Fasten bei Untergewicht?

Eine sehr häufige Frage zum Heilfasten bezieht sich auf die Gewichtsabnahme von „Normalgewichtigen“ bzw. leicht Untergewichtigen… Zum Beispiel wie die Folgende:

„Mit Interesse habe ich ihre Internetseite angesehen. Wir, meine Frau und ich, würden auch gerne Heilfasten machen. Nur haben wir leider kein „Polster“ da wir beide untergewichtig sind.

Wir würden sehr gerne zunehmen, aber es ist eher das Gegenteil der Fall. Wir ernähren uns allgemein gesehen recht gesund (Vollkornbrot, Fisch, Obst Gemüse…) aber nehmen einfach nicht zu. Wenn Heilfasten so gesund sein soll, wie ist das für uns? Wenn wir beim Fasten weiter abnehmen, dann gibts bald nur noch Haut und Knochen.“

Zunächst einmal möchte ich auf meinen Beitrag verweisen: Wer nicht auf eigene Faust fasten sollte.

Jetzt die Sache mit dem Untergewicht. Aus meiner Erfahrung spricht ein Untergewicht nicht gegen das Fasten. Natürlich nimmt auch dieser Personenkreis noch etwas Gewicht ab – nach meiner Erfahrung allerdings nur zwei bis drei Kilo. Dieses Gewicht legen die meisten nach dem Fasten auch wieder zu.

Was man aber bedenken und wissen sollte:

A) Ich empfehle für Untergwichtige nicht zu lange zu fasten. Meist reichen drei Entlastungstage, vier bis sechs Vollfastentage und drei Aufbautage. Damit kommen die meisten sehr gut klar.

B) Die Fastenmethode. Die „strengen“ Varianten des Wasserfastens oder Teefastens empfehle ich nicht, sondern eine moderate Variante, wie etwa das Buchinger-Fasten. Hierbei werden Gemüsesuppen und Gemüsesäfte gegeben und somit eine geringe Kalorienzahl zugeführt.

Dennoch wird durch diese geringe Kalorienzahl der Fastenstoffwechsel erreicht und eingeleitet. Nur der Fastenstoffwechsel macht übrigens z.B. die physiologischen Effekte der Entschlackung im Fasten möglich.

Ich empfehle z.B. bei Untergewicht in meiner Heilfasten-Anleitung, bei dem Gemüsebrühe-Rezept das Gemüse zu pürieren und mit zu essen.

Häufig ist von einigen „Experten“ zu lesen, Fasten sei gefährlich, weil zu viel Eiweiß abgebaut werde. Zu dieser Frage nehme ich in meinem Beitrag: Ist Fasten gefährlich weil Eiweiß verbraucht wird? ausführlich Stellung.

Was viele nicht wissen: Kritiker gehen immer davon aus, dass die Eiweiße „nur“ aus der Muskulatur abgebaut werden – was natürlich nicht erwünscht ist.

Beim Fasten sieht es allerdings ganz anders aus: hier werden zwar auch Eiweiße abgebaut, aber durch den Fastenstoffwechsel werden nicht nur die Eiweiße der Muskulatur herangezogen, sondern auch die funktionsuntüchtigen Eiweißreste und Komplexe, die zum Beispiel im Bindegewebe abgelagert sind (Orangenhaut!). Deswegen empfehle ich auch NICHT Eiweißpräparate während des fastens zu nehmen – auch keine Molke und keine Buttermilch. Dies empfehle ich nur bestimmten Patienten in seltenen Fällen.

Fazit: Fasten ist bei Untergewicht durchaus möglich. Durch eine entsprechende Modifikation (Gemüse etc.), sowie eine kürzere Dauer wird gewährleistet, dass sich der Gewichtsverlust in sehr engen Grenzen hält. Nach meinen Erfahrungen nehmen alle von mir betreuten untergewichtigen Patienten nach dem Fasten wieder „normal“ zu.

Einige, die überhaupt Probleme hatten zuzunehmen, berichten, dass sie danach sogar in der Lage waren durch sportliches Training weitere „Substanz“ aufzubauen, was ihnen vorher nicht möglich schien. Eine mögliche Erklärung dafür könnte sein, dass sich durch das Heilfasten eine vorher gestörte Darmflora regeneriert hat. Denn eine Verschiebung der bakteriellen Besiedlung kann durchaus zu Resorptions-Beeinträchtigungen und Untergewicht führen.

Der Beitrag wurde von mir im Oktober 2009 erstmalig erstellt und am 23.5.2017 ergänzt.

Datum: Dienstag, 23. Mai 2017
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2 Kommentare

  1. 1

    Es gibt einige Erkrankungen, die mit Untergewicht / Gewichtsabnahme einhergehen: Beispiel Rheuma. Da gerade Rheumapatienten oft leicht untergewichtig sind, sollten Sie im Interesse Ihrer eigenen Gesundheit genau abwägen, ob eine Fasten-Therapie für diese infrage kommt. Bitte halten Sie gegebenenfalls Rücksprache mit Ihrem Arzt (der sich idealerweise mit Fasten auskennt!), besonders wenn Sie dauerhaft Medikamente einnehmen.

  2. 2

    Hallo sehr geehrter Herr Gräber,

    ich bin auch untergewichtig und lebe normalerweise vegan. Da ich unter Fibromyalgie und Hashimoto leide, möchte ich gerne zur Verbesserung meiner Beschwerden Montags und Donnerstags einen Fastentag einlegen. An diesen beiden Tagen würde ich gar nichts zu mir nehmen wollen.
    An den restlichen Tagen mich dafür hochkalorisch ernähren. Wäre meine Idee so in Ordnung oder muss ich etwas Bestimmtes beachten?
    Im Voraus vielen Dank für Ihre Antwort.
    Liebe Grüße von Rosi

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