Aszites - Bauchwassersucht
Wasser im Bauch? Aszites - Die
Bauchwassersucht
Mit dem Begriff Aszites (auch „Bauchwassersucht“ genannt, beschreibt die Medizin eine krankhafte Ansammlung
von Flüssigkeit in der freien Bauchhöhle, was viele im allgemeinen als "Wasser im Bauch" bezeichnen.
Eine Bauchwassersucht deutet generell auf eine sich im Spätstadium befindende Erkrankung des Organismus
hin.
Auch beim Gesunden lässt sich freie Flüssigkeit finden, hiervon betroffen sind aber nur Frauen, bei denen es in
Folge des Menstruationszyklus zu einer geringfügigen Bildung (bis zu 20 ml) kommen kann.
Die krankhafte Entstehung freier Flüssigkeit im Bauch lässt sich in zwei Formen unterteilen, wobei der
Aszites entweder als Transsudat (nicht entzündliche Flüssigkeit, die aus Gefäßen in einen freien Raum austritt) bei
intaktem Peritoneum (Bauchfell) oder als Exsudat (entzündliche Flüssigkeit) bei verändertem Peritoneum
entsteht.
Verschiedene Ursachen für eine Bauchwassersucht
Die Bildung kann unterschiedliche Ursachen haben.
Mit über 80 Prozent ist die dekompensierte Leberzirrhose (Untergang von Leberzellen mit Vernarbung und Schrumpfung des
Organs) dabei am häufigsten. Deshalb habe ich die Bauchwassersucht auch unter dem Punkt Lebererkrankungen
mit aufgenommen.
Differentialdiagnostisch besonders erwähnenswert sind auch:
- maligne Entartungen der Leber (Leberkrebs) mit ca. 10 %,
- Herzleiden (v.a. Rechtsherzinsuffizienz und Perikarditis = Herzbeutelentzündung),
- nephrotisches Syndrom (Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen der Nierenkörperchen) und
- Entzündungen von Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) und
- Bauchfellentzündungen (Peritonitis);
Die pathologische Flüssigkeitsansammlung kann auch als Folge einer Mangelernährung (besonders durch
Eiweißmangel), bei Infektionen (z.B. Tuberkulose), schweren gynäkologischen Erkrankungen mit starkem Blutverlust,
Stoffwechselerkrankungen, Verletzungen des Bauchraums oder gestörtem Lymphabfluss entstehen.
Als Symptome zeigen sich eine deutliche Zunahme des Bauchumfangs, einhergehend mit einer
Gewichtszunahme.
Dabei wirkt der gesamte Bauch gespannt, verhärtet (sog. „Trommelbauch“).
Als typisches Zeichen gilt das Undulations-Phänomen. Bei seitlichem Anstoßen des gespannten Bauches
lässt sich auf der anderen Seite eine wellenförmige Bewegung ertasten.
Durch den vorgewölbten Bauch treten Gefäße und Strukturen an der Hautoberfläche sichtbar hervor (siehe auch
sichtbare Leberzeichen).
Zusätzlich kommt es zu einer Gasansammlung (Meteorismus peritonealis), die u.U. auch Darm und Magen betreffen
kann, dabei aber selten zu einem Abgang (Flatulenz) führt.
Der Aszites (eigenständig betrachtet) verursacht kaum Beschwerden, in Kombination mit der vorliegenden
Grunderkrankung zeigen sich Symptome wie z.B. Völlegefühl, Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Juckreiz sowie
körperliche Beeinträchtigungen (u.a. Leistungsschwäche, Schlafstörungen).
Ausgeprägte Aszites-Formen behindern durch ein Hochdrücken des Zwerchfells die Atmung und können bei Vorliegen
einer Bindegewebsschwäche auch Hernien (Bruch der Bauchwand) verursachen.
Der nicht-entzündliche Aszites (Transsudat) findet sich vornehmlich bei ausgeprägten Lebererkrankungen (v.a. Leberzirrhose = gelbgefärbter Aszites)
sowie einer Pfortaderthrombose.
Der entzündliche Aszites entsteht durch eine gesteigerte Lymphproduktion sowie eine erhöhte Permeabilität
(Durchlässigkeit) der Kapillaren (feinste Gefäße).
Zusätzlich kann auch eine Verlegung der Lymphwege (= chylöser Aszites), z.B. durch Tumor, Infektion oder Trauma,
zur Ansammlung führen. Die Flüssigkeit ist dabei milchig-trüb gefärbt.
Durch Verletzungen des Bauchraums, z.B. bei einem Unfall, kann durch gerissene Gefäße Blut in die freie
Bauchhöhle eintreten, hier spricht man von hämorrhagischem (blutiger) Aszites, welcher eine Indikation zur
sofortigen Operation darstellt.
Zur Diagnostik dienen in der Schulmedizin besonders die Sonographie (Ultraschall), bei der schon geringe
Flüssigkeitsmengen nachgewiesen werden können, sowie die Punktion von Flüssigkeit. Das Punktat wird auf seine
Zusammensetzung (v.a. Nachweis von Eiweißen / Albumin = Entzündungszeichen, Bakterien, Zellen) sowie Farbe (z.B.
Rotfärbung bei Verletzung von Gefäßen, gelblich bei Leberzirrhose) und Geruch hin untersucht.
Die Therapie richtet sich nach vorliegendem Befund bzw. nach der Grunderkrankung.
Bedingt durch den nicht selten tödlichen Ausgang bei Vorliegen einer Leberzirrhose, dient die
schulmedizinische Behandlung hier in erster Linie der Linderung der Symptome (v.a. durch regelmäßige
Entlastungspunktionen, bei denen die gesamte Flüssigkeit über einen Katheter abgelassen wird).
Obwohl nach schulmedizinischer Lehrmeinung eine Leberzirrhose nicht als reversibel gilt, ist
dies grundsätzlich jedoch möglich - jedenfalls ist es nach meiner Erfahrung nicht unmöglich. Hierzu sind aber
für die Patienten nach meiner Erfahrung starke Veränderungen der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten
unabdingbar.
Hinzu kommt eine biologische Therapie die "mit dem vollem Programm" gefahren werden sollte. Wie so
ein "Programm" aussehen kann, beschreibe ich in meinem Buch "Die biologische Lebertherapie".
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