Übergewicht durch Darmbakterien?

Ich habe eine interessante Studie gefunden, die den Verdacht erhärtet, den ich schon länger habe:

Samuel Buck von der Washington Universität im amerikanischen St. Louis fand heraus, dass die Neigung zu Übergewicht mit der Anzahl der Bakterien im Darm zusammen hängt.

Je mehr Bakterien dort angesiedelt sind, desto höher das Risiko für eine Gewichtszunahme. Daraus folgt, dass die Anzahl an Kalorien für ein Stück Kuchen weniger relevant ist, als die Frage nach der Tätigkeit eines Darmbakteriums mit dem Namen Methanobrevibacter smithii (M. smithii).

Das Bakterium übernimmt für die Darmflora eine entscheidende Funktion, es beseitigt wie eine Müllabfuhr, was andere Bakterien im Darm zurück lassen.

Buck untersuchte die Wirkweise des M. smithii an Mäusen. Er verabreichte Mäusen neben menschlichen Darmbakterien gezielt das M. smithii Bakterium, anderen Mäusen nicht und stellte fest, dass sich bei jenen mit M. smithii hundertfach mehr nützliche Darmbakterien ansiedelten, als in der anderen Gruppe.

Das müllverwertende Bakterium schafft damit die Bedingungen für all jene Darmbakterien, deren Aufgabe in der Verwertung von unverdauten Kohlehydraten besteht. Nach einigen Wochen zeigten sich bei den Mäusen die Auswirkungen. Die Mäusegruppe, die M. smithii Bakterien verabreichte bekommen hatte, wog 15 Prozent mehr, als die Vergleichsgruppe.

Etwa 85 Prozent der Menschen haben das M. smithii Bakterium im Darm. Buck möchte nun untersuchen, inwieweit übergewichtige Menschen mehr davon im Darm haben, als normalgewichtige Personen.

Im Umkehrschluss gilt es herauszufinden, ob sich Übergewicht über eine veränderte Darmflora reduzieren lässt. Die Annahme, dass die individuelle Verwertung von Kalorien mit der Beschaffenheit der Darmflora zusammen hängt, würde ferner laut Buck bedeuten, dass die Nährwert-Angaben zu den einzelnen Lebensmitteln neu definiert werden müssen.

Folgerungen und meine Meinung:

Ich habe ja selbst zahlreiche Abnehmkurse begleitet. Ich habe vor einigen Jahren damit aufgehört, weil die Zahl der “Rückfälligen” ähnlich hoch war wie in anderen Abnehmkursen und Diäten auch.

Ich kam zu der Erkenntnis, dass eine umfassende naturheilkundliche “Begleitung stattfinden müsse, die auch die Darmflora mit beeinflusst — eventuell sogar in Kombination mit Heilfasten.

Nach der obigen Studie lohnt es sich sicher, dass ich diesen Gedanken weiter verfolge.

Datum: Dienstag, 5. Februar 2008 15:05
Themengebiet: Diät und Abnehmen Trackback: Trackback-URL
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6 Kommentare

  1. 1

    Ich verstehe hier etwas nicht ganz: Hat das Bakterium Auswirkung auf den Stoffwechsel? Oder wie ist das ganze vorstellbar?

  2. 2

    Ja so ist es. Die Bakterien beeinflussen die Aufschlüsselung der Nahrung, aber vor allem den Stoffwechsel. Bei Gelegenheit schreibe ich ausführlicher dazu…

    Ich sitze gerade an einer “Abnehm- und Ernährungsanleitung”, die noch in diesem Sommer fertig werden sollte.

    Wer sich dafür interessiert, sollte sich in meinem Newsletter auf der Abnehmseite eintragen:

    http://www.gesund-heilfasten.de/diaet/

  3. 3

    [...] Der Grund hierfür liegt (wieder einmal) im Darm begründet – und diesmal sind es nicht die Darmbakterien. [...]

  4. 4

    Rückfälligkeit ist auf die Einschränkung zurück zu führen. Womit sollte eine Fastenkur besser sein als eine Crash-Diät? Für den Körper ist es das Gleiche: Notzustand! Stoffwechsel und Energieverbrauch reduzieren,Überleben sichern!
    Die ersten Jo-Jo-Opfern waren doch die Mönche mit ihren Fastenzeiten.

  5. 5

    Liebe Carmen,

    der Ansatz ist ein völlig unterschiedlicher. Eine Diät hat das Ziel der Gewichtsreduktion. Fasten ist ein Therapieverfahren.

    Und als Therapieverfahren hat es die entsprechenden gesundheitlichen Aspekte und Vorteile:

    http://www.gesund-heilfasten.de/blog/fasten-gegen-arthrose/

    http://www.gesund-heilfasten.de/kopfschmerzen-und-migraene.html

    http://www.gesund-heilfasten.de/blog/fasten-gegen-schmerzen/

    http://www.gesund-heilfasten.de/fieber.html

    http://www.gesund-heilfasten.de/umstimmung-durch-fasten.html

    Weiterhin werden in einer Vollfastenphase Anpassungen im Bindegewebe und im Darm erreicht, die während einer Nahrungszufuhr nicht erreicht werden. Hierzu empfehle ich vor allem die Beiträge zur Übersäuerung und Entschlackung:

    http://www.gesund-heilfasten.de/entschlackung_entschlackungskur.html

    http://www.gesund-heilfasten.de/uebersaeuerung.html

  6. 6

    Da kann ich nur beipflichten. Habe vor 3 Wochen ein 10tägiges Fasten beendet, welches ich wegen meiner Arthritis gemacht habe. Die Schmerzen sind seitdem weniger geworden und die Gelenke – da wesentlich schmerzfreier – auch beweglicher. Ausserdem habe ich danach problemlos meine Ernährung umstellen können. Habe danach noch viel Bärlauch roh als Salat oder zu gekochten Kartoffeln gegessen. Ich fühle mich sehr gut. Das “Nach-Fasten-Gewicht” habe ich bis auf 1kg gehalten. Ich mache jetzt jede Woche einen Fastentag, wobei ich die Tage aber wechsele, damit keine Gewöhnung eintritt. Ich geniesse diesen einen Tag direkt.

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