Beiträge von Renè Gräber

    Ein erhöhtes Cholesterin ist kein Grund, nicht am Fastenkurs teilzunehmen – im Gegenteil. Heilfasten wirkt in vielen Fällen regulierend auf den Fettstoffwechsel. Gerade LDL-Werte können sich deutlich verbessern, vor allem wenn nach dem Fasten die Ernährung entsprechend angepasst wird. In meiner Praxis sehe ich hier oft sehr schöne Effekte.

    Anders sieht es beim CFR-Wert (ich gehe davon aus, Sie meinen die eGFR als Maß für die Nierenfunktion) aus. Hier kommt es auf die konkrete Höhe an:

    • Liegt die eGFR über 60 ml/min, ist eine Teilnahme in der Regel problemlos möglich.
    • Zwischen 45–60 ml/min sollte moderat und nicht zu lange gefastet werden (z. B. 3–5 Vollfastentage) und besonders auf ausreichende Trinkmenge geachtet werden.
    • Unter 45 ml/min würde ich ohne individuelle Rücksprache kein klassisches Vollfasten empfehlen.

    Wichtig bei eingeschränkter Nierenfunktion:

    • ausreichend trinken (aber nicht übermäßig),
    • keine extrem langen Fastenzeiten,
    • keine zusätzlichen stark entwässernden Maßnahmen,
    • Mineralstoffhaushalt im Blick behalten.

    Grundsätzlich gilt: Erhöhtes Cholesterin spricht eher für das Fasten, eine eingeschränkte Nierenfunktion erfordert lediglich etwas Augenmaß – ist aber nicht automatisch ein Ausschlusskriterium.

    schön, dass Sie das Heilfasten ausprobieren möchten. Bei MS kann Fasten durchaus sinnvoll sein, weil es entzündungshemmend wirkt, das Immunsystem regulieren kann und über den Darm positive Impulse setzt – gerade bei Autoimmunerkrankungen spielt der Stoffwechsel eine große Rolle. Ich hatte dazu hier mehr geschrieben:
    Fasten oder Heilfasten bei Multipler Sklerose

    Wichtig ist, nicht radikal zu starten. Ich würde eine gute Vorbereitung mit mehreren Entlastungstagen empfehlen, Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel vorher konsequent reduzieren und dann 5–7 Tage moderat fasten – mit ausreichend Ruhe und täglicher Darmunterstützung. Ebenso sinnvoll ist eine begleitende Leberunterstützung (z. B. Mariendistel, Leberwickel). Entscheidend ist anschließend die Aufbauphase mit gezieltem Darmflora-Aufbau und entzündungshemmender Ernährung.

    Bernd hat dazu ja was geschrieben...

    Ich rate auch mal in meinen Grundsatzartikel zu schauen:
    Multiple Sklerose - Therapie und Heilung

    Gute Frage. Genau solche Punkte sollte man klären, bevor man irgendetwas „auf Verdacht“ 30 Tage lang macht.

    Zur Share-Pflaume muss ich sagen: Es ist keine einfache Trockenpflaume, sondern ein Produkt mit zugesetzten Kräutern (soweit ich das verstanden habe). Und genau da liegt der Punkt.

    Mit „nicht zu viele essen“ meinte ich Folgendes: diese Pflaumen enthalten in der Regel abführend wirkende Pflanzenstoffe. Häufig sind das Senna-Bestandteile, Rhabarberwurzel oder ähnliche Anthranoide. Das sind pharmakologisch wirksame Substanzen – keine harmlosen Küchenkräuter.

    Was passiert bei längerer, täglicher Einnahme?

    • Der Darm wird stimuliert, teils stark
    • Die Eigenmotilität kann bei Dauergebrauch nachlassen
    • Elektrolyte – vor allem Kalium – können verloren gehen
    • Es kann sich eine gewisse „Gewöhnung“ einstellen

    Das ist bei einer kurzfristigen Anwendung bei Verstopfung kein Drama oder zum Abführen beim Fasten. Über 30 Tage täglich würde ich das jedoch nicht empfehlen – schon gar nicht ohne klare Indikation!

    Wenn jemand eine 30-Tage-Kur plant, würde ich zuerst fragen:

    Was ist das eigentlich das Ziel?

    • Entgiftung?
    • Gewichtsabnahme?
    • Darmreinigung?
    • Verstopfung?

    Wenn es um eine „Darmreinigung“ geht: Die Idee, dass der Darm 30 Tage lang mit stimulierenden Kräutern durchgespült werden müsse, halte ich für physiologisch sehr fragwürdig! Der Darm ist kein Abflussrohr, das man mit chemischem Rohrreiniger behandelt.

    Wenn es um Verstopfung geht: Dann würde ich zuerst an andere Dinge denken wie Magnesium (z. B. Citrat) in moderater Dosierung, Ballaststoffe wie Flohsamenschalen, ausreichend Bewegung, Bitterstoffe zur Anregung der Verdauung oder ggf. Leber- und Galleunterstützung

    Kurzfristig 1–3 Tage so eine Pflaume – ja, das kann sinnvoll sein. Täglich 30 Tage durchgehend – das würde ich persönlich nicht empfehlen.

    Wenn jemand sie dennoch nutzen möchte, dann eher kurweise:

    • 2–3 Tage Einnahme
    • dann Pause
    • nicht dauerhaft
    • auf Elektrolyte achten

    Und ganz wichtig: Wenn der Darm nur noch mit "Anschub" funktioniert, dann ist das eigentliche Problem nicht die fehlende Pflaume – sondern die Regulation dahinter.

    Ich gehe die Punkte mal nacheinendar durch -- denn es sind ganz häufige Themen / Fragen.

    1. „Werden beim Abführen nicht alle guten Darmbakterien ausgeschwemmt?“

    Kurzantwort: Nein.

    Ein einzelner Stuhlgang enthält enorme Mengen an Bakterien – je nach Literatur etwa 10¹¹ bis 10¹² Keime pro Gramm Stuhl. Bei einer normalen Stuhlmenge pro Tag sprechen wir also von Hunderten Milliarden bis über einer Billion Bakterien, die den Körper verlassen.

    Der Darm beherbergt insgesamt rund 30–100 Billionen (10¹³–10¹⁴) Mikroorganismen.
    Das Entscheidende: Die überwiegende Mehrheit sitzt nicht frei im Darminhalt, sondern:

    • fest an der Schleimhaut gebunden
    • im Schleimfilm (Mukus) verankert
    • in Biofilmstrukturen organisiert

    Ein Abführen oder Darmentleeren spült also Darminhalt, nicht das komplette Ökosystem.

    Würde jede Darmentleerung das Mikrobiom „ausradieren“, müsste sich nach jedem Durchfall oder jeder Darmspiegelung die Darmflora komplett neu bilden.

    Einige der "Experten" die das (u.a. auf Youtube etc.) behaupten sollten mal kurz überlegen was die da erzählen...

    2. Was passiert mit dem Mikrobiom beim Fasten wirklich?

    Fasten verändert die bakterielle Zusammensetzung - das stimmt.

    Aber:

    • Das Mikrobiom ist hochdynamisch
    • Es reagiert auf Nahrungsangebot
    • Es passt sich innerhalb weniger Tage an

    Beim Nahrungsverzicht sinken vor allem Bakterien, die auf Zucker und leicht verfügbare Kohlenhydrate spezialisiert sind. Andere Spezies, die Schleimstoffe verwerten können, nehmen zu. Studien zeigen sogar, dass Fasten:

    • die Diversität verbessern kann
    • entzündungsfördernde Spezies reduzieren kann
    • metabolische Marker positiv beeinflusst

    Das ist genau die Modulation die wir haben wollen...

    Aber: man muss auch wissen was man tut und welche Probleme die Patienten mitbringen...

    3. Braucht man danach zwingend Prä- oder Probiotika?

    Nicht zwingend.

    Ein gesundes Mikrobiom regeneriert sich in der Regel durch normale, ballaststoffreiche Kost innerhalb weniger Tage bis Wochen.

    Was wirklich zählt:

    • Bitterstoffe
    • resistente Stärke
    • fermentierte Lebensmittel
    • Polyphenole (z.B. aus Beeren, Kräutern, grünem Tee)
    • ausreichend pflanzliche Ballaststoffe

    Das ist deutlich wirksamer als wahllos gekaufte Kapseln.

    Probiotika können sinnvoll sein, aber ich halte nicht mehr allzu viel von diesen.

    4. Zum Jojo-Effekt – das eigentliche Thema

    Mit 61 ist die metabolische Situation eine andere als mit 40. Östrogenabfall, geringere Muskelmasse, reduzierte Grundumsatzleistung.

    Der Jojo-Effekt entsteht nicht durch das Fasten selbst, sondern durch:

    • zu schnelle Aufbauphase
    • Rückfall in alte Essmuster
    • zu wenig Protein
    • zu wenig Krafttraining
    • zu starkes Kaloriendefizit ohne Stoffwechselanpassung

    Wer nach dem Fasten wieder genauso isst wie zuvor, bekommt exakt dasselbe Ergebnis – oft mit Zinseszins.

    Fazit:

    Das Mikrobiom-Drama, das in manchen Videos beschworen wird, ist völlig überzogen und grenzt für mich an "Hirnriss".

    Wichtiger als die Frage nach „ausgeschwemmten Bakterien“ ist:

    • Wie sieht die Aufbauphase aus?
    • Wird Muskelmasse erhalten?
    • Wird Insulinsensitivität stabilisiert?
    • Wird die Ernährung langfristig verändert?

    Ich danke dir sehr für diese Rückmeldung. Das freut mich wirklich – und sie ist alles andere als selbstverständlich.
    Ein Anstieg der Pankreaselastase von 19 auf über 100 zeigt, dass Regulation möglich ist, wenn der Druck aus dem System genommen wird. Nicht über Nacht, nicht mit Wundermitteln, sondern Schritt für Schritt. Genau dafür ist Heilfasten (auch) gedacht: Entlasten, ordnen, dem Körper wieder Spielraum geben.

    Danke dir fürs Teilen und die Fragen! Genau an diesen Punkten scheitern nämlich viele – und nicht, weil Fasten „hart“ wäre, sondern weil die Vorbereitung oft unterschätzt wird.

    Drei Gedanken aus meiner Praxis:

    1. Fasten ist kein „Hauruck-Projekt“
    Viele denken: „Heute noch Pizza, morgen Wasser.“
    Klar, geht – aber der Körper stolpert dann ziemlich... Ich bin das beste Beispiel dafür (damals in den 90ern).
    Wer vorab den Stoffwechsel beruhigt, die Ernährung vereinfacht und die Verdauung entlastet, erlebt oft schon am zweiten Tag eine ganz andere Qualität.

    2. Vitalstoffe entscheiden über Wohlbefinden
    Fasten löst selten Probleme – es offenbart sie.
    Magnesiummangel, B-Vitamine, Elektrolyte, Omega-3-Defizit…
    Wer hier schon am Boden kratzt, spürt das im Fasten doppelt. Die meisten Menschen haben heute ein Defizit in diesen Bereichen. Das sollte vor einem Fasten beseitigt werden.

    3. Übersäuerung ist kein Mythos
    Der Stoffwechsel kippt nicht „ins Nirwana“.
    Aber wenn Lymphe, Leber und Niere schon vor Start stöhnen, wird’s ebenfalls unangenehm. Darum arbeite ich gern mit Basen, Bewegung, Wärme und Ausleitung...

    Mit einem Missverständnis räume ich gern immer wieder auf:

    Auch Untergewichtige können fasten – wenn sie verstehen, warum und wie.
    Stichwort: Stoffwechsel neu sortieren, nicht „weiter abmagern“.
    Ich hatte dazu hier ausführlicehr geschrieben:
    Fasten bei Untergewicht?▪

    Danke Thomas für diesen Kommentar :)

    Und ja, genau deshalb sortiere ich das Thema immer wieder neu. Denn Begriffe werden heute fröhlich durcheinandergeworfen, und am Ende denkt jeder, ein 16-Stunden-Essenspause sei bereits „Fasten“.

    Nochmal zur Differenzierung:

    1. Zeitfenster-Essen (16:8, 18:6) -- nennt sich ja Intervallfasten:
    Kein echtes Fasten.
    Verdauungspause. Gut für den Stoffwechsel, Insulin, Verdauungsruhe.
    Aber: kein vollständiger Fastenstoffwechsel.

    2. Intermittierendes Fasten / 5:2 / 1-Tag-Fasten
    Hier beginnt es interessanter zu werden.
    Ein ganzer Tag ohne Essen bringt den Körper deutlich weiter als 16:8.
    Metabolische Umschaltung? Ja, aber nur begrenzt.

    3. Heilfasten / Vollfasten (mehrere Tage)
    Das ist das „echte“ Fasten.
    Ketose. Autophagie. Mitochondrien-Reset. Immunsystem-Rekalibrierung.
    Hier beginnt der Stoffwechsel, sich umzubauen.

    Darum besteht meine Arbeit seit über 25 Jahren im Wesentlichen aus genau diesem dritten Bereich.
    Nicht, weil die anderen Methoden „schlecht“ wären – sie sind nur anders und erfüllen andere Aufgaben.

    Ein Satz, der vielen hilft:

    Intervallfasten ist Ernährung.
    Intermittierendes Fasten ist Reizsetzung.
    Heilfasten ist Stoffwechselmedizin.

    Wer also wirklich Regeneration, Zellreinigung, mentale Klarheit und die berühmten „Fastenwirkungen“ sucht, landet früher oder später bei mehreren zusammenhängenden Tagen.

    Alles andere ist Vorbereitung, Ergänzung – oder schlicht gutes Essmanagement.

    Dein Erlebnis passt sehr gut zu dem, was ich in der Fastenpraxis immer wieder sehe: Entzündungen beruhigen sich unter Fasten oft erstaunlich schnell. Dass die Schmerzen schon am 4./5. Tag verschwanden, spricht eine deutliche Sprache – gerade auch, wenn Blutwerte „unauffällig“ waren. Die labordiagnostischen Marker hinken solchen Prozessen oft hinterher.

    Zur eigentlichen Frage: Wie lange Pause zwischen zwei Fastenzeiten?
    Früher habe ich tatsächlich gesagt: 1–2 Mal pro Jahr reichen.

    Heute sehe ich das differenzierter. Wenn du dich wohlfühlst, stabil im Gewicht bist und keine Mangelzustände bestehen, spricht nichts dagegen, auch nach wenigen Wochen oder Monaten wieder ins Fasten einzusteigen. Ich selbst gehe (wie du gesehen hast) dieses Jahr 4 Mal in eine Fastenwoche. Manche Patienten machen sogar kürzere Fastenzyklen alle paar Wochen (z. B. 5–7 Tage), und das funktioniert gut.

    Die entscheidenden Faktoren sind:

    Wie belastet bist du? Starkes Untergewicht, Nährstoffmängel oder massive Schwäche sind klare Gegenanzeigen.

    Wie gehst du ins Fasten? Mit Vorbereitung, Ruhe und klarer Struktur.

    Wie brichst du es ab? Die Aufbauzeit ist ebenso wichtig wie die Fastentage selbst.

    Mein Vorschlag:
    Wenn du dich fit fühlst, kannst du durchaus nach 4–6 Wochen wieder in eine Vollfastenzeit gehen. Manche machen auch 2–3 Wochen Pause und starten erneut, gerade wenn die Beschwerden zurückkommen. Höre auf deinen Körper – er meldet sich ziemlich zuverlässig.

    Ganz herzlichen Dank für den Bericht!

    Hierzu:
    "Noch ein kurzer Nachtrag: nachdem ich dann bei meiner Krankenkasse angerufen habe und gesagt habe, warum ich das alles selber bezahlen muss und warum das nicht vorher von der Krankenkasse bezahlt wurde... sagte der Herr: bei einer vernünftigen Untersuchung hätten meine Haus-Ärzte auch drauf kommen können…"

    Das ist für mich so eine der "Unverschämtheiten" - so etwas höre ich immer häufiger.

    Bei einer Pankreasinsuffizienz ist der entscheidende Punkt: die Bauchspeicheldrüse produziert zu wenig Verdauungsenzyme. Deshalb werden Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate aus der Nahrung schlechter aufgeschlossen. Das erklärt auch die typischen Beschwerden wie Blähungen, Durchfälle, Gewichtsverlust.

    Wenn du fastest, also gar nichts isst, brauchst du tatsächlich auch keine Verdauungsenzyme – denn es kommt ja nichts in den Darm, das aufgespalten werden müsste. In dieser Hinsicht ist Fasten sogar entlastend für die Bauchspeicheldrüse.

    Zwei Dinge solltest du im Blick behalten:

    Deine Ausgangslage:
    Ein Wert von 19 (wahrscheinlich die Elastase im Stuhl) zeigt eine ausgeprägte Insuffizienz. Das ist nicht „grenzwertig“, sondern schon deutlich. Sprich: ohne Enzympräparate ist die Nahrungsverwertung problematisch.

    Beim Fasten selbst:
    Da keine feste Nahrung aufgenommen wird, brauchst du während der reinen Fastenzeit auch keine Enzyme. Kritischer ist die Aufbauphase nach dem Fasten – da muss deine Verdauung wieder arbeiten. Da solltest wieder auf die Enzympräparate zurückgreifen (Pankreatin), sonst drohen Verdauungsprobleme und Nährstoffmangel.

    Allgemein:
    Fasten an sich ist bei einer Pankreasinsuffizienz nicht kontraindiziert. Es gibt sogar Patienten, die während des Fastens eine Besserung von Beschwerden bemerken und auch eine Regeneration des Pankres ist möglich. Ich würde zu einer Fastenbegleitung raten - jemand der sich damit auskennt. Dazu würde ich in der Praxis auch Mittel einsetzen, die das Potenzial haben das Ganze weitere zu regenerieren.

    Mein Fazit:
    Fasten geht – und kann sogar Erleichterung verschaffen. Aber der richtige Aufbau nach dem Fasten mit gezielter Unterstützung durch Enzyme ist hier der Knackpunkt.

    Oha... ich bin ich mir selbst nicht mehr ganz sicher, welchen Stoff ich genau meinte. Vor allem weil ich auch mehrere Beiträge dazu online habe. Aber es kommen grundsätzlich mehrere Kandidaten infrage, die fast ausschließlich im modernen Weizen vorkommen und mit chronischen Erkrankungen, Entzündungen und Alterungsprozessen in Verbindung gebracht werden.

    Die wichtigsten sind aus meiner Sicht:

    1. WGA (Wheat Germ Agglutinin)
    Das ist ein Lektin aus dem Weizenkeimling, welches das Potenzial hat die Darmbarriere schädigen, Entzündungen fördern und direkt in Zellen eindringen kann. Leaky Gut lässt grüßen, siehe mein Beitrag: Das Leaky-Gut-Syndrom - Löcher im Darm?▪ WGA gilt auch als "zelluläres Störsignal" und kann Mitochondrien beeinträchtigen – also gewissermaßen die zelluläre Energieproduktion bremsen.

    2. Amylase-Trypsin-Inhibitoren (ATI)
    Ein pflanzlicher Abwehrstoff im Weizen, die ursprünglich Schädlinge fernhalten sollten. Diese aktivieren beim Menschen das angeborene Immunsystem – und zwar unabhängig von Gluten. ATIs fördern systemische Entzündungen, reizen das Darmimmunsystem und stehen im Verdacht, Autoimmunerkrankungen (wie Hashimoto, rheumatoide Arthritis, CED etc.) zu verstärken.
    Besonders kritisch: ATIs sind hitzestabil, also auch in gebackenem Brot wirksam – und kommen vor allem in modernem Hochleistungsweizen vor, aber meines Wissens nicht in den "alten" Sorten.

    3. Gluten (bzw. Gliadin und Glutenin)
    Das ist das bekannte Klebereiweiß, welches bei der Zöliakie eine massive Immunreaktion auslöst. Aber auch viele Menschen ohne Zöliakie zeigen eine sogenannte Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität mit Bauchbeschwerden, Migräne, Erschöpfung etc.
    Gluten kann die Darmbarriere stören und entzündliche Prozesse fördern – auch im Nervensystem.
    Ich hatte zu diesem Syndrom hier mehr geschrieben:
    Glutenintoleranz - Fakten, Hype oder Humbug?ˍ
    und
    Weizen-Unverträglichkeit? Weizen-Allergie? Alles Lüge?ˍ

    4. Amylopektin A
    Das ist eine spezielle Stärkeform im Weizen, die extrem blutzuckerwirksam ist, teils stärker als reiner Zucker. Das war mir bis vor wenigen Jahren auch völlig unbekannt. Das Zeug treibt den Insulinspiegel in die Höhe, fördert Fettaufbau, beschleunigt Alterung und steigert langfristig das Risiko für Diabetes und metabolisches Syndrom. Keine guten Nachrichten!

    5. Exorphine (Weizen-Opioide)
    Die sind auch der "Hammer": Abbauprodukte aus dem Gluten, die im Körper wie schwache Opiate wirken.
    Sie beeinflussen das zentrale Nervensystem, können abhängig machen (Heißhunger auf Brot, Pasta etc.) und bei empfindlichen Menschen sogar zu Konzentrationsstörungen oder depressiver Verstimmung führen.

    Ich würde differenzieren wollen.

    Klassisches Heilfasten von 5–7 Tagen kann bei Nebennierenschwäche unter bestimmten Bedingungen hilfreich sein – aber nur, wenn die akute Erschöpfung nicht zu stark ausgeprägt ist und die Fastenleitung oder Begleitung weiß, worauf zu achten ist. In akuten Phasen (mit starker Schwäche, Schwindel, Kreislaufproblemen, Schlaflosigkeit etc.) kann Fasten den Organismus überfordern – ähnlich wie Intervallfasten, das du zu Recht erwähnst.

    Wichtig zu wissen: Beim Fasten sinkt der Blutzuckerspiegel, was eine hormonelle Gegenregulation erfordert – unter anderem durch Cortisol. Wer ohnehin schon „ausgelaugt“ ist, dessen Nebennieren schaffen diese Anpassung oft nicht mehr gut. Folge: noch mehr Erschöpfung.

    Andererseits: Fasten kann langfristig regulierend auf das neuroendokrine System wirken – inklusive Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse. Aber das braucht Zeit, Erfahrung und oft auch vorbereitende Maßnahmen (Mineralien, B-Vitamine, ggf. pflanzliche Adaptogene etc.).

    Aus meiner Sicht als Naturheilkundler gilt:
    Heilfasten ist bei Nebennierenschwäche nicht kontraindiziert, aber es ist auch kein Selbstläufer. Entscheidend ist das Timing, die Art des Fastens und der Zustand des vegetativen Nervensystems. In vielen Fällen ist ein sanftes Basenfasten oder eine modifizierte Form (z. B. Suppenfasten, Reismono-Diät, F.X. Mayr-Kur) der bessere Einstieg – bevor man sich an die radikaleren Formen heranwagt.

    Faustregel:

    Wer morgens schwer aus dem Bett kommt, dauerhaft friert, häufige Unterzuckerungen hat, sich nach dem Essen besser fühlt als vorher – der sollte mit Fasten vorsichtig sein und nicht alleine experimentieren.

    Ich würde zuerst die "Schwäche" angehen und dann ein Heilfasten andenken.
    Wie das aussehen kann habe ich u.a. hier beschrieben:
    Nebennierenschwäche – wenn der Körper ausbrenntˍ

    Ein Glioblastom ist eine der aggressivsten Diagnosen überhaupt. Dass Sie die Chemo bisher gut vertragen, ist ein kleines, aber wichtiges Lichtzeichen. Und ja, die Müdigkeit nach OP und Bestrahlung ist nicht ungewöhnlich – aber auch nicht das Ende der Kräfte.

    Was die Breuss-Kur betrifft: Ich habe in den letzten 25 Jahren einige Patienten begleitet, die sich für diesen Weg entschieden haben – oft in Kombination mit der Schulmedizin, manchmal als letzten Versuch. Ich kenne Menschen, die sich mit einer modifizierten Form der Kur deutlich besser gefühlt haben. Am erfolgreichsten war Breuss übrigens bei Prostata Ca - meines Wissens jedenfalls. Glioblastom -- andere "Hausnummer".

    Dass die Sonnenberg-Klinik inzwischen zurückrudert, ist Ausdruck einer allgemeinen Entwicklung: man sagt und schreibt am besten gar nichts dazu. UNd das behindert natürlich auch die Forschung, weil man den Patienten ja nicht die Chemo usw. vorenthalten will; wäre ja morlaisch nicht vertretbar...

    Was aus meiner Sicht sinnvoll ist:
    Nicht „entweder Chemotherapie oder Natur“, sondern eine kluge Verbindung. Man muss sich die guten Studien dazu genau ansehen... Gerade beim Glioblastom braucht der Körper jede Hilfe – auch durch naturheilkundliche Maßnahmen, die das Milieu verbessern, die Mitochondrien stärken, Entzündung bremsen und Entgiftung unterstützen.

    Alles Sachen über die ich ja immer wieder schreibe... wie z.B.:

    Fasten-Impulse: ob als Breuss-Kur, modifiziertes Suppenfasten oder Intervallfasten – je nach körperlicher Verfassung.

    Ketogene Ernährung (kohlenhydratarm, fettreich): Tumorzellen sind oft stark glukoseabhängig.

    Mitochondrien-Therapie: Q10, NADH, R-Alpha-Liponsäure, Carnitin – individuell abgestimmt.

    Vitalstoffe: Vitamin D, Selen, Zink, Curcumin, Resveratrol – aber bitte nicht planlos, sondern mit System.

    Heilpilze (z. B. ABM, Reishi): teils interessante präklinische Hinweise bei Hirntumoren.

    Entgiftung: Leber entlasten, Darm sanieren, Schwermetalle im Blick behalten.

    Mentale und spirituelle Arbeit: Angst, Wut, Hoffnung – alles darf sein. Es geht nicht nur um Therapie, sondern auch um Würde, Sinn und Freiheit.

    Danke für den Bericht – und Respekt für die Konsequenz!
    Das liest sich nicht nur motivierend, sondern zeigt auch: Wer bereit ist, Gewohnheiten wirklich zu verändern – nicht nur für zwei Wochen, sondern dauerhaft – kann viel erreichen.

    Ich denke du hast mehrere entscheidende Dinge richtig gemacht:

    Fokus auf naturbelassene Kost – die mediterrane Ernährung mit viel Gemüse, etwas Fisch, wenig Fleisch (v. a. kein Schwein) ist ein Klassiker der Lebergesundheit.

    Weglassen von Zucker, Weizen & Industrieprodukten – gerade bei Fettleber und Insulinresistenz der zentrale Schritt.

    Freude am Essen – die liebevolle Beschreibung Deiner Salate zeigt, dass Genuss und Disziplin sich nicht ausschließen müssen.

    Zum Solidago:
    Die Goldrute ist in der Phytotherapie eine Art Multitalent – nicht nur bei Blase und Niere. Die entwässernde Wirkung ist gut belegt, und sie fördert indirekt die Ausleitung über Lymphe, Niere und Harnwege. Ich setze die in Tees immer gerne ein, quasi ein Hauptbestandteil. Und in hom. Nierenmitteln ist die immer drin.

    Dass Du damit auch einen Schub beim Stoffwechsel erlebt hast, ist plausibel, auch wenn die direkte lipolytische Wirkung (Fettverbrennung) bisher nicht als primär nachgewiesen gilt - meines Wissens jedenfalls. Es scheint aber individuelle Reaktionen zu geben, gerade wenn auch der Wasserhaushalt ins Lot kommt. Außerdem ist bei Goldrute der gallefördernde Effekt bedeutsam und damit wiederum eine Erleichterung für die Leber, was bei Fettleber sehr wohl einen Beitrag zur Regeneration leisten kann. Und gerade mit Fettleber haben ja enorm viele zu tun!

    Drei kleine Anmerkungen noch:

    Agavendicksaft ist leider kein „kleiner Sünder“, sondern kann (wegen hohem Fruktosegehalt) die Leber belasten – hier wäre evtl. ein regionaler (!) Honig die mildere Wahl; das meiste Honigzeug ist gepanscht, leider. Siehe auch: https://www.naturheilt.com/fettleber/

    Dein Hinweis auf den „deutschen Fanatismus“ in Ernährungsfragen ist goldrichtig – gerade deshalb ist Dein entspannter, aber konsequenter Weg so wertvoll :)

    Fazit:
    Goldrute als „billigste Abnehmpille“? Klingt provokant – aber als Teil eines durchdachten Konzepts (Ernährung, Bewegung, Entgiftung) kann man das so stehen lassen. Danke fürs Teilen!

    Bermibs hat schon einige wichtige Punkte verfasst!

    Zum Blastocyst selbst nochwas:

    Blastocystis hominis ist ein mikroskopisch kleiner Darmparasit, der weltweit sehr verbreitet ist – viele tragen ihn, ohne es zu merken. Bei manchen Menschen kann er jedoch Blähungen, Durchfall, Müdigkeit, Hautprobleme oder Reizdarm-Beschwerden auslösen.

    Der kann also Probleme machen, muss aber nicht.

    Die Diagnose wird meines Wissens über eine Stuhluntersuchung gestellt. Wichtig dabei: Nicht jedes Labor erkennt den zuverlässig! Am besten ist eine parasitologische Stuhldiagnostik mit Anzucht oder PCR-Test, weil einfache Mikroskopie ihn leicht übersieht. Am besten macht man beides.

    Wichtige Frage: Wie kam bei Dir die Diagnose zustande?? Hast Du gezielt danach suchen lassen, oder wurde er zufällig entdeckt? Das würde mich interessieren, denn oft dauert es ja ewig, bis jemand mal auf Parasiten testet.

    Und noch was: Welche Beschwerden hast du eigentlich?

    Und was lief bisher an Therapie??