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Wasser im Bauch? Aszites: Die Bauchwassersucht

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Mit dem Begriff Aszites (auch „Bauchwassersucht“ genannt, beschreibt die Medizin eine krankhafte Ansammlung von Flüssigkeit in der freien Bauchhöhle, was viele im allgemeinen als "Wasser im Bauch" bezeichnen.

Eine Bauchwassersucht deutet generell auf eine sich im Spätstadium befindende Erkrankung des Organismus hin.

Auch beim Gesunden lässt sich freie Flüssigkeit finden, hiervon betroffen sind aber nur Frauen, bei denen es in Folge des Menstruationszyklus zu einer geringfügigen Bildung (bis zu 20 ml) kommen kann.

Die krankhafte Entstehung freier Flüssigkeit im Bauch lässt sich in zwei Formen unterteilen, wobei der Aszites entweder als Transsudat (nicht entzündliche Flüssigkeit, die aus Gefäßen in einen freien Raum austritt) bei intaktem Peritoneum (Bauchfell) oder als Exsudat (entzündliche Flüssigkeit) bei verändertem Peritoneum entsteht.

Verschiedene Ursachen für eine Bauchwassersucht

Die Bildung kann unterschiedliche Ursachen haben.

Mit über 80 Prozent ist die dekompensierte Leberzirrhose (Untergang von Leberzellen mit Vernarbung und Schrumpfung des Organs) dabei am häufigsten. Deshalb habe ich die Bauchwassersucht auch unter dem Punkt Lebererkrankungen mit aufgenommen.

Differentialdiagnostisch besonders erwähnenswert sind auch:

  • maligne Entartungen der Leber (Leberkrebs) mit ca. 10 %,
  • Herzleiden (v.a. Rechtsherzinsuffizienz und Perikarditis = Herzbeutelentzündung),
  • nephrotisches Syndrom (Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen der Nierenkörperchen) und
  • Entzündungen von Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) und
  • Bauchfellentzündungen (Peritonitis);

Die pathologische Flüssigkeitsansammlung kann auch als Folge einer Mangelernährung (besonders durch Eiweißmangel), bei Infektionen (z.B. Tuberkulose), schweren gynäkologischen Erkrankungen mit starkem Blutverlust, Stoffwechselerkrankungen, Verletzungen des Bauchraums oder gestörtem Lymphabfluss entstehen.

Als Symptome zeigen sich eine deutliche Zunahme des Bauchumfangs, einhergehend mit einer Gewichtszunahme.

Dabei wirkt der gesamte Bauch gespannt, verhärtet (sog. „Trommelbauch“).

Als typisches Zeichen gilt das Undulations-Phänomen. Bei seitlichem Anstoßen des gespannten Bauches lässt sich auf der anderen Seite eine wellenförmige Bewegung ertasten.

Durch den vorgewölbten Bauch treten Gefäße und Strukturen an der Hautoberfläche sichtbar hervor (siehe auch sichtbare Leberzeichen).

Zusätzlich kommt es zu einer Gasansammlung (Meteorismus peritonealis), die u.U. auch Darm und Magen betreffen kann, dabei aber selten zu einem Abgang (Flatulenz) führt.

Der Aszites (eigenständig betrachtet) verursacht kaum Beschwerden, in Kombination mit der vorliegenden Grunderkrankung zeigen sich Symptome wie z.B. Völlegefühl, Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Juckreiz sowie körperliche Beeinträchtigungen (u.a. Leistungsschwäche, Schlafstörungen).

Ausgeprägte Aszites-Formen behindern durch ein Hochdrücken des Zwerchfells die Atmung und können bei Vorliegen einer Bindegewebsschwäche auch Hernien (Bruch der Bauchwand) verursachen.

Der nicht-entzündliche Aszites (Transsudat) findet sich vornehmlich bei ausgeprägten Lebererkrankungen (v.a. Leberzirrhose = gelbgefärbter Aszites) sowie einer Pfortaderthrombose.

Der entzündliche Aszites entsteht durch eine gesteigerte Lymphproduktion sowie eine erhöhte Permeabilität (Durchlässigkeit) der Kapillaren (feinste Gefäße).

Zusätzlich kann auch eine Verlegung der Lymphwege (= chylöser Aszites), z.B. durch Tumor, Infektion oder Trauma, zur Ansammlung führen. Die Flüssigkeit ist dabei milchig-trüb gefärbt.

Durch Verletzungen des Bauchraums, z.B. bei einem Unfall, kann durch gerissene Gefäße Blut in die freie Bauchhöhle eintreten, hier spricht man von hämorrhagischem (blutiger) Aszites, welcher eine Indikation zur sofortigen Operation darstellt.

Zur Diagnostik dienen in der Schulmedizin besonders die Sonographie (Ultraschall), bei der schon geringe Flüssigkeitsmengen nachgewiesen werden können, sowie die Punktion von Flüssigkeit. Das Punktat wird auf seine Zusammensetzung (v.a. Nachweis von Eiweißen / Albumin = Entzündungszeichen, Bakterien, Zellen) sowie Farbe (z.B. Rotfärbung bei Verletzung von Gefäßen, gelblich bei Leberzirrhose) und Geruch hin untersucht.

Die Therapie richtet sich nach vorliegendem Befund bzw. nach der Grunderkrankung.

Bedingt durch den nicht selten tödlichen Ausgang bei Vorliegen einer Leberzirrhose, dient die schulmedizinische Behandlung hier in erster Linie der Linderung der Symptome (v.a. durch regelmäßige Entlastungspunktionen, bei denen die gesamte Flüssigkeit über einen Katheter abgelassen wird).

Obwohl nach schulmedizinischer Lehrmeinung eine Leberzirrhose nicht als reversibel gilt, ist dies grundsätzlich jedoch möglich - jedenfalls ist es nach meiner Erfahrung nicht unmöglich. Hierzu sind aber für die Patienten nach meiner Erfahrung starke Veränderungen der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten unabdingbar.

Hinzu kommt eine biologische Therapie die "mit dem vollem Programm" gefahren werden sollte. Wie so ein "Programm" aussehen kann, beschreibe ich in meinem Buch "Die biologische Lebertherapie".

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Die biologische Lebertherapie - von René Gräber

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 02.08.2012 aktualisiert


   
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