Problem nicht die fehlende Pflaume – sondern die Regulation dahinter.