..

Histaminintoleranz - Naturheilkunde und Naturheilmittel die überzeugen

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Mit einer Histaminintoleranz muss meines Erachtens kein Patient leben. Es gibt einige Punkte die aus dem Bereich der Naturheilkunde zu beachten sind, sodass das Gleichgewicht wieder ins Lot kommt...

Zunächst einmal ein paar Worte zum Histamin.

Wirkung des Histamin

Der stickstoffhaltige Botenstoff Histamin spielt eine zentrale Rolle bei der Immunabwehr und ist darüber hinaus an der Regulation der Magensäureproduktion, der Darmbewegung, des Schlaf-Wach-Rhythmus sowie anderer wichtiger Körperfunktionen beteiligt.

Symptome und "Reaktionen"

Histamin, das bei der Abwehr von Fremdstoffen und bei Entzündungsreaktionen des Körpers sehr wirkungsvoll arbeitet, kann aber zugleich negative Effekte haben: So wird es ebenso bei allergischen Reaktionen freigesetzt, kann dabei zu so unterschiedlichen Symptomen wie:

  • Juckreiz,
  • Hautrötungen,
  • Asthma,
  • Erbrechen oder
  • Kopfschmerzen führen.

Auch Schwindelanfälle, Herzrasen und Magenkrämpfe sind Begleiterscheinungen dieser Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers.

Symptome nach bestimmten Lebensmitteln

Ähnlich vielfältige Symptome zeigen Personen mit einer Histaminintoleranz (HIT oder Histaminose oder Histaldelie) nach dem Genuss von Rotwein, Parmesan oder Salami.

Doch bei den Betroffenen ist es keine allergische Reaktion auf die Lebensmittel, die Hautjucken, Migräne oder Durchfall auslöst, sondern der hohe Histamin-Gehalt, der vor allem lange gereifte Nahrungsmittel betrifft.

Labor und Blutwerte

Diaminooxidase (DAO)

Bei Patienten mit Histaminintoleranz ist in vielen Fällen die Konzentration des Histamin-abbauenden Enzyms Diaminooxidase (DAO) nur in geringen Mengen vorhanden, so dass der Botenstoff nicht in dem üblichen Maße abgebaut werden kann.

Bei den Patienten liegt der Histamin-Spiegel über 70 ng/ml Blutserum. Daneben ist die Zahl der basophilen Leukozyten erhöht und beträgt mehr als 50 Zellen pro mm³ Blut.

Zu niedrige Kupferkonzentrationen

Typischerweise zeigt das "innere" Labor eine zu niedrige Kupfer-Konzentration. Dagegen steigt die Ausschüttung einiger Hormone und Neurotransmitter an. Noradrenalin, Serotonin und Dopamin sind im Übermaß vorhanden und können zu psychischen Krankheiten wie schizophrenen Psychosen und Depressionen führen. Auch Suchterkrankungen sind nicht selten. Die Nebenniere kann irgendwann derart unter Dauerstress stehen, dass die Hormon-Produktion vermindert ist.

Andererseits kann aber auch die Wirkung der Diaminooxidase durch bestimmte Medikamente, durch Alkohol, Kaffee und schwarzen Tee zeitweise eingeschränkt sein. Außerdem gibt es solche Lebensmittel (Histaminliberatoren genannt), die die körpereigene Histaminfreisetzung anregen. Hierzu zählen Tomaten, Spinat und Zitrusfrüchte ebenso wie Schokolade, Nüsse und Hülsenfrüchte (vgl. Jarisch, R: Histaminintoleranz; 2004; ISBN 978-3131053824; 177 Seiten).

Diagnose durch Diät

Liegt eine Histaminintoleranz vor, so lässt sich dies anhand einer vierwöchigen Diät feststellen, da die Symptome durch histaminarme Kost schnell zurückgehen. Patienten mit diagnostizierter HIT können ihren Beschwerden ebenfalls durch eine gezielte Ernährung langfristig entgegenwirken.

Frische Lebensmittel enthalten oft um ein Vielfaches weniger Histamin als lange gelagerte oder gereifte Produkte, weshalb die Konzentration stark variieren kann. Bananen, Tomaten und Spinat sollten allerdings auch frisch gemieden werden, junge Käsesorten enthalten weniger Histamin als lange gereifte. Sauerkraut, Hefe und Dosengemüse lösen häufig Beschwerden aus, ebenso wie geräuchertes oder getrocknetes Fleisch.

Die Sache mit dem Sauerkraut ist aus meiner Sicht besonders "blöd", weil Sauerkraut ein ausgezeichnetes und sehr günstiges Probiotikum ist. Ich verordne zahlreichen Patienten gerne Sauerkraut. Bei der Histaminintoleranz entfällt das leider. Hier weiche ich zwangsläufig auf andere Probiotika aus, die aber probiotische Stämme enthalten müssen, die nicht histaminbildenden sein sollten. Am besten sollten diese Stämme histaminsenkend sein, wie zum Beispiel: Bifidobacterium infantis oder das Bifidobacterium longum. In Frage kommt hier zum Beispiel das ProBio Cult von der Firma SYXYL.

Aber zurück zum Essen. Lebensmittel auf die Patienten über einen Zeitraum von 6 Monaten verzichten sollten:

  • Ananas
  • Erdbeeren
  • eingelegte Gurken
  • Kiwis (Patienten rate ich sowieso niemals Kiwis zu essen. Die haben einfach ein zu hohes allergenes Potential)
  • Grapefruit (Pampelmuse)
  • Orangen
  • Tomaten
  • Energy Drinks (Warum sollte man so einen Mist überhaupt trinken?)
  • grüner Tee und schwarzer Tee (hemmt das DAO)
  • Weißwein und Rotwein
  • Thunfisch (aus Konserven und auch frisch; das Problem: ganz frisch enthält Thunfisch fast kein Histamin, in einer über mehrere Stunden geöffneten Thunfischdose kann es zu einem starken Anstieg des Histamingehalts kommen)
  • Sauerkraut und Sauerkrautsaft
  • Pilze
  • Knoblauch
  • Paprika
  • Dosenmais
  • Schimmelkäse
  • geräucherter Fisch
  • Rotkohl
  • grüne Bohnen
  • Erbsen
  • Meerettich
  • Rosinen
  • Birnen
  • Kichererbsen (Falafel!)
  • Aubergine
  • Avocados
  • Bananen
  • Datteln
  • Soja (würde ich generell sowieso meiden!)
  • Feigen
  • Kakao und Kakaopulver

Diese Liste erhebt keine Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt auch weitere Lebensmittel auf die Patienten reagieren können!

Einfluss von Kochen und Einfrieren

Kochen und Einfrieren verändert den Histamin-Gehalt eines Produkts allerdings nicht. Zwar sollten Histaminose-Patienten auf eine Vielzahl von Lebensmitteln möglichst verzichten, doch trotz Nahrungsumstellung können sie sich mit etwas Übung ebenso ausgewogen und schmackhaft ernähren, wie Personen ohne Histaminintoleranz. Ich rate dazu während der 6 Monate auch komplett auf Alkohol zu verzichten, da Alkohol u.a. auf das DAO blockierend wirkt.

Strikt meiden: Schweinefleisch

ABER: Was alle Patienten auf jeden Fall dauerhaft meiden sollten, ist das Schweinefleisch. Das Schweinefleisch taucht in den Listen der histaminhaltigen Lebensmittel nicht auf, aber meiner Erfahrung nach triggert es diese Problematik der Histaminintoleranzen grundsätzlich. Lesen Sie dazu auch mal meinen Beitrag: Krank durch Fleisch.

Naturheilkunde und Naturheilverfahren

Das bringt uns auch gleich dazu, wie eine Therapie aussehen sollte.

  1. Histaminhaltige Lebensmittel vermeiden - mindestens 3 Monate, besser 6 Monate
  2. Schweinefleisch sollte lebenslang komplett gestrichen werden.
  3. Eine Darmsanierung halte ich für wichtig. Probiotika können zum Aufbau der Darmflora wichtig sein. Aber Vorsicht: Keine histaminbildenen Probiotika-Stämme.
  4. Heilpflanzen wie die Brennessel zur Ausleitung nutzen.
  5. Zu Beginn rate ich den Patienten oftmals mit einem Heilfasten zu beginnen und dabei auch einige der Mittel zu nehmen, die ich in meiner Heilfasten-Anleitung beschreibe.

Unterstützend können Supplementierungen mit den Vitaminen C und B-Komplex erfolgen. Günstig wirkt sich auch der Verzehr von Quinoa, Reishi und Cordiceps aus. Die beiden Heilpilze werden auch gegen andere Stress-Probleme im Rahmen einer Mykotherapie gegeben.

Weitere naturheilkundliche Präparate gegen Histaminose sind Acerola-Kirschen, Yams-Wurzel und Maca-Kresse.

Im Blick behalten werden muss auch der Kupfer- und Zink-Haushalt. Entweder muss das eine oder das andere Spurenelement ergänzt werden, weil die Versorgung beziehungsweise die Überversorgung jeweils gegenläufig sind.

Histapenie - Zu geringe Histaminspiegel

Neben der Histaminose oder Histadelie tritt auch das entgegengesetzte Krankheitsbild der Histapenie auf. Dabei ist der Histamin-Spiegel vermindert, aber einige Symptome gleichen der Histaminintoleranz. Die Patienten leiden unter Allergien gegen Umwelt-Toxine sowie unter neurologischen Störungen wie Verwirrtheit, Depressionen und Wahnvorstellungen.

Anders sieht es hier aber mit den Labor-Parametern aus: Der Histamin-Spiegel und die Zahl der basophilen Leukozyten sind erniedrigt, aber der DAO-Wert und die Kupfer-Konzentration erhöht. Entscheidend sehe ich hier eine ergänzende Gabe von Zink.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 26.07.2017 aktualisiert


   
Folgen Sie mir auf...

Klicken Sie HIER um mir auf facebook zu folgen 

Klicken Sie HIER um René Gräber auf Google Plus zu folgen... 

Klicken Sie HIER für Informationen wie Sie meinen kostenlosen Newsletter anfordern können... 

Klicken Sie HIER um mich auf XING zu besuchen... 

Klicken Sie HIER um mir über Twitter zu folgen...

Mehr Informationen zum Thema

 
 
 
 
Weitere Artikel zum Thema

 
● Allergie
● Allergien sind vererbar
● Was geschieht bei einer Allergie?
● Allergie Typ I
● Allergie Typ II
● Allergie Typ III
● Allergie Typ IV
● Allergie Bluttest
● Allergie Hauttest
● Allergie-Formen
◦  Bindehautentzündung
◦  Erdnussallergie
◦  Fruktoseintoleranz - Fruktoseunverträglichkeit
◦  Hausstauballergie
◦  Heuschnupfen
◦  Histaminintoleranz
◦  Insektengiftallergie
◦  Kreuzallergie
◦  Kontaktekzem
◦  Laktoseintoleranz - Lactoseunverträglichkeit
◦  Lebensmittelallergie - Nahrungsmittelallergie
◦  Medikamentenallergie
◦  Nesselfieber - Juckende Quaddeln (Urtikaria)
◦  Nahrungsmittel - Unverträglichkeit
◦  Neurodermitis
◦  Sonnenallergie
◦  Tierhaarallergie
● Allergie-Therapie in der Schulmedizin
◦  Hyposensibilisierung
◦  Antihistaminika gegen Allergien?
◦  Mastzellstabilisatoren
● Alternative Allergie-Therapie