Eine Leberkur also.
Das Wort allein reicht schon, um halbe Glaubenskriege auszulösen. Öl oder Tee. Ausleiten oder sanft aktivieren. Homöopathie, Schüßler-Salze, Apfelsaft, Bittersalz. Jeder schwört auf etwas anderes – und kaum jemand sagt klar dazu, was davon sinnvoll ist und was eher Ritual.

Gleichzeitig klagen immer mehr Menschen über Übelkeit, Druck im Oberbauch, Völlegefühl, Müdigkeit nach dem Essen. Symptome, die gern dem Magen, dem Stress oder „dem Alter“ zugeschoben werden. Die Leber bleibt dabei meist unerwähnt – obwohl sie still, unauffällig und ohne Schmerz meldet, wenn sie überlastet ist. Und überlastet ist sie heute fast immer: durch Daueressen, Medikamente, Alkohol, Umweltgifte und einen Stoffwechsel ohne echte Pausen.

Von ärztlicher Seite kommt dann oft der lapidare Hinweis, weniger zu trinken oder ein paar Kilo abzunehmen. In der Naturheilkunde werden andere Wege beschritten: Entlastung statt Dauerreiz, gezielte Aktivierung statt blindem „Entgiften“. Leberwickel, Heilpflanzen, Homöopathie, Schüßler-Salze – und ja, auch die umstrittenen Ausleitungskuren, die seit Jahren für Diskussionen sorgen.

Was davon trägt wirklich zur Regeneration bei?
Was fühlt sich nur gut an, weil man endlich einmal bewusst isst oder fastet?
Und wo wird der Leber mehr zugemutet als geholfen?

Genau darum geht es in diesem Beitrag: um die gängigen Leberkuren, ihre Wirkannahmen, ihre Grenzen – und um Verfahren, die sich in der Praxis bewährt haben, jenseits von Heilsversprechen und Dogmen.

Leberkur mit Apfelsaft

Die sogenannte Leberkur mit Apfelsaft folgt dem Konzept der Leberreinigung nach Moritz. Ziel ist es, die Gallenproduktion anzuregen und über eine forcierte Gallenausscheidung Ablagerungen aus Leber und Gallenwegen zu mobilisieren – insbesondere feinkörnige Gallenbestandteile, die als „Gallengries“ bezeichnet werden.

Die Kur beginnt mit einer mehrtägigen Vorbereitungsphase, meist über sechs Tage, in der die Ernährung stark vereinfacht wird. Am letzten Tag kommt ein stark abführendes Salz wie Bitter- oder Glaubersalz zum Einsatz, kombiniert mit Olivenöl und Grapefruitsaft. Befürworter berichten anschließend von der Ausscheidung grünlicher oder gelblicher, steinähnlicher Gebilde, die als Gallensteine interpretiert werden.

Genau hier setzt jedoch die Kritik an: Chemische Analysen zeigen, dass es sich bei diesen Ausscheidungen häufig nicht um echte Gallensteine handelt, sondern um verseifte Fettbestandteile aus Öl und Gallensäuren, die sich erst im Darm zu festen Strukturen verbinden.

Unstrittig ist allerdings, dass viele Anwender sich nach der Kur subjektiv erleichtert fühlen. Ob dieser Effekt auf eine tatsächliche Entlastung der Leber zurückzuführen ist oder eher auf die vorherige Diätphase, die Darmentleerung und die bewusste Auseinandersetzung mit Ernährung und Rhythmus, lässt sich nicht eindeutig trennen.

Einfache Leberentgiftung mit Olivenöl?

Auf eine Ausscheidung von Gallensteinen und -gries zählt auch eine besonders einfach durchzuführende Leberkur ab, die mit Hilfe von Olivenöl funktioniert. Zunächst nimmt der Patient einige Tage lang kein Fett zu sich, so dass sich die Gallenflüssigkeit – die nun für die Verarbeitung von Fetten nicht benötigt wird – in der Leber und in der Gallenblase ansammelt; dort herrscht deshalb ein starker Druck.

Wenn jetzt die Patienten eine ölhaltige Lösung trinken, wird die Gallenflüssigkeit rasch abgestoßen. Die Steine, die durch diese Methode abgehen, werden meist als Gallensteine bezeichnet – doch auch hier wenden Kritiker ein, dass es sich nicht um solche Bestandteile handeln kann, die teilweise bis zwei Zentimeter groß sind und nur schwerlich die Gallengänge passieren können.

Allerdings gilt auch zu berücksichtigen, dass sich zahlreiche Patienten nach dieser Kur wesentlich besser fühlen als vorher – und auch über den Rückgang von Beschwerden berichten. Eventuell sind solche positiven Rückmeldungen durch die Begleiterscheinungen bedingt, die eine derartige Leberkur mit sich bringt, zum Beispiel die bewusste Ernährung im Vorfeld, die für sich eine reinigende Wirkung aufweist. Auch der Darm erfährt durch die veränderte Ernährung eine deutliche Entlastung und Reinigung. Schließlich kann man nicht vollständig ausschließen, dass die Ausscheidungen nicht doch auch echte Gallenbestandteile enthalten – die jedoch nicht so deutlich sichtbar sind.

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Leberkur – Homöopathie zur „Entgiftung“

Auch mit homöopathischen Mitteln lässt sich eine effektive Leberentgiftung erzielen. Vor allem die Einzelmittel Chelidonium (Schöllkraut), Carduus marianus (Mariendistel) und Lycopodium (Bärlapp) sind zu diesen Zweck geeignet.

Um die Leber allgemein zu aktivieren, hat sich dabei besonders das homöopathische Schöllkraut bewährt, während Bärlapp vor allem eingesetzt wird, wenn bereits Schmerzen auftreten. Die Mariendistel wird als homöopathisches Einzelmittel vor allem verwendet, wenn sich wiederkehrende Leber-Galle-Beschwerden zeigen, zum Beispiel Übelkeit oder Brechreiz. Wenn Krampfadern oder Hämorrhoiden vorliegen, die häufig auf eine Leberbelastung hinweisen (aufgrund einer Pfortaderstauung), hat sich die Einnahme des Mittels besonders bewährt.

Genau das passende homöopathische Einzelmittel für die individuellen Bedürfnisse des Patienten herauszusuchen, erweist sich in der Praxis jedoch häufig als schwierig und sollte keinesfalls ohne Absprache mit dem behandelten Therapeuten erfolgen. Alternativ kann man allerdings auch auf ein Kombinationspräparat zurückgreifen, wenn man eine Leberkur durchführen möchte. Hepeel von der Firma Heel enthält beispielsweise sowohl Bärlapp als auch Schöllkraut und Mariendistel sowie weitere, teilweise auch mineralische Inhaltsstoffe, die sich zur Entgiftung der Leber einsetzen lassen.

Schüssler-Salze für die Leber?

Nicht nur spezielle Homöopathika eignen sich als bewährte Mittel bei einer Leberkur – Schüssler-Salze lassen sich ebenso gut einsetzen. Während das Salz Nummer 6 (Kalium sulfuricum) allgemein die Leber stärkt, fungiert das zehnte Salz (Natrium sulfuricum) als klassisches Ausscheidungsmittel.

Ergänzt werden diese beiden Basispräparate durch Salz Nummer 12 (Calcium sulfuricum), das Entgiftungs- und Ausscheidungsprozesse fördert. Mit diesen drei Salzen kann auch eine vier- bis sechswöchige Kur durchgeführt werden; morgens kommt Salz Nummer 10 zum Einsatz, während mittags das sechste und abends das zwölfte Salz zugeführt wird. Die Einnahme erfolgt am besten nach Auflösen in Wasser, da auf diese Weise die Aufnahme der wirksamen Bestandteile erhöht wird.

Zu diesem Zweck werden jeweils 10 Tabletten in heißem, abgekochten Wasser aufgelöst. Die Flüssigkeitsmenge sollte zwischen 200 und 300 ml betragen. Anschließend trinkt man die Lösung in kleinen Schlucken und bewegt die jeweilige Portion einige Male sorgfältig im Mund, bevor man sie hinunterschluckt.

Auf diese Weise wird bereits eine Aufnahme über die Schleimhäute gewährleistet. Unterstützt wird die Leberkur am besten mit einem Leberwickel, der die Durchblutung der Leber fördert. Für die Herstellung verwendet man das sechste Salz als Salbe, das auf die Lebergegend aufgetragen wird. Anschließend wird ein mit heißem Wasser getränktes und ausgedrücktes Küchentuch auf diesen Bereich gelegt und mit einem Wolltuch fixiert. Der Leberwickel verbleibt so lange auf der Haut, wie es angenehm ist.

Fazit

Eine allgemeine Stärkung und Aktivierung der Leber mit entsprechenden homöopathischen Mitteln oder Schüssler-Salzen ist immer möglich. Für eine gezielte und sichtbare Ausleitung sorgen hingegen Behandlungsansätze, die Gallensteine aus dem Körper befördern sollen. Die Wirksamkeit solcher Therapien konnte jedoch bisher nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden.

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Beitragsbild: 123rf.com – Alexander Raths

Wenn die Leber sprechen könnte, würde sie vermutlich sagen: „Ich habe alles gegeben – aber jetzt reicht’s!“ Dieses Organ ist ein wahres Wunderwerk der Regeneration, doch selbst die beeindruckendste Leberregeneration hat ihre Grenzen. Über Jahre hinweg schuftet sie still im Hintergrund, neutralisiert Gifte, speichert Nährstoffe und hält den Stoffwechsel am Laufen. Doch während Herz und Lunge oft im Rampenlicht stehen, wird die Leber meist übersehen – bis es zu spät ist.

Dabei sind die Warnsignale oft subtil: chronische Müdigkeit, Verdauungsprobleme, ein dumpfer Druck im Oberbauch. Viele schieben diese Beschwerden auf den Stress des Alltags oder das Älterwerden. Doch was, wenn genau hier die ersten Zeichen einer überlasteten Leber liegen? Und was, wenn es einfache Möglichkeiten gibt, sie zu entlasten, bevor ernste Schäden entstehen?

In den letzten 25 Jahren habe ich zahllose Patienten gesehen, die ihre Leber unbewusst überfordert haben – durch schlechte Ernährung, Umweltgifte oder Medikamente. Doch die gute Nachricht ist: Die Leber kann sich erholen. Mit den richtigen Maßnahmen ist eine effektive Leberregeneration möglich, oft weit über das hinaus, was viele für denkbar halten. Entscheidend ist, frühzeitig aktiv zu werden. Wie das geht? Genau darum geht es in diesem Artikel.

Die stille Arbeiterin: Stoffwechselkontrolle rund um die Uhr

Die Leber ist ein wahres Kraftwerk des Körpers. Sie reguliert den Stoffwechsel, filtert Giftstoffe und speichert essenzielle Nährstoffe. Alles, was wir essen, trinken oder über die Haut aufnehmen, passiert früher oder später dieses zentrale Organ. Tag und Nacht ist sie damit beschäftigt, Nährstoffe bereitzustellen, Schadstoffe abzubauen und die innere Balance zu wahren. Eine Art stiller Diener, der nie klagt – bis die Belastung zu groß wird.

Viele denken bei Leberproblemen reflexartig an Alkoholmissbrauch. Und ja, übermäßiger Alkoholkonsum ist eine der Hauptursachen für Leberschäden. Doch es gibt weit mehr Feinde: Pestizide, Umweltgifte, Medikamente, ungesunde Fette, künstliche Zusatzstoffe, Stress und sogar chronische Infektionen können das Organ schwer belasten.

Die Regenerationskraft der Leber – ein biologisches Wunder

Im Gegensatz zu anderen Organen verfügt die Leber über eine nahezu einzigartige Fähigkeit: Sie kann sich regenerieren. Bis zu 80 Prozent ihres Gewebes lassen sich entfernen, ohne dass die Stoffwechselfunktionen dauerhaft beeinträchtigt werden. Gesunde Hepatozyten (Leberzellen) können sich teilen, bis das Organ nahezu seine ursprüngliche Größe erreicht hat.

Dieser Prozess ist allerdings nicht unbegrenzt möglich. Ist das Gewebe zu stark geschädigt – etwa durch eine fortgeschrittene Leberzirrhose –, verliert die Leber ihre Regenerationsfähigkeit. Anstelle gesunder Zellen bildet sich narbiges Bindegewebe, das keinen Stoffwechsel betreibt.

Die Regenerationsfähigkeit der Leber ist ein Segen, aber auch eine Gefahr: Weil sie lange still arbeitet, werden Schäden oft zu spät erkannt. Erste Warnzeichen wie Müdigkeit, Verdauungsprobleme oder ein Druckgefühl im rechten Oberbauch ignorieren viele – bis ernsthafte Erkrankungen auftreten.

Die leisen Feinde der Leber

Neben Alkohol gibt es viele weitere schädliche Faktoren. An vorderster Front: industriell verarbeitete Lebensmittel. Fertiggerichte, Fast Food, Softdrinks und synthetische Zusatzstoffe wie künstliche Farbstoffe oder Konservierungsmittel belasten die Leber erheblich. Besonders problematisch sind Emulgatoren, die in vielen Lebensmitteln stecken und die Darmflora stören. Eine geschwächte Darmbarriere wiederum führt dazu, dass mehr Giftstoffe in den Blutkreislauf gelangen – und somit zur Leber.

Auch Medikamente belasten die Leber oft stärker, als vielen bewusst ist. Schmerzmittel, Cholesterinsenker, Psychopharmaka – die Liste ist lang. Natürlich sind viele dieser Medikamente notwendig, doch oft werden sie über Jahre eingenommen, ohne dass alternative Lösungen in Betracht gezogen werden. Die Folge: eine schleichende Überlastung des Entgiftungssystems.

Leberregeneration leicht gemacht

Zum Glück gibt es viele bewährte Maßnahmen, um Ihre Leber zu entlasten:

  • Bitterstoffe: Regen den Gallenfluss an und unterstützen die Leber. Empfehlenswert sind Löwenzahn (500 mg Extrakt täglich), Artischocke (2-3 g getrocknete Blätter als Tee) und Mariendistel (200-400 mg Silymarin täglich).
  • Antioxidantien: Schützen die Leberzellen vor oxidativem Stress. Besonders wirksam sind Vitamin C (1.000 mg täglich) und Glutathion (250-500 mg täglich). Mehr zum Thema können Sie in diesem Beitrag nachlesen: Freie Radikale und Antioxidantien
  • Probiotika: Stabilisieren die Darmflora und verhindern, dass Schadstoffe in den Blutkreislauf gelangen. Empfehlenswert sind Lactobacillus- und Bifidobacterium-Stämme (mind. 10 Milliarden KBE täglich). Weitere Informationen finden sie in dem Beitrag: Probiotika und Präbiotika: Fakten und Wirkung
  • Wasser: Mindestens 1,5-2 Liter gefiltertes Wasser täglich fördern die Entgiftung. Hier zwei Interessante Artikel zu diesem Thema: Wie viel Wasser am Tag trinken? und Gutes Wasser – Was macht es aus?
  • Leberfreundliche Ernährung: Frisches Gemüse (Brokkoli, Rote Bete, Karotten), gesunde Fette (Olivenöl, Leinöl), und Ballaststoffe unterstützen die Leberfunktion. Diese Lebensmittel helfen der Leber.
  • Toxine meiden: Verzicht auf übermäßigen Kaffeekonsum, Nikotin und künstliche Aromen reduziert die Belastung der Leber. Auch viele Kosmetika enthalten hormonaktive Substanzen – ein Blick auf die Inhaltsstoffe lohnt sich.

Schon kleine Veränderungen im Alltag können Großes bewirken!

Fazit

Unsere Leber arbeitet unermüdlich, ohne sich zu beschweren. Sie ist ein wahres Wunder der Natur – doch selbst ein Wunder hat seine Grenzen. Die gute Nachricht ist: Wer achtsam mit ihr umgeht, kann sie über viele Jahrzehnte hinweg gesund erhalten.

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 28.2.2025 umfassend überarbeitet.

Beitragsbild: 123rf.com – subbotina

Eine Fettleber klingt zunächst erstaunlich harmlos. Ein wenig zu viel Fett in der Leber – was soll daran schon dramatisch sein? Genau darin liegt das Problem. Eine Fettleber verursacht häufig jahrelang keine eindeutigen Beschwerden. Sie tut nicht weh, sie meldet sich nicht zuverlässig über die Leberwerte und wird nicht selten zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt.

Dann heißt es häufig lapidar: „Sie sollten etwas abnehmen.“ Das ist zwar nicht grundsätzlich falsch, hilft dem Betroffenen aber ungefähr so viel wie der Hinweis, man solle bei Bluthochdruck weniger Stress haben. Wer eine Fettleber wirklich zurückdrängen möchte, sollte zunächst verstehen, warum sie entstanden ist. Denn bei vielen Patienten steckt dahinter nicht einfach „zu viel Fett im Essen“, sondern eine Störung des gesamten Stoffwechsels: Insulinresistenz, Bauchfett, hohe Triglyceride, zu viele schnell verfügbare Kohlenhydrate, Bewegungsmangel, Alkohol oder – wie meistens – eine Kombination mehrerer Faktoren.

Und noch etwas ist wichtig: Nicht jede Fettleber ist gleich gefährlich. Für die langfristige Prognose spielt vor allem eine Rolle, ob bereits eine Entzündung und insbesondere eine Vernarbung des Lebergewebes – eine Fibrose – entstanden ist. Genau deshalb sollte die entscheidende Frage nicht nur lauten: „Wie fett ist meine Leber?“, sondern vielmehr: „Wie gesund ist mein Lebergewebe noch?“

Wer sich zunächst grundsätzlich mit den Aufgaben dieses erstaunlichen Organs beschäftigen möchte, findet dazu meinen ausführlichen Beitrag über Funktion, Erkrankungen und naturheilkundliche Unterstützung der Leber.

Fettleber, MASLD und MASH – was bedeuten die neuen Begriffe?

Die früher gebräuchliche Bezeichnung „nichtalkoholische Fettleber“, kurz NAFLD, wird zunehmend durch den Begriff MASLD ersetzt. Die Abkürzung steht für „Metabolic Dysfunction-Associated Steatotic Liver Disease“, also eine mit metabolischer Dysfunktion verbundene Fettlebererkrankung.

Der neue Begriff klingt zunächst sperriger, ist inhaltlich aber durchaus sinnvoll. Denn die Erkrankung wird nicht mehr darüber definiert, was der Patient angeblich nicht tut – nämlich zu viel Alkohol trinken –, sondern stärker darüber, was tatsächlich dahintersteckt: eine Stoffwechselstörung.

Von einer MASLD spricht man vereinfacht bei einer nachweisbaren Verfettung der Leber zusammen mit mindestens einem kardiometabolischen Risikofaktor. Dazu gehören beispielsweise Übergewicht beziehungsweise ein erhöhter Bauchumfang, ein gestörter Zuckerstoffwechsel, erhöhter Blutdruck oder Fettstoffwechselstörungen.

Kommt zur Fettansammlung eine entzündliche Schädigung der Leberzellen hinzu, spricht man heute von MASH, der metabolisch bedingten Steatohepatitis. Im weiteren Verlauf kann sich zunehmend Bindegewebe bilden. Es entsteht eine Fibrose. Schreitet dieser Prozess weiter fort, kann schließlich eine Leberzirrhose entstehen.

Diese Entwicklung ist allerdings keineswegs zwangsläufig. Gerade in frühen Stadien besitzt die Leber eine enorme Fähigkeit zur Regeneration. Und genau deshalb lohnt es sich, früh gegenzusteuern.

Die Fettleber ist meistens eine Stoffwechselerkrankung

Der klassische Satz „Sie haben zu viel Fett gegessen, deshalb ist Ihre Leber fett“ greift deutlich zu kurz. Eine zentrale Rolle spielt häufig die Insulinresistenz. Dabei reagieren Muskel-, Fett- und Leberzellen immer schlechter auf Insulin. Die Bauchspeicheldrüse versucht zunächst gegenzusteuern, indem sie mehr Insulin produziert. Gleichzeitig gelangen vermehrt freie Fettsäuren aus dem Fettgewebe zur Leber und die Leber beginnt, aus überschüssiger Energie selbst neue Fettsäuren herzustellen.

Besonders ungünstig wird die Situation bei einer Kombination aus wenig Bewegung, viszeralem Bauchfett, ständigem Essen, zuckerreichen Getränken, stark verarbeiteten Lebensmitteln, Alkohol und dauerhaftem Kalorienüberschuss. Deshalb sehe ich die Fettleber in der Praxis häufig weniger als isolierte Lebererkrankung, sondern vielmehr als sichtbares Warnsignal dafür, dass der Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht geraten ist.

Dabei muss ein Betroffener keineswegs stark übergewichtig sein. Auch schlanke Menschen können eine metabolische Fettleber entwickeln. Bauchumfang, Muskelmasse, Insulinempfindlichkeit, genetische Faktoren und die Verteilung des Körperfetts können dabei erheblich wichtiger sein als der BMI allein.

Gerade die Verbindung zum gestörten Zuckerstoffwechsel ist wichtig. Wer zusätzlich erhöhte Nüchternzuckerwerte, einen auffälligen HbA1c oder bereits einen Typ-2-Diabetes hat, sollte diese Faktoren nicht getrennt voneinander betrachten. Mehr zu diesem Zusammenhang und zu den Möglichkeiten des Fastens finden Sie in meinem Beitrag Heilfasten bei Diabetes.

Zucker und Fruktose: Das Problem steckt vor allem in Getränken und Fertigprodukten

Fruktose wird im Zusammenhang mit der Fettleber häufig zum alleinigen Hauptschuldigen erklärt. Ganz so einfach ist es nicht. Problematisch sind vor allem größere Mengen leicht verfügbarer Zucker, insbesondere wenn sie zusätzlich zum eigentlichen Energiebedarf aufgenommen werden.

Süßgetränke, Fruchtsäfte, Energydrinks, Süßigkeiten und zahlreiche stark verarbeitete Lebensmittel liefern innerhalb kürzester Zeit beträchtliche Zuckermengen, ohne entsprechend zu sättigen. Ein Apfel ist metabolisch eben etwas anderes als ein halber Liter Apfelsaft. Der Apfel muss gekaut werden, liefert Ballaststoffe und enthält Wasser. Der Saft liefert innerhalb weniger Minuten den Zucker mehrerer Früchte.

Deshalb lautet eine meiner ersten Regeln bei einer metabolischen Fettleber nicht: „Essen Sie kein Obst mehr.“ Sie lautet vielmehr: Trinken Sie möglichst keinen Zucker. Cola, Limonade, gesüßte Eistees, Energydrinks und größere Mengen Fruchtsaft gehören zu den ersten Dingen, die ich konsequent streichen würde.

Zum Thema Fruchtzucker habe ich ausführlicher in meinem Beitrag Fruchtzucker und Fruktose – wo tatsächlich das Problem liegt geschrieben.

Und was ist mit Fett?

Auch die pauschale Vorstellung „Fett macht die Leber fett“ ist zu simpel. Entscheidend sind die gesamte Energiebilanz, die Stoffwechsellage, die Lebensmittelqualität und natürlich die Art der aufgenommenen Fette.

Eine mediterran orientierte Ernährung mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen, Fisch, Olivenöl und möglichst wenig industriell verarbeiteten Lebensmitteln hat sich bei Stoffwechselerkrankungen einschließlich der Fettleber als sinnvoll erwiesen. Daraus muss man allerdings keine Ernährungsreligion machen. Auch kohlenhydratreduzierte Ernährungsformen können funktionieren. Ebenso können fettärmere Varianten bei manchen Menschen gute Ergebnisse bringen.

Entscheidend ist letztlich, ob eine Ernährung dauerhaft durchgehalten werden kann und ob sich damit Bauchumfang, Körpergewicht, Blutzucker, Triglyceride und Insulinempfindlichkeit verbessern. Die Vorstellung, ein einzelnes Speiseöl oder das vollständige Verbannen einer einzigen Fettsäure könne eine bestehende Fettleber beseitigen, halte ich dagegen für wenig hilfreich.

Alkohol: Bei einer Fettleber keine Nebensache

Alkohol und metabolische Probleme können sich gegenseitig verstärken. Das ist einer der Gründe, weshalb die frühere strikte Trennung zwischen „alkoholischer“ und „nichtalkoholischer“ Fettleber heute differenzierter betrachtet wird.

Wer bereits eine Fettleber hat, sollte seinen Alkoholkonsum deshalb nicht schönrechnen. Mein pragmatischer Rat lautet: Bei einer diagnostizierten Fettleber würde ich zunächst vollständig auf Alkohol verzichten. Nicht „nur am Wochenende“, nicht „nur Rotwein“ und nicht „nur zwei Bier“. Die Leber braucht keine Diskussion darüber, ob ein bestimmtes alkoholisches Getränk in irgendeiner Beobachtungsstudie möglicherweise günstig abgeschnitten hat. Sie braucht zunächst Entlastung.

Bei fortgeschrittener Fibrose oder Zirrhose wird die Sache ohnehin noch eindeutiger. Dann gehört Alkohol konsequent gestrichen.

Was sollte bei einer Fettleber auf den Teller?

Ich halte komplizierte Drei-Wochen-Spezialdiäten für weniger sinnvoll als einige Regeln, die ein Patient auch nach drei Monaten noch umsetzen kann. Der größte Anteil einer Mahlzeit kann aus Gemüse bestehen. Dazu kommt eine vernünftige Eiweißquelle und – abhängig von Aktivität, Stoffwechsellage und Verträglichkeit – eine angemessene Menge hochwertiger Kohlenhydrate oder Fett.

Günstige Eiweißquellen sind beispielsweise Fisch, Eier, Hülsenfrüchte, Naturjoghurt, Quark, Geflügel oder andere möglichst wenig verarbeitete Lebensmittel. Kohlenhydrate müssen nicht grundsätzlich gestrichen werden. Hafer, Hülsenfrüchte, Kartoffeln oder naturbelassene Getreideprodukte sind metabolisch etwas anderes als Weißbrot, Gebäck, gezuckerte Frühstücksflocken und Süßigkeiten.

Besonders wichtig sind Ballaststoffe. Gemüse, Hülsenfrüchte, Leinsamen und andere ballaststoffreiche Lebensmittel wirken nicht nur auf die Verdauung, sondern auch auf Sättigung, Blutzuckerregulation und Darmflora. Auch Flohsamen und Flohsamenschalen können hier eine praktische Ergänzung sein, sofern sie vertragen und mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden.

Und genau hier entscheidet sich oft, ob aus guten Vorsätzen tatsächlich neue Gewohnheiten werden. Wer nicht mehr ständig darüber nachdenken möchte, welches Lebensmittel nun „erlaubt“ oder „verboten“ ist, sondern die wesentlichen Zusammenhänge von Ernährung und Stoffwechsel verstehen will, für den habe ich meinen kostenlosen Ernährungs-Newsletter eingerichtet:

Welche drei Lebensmittel ich in der Praxis besonders kritisch sehe – und welche Ernährungsfehler sich erstaunlich hartnäckig halten –, darüber schreibe ich regelmäßig in meinem kostenlosen Praxis-Newsletter zur Ernährung:

 

 

Woran merkt man eine Fettleber?

Das Tückische an einer Fettleber ist: häufig überhaupt nicht. Manche Patienten berichten über Müdigkeit, Leistungsabfall, ein Druckgefühl oder unspezifische Beschwerden im rechten Oberbauch. Solche Symptome beweisen jedoch keine Fettleber und ihr Fehlen schließt die Erkrankung ebenso wenig aus.

Der häufig zitierte naturheilkundliche Satz „Müdigkeit ist der Schmerz der Leber“ ist als Bild durchaus einprägsam. Diagnostisch reicht er selbstverständlich nicht. Eine Fettleber wird häufig zufällig im Ultraschall entdeckt oder fällt auf, weil gleichzeitig Übergewicht, Typ-2-Diabetes, erhöhte Triglyceride oder andere Stoffwechselprobleme bestehen.

Normale Leberwerte schließen eine Fettleber nicht aus

Das ist einer der Punkte, den jeder Betroffene kennen sollte. GPT beziehungsweise ALT, GOT beziehungsweise AST und Gamma-GT können bei einer Fettleber erhöht sein. Sie müssen es aber nicht. Normale Transaminasen sind kein Freibrief dafür, dass mit der Leber alles in Ordnung ist.

Umgekehrt bedeutet eine erhöhte Gamma-GT ebenfalls nicht automatisch Fettleber. Alkohol, Medikamente, Gallenwegserkrankungen und zahlreiche andere Ursachen können die Werte verändern. Deshalb sollte man Leberwerte niemals isoliert betrachten.

Bei Verdacht auf eine metabolische Fettleber interessieren unter anderem GPT beziehungsweise ALT, GOT beziehungsweise AST, Gamma-GT, alkalische Phosphatase, Bilirubin und die Zahl der Thrombozyten. Gleichzeitig gehören Nüchternblutzucker, HbA1c, Triglyceride, HDL, LDL, Blutdruck, Gewicht und insbesondere der Bauchumfang zum Gesamtbild.

Je nach Ausgangssituation können zusätzliche Untersuchungen notwendig sein. Denn die eigentlich spannende Frage lautet nicht nur, ob Fett in der Leber liegt, sondern ob sich bereits eine relevante Schädigung des Lebergewebes entwickelt hat.

Der entscheidende Punkt: Gibt es bereits eine Fibrose?

Genau diese Frage fehlt mir in vielen Gesprächen über die Fettleber. Ein Ultraschall kann eine stärkere Verfettung häufig erkennen. Er sagt aber nur begrenzt etwas darüber aus, wie stark das Lebergewebe bereits vernarbt ist. Und gerade die Fibrose ist langfristig wesentlich für das Risiko einer fortschreitenden Lebererkrankung.

Dafür stehen heute nichtinvasive Verfahren zur Verfügung. Ein sehr einfacher erster Schritt ist der sogenannte FIB-4-Index. Er wird aus dem Alter, GOT beziehungsweise AST, GPT beziehungsweise ALT und der Zahl der Blutplättchen berechnet. Dafür sind also zunächst keine exotischen Spezialuntersuchungen notwendig.

Als grobe Orientierung gilt bei Erwachsenen mittleren Alters: Liegt der FIB-4 unter 1,3, ist eine fortgeschrittene Fibrose eher unwahrscheinlich. Ab einem Wert von 1,3 sollte genauer hingesehen werden. Bei Menschen über 65 Jahren wird wegen des Alterseinflusses häufig ein höherer Schwellenwert von etwa 2,0 verwendet. Bei jüngeren Erwachsenen unter etwa 35 Jahren ist der FIB-4 dagegen weniger zuverlässig.

Wichtig: Der FIB-4 stellt keine Diagnose. Er ist ein Vorsortierungsinstrument. Ein auffälliger Wert bedeutet nicht automatisch, dass bereits eine schwere Fibrose vorliegt. Er bedeutet vielmehr: Hier sollte die Diagnostik nicht bei „Ihre Leberwerte sind etwas erhöht“ enden.

FibroScan und Elastographie: Wie steif ist die Leber?

Wenn sich aufgrund von Risikofaktoren oder FIB-4 ein erhöhter Verdacht ergibt, kann die Steifigkeit der Leber mittels Elastographie untersucht werden. Häufig geschieht dies mit einer transienten Elastographie, die vielen unter dem Gerätenamen FibroScan bekannt ist.

Dabei wird gemessen, wie elastisch beziehungsweise steif das Lebergewebe ist. Das liefert zusätzliche Informationen über eine mögliche Fibrose. Moderne Leitlinien empfehlen deshalb zunehmend ein stufenweises Vorgehen: zunächst einfache Blutwerte und einen Score wie den FIB-4, anschließend bei Bedarf eine Elastographie oder weitere Spezialdiagnostik.

Das ist erheblich aussagekräftiger als die verbreitete Fixierung auf die Frage, ob im Ultraschall lediglich „Fettleber Grad I“ oder „Grad II“ geschrieben wurde.

Wie viel Gewichtsabnahme braucht die Leber?

Hier wird es erfreulich konkret. Bei übergewichtigen Menschen mit metabolischer Fettleber zeigen die Daten eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung. Bereits eine dauerhafte Gewichtsreduktion von etwa fünf Prozent kann das Leberfett deutlich reduzieren. Bei ungefähr sieben bis zehn Prozent verbessern sich zunehmend auch entzündliche Veränderungen. Bei einer Gewichtsreduktion von zehn Prozent oder mehr steigen die Chancen, dass sich selbst fibrotische Veränderungen bessern.

Bei 100 Kilogramm Ausgangsgewicht sprechen wir also nicht über irgendein abstraktes „Sie sollten abnehmen“. Ein erstes Ziel wären fünf Kilogramm. Danach kann man weitersehen. Zehn Kilogramm entsprechen bereits zehn Prozent des Ausgangsgewichts und können metabolisch einen erheblichen Unterschied machen.

Niemand muss dafür in sechs Wochen sein angebliches Idealgewicht erreichen. Radikale Crash-Diäten halte ich ohnehin für keine besonders kluge Strategie. Entscheidend ist eine Veränderung, die anschließend gehalten werden kann.

Bewegung wirkt auch dann, wenn die Waage kaum reagiert

Bewegung wird bei der Fettleber häufig nur als Methode zum Kalorienverbrennen betrachtet. Das unterschätzt ihre Wirkung erheblich. Aktive Muskulatur nimmt Glukose auf, verbessert die Insulinempfindlichkeit und verändert den Fettstoffwechsel. Deshalb kann regelmäßige Bewegung das Leberfett günstig beeinflussen, selbst wenn die Gewichtsabnahme auf der Waage zunächst überschaubar bleibt.

Als sinnvolle Orientierung gelten mindestens etwa 150 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche. Das können beispielsweise fünf Einheiten von jeweils 30 Minuten zügigem Gehen, Radfahren oder vergleichbarer Bewegung sein.

Ich würde zusätzlich zweimal pro Woche Krafttraining einbauen. Muskelmasse ist metabolisch ausgesprochen wertvolles Gewebe. Gerade ältere Menschen sollten eine Fettleber deshalb nicht dadurch behandeln wollen, dass sie immer weniger essen, immer dünner werden und dabei einen Teil ihrer Muskulatur verlieren.

Eine einfache Kombination aus täglicher Alltagsbewegung, zügigem Gehen und zwei vernünftigen Krafttrainingseinheiten ist unspektakulär. Aber genau solche unspektakulären Dinge wirken häufig besser als das neueste „Leber-Detox“-Produkt aus dem Internet.

Fasten bei Fettleber: Sinnvoll oder überschätzt?

Natürlich ist diese Frage auf einer Seite über Heilfasten besonders interessant. Und ja: Fasten kann bei einer metabolischen Fettleber ausgesprochen sinnvoll sein. Allerdings nicht deshalb, weil dabei irgendwelche Fettablagerungen einfach aus der Leber „herausgespült“ würden.

Die Stoffwechselvorgänge sind wesentlich interessanter. Während längerer Essenspausen sinkt der Insulinspiegel, Glykogenspeicher werden geleert, Fettreserven werden verstärkt mobilisiert und der Körper wechselt zunehmend von der Speicherung auf die Nutzung gespeicherter Energie. Gerade bei Insulinresistenz kann dieser Wechsel therapeutisch interessant sein.

Die Studienlage zum intermittierenden Fasten bei MASLD ist inzwischen deutlich umfangreicher geworden. Metaanalysen aus dem Jahr 2026 zeigen Verbesserungen des Körpergewichts, des Bauchumfangs und teilweise auch des Leberfetts. Gleichzeitig sollte man daraus keine Wundermethode machen: Gegenüber einer vergleichbaren kontinuierlichen Energiereduktion ist intermittierendes Fasten nicht in jedem untersuchten Parameter überlegen. Gerade bei der Lebersteifigkeit – also einem Hinweis auf Fibrose – zeigen die bisherigen Untersuchungen keinen überzeugenden Vorteil.

Das ist für mich kein Argument gegen das Fasten. Im Gegenteil. Es zeigt, dass Fasten ein ausgesprochen brauchbares Werkzeug sein kann, wenn es dem Betroffenen leichter fällt, klare Nahrungspausen einzuhalten als permanent Kalorien zu zählen.

Eine einfache Möglichkeit ist beispielsweise ein tägliches Essensfenster. Viele beginnen zunächst mit zwölf bis vierzehn Stunden Nahrungspause über Nacht und erweitern diese gegebenenfalls. Zum intermittierenden Fasten und Intervallfasten habe ich ausführlicher geschrieben.

Eine andere Möglichkeit ist eine klassische Heilfastenkur. Wer damit beginnen möchte, sollte allerdings nicht einfach am Montag das Essen einstellen und sehen, was passiert. Eine Fastenkur besteht aus Vorbereitung, Fastentagen, Fastenbrechen und Aufbautagen. Einen konkreten Ablauf finden Sie in meinem Heilfasten-Plan Schritt für Schritt.

Entscheidend ist außerdem, was nach der Nahrungspause geschieht. Eine Woche Fasten macht sechs Monate schlechte Ernährung nicht ungeschehen. Gerade deshalb halte ich die Aufbautage und das richtige Fastenbrechen für mindestens ebenso wichtig wie die eigentlichen Fastentage.

Wer Insulin oder andere blutzuckersenkende Medikamente einnimmt, eine fortgeschrittene Lebererkrankung hat, deutlich untergewichtig ist oder relevante Begleiterkrankungen aufweist, sollte längere Fastenkuren allerdings nicht auf eigene Faust durchführen. Blutzucker und Medikamentenbedarf können sich beim Fasten relativ schnell verändern.

Wenn Sie das Fasten nicht als kurzfristige Hungerkur, sondern als gezieltes Stoffwechselverfahren einsetzen möchten, kommt es auf solche Details an. Genau diese praktischen Fragen – Vorbereitung, Ablauf, typische Fehler, Beschwerden und die Zeit danach – behandle ich regelmäßig in meinem Heilfasten-Newsletter:

Wenn Sie Fasten nicht nur ausprobieren, sondern verstehen möchten, was dabei im Körper geschieht und wie man die häufigsten Fehler vermeidet, dann fordern Sie meinen kostenlosen Heilfasten-Newsletter an:

 

 

Mariendistel, Cholin, Omega-3 und andere Naturstoffe

Spätestens an dieser Stelle kommt meistens die Frage: „Was kann ich zusätzlich einnehmen?“ Die ist verständlich. Ich würde allerdings zwei Dinge sauber auseinanderhalten: eine biologisch interessante Unterstützung des Leberstoffwechsels und eine tatsächlich nachgewiesene Behandlung einer Fettleber oder Fibrose.

Die Mariendistel beziehungsweise ihr Wirkstoffkomplex Silymarin gehört zu den klassischen Lebermitteln der Naturheilkunde und wird auch von mir seit vielen Jahren eingesetzt. Untersuchungen zeigen antioxidative, membranstabilisierende und leberprotektive Eigenschaften. Es gibt auch klinische Daten zu Veränderungen bestimmter Leberwerte. Daraus sollte man allerdings nicht das Versprechen machen, Silymarin könne eine fortgeschrittene Leberfibrose einfach rückgängig machen.

Interessant ist außerdem Cholin. Dieser Nährstoff spielt unter anderem beim Transport von Fett aus der Leber eine Rolle. Ein ausgeprägter Cholinmangel kann tatsächlich zur Entwicklung einer Fettleber beitragen. Daraus folgt allerdings nicht automatisch, dass jeder Patient mit einer Fettleber hoch dosiertes Cholin benötigt. Natürliche Cholinquellen sind unter anderem Eier. Wer tiefer einsteigen möchte, findet auf meiner Seite Vitalstoffmedizin.com einen ausführlichen Beitrag über Cholin, seine Wirkung und die Studienlage.

Auch Omega-3-Fettsäuren können insbesondere bei gleichzeitig erhöhten Triglyceriden interessant sein. Die Daten deuten darauf hin, dass sie verschiedene Stoffwechselparameter und teilweise auch das Leberfett günstig beeinflussen können. Mehr dazu finden Sie in meinem Grundsatzbeitrag über Omega-3-Fettsäuren, EPA und DHA.

Für Berberin, Curcumin und verschiedene weitere Pflanzenstoffe gibt es ebenfalls interessante Untersuchungen. Ich halte es aber für einen Fehler, daraus gleich einen zehnteiligen „Fettleber-Stack“ zusammenzustellen. Je mehr Präparate gleichzeitig eingenommen werden, desto schwieriger wird es zu beurteilen, was tatsächlich notwendig, wirksam oder möglicherweise sogar belastend ist.

Und vor allem sollte die Reihenfolge stimmen: Ernährung, Alkohol, Bauchfett, Bewegung, Insulinresistenz und gegebenenfalls Fasten stehen für mich an erster Stelle. Nahrungsergänzungsmittel kommen danach.

Wer morgens süßes Gebäck isst, mittags Cola trinkt und abends zwei Bier, wird seine Leber nicht mit drei Kapseln Mariendistel austricksen. So leicht lässt sich Biologie leider nicht bestechen.

Und Kaffee? Ausgerechnet Kaffee kann für die Leber interessant sein

Ein weiteres Lebensmittel, das im Zusammenhang mit der Leber immer wieder auftaucht, ist Kaffee. Beobachtungsstudien zeigen seit Jahren Zusammenhänge zwischen regelmäßigem Kaffeekonsum und einem geringeren Risiko für verschiedene chronische Lebererkrankungen beziehungsweise fortgeschrittene Fibrose.

Das bedeutet nicht, dass jemand mit einer Fettleber plötzlich vier oder fünf Tassen Kaffee am Tag trinken sollte. Wer Kaffee nicht verträgt, Herzrasen bekommt oder schlecht schläft, sollte ihn nicht wegen einer Statistik erzwingen. Interessant ist aber, dass Kaffee für die Leber offenbar keineswegs grundsätzlich das Problem darstellt, als das er manchmal dargestellt wird. Dazu habe ich bereits ausführlicher geschrieben: Was Studien über Kaffee und die Leber zeigen.

Vorsicht vor dem „Leber-Detox“ aus dem Internet

Ebenso wichtig wie sinnvolle naturheilkundliche Unterstützung ist die andere Seite der Medaille. „Detox“ ist inzwischen ein riesiger Markt. Pulver, Tropfen und Kapseln enthalten teilweise zehn, zwanzig oder noch mehr Pflanzenextrakte, deren Kombination in dieser Form nie vernünftig untersucht wurde.

Und ausgerechnet Nahrungsergänzungsmittel und hoch konzentrierte Pflanzenextrakte können in einzelnen Fällen selbst Leberschäden verursachen. „Natürlich“ bedeutet nicht automatisch harmlos, und „viel“ bedeutet schon gar nicht „viel hilft viel“.

Bei auffälligen Leberwerten gehört deshalb auch die komplette Medikamenten- und Nahrungsergänzungsliste auf den Tisch. Dazu zählen frei verkäufliche Präparate ebenso wie pflanzliche Mittel. Bevor man weitere Substanzen hinzufügt, sollte man zunächst prüfen, ob vielleicht bereits etwas eingenommen wird, das die Leber unnötig belastet.

Wer sich intensiver mit naturheilkundlichen Möglichkeiten rund um die Leber beschäftigen möchte, findet dazu auch meine Seite zur biologischen Lebertherapie.

Genau solche Fragen interessieren mich in der Naturheilkunde: Was ist tatsächlich sinnvoll, was ist lediglich gut vermarktet und wo lohnt es sich, genauer hinzusehen? Wenn Sie solche Themen mögen, dürfte mein allgemeiner Praxis-Newsletter für Sie interessant sein:

In meinem kostenlosen Praxis-Newsletter „Unabhängig. Natürlich. Klare Kante.“ schreibe ich über Medizin und Naturheilkunde, über neue Studien, über therapeutische Möglichkeiten – und gelegentlich auch über Dinge, bei denen ich deutlich widerspreche:

 

 

Gibt es inzwischen Medikamente gegen die Fettleber?

Hier hat sich tatsächlich etwas verändert. Die alte pauschale Aussage, es gebe überhaupt kein Medikament gegen eine Fettleber beziehungsweise MASH, ist inzwischen nicht mehr aktuell.

Seit August 2025 ist Resmetirom unter dem Handelsnamen Rezdiffra in der Europäischen Union bedingt zugelassen. Das Medikament richtet sich allerdings keineswegs an jeden Menschen, bei dem im Ultraschall etwas Fett in der Leber gesehen wurde.

Die Zulassung betrifft Erwachsene mit einer nichtzirrhotischen MASH und einer mäßigen bis fortgeschrittenen Leberfibrose der Stadien F2 bis F3. Es handelt sich also um eine klar definierte Patientengruppe mit einer bereits erheblich weiter fortgeschrittenen Erkrankung.

Und selbst hier ersetzt das Medikament weder Ernährung noch Bewegung. Die Zulassung sieht Resmetirom ausdrücklich in Verbindung mit diesen Maßnahmen vor. Hinzu kommt, dass es sich um eine bedingte Zulassung handelt und weitere Langzeitdaten erhoben werden.

Für die große Mehrheit der Menschen mit einer unkomplizierten metabolischen Fettleber bleibt deshalb die Verbesserung der zugrunde liegenden Stoffwechsellage der entscheidende Ansatz.

Mein pragmatischer 12-Wochen-Plan bei Fettleber

Wer gerade die Diagnose „Fettleber“ erhalten hat, bekommt häufig eine Menge allgemeiner Ratschläge, aber keinen Plan. Deshalb würde ich die ersten zwölf Wochen als ein Stoffwechselprojekt betrachten. Nicht als Crash-Diät und auch nicht als „Entgiftungskur“, sondern als überschaubaren Zeitraum, in dem sich bereits erkennen lässt, ob die eingeschlagene Richtung funktioniert.

Vor dem Start: Ausgangslage festhalten

Dokumentieren Sie Körpergewicht und Bauchumfang. Lassen Sie vorhandene Leber- und Stoffwechselwerte zusammentragen beziehungsweise bestimmen. Dazu gehören insbesondere GPT, GOT, Gamma-GT, Thrombozyten, Nüchternblutzucker, HbA1c und Triglyceride. Blutdruck und Medikamente sollten ebenfalls berücksichtigt werden.

Aus Alter, GPT, GOT und Thrombozyten lässt sich der FIB-4 bestimmen. Bei einem unklaren oder erhöhten Fibroserisiko sollte besprochen werden, ob eine Elastographie beziehungsweise weitere hepatologische Diagnostik sinnvoll ist.

Woche 1 bis 4: Die großen Störfaktoren entfernen

Streichen Sie Alkohol zunächst vollständig. Trinken Sie keine zuckerhaltigen Getränke und möglichst auch keine größeren Mengen Fruchtsaft. Reduzieren Sie Süßigkeiten, Weißmehlprodukte und stark verarbeitete Lebensmittel deutlich.

Bauen Sie die Hauptmahlzeiten möglichst um Gemüse und eine gute Eiweißquelle herum auf. Lassen Sie zwischen den Mahlzeiten wieder echte Essenspausen entstehen. Es muss nicht alle zwei Stunden irgendetwas gegessen werden.

Beginnen Sie gleichzeitig mit regelmäßiger Bewegung. Fünfmal 30 Minuten zügiges Gehen pro Woche ist für viele Menschen ein realistischer Start. Wer Fasten gut verträgt und keine Gegenanzeigen hat, kann zusätzlich mit einer nächtlichen Nahrungspause von zwölf bis vierzehn Stunden beginnen.

Woche 5 bis 8: Stoffwechselarbeit verstärken

Jetzt sollte Bewegung nicht mehr nur sporadisch stattfinden. Ergänzen Sie möglichst zwei Einheiten Krafttraining pro Woche. Wer übergewichtig ist, sollte allmählich auch eine Veränderung bei Bauchumfang und Gewicht sehen. Das erste größere Ziel liegt bei ungefähr fünf Prozent des Ausgangsgewichts – nicht innerhalb weniger Tage, sondern nachhaltig.

Überprüfen Sie in dieser Phase auch den Schlaf. Schnarchen, Atemaussetzer, starke Tagesmüdigkeit oder andere Hinweise auf eine Schlafapnoe sollte man nicht ignorieren. Chronisch gestörter Schlaf kann den Zucker- und Fettstoffwechsel erheblich beeinflussen.

Woche 9 bis 12: Aus der Kur muss Alltag werden

Jetzt geht es nicht mehr darum, wie diszipliniert man zwölf Wochen durchgehalten hat. Die entscheidende Frage lautet: Welche Veränderungen können auch im nächsten Jahr bestehen bleiben?

Nach etwa drei Monaten kann abhängig von der Ausgangssituation erneut kontrolliert werden: Gewicht, Bauchumfang, Blutdruck, GPT, GOT, Gamma-GT, Triglyceride, Nüchternzucker und HbA1c. Bei erhöhtem Fibroserisiko richtet sich das weitere Vorgehen nach der individuellen Diagnostik.

Hat sich praktisch nichts verändert, würde ich nicht einfach weitere sechs Monate dasselbe tun. Dann sollte geprüft werden, ob die Maßnahmen konsequent genug waren, ob Medikamente oder andere Erkrankungen hineinspielen oder ob die Diagnose beziehungsweise das Ausmaß der Leberschädigung genauer abgeklärt werden muss.

Wann die Fettleber nicht mehr in Eigenregie behandelt werden sollte

Bestimmte Befunde gehören ärztlich beziehungsweise hepatologisch abgeklärt. Dazu zählen insbesondere ein erhöhtes Fibroserisiko, eine auffällige Elastographie, fallende Thrombozyten, ausgeprägte oder dauerhaft erhöhte Leberwerte sowie Hinweise auf eine fortgeschrittene Lebererkrankung.

Gelbsucht, zunehmender Bauchumfang durch Bauchwasser, Blutungen aus dem Magen-Darm-Trakt, ausgeprägte Schwäche oder Verwirrtheitszustände sind keine Fälle für einen „Lebertee“ oder eine selbst zusammengestellte Detox-Kur, sondern gehören unmittelbar medizinisch abgeklärt.

Auch sollte man bedenken: Nicht jede auffällige Leber ist automatisch eine metabolische Fettleber. Alkohol, Virushepatitiden, Autoimmunerkrankungen, Störungen des Eisenstoffwechsels, Medikamente und weitere Ursachen können ebenfalls zu auffälligen Leberwerten oder Leberschäden führen.

Die wichtigste Erkenntnis: Die Fettleber ist häufig umkehrbar – aber nicht mit einem Trick

Eine Fettleber ist kein Fettfleck, den man mit einem bestimmten Mittel aus der Leber herausputzen muss. Sie ist bei sehr vielen Betroffenen Ausdruck einer Stoffwechsellage. Und genau darin steckt gleichzeitig die Chance.

Die Leber besitzt eine bemerkenswerte Regenerationsfähigkeit. Bereits eine moderate Gewichtsreduktion, weniger Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel, Alkoholverzicht und regelmäßige Bewegung können das Leberfett deutlich reduzieren. Bei größerer und nachhaltiger Gewichtsabnahme können sich auch entzündliche Veränderungen und teilweise fibrotische Prozesse bessern.

Fasten kann dabei ein sehr interessantes Werkzeug sein – gerade weil es nicht nur die Kalorienzufuhr verändert, sondern auch Essensrhythmus, Insulinspiegel und Fettstoffwechsel beeinflusst. Es ersetzt allerdings nicht die Veränderung, die anschließend kommen muss.

Wer wissen möchte, ob seine Fettleber tatsächlich auf dem Rückzug ist, sollte deshalb nicht nur auf die Waage und die Gamma-GT schauen. Ich würde drei Dinge im Auge behalten: den Bauchumfang und die Stoffwechsellage, die Leberwerte und – bei entsprechendem Risiko – vor allem die Frage nach einer möglichen Fibrose.

Denn langfristig entscheidet nicht allein darüber, wie hell die Leber auf dem Ultraschallbild erscheint. Entscheidend ist, in welchem Zustand sich das Lebergewebe befindet – und was aus der Leber in den nächsten zehn oder zwanzig Jahren wird.

Quellen und weiterführende Literatur

  • European Association for the Study of the Liver (EASL), European Association for the Study of Diabetes (EASD), European Association for the Study of Obesity (EASO): Clinical Practice Guidelines on the Management of Metabolic Dysfunction-Associated Steatotic Liver Disease (MASLD), Journal of Hepatology, 2024.
  • European Medicines Agency (EMA): Rezdiffra (Resmetirom), European Public Assessment Report. Bedingte EU-Zulassung vom 18. August 2025.
  • Li H, Li T: Intermittent fasting versus continuous energy restriction in MASLD: a systematic review and meta-analysis. Frontiers in Nutrition, 2026.
  • Abu Suilik H et al.: Intermittent fasting strategies for metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease: systematic review and network meta-analysis of randomized controlled trials. Clinical Nutrition ESPEN, 2026.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Diagnose oder Behandlung. Insbesondere bei auffälligen Leberwerten, Verdacht auf Fibrose, Diabetes, regelmäßiger Medikamenteneinnahme oder geplanten längeren Fastenkuren sollte das Vorgehen individuell medizinisch beziehungsweise therapeutisch abgestimmt werden.

In der “Alternativen Szene” gibt es seit Jahren etwas, das sehr kontrovers diskutiert wird: Die Leberreinigung, wie zum Beispiel nach Hulda Clark oder Andreas Moritz. Dabei stellt sich immer wieder die Frage: Sind das wirklich Gallensteine, die dabei ausgeschieden werden? Und vor allem: Ist eine Leberkur sinnvoll? In diesem Beitrag gehe ich näher darauf ein und berichte nicht nur von Erfahrungen, sondern habe auch einen Blick in Studien geworfen.

Zunächst einmal etwas grundsätzliches zur Leber. Die Leber ist eines der wichtigsten Reinigungsorgane des menschlichen Körpers, und das hat bei den meisten Menschen jede Menge zu tun: Tagtäglich müssen Stoffwechselprodukte, Alkohol, Koffein, Nikotin, Gifte aus Nahrungsmitteln, Medikamenten, Kosmetika, Haushaltschemikalien oder belasteter Luft und viele weitere belastende Stoffe abgebaut werden.

Besonders durch ungesunde Ernährung oder anhaltenden Stress besteht aber die Gefahr, dass die Leber überlastet wird und selbst Schaden erleidet. Funktioniert die Leber nicht, wird der Mensch krank. Mögliche Symptome sind Verdauungsprobleme, erhöhte Cholesterinwerte, Antriebslosigkeit, Schwäche, Müdigkeit, Rückenschmerzen, Hautjucken oder Kopfschmerzen. Einige Naturheiler empfehlen deshalb eine Reinigung der Leber nach einem Verfahren, das ein Patient selbst anwenden kann.

Immer noch denken die Patienten und viele Mediziner, Leberprobleme bekomme man vor allem durch Alkohol. Dass sich dies heute gewandelt hat, habe ich u.a. in den Beiträgen:

Die Aufgaben der Leber

Die meisten Menschen kennen die Leber als “Entgiftungsorgan”. Das ist aber längst nicht alles: Zu den Aufgaben der Leber gehört es auch, täglich mindestens einen Liter Gallenflüssigkeit zu produzieren, die über die Gallengänge aus der Leber in den Zwischenspeicher Galle geleitet wird. Zur Verdauung des beim Essen aufgenommenen Fettes entleert sich die Galle (gesammelt in der Gallenblase) nach etwa zwanzig Minuten in den Dünndarm.

Eine vernünftige Fettverdauung ist deshalb nur bei einer funktionierenden Leber möglich. Außerdem „entscheidet“ die Leber, was mit dem aufgenommenen Fett passieren soll: Zu Energie verbrennen oder für schlechte Zeiten lagern? Ob wir ab- oder zunehmen, hat also auch mit der Leber zu tun. Da für die Produktion der Gallenflüssigkeit Cholesterin verwendet wird, reguliert die Leber außerdem den Cholesterinhaushalt im Körper. Und schließlich stellt die Leber auch noch Enzyme und Hormone her.

Doch nicht immer läuft alles glatt: Unter bestimmten Umständen können sich feste Ausfällungen in der Gallenflüssigkeit bilden – die Gallensteine.

Gallensteine schon in der Leber

Die meisten Menschen glauben, dass sich Gallensteine ausschließlich in der Gallenblase bilden und sammeln. Die meisten Gallensteine scheinen sich aber bereits in der Leber zu bilden – wo ja auch die Gallenflüssigkeit produziert wird. Problematisch wird das, wenn die Gallensteine die kleinen Gallengänge verstopfen und die Leber bei ihrer komplizierten Arbeit behindern.

20 Prozent der Bevölkerung werden in ihrem Leben Gallensteine entwickeln, die in der Gallenblase zu finden sind. Diese Zahl beinhaltet jedoch nicht die anscheinend enorm hohe Dunkelziffer, die Gallensteine oder Gallengrieß (kleinere Verhärtungen) in der LEBER entwickeln.

Durch ungesunde Ernährung, Erkrankungen und weitere Faktoren, können die Gallengänge auch bei jüngeren Menschen bereits in der Leber “verstopfen”. Risikofaktoren für die Entstehung von Gallensteinen sind familiäre Veranlagungen, Diabetes mellitus, Übergewicht, Schwangerschaft, ein erhöhter Cholesterinspiegel, chronische Verstopfung, zu fettreiche Ernährung, zu wenig Flüssigkeitszufuhr, Bewegungsmangel, die „Pille“ und andere Medikamente. Viele kleine Verhärtungen können entstehen und die Leber teilweise blockieren.

Viele Patienten zeigen bei dieser “Verstopfung” keine spezifischen “Lebersymptome” oder erhöhte Leberwerte. Denn die Leberwerte steigen meist erst, wenn Leberzellen “zerfallen” – also absterben.

Diese “Verstopfungen” in den kleinsten Gallengängen sind leider auch mit einem Röntgen- oder Ultraschallgerät nicht auszumachen.

Die verstopfenden Elemente können unterschiedlicher Natur und unterschiedlich gefärbt sein, es kann sich um Gallensteine handeln – oft enthalten sie Cholesterin-Kristalle. Die grüne Farbe der Ausscheidung rührt von der Gallenflüssigkeit her.

Werden diese Substanzen untersucht, lässt sich oft ein Bakterium finden, dessen Bekämpfung durch die körpereigenen Abwehrkräfte mit zur Substanzbildung beiträgt.

Vermutungen gehen davon aus: Falls diese “Verstopfungen” in den Gallengängen zunehmen, kann die Leber weniger Gallenflüssigkeit produzieren und Cholesterin nicht mehr in ausreichendem Maße abbauen -und so kann zum Beispiel auch der Cholesterinspiegel steigen.

Anmerkung: Lesen Sie zum Thema Cholesterin auch meinen Spezialreport “Die Cholesterin Lüge“.

Eine weitere Annahme: Die Gallensteine und andere die Verstopfung verursachende Substanzen können durch ihre “Porosität” Schädlinge wie Bakterien, Viren, Pilzen und Parasiten aufnehmen. Gegen diesen Befall mit diversen Erregern empfiehlt beispielsweise Hulda Clark den zusätzlichen Einsatz von antibiotischen Agenzien wie Wasserstoffperoxid, Schwarzwalnusstinktur und Rizinusöl. Der Physiologin waren die riskanten  Folgen schleichender Entzündungsprozesse bewusst.

Dadurch können im ungünstigen Fall Entzündungsherde entstehen, die sich in Form von Geschwüren, Magenproblemen oder Blähungen beim Menschen äußern. Diese Probleme können im Anfangsstadium ausgeschaltet werden, ohne eine offene Operation zum Entfernen der störenden Elemente vornehmen zu müssen.

Allerdings gibt es Möglichkeiten, sich der verstopfenden Gallensteine zu entledigen, ohne sich gleich unters Messer legen zu müssen. Doch auch minimalinvasive Eingriffe können mit  einer Leberreinigung womöglich vermieden werden.

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Kleine Anmerkung: Die Sache mit den „5 Wundermitteln“ ist mit Abstand der beliebteste Newsletter, den meine Patienten gerne lesen…

Die Leberreinigung

Es gibt mehrere Verfahren zur sogenannten Leberreinigung. Einige davon kann ich Ihnen auf keinen Fall empfehlen – andere durchaus schon eher.

In Kapitel 10 meines Buches “Die biologische Lebertherapie” stelle ich Ihnen ein Verfahren vor, von dem zahlreiche Anwender Erstaunliches berichten.

Nach dieser “Leberreinigung” sagten mir viele Patienten, dass sich nicht nur die Leberwerte besserten, sondern auch viele weitere Symptome wie Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Verstopfung und vieles mehr.

Viele Anwender und auch meine Patienten, die eine Leberreinigung angewendet haben, berichteten, dass sie dadurch ein bis dahin nicht mehr gekanntes “Wohlgefühl” erlebt haben.

Einige Patienten erzählten, dass sie viel mehr Energie als zuvor verspürten und sich im Idealfall sogar von Schmerzen in den oberen Extremitäten und im Rücken-/Nackenbereich befreien konnten.

Häufig berichten Anwender, dass bei der Reinigung Hunderte von Gallensteinen abgegangen seien. Allerdings ist hier Zweifel angebracht: Das, was bei den meisten in der Tat wie Gallensteine aussieht, sind in der Mehrzahl emulgierte Fette oder verseifte Fettsäuren durch die mehr oder weniger öligen Lösungen, die getrunken werden.

Das Prinzip der Therapie ist nämlich Folgendes: Da für einen Tag oder mehrere Tage kein Fett aufgenommen wird, sammelt sich die Gallenflüssigkeit (da sie nicht benötigt wird) in der Gallenblase und der Leber. Dort baut sie nun einen ziemlichen Druck auf. Nach einer je nach Therapieform unterschiedlichen Zeit der Nahrungskarenz trinken die Anwender eine Bittersalzlösung (Magnesiumsulfat), die eine Erweiterung der Gallengänge bewirkt.

Dann folgt nach einigen Stunden die orale Aufnahme einer stark ölhaltigen Lösung, sodass die gesammelte Gallenflüssigkeit sehr rasch ausgestoßen werden muss. Der abführende Effekt des Bittersalzes fördert den Abgang der Gallenflüssigkeit.

Betrachtet man die gelblich-grünen Steinchen aus dem Stuhl unter dem Mikroskop, so lässt sich feststellen, dass sie nicht die typische kristalline Struktur aufweisen. Auch enthalten sie weder Cholesterin noch Bilirubin oder Kalzium – die charakteristischen Bestandteile der Gallensteine. Zusätzlich sind die ausgeschiedenen Steine teilweise extrem groß: Bis zu zwei Zentimeter Durchmesser sind möglich.

Wie diese Ablagerungen ohne Gallenkolik die Gallengänge passieren sollen, die nur wenige Millimeter dick sind, ist schwer vorstellbar. Auffällig ist auch, dass die „Steine“ durch diese Form der Leberreinigung nicht verschwinden, meist auch nach häufigerer Anwendung nicht weniger werden, selbst wenn sich die Personen vorbildlich ernähren.

Kritiker meinen deshalb, dass eine Leberreinigung auf keinen wissenschaftlichen Grundlagen basiert, siehe dazu u.a. diesen Beitrag auf englisch: Flushing stones? „Liver purging“ and „gallbladder lavage“.

Auf der anderen Seite ist es nicht von der Hand zu weisen, dass sich viele Menschen nach einer Leberreinigung viel besser fühlen und zahlreiche Symptome verschwinden. Das hat möglicherweise mit Begleiterscheinungen der Leberreinigung zu tun:

Ein ebenfalls eingenommenes Abführmittel sorgt dafür, dass hierbei nicht nur die Leber, sondern ebenso der Darm gereinigt wird. Gift- und Abfallstoffe werden demnach gründlich mit dem Stuhl ausgeschieden.

Hinzu kommt die entlastende und entgiftende Wirkung der vorangehenden Diät: Einige Tage lang auf tierische Produkte und Fett zu verzichten und nur sehr leichte Nahrung (manchmal nur Apfelsaft) zu sich zu nehmen, tut dem Körper auch ohne die nachfolgende Leberreinigung gut.

Trotzdem ist es auch möglich, dass zusätzlich zu den „Fettsteinen“ auch echter Gallengrieß und echte Gallensteine ausgeschieden werden, die nur nicht ganz so auffällig sind wie die großen Ausscheidungen. Die Befürchtung, größere Steine aus den Gallengängen könnten sich querstellen und Koliken auslösen, erscheint unbegründet. Beobachtet worden ist das meines Wissens noch nicht.

Doch eine wirksame, ganzheitliche Leberreinigung dauert länger als nur einen Tag oder ein paar Tage und beinhaltet mehrere Faktoren: eine basenfördernde Ernährung, die durch Glaubersalz (Natriumsulfat, am besten in Apfelsaft aufgelöst) ergänzt wird.

Sulfat dient im Leberstoffwechsel als Entgiftungs-Substrat (soll hier aber nicht zur Entgiftung im engeren Sinne gerechnet werden. Das gilt auch für die Potenz D6, die Homöopathen hier empfehlen). Wichtiger sind aus meiner Sicht Darmreinigungen, leberreinigende Lebensmittel, einige Nahrungsergänzungen und ein insgesamt gesunder Lebensstil.

Im Buch “Die biologische Lebertherapie” beschreibe ich Ihnen ganz genau, wie diese Leberreinigung durchgeführt wird und auf was Sie achten müssen, damit Sie nicht ungewollt auf dem OP-Tisch landen.

Für mehr Informationen KLICKEN SIE BITTE HIER.

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Dieser Beitrag wurde im Dezember 2020 erstellt und letztmalig am 15.7.2024 aktualisiert.

Die Mariendistel (Silybum marianum, früher: Carduus marianus) aus der Familie der Korbblütler ist nicht nur eine wichtige Heilpflanze, sondern auch ein sehr schönes Ziergewächs für den Garten.

Die Mariendistel wird bis zu 1,5 m hoch und hat große, dunkelgrüne Blätter, die am Rand spitze Dornen tragen. Ihre wenigen rötlich-violetten Blüten fallen im Verhältnis zur Pflanzengröße relativ klein aus.

Der Name Mariendistel hat ihren Ursprung in einer Legende: Die Gottesmutter Maria soll bei einer Mariendistel Jesus gestillt haben, wobei ein wenig Milch auf die Blätter tropfte. Die weißen Flecken auf den Blättern seien ein Abbild dieser göttlichen Milch. Eine solche Legende ist aussagekräftig, denn sie zeigt, wie hohe Bedeutung der Pflanze früher beigemessen wurde.

Ursprünglich ist die Mariendistel im Mittelmeerraum beheimatet. Im antiken Rom wurde die Heilpflanze zur Erholung der Leber nach Alkohol-Exzessen angewendet. Durch kulturellen Austausch kam es zur weiteren Verbreitung der Mariendistel zunächst bis Mitteleuropa. Inzwischen kommt sie aber auf fast allen Kontinenten vor. In Mitteleuropa kann man sie an manchen Orten auch verwildert antreffen, die Bestände sind aber meist nicht stabil.

Die Mariendistel wurde bereits im Mittelalter in deutschen Klostergärten angebaut. Zu heil-medizinischen Zwecken werden von der Mariendistel heute nur die etwa sieben Millimeter langen, eiförmigen Früchte (Samen) verwendet. Sie sind graubraun bis glänzend schwarz marmoriert. Zu medizinischen Zwecken werden Mariendisteln im großen Stil angebaut, zum Beispiel in Österreich, Ungarn, Argentinien, aber auch in Deutschland.

Heute wissen wir, dass der Leberschutz durch zwei Effekte des Silymarins erzielt wird. Die Wirk-Substanz fördert die Protein-Synthese in den Leberzellen, wodurch das Gesamt-Organ gestärkt wird und sich besser von chemischem Stress erholen kann.

Zudem stabilisiert Silymarin die Zell-Membranen. Besonders positiv ist das für die Hepatocyten, die weniger Giftstoffe aufnehmen, aber umgekehrt diese effektiver ausschleusen können.

Das sind die Inhaltsstoffe der Mariendistel-Früchte:

  • Silymarin (bestehend aus den Einzelsubstanzen Silibinin, Silychristin und Silydianin)
  • Flavonoide
  • Öl (20-30%)
  • Eiweiß (25-30 %)

Die reifen Samen werden ab August geerntet.

Knollenblätterpilzvergiftungen

Die Mariendistel gilt als das wirksamste natürliche Leberheilmittel. Sie ist sogar synthetischen Mitteln überlegen und wird in der Intensivmedizin bei Vergiftungen mit Knollenblätterpilz, der die Leber zerstört, hoch dosiert zur Lebensrettung eingesetzt. Die Anwendung von Silymarin als Antidot gegen die Knollenblätterpilz-Toxine Amantidin und Phalloidin hat die Letalität bei den Akut-Patienten auf 5 % bis 12 % gesenkt.

Mariendistel gegen Krebs

Studien bei Mäusen zeigen, dass die Mariendistel in der Lage ist, sogar Lungenkrebs zu verlangsamen. Auch bei anderen Krebsarten hat Silymarin eine nachgewiesene Wirkung wie bei Tumoren der Hypophyse, Brustkrebs, Prostata-Krebs, Hautkrebs, Nierenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und Darmkrebs.

Im Zusammenwirken mit anderen sekundären Pflanzenstoffen zeigte sich auch ein positiver Effekt bei Leukämie. Die Wirkung bei den malignen Erkrankungen hat dabei teils präventiven, teils therapeutischen Charakter. Zwar kann Silymarin andere Methoden der Krebsbehandlung nicht ersetzen, aber zu deren Erfolg beitragen. Die wissenschaftlichen Arbeiten, die dies beweisen oder nahelegen, beruhen zum Teil auf Tier-Experimenten mit Ratten. Eine ähnliche Wirkung beim Menschen kann unterstellt werden. Ohnehin kann die Gabe von Silymarin und anderen phytomedizinischen Wirkstoffen ohne Weiteres erfolgen, weil sie meistens gänzlich nebenwirkungsfrei sind.

Hauptwirkungen der Mariendistel

  • antitoxisch (= entgiftend) durch Abschirmung der Leberzellen vor Zellgiften
  • regenerativ (= erholend) für die Leberzellen
  • antioxidativ (= Radikalfänger)
  • gallefördernd (und damit die Fettverdauung fördernd) und leicht abführend
  • antimykotisch gegen Candida albicans
  • Anregung der Glutathion-Produktion
  • Hemmung des Tumorwachstums und Förderung der Apoptose (programmierter Zelltod) bei Krebszellen (bei einigen Krebsarten)
  • Aktivierung der Entgiftungs-Systeme (Phase I und Phase II) der Leber durch verstärkte Gen-Expression der Enzym-kodierenden DNA-Abschnitte (CYP3A4, UGT1A1)
  • antidepressiv durch Modulation neuronaler Wachstums-Faktoren und Neurotransmitter

Wegen ihrer hohen Wirksamkeit hat das Bundesgesundheitsamt die Mariendistel bei zahlreichen toxischen Leberschäden, sowie chronischen LeberentzündungenFettleber und Leberzirrhose als offizielle Heilpflanze zur inneren Anwendung anerkannt.

Zu den wichtigsten Anwendungsgebieten zählen:

Während Sie bei den genannten schwerwiegenden Erkrankungen hoch dosierte Fertigpräparate in Kapselform einnehmen müssen, können Sie zur „allgemeinen Entgiftung“ auch selbst zubereiteten Tee verwenden. Mehr dazu weiter unten im Artikel und in meinem Buch: Die biologische Lebertherapie (Klicken Sie hier).

Akute Vergiftungen können sowieso nur im Krankenhaus behandelt werden! Ich empfehle Ihnen (vor allem, wenn Sie kleine Kinder haben, die Rufnummer der Gift-Notrufzentrale neben Ihrem Telefon aufzubewahren).

Dagegen wird die Mariendistel in der Homöopathie als Carduus marianus in niedrigen Potenzen von D1 bis D6 bei Leberentzündungen, Neigung zu Gallenkoliken, Hämorrhoiden und Krampfadern innerlich verordnet. Als besonders hilfreich hat sie sich bei Leberschwäche mit Verstopfung erwiesen. Weitere Möglichkeiten und hilfreiche Mittel bei Beschwerden finden Sie in meinem Buch: Die biologische Lebertherapie (Klicken Sie hier).

So wenden Sie die Mariendistel an

Mariendistel-Früchte für die Zubereitung eines leberstärkenden und „entgiftenden“ Tees können Sie in der Apotheke kaufen. Dort erhalten Sie auch zahlreiche frei verkäufliche Fertigpräparate (siehe unten).

Grundrezept für Mariendistel-Tee

Übergießen Sie einen gehäuften TL frisch gequetschte Mariendistel-Früchte mit 1/4 1 kochendem Wasser und lassen Sie den Tee 15 Minuten ziehen, bevor Sie ihn abseihen. Durch Hinzufügen einiger getrockneter Pfefferminzblätter können Sie die leberstärkende und entgiftende Wirkung dieses Tees noch steigern. Trinken Sie 3-mal täglich eine Tasse frischen Tee kurmäßig über sechs Wochen. Diese Kur sollten Sie Ihrer Leber zuliebe jeweils im Frühjahr und im Herbst machen! Weitere Teemischungen und Rezepte finden Sie in meinem Buch: Die biologische Lebertherapie (Klicken Sie hier für mehr Informationen).

Fertigpräparate erhalten Sie auch auf Rezept

Bei schweren Leberbelastungen sollten Sie zu den höher dosierten Fertigpräparaten greifen. Die Anfangsgsdosis beträgt 400 mg Silymarin (siehe Packungsbeilage) pro Tag und kann nach zwei Wochen auf ca. 200 mg pro Tag gesenkt werden. Am besten werden Kapseln resorbiert, wie zum Beispiel

  • Legalon (100 Kps. a 70 mg 38,63€, 100 Kps. a 140 mg 64,09€),
  • hepaloges (100 Kps. a 110 mg 33,87€) oder
  • Silymarin STADA (100 Kps. ä 140 mg 37,50€, 100 Kps. a 200 mg 51,10€)

Auch hier liegt die Anwendungsdauer bei ca. sechs Wochen.

Bei schwereren Lebererkrankungen können Sie diese Präparate übrigens auf Rezept erhalten.

Bei Einhaltung der empfohlenen Tagesdosen von 12 bis 15 g Samen bzw. 400 mg Silymarin sind keine Neben- und Wechselwirkungen bekannt geworden.

Falls Sie mehr für Ihre Leber tun möchten, empfehle ich Ihnen mein Buch „Die biologische Lebertherapie„. Darin schreibe ich nicht nur zur Mariendistel, sondern auch zu weiteren leberwirksamen Pflanzen, die sich bei mir in der Praxis bewährt haben.

Darüber hinaus finden Sie zahlreiche weitere Methoden und Strategien, die ebenfalls Ihre Leber unterstützen und heilen – unter anderem aus dem Bereich der Vitalstoffmedizin und der Homöopathie. Für mehr Informationen KLICKEN SIE BITTE HIER.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Praxis-Newsletter mit den „5 Wundermitteln“ an:

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Wissenschaftliche Belege zur Wirkung der Mariendistel

Unter dem Stichwort “Silybum marianum“ wird der Suchende 486-mal fündig in PubMed, einer Internetbibliothek für naturwissenschaftliche und medizinische Publikationen.

Diese Fülle an Untersuchungen über die Mariendistel übertrifft die von etlichen Medikamenten. Damit kann man diese Pflanze zu den bestuntersuchten natürlichen „Medikamenten“ rechnen, die nicht nur äußerst wirksam, sondern auch äußerst „nebenwirkungsarm“ ist.

Im Folgenden habe ich eine kleine Auswahl der Veröffentlichungen für Sie zusammengefasst:

Hohe Blutfettwerte, Cholesterin

 

Fangen wir mal mit etwas an, dass bei vielen Patienten gerne untersucht wird: Die Blutfettwerte und das Cholesterin.

Was die Mariendistel diesbezüglich kann, wurde in einer Studie untersucht: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20858178

Ziel dieser Follow-up-Studie war es, Daten zu sondieren, die den Einsatz von herbalen Medikamenten und Formulierungen bei Hyperlipidämie (zu hohe Blutfettwerte) beschreiben. Die gesichteten Daten stammen aus PubMed, Scopus, Google Scholar, Web of Science und IranMedex. Berücksichtigt wurden alle Publikationen bis zum 11. Mai 2010.

Man sondierte die Daten unter Suchbegriffen wie „hyperlipidemia“, „herbal medicine“, „medicine traditional“ und „extract plant“. Es wurden nur Studien berücksichtigt, die mit humanen Probanden durchgeführt wurden, also keine Labor- oder Tierstudien. Insgesamt wurden 53 aussagekräftige klinische Studien gefunden.

Sie zeigten alle einen ausgeprägten Effekt auf Cholesterin- und LDL-Spiegel, die signifikant mit den herbalen Formulierungen gesenkt werden konnten. Mariendistel war eine von 22 Heilpflanzen, die sich als effektiv in der Behandlung von Hyperlipidämie erwiesen hat. Wegen der praktisch fehlenden Nebenwirkungen empfahlen die Autoren mehr Forschung in dieser Richtung, um den klinischen Effekt der Heilpflanzen zu optimieren.

Übrigens: über den Irrsinn mit den Cholesterinsenkern wegen (angeblich) zu hoher Cholesterinwerte, habe ich ausführlich hier berichtet: Das Märchen vom bösen Cholesterin.

Übrigens: Wenn Sie solche Informationen interessieren, dann fordern Sie unbedingt meinen Heilpflanzen-Newsletter dazu an. Darin geht es im Wesentlichen um Heilpflanzen, aber auch um Bachblüten oder Homöopathische Mittel:

Krebserkrankungen

In der Behandlung von Krebserkrankungen geht man heute davon aus, dass der Primärtumor weniger problematisch ist, als die Metastasen, die von ihm ausgehen können. Und so ist es kein Wunder, dass die hohe Sterblichkeit der meisten Krebserkrankungen dieser Ausbreitung des Krebses in andere Organe zugeschrieben wird.

Wegen dieser bedeutsamen klinischen Relevanz wurde der Prozess der Metastasierung intensiv erforscht. Heute wissen wir, dass dieser Prozess eine komplexe Verflechtung von einer Reihe von pathopysiologischen und biochemischen Prozessen ist, die in verschiedenen Stufen ablaufen und somit eine große Breitseite für mögliche Interventionen bieten. Diese Interventionen müssen nicht notwendigerweise synthetische Chemotherapeutika sein, sondern es gibt mehr als genügend Hinweise, dass Heilpflanzen natürliche Substanzen mit Chemotherapeutika-Eigenschaften bilden, die therapeutisch nutzbar sind, und zwar bei einem geringeren Nebenwirkungsspektrum.

Vorklinische Studien mit Silibinin, einem Wirkstoff, der von der Mariendistel produziert wird, haben zeigen können, dass die Substanz in der Lage ist, den Migrations- und Invasionsprozess von metastatischen Krebszellen zu unterbinden: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20714788

Die Prozesse, die diese Hemmwirkung auslösen, sind teilweise bekannt. Vor allem die Beweglichkeit und Invasionsfähigkeit der metastatischen Krebszellen wird durch Silibinin stark eingeschränkt. Des Weiteren werden die Bedingungen für die Krebszellen im neuen Zielorgan durch die Substanz verschlechtert, was eine Einnistung erschwert. Alles in Allem hat die Mariendistel bzw. das Silibinin in einem über Jahrhunderte langen Gebrauch zeigen können, dass sie bemerkenswert untoxisch ist. Diese vorklinische Studie gibt allen Anlass, Silibinin bei fortgeschrittenen Stadien von Krebserkrankungen einzusetzen.

Leberfibrose durch Parasiten

Schistosomiasis ist eine parasitäre Infektion, die einen relevanten sozialen Hintergrund hat und ein bedeutendes Problem in vielen Ländern darstellt. Die Pathologie der Infektion ist durch eine granulomatöse Reaktion im Bereich der Parasiteneier charakterisiert, die zu einer Ausbildung von Fibrosen in der Leber führen.

Silymarin ist ein organischer Komplex, der aus der Mariendistel isoliert werden kann und der nachgewiesenermaßen hepatoprotektiv, antioxidierend, antifibrotisch, immunmodulierend und antineoplastisch wirkt.

Somit liegt die Vermutung nahe, dass einige dieser Eigenschaften in der Lage sind, einen günstigen Einfluss auf die Pathologie der Schistosomiasis zu nehmen.

In dieser Studie: Silymarin treatment reduces granuloma and hepatic fibrosis in experimental schistosomiasis, wurde der Effekt von Silymarin auf die Parasitenlast geprüft, sowie die Ausbildung von Granulomen und Leberfibrosen, alles Parameter, die Auskunft geben über den Schweregrad der Erkrankung.

Es wurden Dosierungen von 10, 20 und 25 Dosen Silymarin 10 mg/kg Körpergewicht in Mäuse injiziert, die 55 Tage beobachtet wurden. Das Resultat war, dass die Ausbildung von Granulomen deutlich reduziert war, bei gleichzeitiger geringerer hepatischer Fibrose. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass eine Gabe von Mariendistel bei Schistosomiasis zu einem deutlich milderen Krankheitsverlauf beitragen kann. Die Gabe ist als zusätzliche Medikation zu der eigentlichen antiparasitären Medikation gedacht.

Silymarin: als Antioxidans gegen freie Radikale

Silybum marianum oder Mariendistel (MD) ist die bestuntersuchte Pflanze zur Behandlung von Lebererkrankungen, soviel ist schon mal klar.

Der aktive Komplex der MD ist ein lipophiler Extrakt aus den Samen der Pflanze, der aus drei Isomeren (Silybin, Silydianin und Silychristin) zusammengesetzt ist. Dieser Komplex ist auch unter dem Namen Silymarin bekannt. Silybin ist der Bestandteil, der mit 50 bis 70 Prozent die höchste biologische Aktivität aufweist.

Silymarin ist präsent in der gesamten Pflanze, kommt aber konzentriert im Samen vor. Silymarin ist ein Antioxidans, das die Produktion von freien Radikalen unterbindet und Lipidperoxidation verhindert.

Es hat antifibrotische Eigenschaften und kann als Toxinbarriere fungieren, indem es die Bindung von Toxinen an die Rezeptoren von Leberzellmembranen verhindert. In Tierversuchen zeigte Silymarin eine Reduktion von Leberschäden, die durch Acetominophen, Karbontetrachlorid, Strahlung, hohe Eisenwerte, Phenylhydrazin, Alkohol, Ischämien und Amanita phalloides verursacht werden können.

Silymarin wurde und wird benutzt, um alkoholbedingte Leberschäden zu therapieren, ebenso bei akuter und chronischer viraler Hepatitis und toxinbedingten Lebererkrankungen.
Die leber-protektive Wirkung beruht auf der Stimulation des Glutathion-Stoffwechsels. Die hier eingebundenen Enzyme werden bei Intoxikationen ungünstig beeinflusst. Diese negativen Effekte können durch Silymarin verhindert werden, wie u.a. in diesen beiden Studien gezeigt werden konnte:

Hepatitis C

Silymarin, ein Extrakt der Mariendistel, und seine isolierten Flavonolignane haben unlängst zeigen können, dass sie in der Lage sind, eine Hepatitis-C-Infektion zu blockieren, in vitro und in vivo.

Die Studie (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20512985)  versucht die antiviralen Kapazitäten der Mariendistel weiter zu durchleuchten.

Silymarin, als aktive Komponente der Mariendistel, konnte zeigen, dass sein antiviraler Effekt auf einer Blockade des Virus beim Eindringen in die Zelle beruht.

Weitere antivirale Mechanismen von Silymarin sind Blockierungen von viraler RNA- und Proteinbildung und der eigentlichen Virusproduktion in der Zelle. Weitere Mechanismen der viralen Reproduktion und der Einfluss von Silymarin wurden untersucht und beschrieben. Der Schluss der Autoren war, dass die Mariendistel, (bzw. Silymarin als aktiver Komplex der Pflanze) in der Lage ist, die Infektion von Zellen seitens der Hepatitis-C-Viren zu unterbinden, indem Silymarin den Eintritt der Viren in die Zellen verhindert.

Damit hätte die Pflanze einen wichtigen prophylaktischen Wert bei der Behandlung von Hepatitis C. Ein direkter virusabtötender Effekt konnte aber nicht beschrieben werden – aber dafür gibt es ja noch andere Möglichkeiten in der Naturheilkunde.

Silymarin in Kombination mit Chemotherapeutika

Über die Sache mit der Chemotherapie lasse ich mich hier nicht weiter aus. Das habe ich bereits in meinem Grundsatzbeitrag zu diesem „Zeug“ getan: Chemotherapie – Ja oder Nein?

Das bereits nach vorliegenden Daten und dem Wissen der Naturheilkundigen klar war, dass man als Begleitung zu einer Chemotherapie auf jeden Fall die Mariendistel einsetzen sollte, geht die Forschung dem auch endlich mal nach: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20431887

Silymarin als Monosubstanz oder in Kombination mit Chemotherapeutika wurde auch als mögliche Krebstherapie untersucht. Besondere Bedeutung kommt der Substanz zu, wenn es um Tumore geht, die sich als therapieresistent gezeigt haben.

Bislang sind Vorbehandlungen mit Silymarin nicht genügend untersucht worden. Von daher versucht diese Studie zu erörtern, ob ein kombinierter Einsatz von Silymarin und Chemotherapeutika synergistische Effekte zeitigt.

Ein weiterer Augenmerk liegt auf der Dosierungsfrage bei Tumorzellen, die gegen eine Vielfalt von Medikamenten resistent sind und solche, die auf eine Standardtherapie reagieren.

Die Studie wurde mit Dickdarmkrebszellen durchgeführt, die resistent waren gegenüber einer Reihe von Chemotherapeutika. Als Chemotherapeutika wurden Doxorubicin und Paclitaxel in Kombination mit einem Silymarin-Extrakt benutzt. Die Effektivität der Behandlung zeigte sich in der gesteigerten Aufnahme der Substanzen in die Zellen und der Veränderungen im Zellzyklus.

Als Ergebnis zeigte sich, dass Silymarin einen ähnlich ausgeprägten antiproliferativen Effekt zeigte bei beiden Tumorarten.

Vorbehandlungen mit Silymarin in niedriger Konzentration zeigte synergetische Effekte mit Doxorubicin. Höhere Konzentrationen von Silymarin zeigten additive Effekt bei gleichzeitiger Doxorubicin- und Paclitaxel-Gabe bei beiden Tumorarten. Die Schlussfolgerung der Autoren war, dass Silymarin bei Darmkrebs, sowohl bei therapierbaren als auch bei therapieresistenten Tumorzellen, wirksam ist. Die hierfür erforderlichen Dosierungen waren relativ hoch, aber durchaus praktikabel.

Da Silymarin praktisch untoxisch ist, empfehlen sich zwei Vorbehandlungen mit einmal niedrig dosiertem und beim zweiten Mal hoch dosiertem Silymarin als eine wertvolle Kombinationstherapie. Warum das nicht als Standard durchgeführt wird und / oder weitere Untersuchungen dazu durchgeführt werden? Dreimal dürfen Sie raten! Schauen Sie sich einfach mal den Beitrag zum Pharmakartell an… Dabei stecken wir Milliarden in die Krebsforschung! Da frage ich mich (mal wieder): Wo sind die Ergebnisse?

Wirkungen auf das Gehirn: Stressresistenz

Und jetzt noch eine hochinteressante Sache für unsere „stressgeplagte“ Gesellschaft: Eine koreanische Studie dokumentiert die Wirkung von Silibinin auf die Neuroplastizität des Säugerhirns.

Dafür setzten die Wissenschaftler Mäuse dauerndem aber unregelmäßigem Stress aus. Dieser „chronic unpredictable mild stress“ (CUMS) beeinflusste die Tiere über einen Zeitraum von 5 Wochen, woraufhin die Tiere für 3 Wochen 3 verschiedene Dosierungen Silibinin erhielten (100 mg/kg, 200 mg/kg und 400 mg/kg).

Die Unterschiede zwischen den Gruppen wurden im Hinblick auf Verhaltensmuster untersucht (Aktivität, Immobilität), die mit Depressionen assoziiert werden können. Zudem bestimmten die Forscher die Konzentrationen des Brain-Derived Neurotrophic Factor (BDNF), von Serotonin und Noradrenalin im präfrontalen Cortex und im Hippocampus der CUMS-Mäuse sowie den Tieren der Kontrollgruppe.

Die Ergebnisse weisen deutlich darf hin, dass die Mäuse mit steigender Dosierung von Silibinin stressresistenter werden. Mit dieser Wirkung sinkt die Wahrscheinlichkeit von Depressionen.

Wenn diese Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind, dann wären das exzellente Nachrichten…

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Die Leber, als größte Drüse des menschlichen Körpers, spielt bei allen Stoffwechselvorgängen eine wichtige Rolle. Sie produziert lebenswichtige Eiweißstoffe, speichert Vitamine und Glukose, entfernt aber auch Giftstoffe, Stoffwechselendprodukte und Zelltrümmer aus dem Blut, um sie über die Niere mit dem Harn auszuscheiden.

Obwohl die Leber, im Gegensatz zu vielen anderen Organen des Körpers, eine bemerkenswerte Regenerationsfähigkeit besitzt, können verschiedenen chronische Leiden und Erkrankungen an ihr auftreten.

So zählen Hepatitis (Leberentzündung), FettleberLeberzirrhose und akutes Leberversagen zu den häufigsten Erkrankungen des Organs. Vor allem Alkoholmissbrauch kann zu unterschiedlichen Lebererkrankungen führen, aber auch Medikamente, falsche Ernährung, Virusinfektionen oder Immunerkrankungen kommen als Ursache in Frage.

Ist die Leber bei übergewichtigen Personen stark vergrößert, ohne dass es zu auffälligen Symptomen kommt, so stellt Fasten eine sehr gute Möglichkeit dar, sie in kurzer Zeit auf ein normales Maß zu reduzieren.

Fett- und Eiweißeinlagerungen bilden sich zurück

Schon nach etwa einer Woche bildet sich die durch Fett- und Eiweißeinlagerung angeschwollene Leber auf die normale Größe zurück. In einer groß angelegten Studie zeigten mikroskopische Untersuchungen bereits 1972, dass die sichtbaren Fettablagerungen in den Leberzellen beim Fasten vollständig verschwinden (vgl. Zimmermann W.: Die Fastenbehandlung interner Erkrankungen; Phys. Ther. u. Reh. 4; 1972; S. 94-100).

Auf welchem Wege das funktioniert, konnten deutsche Forscher 2016 am Maus-Modell dokumentieren. Durchgeführt wurden die Untersuchungen von Wissenschaftlern des Helmholtz Zentrums München und des deutschen Krebsforschungszentrums. Die beiden Arbeitsgruppen gingen der Frage nach, welche Gene in Leberzellen während des Fastens und bei normaler Ernährung aktiv sind.

Dabei konzentrierten sich die Forscher auf das Gen für die Produktion des Proteins GADD45ß. Denn dieses Gen-Produkt wird in Hunger-Phasen in erhöhtem Maße produziert. Das Eiweiß war bisher bekannt als Regulator des Lebens-Zyklus der Körperzellen. Die Münchener und Heidelberger Wissenschaftler entdeckten eine weitere Funktion des Kontroll-Proteins. Sie fanden heraus, dass GADD45ß auch die Fettaufnahme der Leber steuert.

Der Befund ergab sich, als die Forscher mit Mäusen experimentierten, die das Gen mit der Kodierung des GADD45ß nicht hatten. Bei diesen Tieren kam es zur Ausprägung einer Fettleber. Unter dem Einfluss von GADD45ß allerdings bildete sich das veränderte Organ zurück zum Normalzustand. Zusätzlich stellten die Forscher fest, dass GADD45ß auch einen erhöhten Blut-Glukose-Wert senken konnte.

Die Wissenschaftler wiesen den Effekt auch für den Menschen nach. Ist die Konzentration von GADD45ß sehr niedrig, nimmt die Leber verstärkt Fett auf und der Blutglukose-Wert steigt. Aus den Ergebnissen leiten die Forscher die Empfehlung ab, Fastenkuren bei einer bestehenden Fettleber therapeutisch einzusetzen, weil so die Produktion von GADD45ß gesteigert werden kann (https://embomolmed.embopress.org/content/early/2016/05/03/emmm.201505801).

Langwieriger ist der Erfolg bei schwerwiegenden Leberschäden und Hepatitiserkrankungen, die heute labortechnisch meistens gut nachgewiesen werden können.

So benötigen die Betroffenen eine Fastentherapie, bei der sich die Erfolge je mach Schweregrad erst ab der dritten Woche einstellen (vgl. Lützner H: Fastentherapie bei Lebererkrankungen; Phys. Med. u. Reh. 3; 1973; S. 85 ).

Alle Fastentherapeuten die ich kenne, raten diesen Patienten, nach den modifizierten Methoden Buchingers zu fasten – so wie dies heute ja sowieso bei den meisten Fastenmethoden üblich ist.

Immer wieder wird Buttermilch empfohlen, denn Buttermilch liefert der Leber die benötigten Kohlenhydrate und Proteine, denn gerade dieses Organ muss auch während der Fastenkur gut arbeiten, um Giftstoffe abzubauen und die Körperreserven in nutzbare Energie umzuwandeln.

Um Erfolge und mögliche Mangelerscheinungen der Leberpatienten genau zu kontrollieren, sind Blutuntersuchungen während der gesamten Fastenperiode zu empfehlen. Deshalb empfehlen Mediziner, nur unter fachlicher Leitung zu fasten. Denn von den individuellen Leberwerten hängt die Wahl der jeweiligen Fastengetränke entscheidend ab.

Wird die Lebererkrankung durch eine Hepatose (Verstopfung der Gallengänge) ausgelöst, so hat sich ebenfalls das Fasten mit Buttermilchzugabe bewährt. Und selbst bei einer aggressiven Hepatitis, die nicht einmal durch Kortisonbehandlung einzudämmen ist, können Patienten in einigen Fällen allein durch Heilfasten vollständig kuriert werden.

Nicht nur an diesen Beispielen wird klar, dass Fasten auch dann noch eine aussichtsreiche Behandlung bei Lebererkrankungen darstellt, wenn andere Methoden nicht wirken. Dabei sollte jeder Einzelfall für sich betrachtet werden und die Fastenkur entsprechend an die Lebererkrankung und den Grad der Schädigung angepasst werden.

Um einen dauerhaften Behandlungserfolg zu gewährleisten, ist es oft nötig, die gesamte Lebens- und Ernährungsweise umzustellen. Betroffene sollten sich auch hierfür Rat und Hilfe von ihren behandelnden Ärzten oder Heilpraktikern holen. Vor allem Patienten, deren Lebererkrankung durch Alkoholmissbrauch ausgelöst wurde, sollten gleichzeitig eine langfristige Therapie und Suchtberatung anstreben.

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Leberwerte während des Fastens

Generell sinken die Leberwerte während des Fastens deutlich, wie zum Beispiel das gamma-GT:

Erhöhen sich während eines normalen Fastens die Blutwerte GPT und GOT, so lässt dies ebenfalls auf Leberschädigungen schließen. Diese müssen sollten sofort durch Zugabe von Bio-Buttermilch ausgeglichen werden. Allerdings führt auch Alkoholkonsum während der Kur zu einem Anstieg dieser Enzyme im Blut, obwohl Alkohol im Fasten meiner Meinung nach nichts zu suchen hat – vor allem weil die Kalorien des Alkohols zu hoch sind und so der Vollfastenstoffwechsel nicht erreicht wird. Ebenso soll die Leber entlastet werden, denn die hat im Fasten mit der Umstellung sowieso genug zu tun.

Bei den schwerwiegenden Lebererkrankungen empfehle ich aber generell nicht mit dem Fasten zu beginnen, sondern zuerst mit einer biologischen Lebertherapie, wie ich diese in meinem Buch: Die Biologische Lebertherapie beschrieben habe.

Das wichtigste Ziel beim Fasten ist die Entgiftung des Körpers. Da die Leber eines unserer wichtigsten Entgiftungsorgane ist, ist es hilfreich, sie auch während des Fastens zu unterstützen.

Ein einfaches und nützliches Mittel hierfür ist der Leberwickel.

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Die Leberamöbiasis ist eine Infektionskrankheit, die durch Entamoeba histolytica verursacht wird. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer Kolitis (akut oder chronisch verlaufende Entzündungen des Dick- oder Grimmdarmes), die durch schmerzhaften Abgang blutig-schleimiger Stühle gekennzeichnet ist, häufig aber auch nur leichte Symptome zeigt.

Vorkommen, Ursachen und Formen

In den Industriestaaten Europas sowie den USA liegt nach einschlägigen Erhebungen die absolute Infektionshäufigkeit für diese Krankheit etwa zwischen 1% und 10%, in einigen Gegenden des Südens sogar bei nahezu 40%. Der Anteil der Keimträger überschreitet in den Tropen häufig 50% der Gesamtbevölkerung.

Die Infektion erfolgt durch orale Aufnahme von Nahrungsmitteln und Getränken, die durch Zysten der Amöbe aus Fäkalienresten verseucht sind. Dauerausscheider, vor allem unter Nahrungsmittelhändlern, stellen auch zu Zeiten, in denen sie nicht an Diarröh leiden, die wesentlichsten Infektionsquellen dar. Außer über eine Verseuchung von Nahrungsmitteln mit dem Erreger kann eine Übertragung auch durch unmittelbaren Kontakten mit unsauberen Händen erfolgen.

Was und wie geschieht das? (Pathogenese)

Die infektiöse Form des Parasiten ist die Zyste, die auch in geformten Stühlen gefunden wird und außerhalb des Körpers bei Zimmertemperatur 2-4 Wochen lebensfähig bleiben kann. Nach Aufnahme und Passage durch den Magen erreichen die Zysten den Dünndarm, in dem sie freie Trophozoiten (Gewebsformen) bilden. In Körperhöhlen und Geweben vermehren sie sich durch einfache Teilung. Für das Wachstum und die Vermehrung sind Bakterien oder deren Produkte notwendig.

Als erste Läsionen entstehen kleine Abszesse, vor allem im Bereich der Magenschleimhaut. In einem späteren Stadium bilden sich Geschwüre mit rauer Oberfläche. Bei einem milden Verlauf der Erkrankung finden sich die Läsionen nur vereinzelt und isoliert. Sie können sich jedoch ausbreiten und miteinander verschmelzen. Solche Vorgänge können unter Umständen Blutungen, Ödeme und zum Absterben des Organs oder einzelner Organteile führen.

Diese Vorgänge beschränken sich jedoch auf die Magenschleimhaut, sofern die Parasiten die Darmmuskulatur nicht durchdringen. Schaffen sie dies, kommt es in der Folge zu einer Perforation und die Amöben wandern in die Äste des Pfordadersystems ein. Von hier aus werden sie in die Leber verschleppt, wo ein Großteil der Erreger vernichtet werden kann.

Überlebt jedoch eine größere Anzahl und vermehrt sich, können sie eine Hepatitis sowie einzelne oder mehrere Leberabszesse verursachen. Viele Leberabszesse sind sekundär mit Darmbakterien infiziert. Aus der Leber kann sich die Krankheit durch direktes Fortschreiten der Erreger in das Brustfell, die rechte Lungenhälfte und den Herzbeutel weiter ausbreiten.

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Symptome

Ein Leberabszess ist meist auf eine intestinale Infektion zurückzuführen. Relativ am häufigsten finden sich Leberabszesse bei erwachsenen männlichen Personen. Eine diffuse, amöbenbedingte Hepatitis kann ein Vorzeichen einer Abzessbildung sein. Diese meist solitären Abszesse werden gewöhnlich im rechten Leberlappen gefunden, aber auch multiple Abszesse und Abszesse im linken Leberlappen sind nicht selten. Die Abszessbildung erfolgt schleichend.

Die Symptome können jedoch abrupt einsetzen. Sie bestehen aus Schmerzen oder Unbehagen in der Lebergegend, die gelegentlich zur rechten Schulter ausstrahlen und in charakteristischer Weise durch Bewegung verschlimmert werden. Auch kommt es zu unregelmäßig auftretenden Fieberschübe, Schweißausbrüchen, Frösteln, Übelkeit, Erbrechen, Schwächegefühlen und Gewichtsverlust.

Eine Gelbsucht tritt, wenn überhaupt, nur in abgeschwächter Form auf. Ist ein Abszess vorhanden, ist die Leber meist vergrößert und weich, manchmal aber auch nicht tastbar. Röntgenaufnahmen zeigen einen fixierten Hochstand und eine Minderbeweglichkeit der rechten Zwerchfellkuppel.

Eine Leber-Szintigraphie (Untersuchung der Leberfunktion und der Leberdurchblutung) zeigt die Ausdehnung des Abszesses. Dieser kann die Bereiche unterhalb des Zwerchfells, in die rechte Brustfellhöhle, die rechte Lunge und andere benachbarte Organe perforieren. Bei einem Leberabszess besteht gewöhnlich eine Erhöhung der Anzahl weißer Blutkörperchen. Bei ca 33% der Patienten werden Amöben im Stuhl nachgewiesen.
Der Inhalt eines Leberabszesses ist eine eingedickte, zähflüssige Masse, die aus abgestorbenen Gewebsresten besteht.

Diagnose

Zur Diagnose eines Leberabszesses ist zunächst eine ausführliche Anamnese notwendig. Hierbei wird abgefragt, in wie weit der Patient sich in naher Vergangenheit in Risikosituationen begeben hat und ob Risikoerkrankungen vorgelegen haben. Hierbei sind vor allem Reisen in Risikoländer, aber auch Kontakt zu Tieren wichtige Informationen. Bei der körperlichen Untersuchung fällt dem Arzt meist die klopf- und druckempfindliche Leber auf. Durch eine Blutuntersuchung können ggf. Antikörper nachgewiesen werden. Mit Ultraschall oder CT kann die genaue Lage und Größe des Abszesses bestimmt werden.

Therapie

Liegt ein Leberabszess aufgrund einer bakteriellen Infektion vor, wird zunächst mit Hilfe von Antibiotika behandelt werden. Gleichzeitig müssen jedoch der Abszess und die darin enthaltenen Bakterien ausgespült werden. Reicht diese Maßnahme nicht aus, muss ein operativer Eingriff vorgenommen werden.

Prognose

Mögliche Komplikationen bei einem Leberabszess sind Streuungen des Erregers in den Blutkreislauf. So können entfernte Organe mit dem Erreger infiziert werden. In seltenen Fällen kommt es zu einem Durchbruch des Abszesses in die Lunge oder den Bauchraum. Bauchfellentzündungen sind eine mögliche Folge.
Grundsätzlich ist die Prognose bei einem Leberabszess jedoch sehr gut. Bei rechtzeitiger Behandlung klingt diese Erkrankung meist vollständig ab.

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Beitragsbild: fotolia.com – Tonpor Kasa

Hepatomegalie bezeichnet eine Lebervergrößerung, die für eine primäre oder sekundäre Lebererkrankung spricht. Dennoch schließt ihr Fehlen eine schwere Erkrankung auch nicht aus.

Bei einer normalen Leber kann ihr Unterrand oft an oder etwas unter dem rechten Rippenbogenrand getastet werden. Der Oberrand einer tastbaren Leber wird vom Arzt auch ertastet, um auszuschließen, dass das Organ nicht einfach zu tief steht.

Damit die Prognose eindeutig gestellt werden kann, wird der behandelnde Arzt die Lebergröße in regelmäßigen Abständen kontrollieren. Wird bei diesen Kontrollen zum Beispiel festgestellt, dass sich die Leber sehr schnell verkleinert, spricht dies für eine plötzliche, sich schnell und schwerwiegend entwickelnde Hepatitis.

Eine rasch wachsende Leber hingegen weist auf ein metastasierendes Karzinom (eine sich rasch über den gesamten Körper ausbreitende Krebserkrankung) bei einem infausten (nicht heilbaren) Verlauf hin.

Eine Blutung in einer Zyste oder in das Leberparenchym (Oberbegriff für hoch spezialisierte Leberzellen, die für die eigentliche Leberfunktion sorgen) kann mit einer akuten, druckempfindlichen Vergrößerung der Leber einhergehen.

Bei der Diagnosestellung einer Hepatomegalie ist neben der Lebergröße auch die Berührungsempfindlichkeit und der gesamte Tastbefund (Palpation) wichtig.

Die normale Leber hat einen weichen, elastischen, scharf abgegrenzten und glatten Rand. Die Konsistenz der Leber bleibt oft unverändert, wenn die Leber in Folge eines Eindringens von Fett, einer akuter Hepatitis oder einer Stauung oder eines beginnenden Gallengangsverschlusses vergrößert ist.

Bei Zirrhosen ist der Rand der Leber im Allgemeinen fest, unregelmäßig und derb, nahezu ledrig. Manchmal sind einzelne zirrhotische Knötchen und Knoten tastbar, dies ist aber selten. Sind Knoten tastbar, besteht ein begründeter Verdacht auf eine bösartige Infiltration (das Eindringen flüssiger oder festen Substanzen in biologisches Gewebe). In ganz seltenen Fällen lassen sich auch Reibegeräusche oberhalb der Leber als Hinweise auf Tumoren feststellen.

Viele Patienten reagieren jedoch aus Angst beim Tastbefund meist überempfindlich, was ggf. zu einer Fehldiagnose führen kann. Daher werden die meisten Ärzte es vorziehen, mit einem kurzen, heftigen Schlag oder durch das Drücken auf den Brustkorb einen „echten“ Druckschmerz auszulösen, der Hinweise auf eine mögliche Erkrankung (beispielsweise eine akute Hepatitis, eine Stauung der Leber oder einem Malignom (bösartige Neubildung von Gewebe)) geben kann.

Spontane Beschwerden im rechten Oberbauch sind bei den genannten Erkrankungen sehr gering, schwere Schmerzen und Druckempfindlichkeiten können jedoch auftreten.

Ursachen

Eine Hepatomegalie kann verschiedenste Ursachen haben. Die bekanntesten sind Adipositas oder krankhafter Alkoholkonsum, aber auch einige Stoffwechselerkrankungen und gutartige und bösartige Tumoren gehen mit einer Hepatomegalie einher.

Behandlung

Die Behandlung einer Hepatomegalie richtet sich immer nach der zugehörigen Grunderkrankung. So würde bei einer auf Adipositas zurückzuführenden Hepatomegalie eine Gewichtsreduktion hilfreich sein, auch die Leber schrumpfen zu lassen, bei einer durch Alkoholabusus bedingten Hepatomegalie die Abstinenz. Hat der behandelnde Arzt die richtige Diagnose gestellt und die für die Hepatomegalie ursächliche Erkrankung herausgefunden, wird er die richtige und notwendige Therapie einleiten.

Vorbeugung

Um einer Hepatomegalie vorzubeugen, sollte man so viele Risikofaktoren wie möglich ausschalten. Übergewicht sollte reduziert, Alkohol in Maßen genossen werden. Liegt der Hepatomegalie jedoch eine Tumorerkrankung oder eine Störung des Stoffwechsels zu Grund, kann präventiv kaum etwas unternommen werden. Gehört man auf die eine oder andere Art einer Risikogruppe an, ist es ratsam, sich regelmäßigen ärztlichen Untersuchungen zu unterziehen, um eine Erkrankung im Beginn zu erkennen und bekämpfen zu können.

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Die Hepatitis E ist eine akute Erkrankung der Leber mit Hepatitis E Viren. Die Viren greifen die Leber an und stören ihre Funktionsweise empfindlich. Die Hepatitis E gehört zu den meldepflichtigen Erkrankungen, dass bedeutet, dass der behandelnde Arzt schon den Verdacht einer Infektion melden muss.

Eine Hepatitis E tritt meist in Ländern mit schlechten hygienischen Bedingungen auf. Sehr häufig ist sie in den tropischen und subtropischen Ländern. In Süd- und Mittelamerika, Indien und Nordafrika kommt es oft zu regelrechten Hepatitis-E-Epidemien. In Europa hingegen tritt die Erkrankung nur selten auf. Die meisten in Deutschland diagnostizierten Fälle haben ihre Ursache in Reisen in ein Hepatitis E gefährdetes Land.

Der Patient hat sich dort infiziert und bringt das Virus dann mit nach Deutschland. Daher gilt die Hepatitis E in Deutschland zu den so genannten „Reisekrankheiten“.

Ursächlich für eine Infektion ist meist der Kontakt oder der Verzehr von mit Viren belasteten Lebensmittel oder Wasser. Kontaminiert werden die Nahrungsmittel durch den Kontakt zu Fäkalien.

Symptome

Die Inkubationszeit einer Hepatitis E Infektion beträgt zwischen 15 und 60 Tagen. Die Symptome einer Hepatitis E Infektion sind der einer Hepatitis A Infektion sehr ähnlich: Es kommt zu Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Kopf- und Unterleibsschmerzen, Druckgefühl im rechten Oberbauch, Gelenk- und Muskelschmerzen und Fieber. Im weiteren Verlauf kommt es zu einer Verfärbung von Urin und Stuhl. Der Urin färbt sich bierbraun und der Stuhl hell bis lehmfarben. Auch zu einem Ikterus (Gelbsucht, mit Gelbfärbung von Haut und Augen) kann es im Rahmen einer Hepatitis E Infektion kommen.

Verlauf

Ungefähr 15 bis 60 Tage nach der Infektion treten bei den meisten Patienten die oben genannten, recht unspezifischen Symptome auf. Diese klingen jedoch auch in der Regel nach ein paar Wochen ohne Folgeschäden wieder ab, eine Chronifizierung ist bei einer Infektion mit Hepatitis E nicht bekannt.

Erkrankungen im Kindesalter werden meist nicht erkannt, da sie symptomlos verlaufen, oder die aufgetretenen Symptome nicht einer Infektion mit Hepatitis E Viren zugeordnet wird. Bei Erwachsenen hingegen können in Einzelfällen schwere Krankheitsverläufe auftreten. Dabei kommt es zu einer fulminanten Hepatitis. Besonders gefährdet sind Schwangere und Menschen mit einer vorausgegangenen Schädigung der Leber.

Eine fulminante Hepatitis E kann zu akutem Leberversagen, einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung oder Entzündungen des Herzmuskels und /oder der Lunge führen und tödlich enden.

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Diagnose

Bei einem Verdacht auf eine Hepatitis E Infektion wird der Arzt in einem ausführlichen Anamnesegespräch erfragen, ob sich der der Patient im letzten Drittel Jahr im Ausland aufgehalten hat. Um andere Erkrankungen auszuschließen, kann jedoch nur die Blutabnahme zum Nachweis von spezifischen Antikörpern im Blut einen endgültigen Befund liefern.

Therapie

Es gibt keine wirksamen Medikamente gegen das Hepatitis E Virus. Die Therapie beschränkt sich daher auf die Linderung der Symptome. Der Patient kann hier durch die richtige Verhaltensweise aktiv am Heilungsprozess mitarbeiten: Bettruhe, fettarme Diät und der Verzicht auf Alkohol, um eine zusätzliche Belastung der Leber zu vermeiden, sind die Mittel der Wahl. Sind die Symptome abgeklungen, sollte die Therapie jedoch fortgesetzt werden, um einen Rückfall zu verhindern.

Die fettarme Diät und Alkoholabstinenz sollte noch mehrere Monate eingehalten werden. Normalerweise kann ein Patient eine Hepatitis E Infektion zu Hause auskurieren. Nur bei schweren Verläufen ist eine stationäre Therapie zu empfehlen.

Prophylaxe und Impfung

Eine 100% Sicherheit, sich nicht mit einer Hepatitis E zu infizieren, gibt es nicht. Jedoch kann das Risiko zu erkranken deutlich verringert werden, wenn bestimmte Hygienemaßnahme eingehalten werden. Auf den Kauf und Verzehr von Lebensmitteln am Straßenrand sollte in infektionsgefährdeten Ländern grundsätzlich verzichtet werden.

Obst und Gemüse sollten, wenn möglich, nicht roh verzehrt werden. Sollte dies doch vorkommen, sollte das Obst / Gemüse mit abgekochtem Wasser gründlich abgewaschen und, wenn möglich, geschält werden. Wasser sollte nur abgekocht zu sich genommen werden; noch besser schützt der Gebrauch von Mineralwasser. Softdrinks sollte ohne Eiswürfel getrunken werden.

Nach der Benutzung von sanitären Anlagen ist gründliches Händewaschen und ggf. desinfizieren angezeigt. Eine Impfung gegen Hepatis E existiert zurzeit nicht.

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Beitragsbild: 123rf.com – kerdkanno

Eine Hepatitis D ist eine Leberentzündung, die hervorgerufen wird durch eine Infektion mit dem Hepatitis D Virus. Dieser Virus wird durch Körperflüssigkeiten wie Blut, Speichel, Vaginalsekret oder Sperma übertragen. Die Infektion schädigt die Zellen der Leber und stört die Funktion des Organes empfindlich.

Die Besonderheit des Hepatitis D Virus ist, das es ein unvollständiges Virus ist. Um sich vermehren und eine Infektion auslösen zu können, benötigt es Teile des Hepatitis B Virus. Daher tritt eine Hepatitis D Infektion immer zusammen mit einer Hepatitis B Infektion auf. Hierbei kann es zu einer Koinfektion (gleichzeitiges Infizieren mit beiden Viren) oder einer Superinfektion (zunächst findet/fand eine Infektion mit dem Hepatitis B Virus statt, auf welche sich dann eine Infektion mit dem Hepatitis D Virus aufsetzt) kommen.

In Deutschland ist die Infektion mit dem Hepatitis D Virus eher selten. Meist wird die Erkrankung, die an sich symptomfrei ist, nur dann von Symptomen begleitet, wenn kurz vorher eine Hepatitis B Infektion vorgelegen hat oder zur gleichen Zeit vorliegt. Nur etwa 5% der Deutschen, bei denen eine Hepatitis B Infektion besteht, sind auch mit dem Hepatitis D Virus infiziert. In Südeuropa, Nordafrika, dem Mittleren Osten und in Südamerika ist die Infektionsrate höher.

Symptome

Die Infektion mit dem Hepatitis D Virus ist an sich symptomlos. Tritt sie aber im Zusammenhang mit einer Hepatitis B Infektion auf, treten grippeähnliche Symptome (wie Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit), Druckgefühl im rechten Oberbauch, Fieber und die Gelbsucht auf.

Verlauf

Die Inkubationszeit beträgt zwischen vier und sechzig Wochen.
Sowohl bei der akuten als auch bei der chronischen Infektion kann die Kombination von Hepatitis B und D zu schweren Krankheitsverläufen führen. Das Risiko, eine Leberzirrhose mit schwerwiegenden chronischen Funktionsstörungen der Leber und / oder an bösartigen Leberkrebs zu erkranken, ist bei einer kombinierten Hepatitis B und D Infektion vielfach erhöht.

Die Symptome sind so unspezifischen, dass sie nur schwer einer Erkrankung eindeutig zuzuordnen sind. Daher geben viele Infizierte den Virus weiter, ohne es zu wissen.

Diagnostik

Um eine Hepatitis D zu diagnostizieren, wird der behandelnde Arzt Blut entnehmen, um dieses auf Antikörper und Virenbestandteile zu untersuchen.

Therapie

Da es bis heute kein wirksames Medikament gegen die Hepatitis D Viren gibt, werden nur die Symptome behandelt. Dies erfolgt durch die Verordnung von Bettruhe und Gabe von Schmerzmitteln, sowie der Verzicht auf Alkohol und fettreiche Speisen.

Prophylaxe und Impfung

Durch eine Impfung gegen Hepatitis B ist man auch gegen eine Infektion mit Hepatitis D Viren geschützt. Die Impfung muss jedoch vor einer Infektion erfolgen, danach nützt sie nichts mehr.

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Beitragsbild: fotolia.com – 7activestudio