Bei der Hepatitis C handelt es sich um eine bestimmte Form der Leberentzündung. Als Auslöser gilt das Hepatitis C Virus.

Verlauf der Erkrankung

Eine akute Infektion bleibt meist symptomlos und heilt bei ungefähr 20% der Erkrankten innerhalb der ersten sechs Monate selbstständig aus. Bei 80% chronifiziert sich die Erkrankung jedoch und löst dann, je nach Verlauf, bei ca. 15 bis 20% der Betroffenen Spätfolgen wie eine Leberzirrhose und/oder Leberkrebs aus. Die durchschnittliche Inkubationszeit beträgt sechs bis neun Wochen.

Übertragen wird die Hepatitis C durch Kontakt zu infiziertem Blut. Gelangt dieses auch nur in geringsten Mengen in die Blutbahn oder die Schleimhäute eines Gesunden, kommt es zur Infektion.

Nach Angaben des Robert-Koch Institutes leiden ca. 500 Tausend Menschen deutschlandweit an einer Hepatitis C. Besonders gefährdet, an einer Hepatitis C zu erkranken, sind Menschen, die beruflich regelmäßig mit fremdem Blut in Kontakt kommen, Drogenabhängige (durch den Austausch von Spritzen), Empfänger einer verunreinigten Bluttransfusion und Neugeboren infizierter Mütter.

Symptome

Die akute oder chronische Hepatitis C verläuft meist über lange Zeit symptomlos. Beschwerden, die auftreten können, sind meist unspezifisch und reichen von Müdigkeit, grippeähnlichen Symptomen, leichter Übelkeit und Fieber bis zu einer auffälligen Dunkelfärbung des Urins und Hellfärbung des Stuhls.

Ein Ikterus (Gelbfärbung von Augen und Haut) ist bei einer Hepatitis C selten. Im Spätstadium können Symptome auftreten, die auf eine Leberzirrhose hinweisen.

Bei der chronischen Hepatitis C treten neben einer Leberschädigung bei manchen Patienten auch „extrahepatische Manifestationen“ auf. Dies sind Beschwerden, die außerhalb der Leber auftreten. Diese können sein: Muskel- und Gelenkbeschwerden, Depressionen und Ängste, Erkrankungen der Nieren und der Schilddrüse, Neuropathien. Auch liegt oft ein erhöhtes Risiko vor, an Diabetes zu erkranken.

Diagnose

Besteht ein Verdacht auf eine Hepatitis C Infektion, wird das Blut zunächst auf Antikörper untersucht. Im menschlichen Körper sind diese Antikörper ca. sechs bis neun Monate nach der Infektion nachweisbar.

Ist dieser Test positiv, sind also Antikörper des Typs HCV messbar vorhanden, erfolgt ein weiterer Test, der so genannte PCR – Test. Bei diesem wird das Blut direkt auf Genmaterial des Virus überprüft. Ist dies vorhanden, liegt eine Infektion mit dem Hepatitis C Virus vor. Ist nach positivem Antikörpertest der PCR – Test negativ, ist davon auszugehen, dass der Patient eine Hepatitis C Infektion hatte, diese jedoch vollständig ausgeheilt ist.

Schulmedizinische Therapie

Eine akute Infektion mit Hepatitis C wird zur Zeit (noch) mit der wöchentlichen Gabe von pegyliertem Interferon behandelt. Dieses wird mit einer Injektion direkt in das Unterhautfettgewebe gespritzt. Hinzu kommt die tägliche Gabe von Ribavirin-Tabletten. Durch diese Kombinationstherapie können ungefähr 50% der chronisch Infizierten als geheilt betrachtet werden. Jedoch kommt es bei dieser Kombinationstherapie oft zu Nebenwirkungen, wie grippeähnlichen Symptomen, Schlafstörungen, Depressionen oder Veränderungen im Blutbild.

Die Dauer der Therapie reicht von 24 bis hin zu 72 Wochen. Der Betroffene gilt als geheilt, wenn sechs Monate nach Therapieende kein Erbmaterial des Virus im Blut nachweisbar ist. Leider wirkt diese Therapie nur bei ca. 50% der in Europa auftretenden Hepatitis C Infektionen. Als Ursache wird dazu angenommen, dass in Europa der Genotyp 1 der Hepatitis C am häufigsten vorkommt und dieser zunehmend gegen die oben beschriebene Kombinationstherapie resistent ist.

Daher stehen speziell für die Therapie der Genotypen 1 Tripletherapien zur Verfügung, die eine höhere Wirksamkeit haben sollen. Bei dieser Therapie wird neben Peg-Interferon und Ribavirin zusätzlich eine virushemmende Substanz gegeben.

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Hoffnung durch „neue“ Hepatitis C Therapie?

Neue Hoffnungen für Hepatitis C Patienten ergeben sich aus den Forschungen der Medizinischen Hochschule in Hannover. Die Forscher haben Wirkstoffe vorgestellt, die vielen Hepatitis C Patienten helfen könnten. Teile der Ärzteschaft jubeln bereits, denn eine Ausheilung der Hepatitis C erscheint selbst in chronischen Fällen möglich.

In Deutschland sind derzeit zwei Wirkstoffe zugelassen: Sofosbuvir und Simeprevir. Und wenn ich das richtig gesehen habe auch das Daclatasvir seit dem 27. August 2014. Zahlreiche weitere Wirkstoffe befinden sich in einem Zulassungsverfahren. Der „angebliche“ Vorteil der Substanzen: Sie verursachen weniger Nebenwirkungen als die bisher therapeutisch eingesetzten Medikamente.

Die Forscher um Michel Manns gehen davon aus, dass bei bis zu 90 Prozent der betroffenen Patienten die Infektionskrankheit Hepatitis von nun an ausgeheilt werden kann. Einige Wissenschaftler gehen davon aus, dass zukünftig durch die neue Therapie bis zu einem Viertel weniger Leberschäden auftreten, die eine Lebertransplantation notwendig machen. Das als „Therapie-Revolution“ bejubelte Forschungsergebnis hat jedoch einen gravierenden Nachteil: Die Kosten für die neu entwickelten Medikamente sind extrem hoch.

So müssen für eine Tablettenkur, die sich über 24 Wochen erstreckt, etwa 120.000 Euro veranschlagt werden. Noch sind die Krankenkassen zögerlich bei der Übernahme der Kosten, da die genaue Quantifizierung des Zusatznutzens der neuen Therapie noch aussteht.

Und damit wären wir beim wirklichen Thema: Stimmt das, was von Seiten der Hersteller behauptet wird? Nun, mir persönlich fehlen noch Erfahrungen mit Patienten, die mit diesen Mitteln behandelt wurden. In solchen Fällen schaue ich mir die Beurteilung durch das „Arznei-Telegramm“ immer gerne an. Das Arznei-Telegramm kommt bezüglich Simeprevir zum Fazit:

Wir halten die Behandlung mit Simeprevir in Kombination mit Peginterferon alfa plus Ribavirin noch am ehesten bei Patienten mit Genotyp 1 und mit Rückfall nach einer interferonbasierten proteasehemmerfreien Therapie, aber ohne NS3-Q80K-Polymorphismus für vertretbar.

Das ist ohne medizinische Kenntnisse natürlich nicht sehr gut verständlich. Für mich heißt das: höchste Vorsicht. Das Mittel ist nicht „ohne“. Und in der Tat: die Jubelschreie der Forscher erscheinen mir etwas zu laut.

Auch bei dem anderen Wirkstoff, dem Sofosbuvir, wird mir zu viel gejubelt. Wenn man genauer hinschaut, dann sieht man, dass möglicherweise höhere anhaltende virologische Ansprechraten erreicht werden können, als unter den bisher verfügbaren Therapien (siehe oben). Ich will aber nicht verschweigen, dass es auch so aussieht, dass für viele Patienten eine Verkürzung der Therapiedauer und bei einigen Patienten eine Behandlung ohne Interferone möglich erscheint.

Der entscheidende Kritikpunkt bei Sofosbuvir scheint mir aber zu sein, dass wir bei diesem Wirkstoff nur mangelhafte Studiendaten zu haben scheinen. Das Arznei-Telegramm beschreibt dies so:

Mit Zustimmung der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA wurde in den Zulassungsstudien allerdings weitgehend auf Vergleiche mit bisherigen Standardtherapien verzichtet, sodass sich der Stellenwert des Mittels nur eingeschränkt beurteilen lässt.

Was ist denn das? Kein Studien-Vergleich mit der bisherigen Therapie? Das ist schon sehr seltsam. Über diese „Unsicherheit“ der Datenlage sollten sich alle behandelnden Ärzte im ebenso im klaren sein, wie die Patienten.

Prophylaxe

Zum Schluss noch ein Wort zur „Heptitis C Prophylaxe“. Gegen die Hepatitis C gibt es keine Impfung – wenn man das als „Prophylaxe“ bezeichnen will.

Durch die regelmäßige und intensive Kontrolle sind Blutkonserven in Deutschland seit den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts sicher. Vorsorglich sollte man nie scharfkantige Gegenstände (Rasierklingen) und Zahnbürsten austauschen.

Drogenabhängige sollten auf den Austausch von Spritzen usw. verzichten, sofern der Drogenabusus nicht unterlassen werden kann. Bei Kontakt mit fremdem Blut (beispielsweise bei der Ersten Hilfe, bei Unfällen usw.), ist es unbedingt nötig immer Schutzhandschuhe zu tragen.

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Die Hepatitis B ist eine infektiöse Erkrankung der Leber, die weltweit auftritt, besonders häufig jedoch in den Tropen.

Bei einer Hepatitis kann die entzündete Leber den Farbstoff der Galle nicht mehr normal ausscheiden; dies führt zur typischen Gelbfärbung der Haut, der so genannten „Gelbsucht“ und zu einer Gelbfärbung der Skleren (das weiße im Auge).

Mit Hepatitis B Viren infiziert man sich über den Blutweg, also beispielsweise bei sexuellen Kontakten, Tätowierungen, Bluttransfusionen oder aber auch bei der Geburt von der Mutter auf das Kind.

Die Hepatitis B ist relativ ansteckend: Gelangen kleinste Mengen von Blut (das mit dem Erreger infiziert ist), in die Blutbahn oder auf die Schleimhaut, ist eine Infektion möglich und wahrscheinlich. Neben Blut ist das Virus auch in geringen Mengen im Speichel, in der Tränenflüssigkeit, im Sperma, im Vaginalsekret, dem Menstrualblut und in der Vormilch enthalten.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation haben ca. 2 Milliarden Menschen eine Hepatitis B Infektion ohne Folgeschäden überstanden und ca. 340 Tausend leiden unter einer chronischen Hepatitis B Infektion.

Symptome

Die Inkubationszeit bei einer Infektion mit dem Hepatitis B Virus beträgt vier Wochen bis hin zu 6 Monaten. Zu Beginn der Erkrankung empfindet der Betroffene meist eine Abgeschlagenheit und ein allgemeines, nicht näher definiertes Krankheitsgefühl. Häufig treten Fieber, Gelenksbeschwerden, Appetitlosigkeit und Schmerzen im rechten Oberbauch auf.

Die unspezifischen Symptome sind nur schwer einer Erkrankung zuzuordnen. Die Erkrankung wird deshalb häufig nicht erkannt, so dass viele Infizierte den Virus weitergeben, ohne es zu wissen.
Akute Erkrankungen mit dem Hepatitis B Virus verlaufen manchmal sehr schwer. Nach den oben beschriebenen anfänglich leichten Symptomen kann es im weiteren Verlauf zum Leberversagen und dann zum Multiorganversagen kommen.

Verlauf

Ungefähr 30% der betroffenen Erwachsenen spüren die Infektion mit dem Hepatitis B Virus nicht. Von denen, bei denen die Erkrankung einen leichten bis mittelschweren Verlauf nimmt, entwickelt nur etwa die Hälfte eine Gelbsucht. Ungefähr 1% der weltweit Betroffenen sterben an der akuten Erkrankung, bei ca. 10 % chronifiziert sich die Hepatitis B und birgt das Risiko der Entwicklung einer Leberzirrhose oder/ und Leberkrebserkrankung.

Bei Neugeborenen und Kleinkindern verläuft eine Infektion meist schwerer und bei 90% der Neugeborenen und 30% der Kleinkinder chronifiziert sie sich mit den gleichen Risiken wie bei einem Erwachsenen.

Diagnose

Um eine Hepatitis B zu diagnostizieren, wird der behandelnde Arzt Blut entnehmen, um dieses auf Antikörper und Viren zu untersuchen.

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Therapie

Bei der Therapie muss zwischen der akuten und chronischen Hepatitis B unterschieden werden. Während bei einer akuten Hepatitis B Infektion nur die Symptome gelindert werden können, kann der Verlauf der chronischen Erkrankung durch eine sehr intensive und langandauernde Behandlung günstig beeinflusst werden. In Einzelfällen kann eine Transplantation der Leber notwendig werden.
Auf Alkohol sollte während einer Infektion verzichtet werden, da dieser den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen kann.

Prophylaxe und Impfung

Aus derzeit gültiger Sicht, hat man den besten Schutz von einer Infektion mit Hepatitis B Viren durch eine Impfung. Bei Kindern wird heute schon im Säuglingsalter innerhalb einer Kombinationsimpfung gegen eine Hepatitis B Infektion geimpft, wobei man das schon mal durchaus kritisch hinterfragen darf. Es macht aus meiner Sicht keinerlei Sinn, gegen ein Virus zu impfen, das nur durch Geschlechtsverkehr, intravenösen Drogenmissbrauch, kontaminierte Blutkonserven oder eine Hepatitis B-positive Mutter zu bekommen ist. Wenn die Mutter kein Hepatitis-Träger ist, dann sind die Chancen für das Baby, an Hepatitis zu erkranken, geringer als zwölf Richtige im Lotto.

Hepatitis B Impfung

Nach insgesamt drei Impfungen ist mit einem ausreichenden Schutz zu rechnen. Erwachsenen müssen sich für die Grundimmunisierung drei Teilimpfungen geben lassen.
Menschen mit hohem Infektionsrisiko wie medizinischem Personal sollten dem Impferfolg überprüfen lassen, da manche Menschen zunächst nicht auf die Impfung ansprechen und die Grundimmunisierung wiederholt werden muss. Jedoch ist der Impfstoff bei 95% der Personen gut wirksam und wird im Allgemeinen gut vertragen. Zudem soll die auch bei einer Infektion durch Hepatitis D Viren wirken.

Die 95% stoßen mir aber noch unangenehm auf. Was ist denn mit den restlichen 5%? Die 5% lassen einen dann doch stutzen, wenn man Veröffentlichungen glaubt, die die angeblich so nebenwirkungsfreie Schutzimpfung als doch nicht so unproblematisch ausweist. So geschehen auf einer Webseite, die nicht von heimatlosen, unpatriotischen Alternativmedizinern betrieben wird, sondern von der U.S. Department of Health and Human Services unter der Rubrik „National Vaccine Injury Compensation Program “.

Die Impfung gegen Hepatitis B schneidet dabei gar nicht so „gut“ ab: 611 Fälle, davon 562 Schäden und 49 Tote im angegebenen Zeitraum von 1988 bis 2010.

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Eine Hepatitis A ist eine infektiöse Gelbsucht (Leberinfektion) des Virustypen A.

Sie tritt weltweit auf, insbesondere jedoch in den Tropen. Erkannt wird die Hepatitis A meist an der Gelbfärbung der Sklera des Auges, die der Erkrankung den Namen „Gelbsucht“ einbrachte und an der sehr hellen Haut des Patienten.

Ursächlich für die Verfärbungen ist der Gallenfarbstoff (Bilirubin), der in der Leber nicht mehr richtig verarbeitet werden kann und in den Blutkreislauf übertritt.

Hepatitis A Viren werden durch engen, sozialen Kontakt wie Berührungen, durch bestimmte ungegarte Nahrungsmittel oder infiziertes Wasser übertragen. Erkrankte scheiden die Viren über den Darm aus. Auffällig ist ein bierbrauner Urin und ein sehr heller Stuhl.

Symptome

Bei Kindern, die sehr häufig von einer Infektion mit Hepatitis A Viren betroffen sind, verläuft die Erkrankung meist leicht und bleibt oft unbemerkt. Erkrankt jedoch ein Erwachsener, können im akuten Stadium Beschwerden wie Kreislaufprobleme, Übelkeit und Durchfall, allgemeine Schwäche oder/und psychische Reaktionen auftreten.

Verlauf

Eine Hepatitis A Infektion ist bei Erkrankungsbeginn immer ansteckend und führt oft zu einer mehrmonatigen Arbeitsunfähigkeit. Die Inkubationszeit beträgt zwischen zwei Wochen und zwei Monaten. Todesfälle, die sich auf eine Hepatitis A Erkrankung zurückführen lassen, sind sehr selten. Nach dem Abklingen der Erkrankung besitzt der ehemals Betroffene eine lebenslange Immunität, daher ist keine Impfung mehr nötig.

Diagnose

Wenn eine Hepatitis A vermutet wird, wird der behandelnde Arzt folgende Untersuchungen vornehmen:

  • Messung der Temperatur
  • Prüfung der Farbe von Urin und Stuhl
  • Untersuchungen der Leber im Ultraschall
  • Abnahme von Blut zur Bestimmung von Blut- und Leberwerten und zum Nachweis von Antikörpern (Anti HAV)

Therapie

Für eine Hepatitis A Erkrankung existiert keine spezifische Therapie.

Um jedoch etwaige Beschwerden zu lindern, sollten Patienten kreislaufstützende Maßnahmen, leichte Diät und Bettruhe einhalten. Es ist bei einer Infektion mit Hepatitis A dringend indiziert, auf den Genuss von Alkohol oder die Einnahme leberschädigender Medikamente zu verzichten, da diese den Verlauf der Erkrankung negativ beeinflussen könnten.

Um den Verlauf zu kontrollieren, sollten regelmäßig Laborwerte erhoben und der Allgemeinzustand überprüft werden. Auch nach einem Abfall der Werte in den Normbereich sollte weiterhin einige Monate eine fettarme Diät gehalten und auf Alkohol verzichtet werden, um das Risiko eines Rückfalls zu minimieren.

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Prophylaxe und Impfung

Früher wurde durch die Gabe von Alpha-Globulinen eine Prophylaxe vorgenommen, die jedoch nur eine sehr begrenzte Wirkungszeit einiger Monate hatte. Heute sind Impfstoffe verfügbar, die einen mindestens 10jährigen Schutz bieten können, wenn das Impfprogramm konzentriert durchgeführt wird.

Zunächst erfolgt eine Injektion des Präparates in den Oberarm; schon hier tritt ein vollständiger Schutz gegen eine Infektion mit Hepatitis A ein, der jedoch zeitlich begrenzt ist. Um einen langjährigen Schutz zu erreichen sollte die Injektion nach 6 – 12 Monaten wiederholt werden.

Durch Gabe eines Kombinationsimpfstoffes kann auch gleichzeitig gegen Hepatitis A und Hepatitis B geimpft werden, nur muss die Impfung hier dreimal (zweite Impfung nach vier Wochen, dritte Impfung nach 6-12 Monaten) vorgenommen werden.

Hierzulande werden die Impfstoffe in der Regel sehr gut vertragen. Hat man jedoch schon einen natürlich erworbenen Schutz, ist eine Impfung überflüssig. Daher sollten über 50jährige, die sich impfen lassen möchten, zunächst vom behandelnden Arzt einen Antikörpertest vornehmen lassen.

Um sich vor einer Infektion zu schützen, sollten infizierte Lebensmittel oder Trinkwasser gemieden werden. Sind Nahrungsmittel gegart und Wasser abgekocht, besteht kein Risiko einer Infektion mehr.

Umgang mit Infizierten

Erkrankte sollten nur direkten Kontakt zu Menschen haben, die einen Impf- oder natürlichen Schutz gegen eine Infektion besitzen. Dennoch sollten auch hier folgende Maßnahmen ergriffen werden:

Vor allem sollte vermehrt auf Hygiene geachtet werde, insbesondere im Sanitär- und hier im Toilettenbereich. Da die Viren von den Betroffenen über den Darm ausgeschieden werden, ist häufiges und intensives Waschen der Hände (besonders nach dem Toilettengang) angezeigt. Auch sollten Hygieneartikel wie Seife, Bürsten desinfiziert und Handtücher täglich gewechselt werden.

Treten bei den pflegenden Personen die unter „Symptomen“ genannten allgemeinen Beschwerden auf, sollten diese umgehend selbst die Leber- und Blutwerte kontrollieren lassen, und die genannten Verhaltensregeln (Diät, kein Alkohol usw.) einhalten. Vom Erkrankten benutze Wäsche sollte ausgekocht werden.
Nachdem die Gelbfärbung der Skleren aufgetreten ist, sinkt die Ansteckungsgefahr rapide und ist nach wenigen Tagen gebannt.

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Beitragsbild: fotolia.com – Tonpor Kasa

Weltweit sind viele Menschen mit Hepatitis-Viren infiziert, ohne von ihrer Leberentzündung zu wissen. Deshalb wird die Infektion oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert.

Schätzungen zufolge sind allein in Deutschland etwa eine Million Menschen mit Viren infiziert, die eine Hepatitis auslösen können. Da die Symptomatik der Leberentzündung von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein kann, wissen viele Betroffene nichts von der Infektion ihrer Leber.

Die offensichtlichen und typischen Lebersymptome (z.B. Gelbfärbung der Augen und der Haut), tritt nur bei einem Teil der Patienten auf. Manche Betroffenen klagen über Symptome wie Fieber, Erschöpfung und schnelle Ermüdung, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen. Die meisten Patienten denken bei diesen Beschwerden zuerst an eine Art Grippe. Ein Drittel der Infizierten hat jedoch keinerlei Beschwerden.

Liegt dennoch eine Leberentzündung vor, ist das ein Hinweis auf einen chronischen Krankheitsverlauf. Die Folgen der „verborgenen“ Infektion können durchaus dramatisch sein. Durch die Entzündung werden Leberzellen zerstört, es kann zu einer Leberzirrhose und zu Leberkrebs kommen.

Verlauf einer Hepatitis

Die Hepatitis beginnt immer mit einer Schädigung von Leberzellen (=Hepatozyten). Durch den Leberzellschaden kommt es durch chemische Botenstoffe (=Zytokine) zur Einwanderung von Entzündungszellen (=weiße Blutkörperchen) in die Leber. Die Leberzellen sind in ihrer Funktion beeinträchtigt, einige sterben ab (=Nekrose).

Eine Hepatitis verläuft in vielen Fällen völlig symptomlos. Ist ein gewisser Schweregrad der Entzündung erreicht, können unspezifische Symptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Leistungsschwäche auftreten.

In einigen Fällen mit akutem, schwerem Verlauf kommt es durch die eingeschränkte Funktion der Leberzellen zur Ansammlung des gelben Blutabbaustoffs Bilirubin im Körper, was bei einer starken Leberzellschädigung die Gelbsucht (=Ikterus), eine Dunkelfärbung des Urins und eine Entfärbung des Stuhls hervorruft. Durch einen Anstieg der Gallensäuren im Blut kann es zu Juckreiz kommen.

Besteht eine „massive Hepatitis“ kann es zum akuten Leberversagen kommen. Hierbei treten Persönlichkeits- und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma (=hepatische Enzephalopathie), Ikterus, ein süßlicher, an rohe Leber erinnernder Mundgeruch (=Foetor hepaticus) und ein Zittern der Hände (=Flapping tremor) auf. Im Verlauf kommt es zu einer verminderten Gerinnungsfähigkeit des Blutes, da die Leber ein wichtiger Produzent von Gerinnungsfaktoren ist.

Eine Hepatitis kann akut oder chronisch verlaufen. Die akute Form ist durch ihr plötzliches Auftreten und das Abklingen nach Wochen oder Monaten gekennzeichnet. Eine chronische Hepatitis besteht länger als sechs Monate und zeigt kaum Besserungstendenzen.

Eine chronische Hepatitis kann nach Jahren durch Vernarbung des Lebergewebes zu einer Leberzirrhose führen.

Als häufigste Auslöser für die Hepatitis werden Viren verantwortlich gemacht.

Die häufigsten sind die Hepatitisviren:

Die Übertragungswege sind unterschiedlich. Einige werden durch Schmierinfektionen (Hepatitisviren A, E), über Blut (z.B. Nadelstichverletzung) und Blutprodukte, sexuell oder während der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen (Hepatitisviren B, C, D).

Auch bei anderen Infektionskrankheiten kann eine Hepatitis als so genannte Begleithepatitis auftreten (z.B. Pfeiffersches Drüsenfieber durch Epstein-Barr-Virus, Zytomegalie durch Zytomegalie-Virus, Coxsackievirus-Infektionen, Malaria durch Plasmodien).

Auch durch den Konsum leberschädigender Stoffe kann es zu einer Hepatitis kommen. Dies sind vor allem Alkohol und bestimmte Medikamente (z.B. Isoniazid, Methyldopa, Halothan, Tetrazykline). Auch eine Paracetamolvergiftung oder Pilzvergiftungen können eine schwere Hepatitis auslösen.

Bei der seltenen Autoimmunhepatitis greifen aus ungeklärter Ursache körpereigene Immunzellen das Lebergewebe an.

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Beitragsbild: 123rf.com – Katarzyna Bialasiewicz

Als Gelbsucht (=Ikterus) bezeichnet man die Gelbfärbung der Lederhaut des Auges (=Augenweiß), der Haut und der Schleimhäute.

Ein Ikterus entsteht, wenn ein Abbauprodukt des Blutfarbstoffs Hämoglobin vermehrt anfällt oder zu wenig über die Galle ausgeschieden wird. Dieses Abbauprodukt – das Bilirubin – ist gelb und tritt ab einer bestimmten Blutkonzentration aus den Gefäßen aus und wird im Gewebe abgelagert.

Zuerst kann man die Gelbfärbung in den Augen bemerken, nimmt die Blutkonzentration weiter zu, zeigt sie sich auch an der Haut und den Schleimhäuten.

Nach intensivem Karottengenuss oder einer augenärztlichen Untersuchung des Augenhintergrundes mit Kontrastmittel (=Fluoreszenzangiografie) kann es durch Farbstoffablagerungen zu einem harmlosen Pseudoikterus (=scheinbarer Ikterus) kommen.

Beim Neugeborenen tritt der Ikterus in gewisser Weise immer auf, da das Bilirubin abbauende Enzym noch nicht voll aktiv ist. Diese Gelbsucht bei Neugeborenen nennt man Ikterus Neonatorum.

Häufig tritt ein Ikterus bei einem Gallestau (=Cholestase) auf. Man spricht hier von einem cholestatischem Verschlussikterus. Die Begleitsymptome sind heller (=acholischer) Stuhlgang, dunkelbrauner Urin und Juckreiz durch die Ablagerung von Gallensäuren in der Haut.

Ein Gallestau kann durch eine gestörte Gallensekretion in der Leber auftreten. Das kann bei Leberfunktionsstörungen, Gallenwegsentzündungen (=Cholangitis), in der Schwangerschaft, bei angeborenen Erkrankungen (z.B. Mukoviszidose) oder Enzymdefekten vorkommen.

Häufig ist auch eine Abflussstörung der Galle außerhalb der Leber in den großen Gallengängen bei Gallensteinen, Verengungen des Gallengangs, Bauchspeicheldrüsenentzündung (=Pankreatitis) oder Geschwulsten, die die Gallengänge verlegen.

Kommt es durch eine Funktionsstörung der Leber zu einer verminderten Ausscheidung von Bilirubin, spricht man vom hepatozellulären Ikterus. Die Leberfunktion kann durch Leberentzündungen (=Hepatitis, aufgrund von Infektion, Alkohol, bestimmten Medikamenten oder Drogen) oder eine Lebervernarbung (=Leberzirrhose) beeinträchtigt sein.

Der seltenere hämolytische Ikterus tritt auf, wenn die roten Blutkörperchen (=Erythrozyten) bei hämolytischen Anämien nur eine kurze Überlebensdauer haben und dadurch viel Hämoglobin frei wird, dass in Bilirubin umgewandelt und nicht schnell genug ausgeschieden wird.

Das kann bei angeborenen Störungen des Erythrozytenaufbaus, Autoimmunerkrankungen, Transfusionsfehlern (falsche Blutgruppe), bei bestimmten Medikamenten, bei Infektionskrankheiten (z.B. Malaria), bei mechanischem Herzklappenersatz, Verbrennungen oder Vergiftungen (z.B. Schlangengift) vorkommen.

Sie sehen: Die Gelbsucht ist eigentlich wieder nur eines mehrerer Lebersymptome. Es gilt die genauere Ursache herauszufinden, warum es zu einer Gelbsucht gekommen ist.

Weitere Informationen über äußere Anzeichen von Lebersymptomen finden Sie hier.

Meist tritt der Ikterus aber nicht alleine auf, sondern es zeigen sich weitere Symptome wie: allgemeine Anämiesymptome, starke Müdigkeit, allgemeine Leistungsminderung oder Schwindel und diffuse Kopfschmerzen.

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Beitragsbild: 123rf.com – kerdkanno

Eine akute eitrige Gallenwegsentzündung (=Cholangitis) ist typischerweise bakteriell bedingt und entsteht durch Gallenflüssigkeitsabflussstörungen, die in ca. 90% der Fälle durch Gallensteine hervorgerufen werden.

In seltenen Fällen sind Geschwulste (=Tumoren), Muskelverengungen (=Stenosen) oder Parasiteninfektionen ursächlich.

Bei einer inkompletten Verlegung der Gallenwege (häufig bei Gallensteinen) kann das Aufsteigen von Bakterien aus dem Darm eine Cholangitis verursachen.

Der häufigste Erreger ist das aus der Darmflora stammende Darmbakterium Escherichia coli, aber auch Klebsiellen, Pseudomonaden und Streptokokken können eine Cholangitis auslösen.

Das Leitsymptom der Cholangitis ist Fieber, oft verbunden mit Schüttelfrost. Außerdem treten Schmerzen im rechten Oberbauch auf, die Leber ist meist vergrößert und druckschmerzhaft. In manchen Fällen besteht eine Gelbsucht (=Ikterus, Gelbfärbung des Augenweißes und der Haut).

Komplikationen der Cholangitis treten meist infolge von bakterieller Streuung auf. So kann es vor allem bei älteren Patienten zur lebensgefährlichen Sepsis (=bakterielle Blutvergiftung) kommen, bei der neben den oben genannten Symptomen auch ein zu niedriger Blutdruck und Bewusstseinstrübungen auftreten.

Wenn Bakterien über die Gallenwege aufsteigen, kann es zu Leberabszessen kommen (=Eiteransammlungen im Lebergewebe).

Die Symptome rechtsseitiger Oberbauchschmerz, Fieber und Ikterus können auch von einer akuten Gallenblasenentzündung, einer Leberentzündung, bereits bestehenden Leberabszessen oder einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung hervorgerufen werden.

Chronische Gallenwegsentzündung

Chronische Formen der Gallenwegsentzündung sind die primäre biliäre Zirrhose (=PBC) und die primäre sklerosierende Cholangitis (=PSC).

Die PBC (Primäre Biliäre Zirrhose) ist eine nichteitrige Entzündung der Gallengänge des Lebergewebes, die zur Verengung der Gallenwege und damit zur Gallenstauung führt.

Wahrscheinlich handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung (=eigenes Immunsystem greift die Gallengänge an). Im Endstadium dieser Erkrankung kommt es zum narbigen Umbau des Lebergewebes (=Leberzirrhose) mit entsprechendem Funktionsverlust.

Ein häufiges Symptom der PBC ist ein starker Juckreiz, der durch die Ablagerung von Gallensäuren in der Haut aufgrund der Gallenstauung entsteht.

Hinzu kommen häufig Müdigkeit, lokale Pigemtflecken der Haut und im fortgeschrittenen Stadium Ikterus und Zeichen einer Leberzirrhose. Auch typisch ist ein paralleles Auftreten von Osteoporose (=Knochenschwund), trockenen Schleimhäuten und Augen (=Sicca-Syndrom), rheumatische Erkrankungen sowie Schilddrüsenerkrankungen.

Die PSC (Primäre Sklerosierende Cholangitis) ist ebenso eine nichteitrige Entzündung. Sie kann die Gallengänge des Lebergewebes und die außerhalb der Leber liegenden Gallengänge befallen und wird wahrscheinlich ebenfalls durch Autoimmunprozesse ausgelöst.

Der Verlauf der PSC ist ähnlich dem der PBC, wobei die PSC häufig mit chronisch entzündlichen Darmkrankheiten (vor allem Colitis ulcerosa) einhergeht.

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Beitragsbild: fotolia.com – Tonpor Kasa

Eine Frage begegnet mir bei Fastenkuren immer wieder: Kann ich heilfasten, obwohl ich Gallensteine habe?

Die Antwort lautet nicht einfach Ja oder Nein. Es macht einen erheblichen Unterschied, ob bei einer Ultraschalluntersuchung irgendwann zufällig ein einzelner Gallenstein entdeckt wurde, der seit Jahren keinerlei Beschwerden verursacht, oder ob bereits Gallenkoliken aufgetreten sind.

Und noch etwas ist wichtig: Fasten und Gallensteine haben tatsächlich miteinander zu tun. Allerdings anders, als es manche vereinfachten Warnungen im Internet vermuten lassen.

Fasten bedeutet nicht automatisch Gallenkolik. Längere Nahrungskarenz und vor allem ein rascher Gewichtsverlust verändern jedoch die Bedingungen in der Gallenblase. Wer bereits Gallensteine hat, sollte deshalb wissen, was dabei geschieht und wann Vorsicht angebracht ist.

Wenn Sie zunächst grundsätzlich wissen möchten, wie Gallensteine entstehen und welche naturheilkundlichen Möglichkeiten ich dabei sehe, lesen Sie auch meinen ausführlichen Beitrag über
Gallensteine, Ursachen und naturheilkundliche Behandlung.

Was passiert mit der Gallenblase beim Fasten?

Die Leber produziert ständig Gallenflüssigkeit. Sie wird zum Teil in der Gallenblase gespeichert und dort konzentriert.

Sobald wir essen, insbesondere wenn Fett in den Dünndarm gelangt, wird unter anderem das Hormon Cholezystokinin ausgeschüttet. Die Gallenblase zieht sich daraufhin zusammen und gibt Galle in den Dünndarm ab. Dort wird sie vor allem für die Verdauung von Fetten benötigt.

Beim Fasten fällt dieser regelmäßige Reiz weitgehend weg. Die Gallenblase wird seltener kräftig entleert.

Genau hier liegt ein möglicher Zusammenhang zwischen längerer Nahrungskarenz und Gallensteinbildung: Bleibt die Galle länger in der Gallenblase, kann sie sich stärker konzentrieren. Gleichzeitig kann sich bei starkem Gewichtsverlust die Zusammensetzung der Galle verändern.

Das amerikanische National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases, kurz NIDDK, nennt bei schnellem Gewichtsverlust zwei wichtige Mechanismen: Die Leber gibt vermehrt Cholesterin in die Galle ab und die Gallenblase entleert sich schlechter.

Beides kann die Bildung von Gallenschlamm und Gallensteinen begünstigen.

Das ist übrigens kein rein theoretisches Problem. Bei Patienten, die über längere Zeit keine Nahrung zu sich nehmen konnten, wurde bereits nach einigen Tagen vermehrt sogenannter Gallensludge im Ultraschall beobachtet.

Hier muss man allerdings sauber unterscheiden: Solche Untersuchungen stammen beispielsweise von Patienten nach Operationen oder aus anderen medizinischen Situationen. Sie lassen sich nicht einfach eins zu eins auf eine kontrollierte Heilfastenkur übertragen.

Daraus zu schließen, dass einige Tage Heilfasten zwangsläufig Gallensteine produzieren, wäre deshalb falsch.

Wer sich grundsätzlich auf eine Fastenkur vorbereitet, findet in meiner
Heilfasten-Anleitung
die wichtigsten Regeln zur Vorbereitung, Durchführung und zum richtigen Abschluss der Fastenkur.

Kann Heilfasten eine Gallenkolik auslösen?

Möglich ist es. Aber auch hier kommt es sehr auf die Ausgangssituation an.

Eine Gallenkolik entsteht, wenn ein Stein den Abfluss der Galle behindert. Die Gallenblase beziehungsweise die Muskulatur der Gallenwege versucht gegen dieses Hindernis anzukämpfen. Daraus entstehen die typischen heftigen Schmerzen im rechten oder mittleren Oberbauch.

Diese können in den Rücken oder die rechte Schulter ausstrahlen. Übelkeit und Erbrechen können hinzukommen.

Interessanterweise treten Beschwerden nicht unbedingt mitten während der Fastentage auf. Problematisch kann auch die Phase sein, in der wieder gegessen wird.

Das ist physiologisch durchaus nachvollziehbar: Nach einer Phase geringer oder fehlender Nahrungszufuhr wird die Gallenblase durch eine Mahlzeit wieder zur Kontraktion angeregt. Bei Fett fällt dieser Reiz besonders deutlich aus.

Liegt ein beweglicher Stein ungünstig, kann er dabei in Richtung Gallengang gelangen.

Deshalb halte ich bei bekannten Gallensteinen nicht nur das Fasten selbst für beachtenswert, sondern ganz besonders das Fastenbrechen und die anschließenden Aufbautage.

Gallensteine ohne Beschwerden: Darf man damit heilfasten?

Viele Menschen haben Gallensteine, ohne jemals davon zu erfahren. Solche sogenannten stummen Gallensteine werden häufig zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt.

Allein der Nachweis eines solchen Steins bedeutet für mich noch kein grundsätzliches Fastenverbot.

Entscheidend sind vielmehr einige andere Fragen:

  • Gab es bereits Gallenkoliken?
  • Wann war die letzte Kolik?
  • Gibt es Hinweise auf eine Entzündung der Gallenblase?
  • Wie sieht die Gallenblasenwand im Ultraschall aus?
  • Liegen die Steine ausschließlich in der Gallenblase?
  • Gibt es Hinweise auf Steine im Gallengang?
  • Wie groß und wie zahlreich sind die Steine?
  • Gibt es auffällige Leber-, Bilirubin- oder Cholestasewerte?

Auch Begleiterkrankungen, Medikamente und der allgemeine Gesundheitszustand spielen eine Rolle.

Wer seit Jahren einen zufällig entdeckten Stein hat und niemals Beschwerden hatte, befindet sich also in einer völlig anderen Situation als jemand, der innerhalb weniger Monate bereits mehrere Gallenkoliken erlitten hat.

Genau deshalb sollte Heilfasten bei Erkrankungen nie nach dem Schema „Fasten ist immer gut“ oder „Fasten ist bei Krankheit verboten“ beurteilt werden. Mehr dazu finden Sie auch in meinem Beitrag
Fasten bei Krankheiten: Wann Heilfasten helfen kann – und wann nicht.

Nach Gallenkoliken würde ich nicht einfach losfasten

Deutlich vorsichtiger wäre ich, wenn bereits Gallenkoliken aufgetreten sind.

Wiederholte Koliken zeigen schließlich, dass die Steine nicht einfach vollkommen ruhig in der Gallenblase liegen. Dann besteht grundsätzlich das Risiko, dass ein Stein erneut einen Abflussweg blockiert.

Besonders zurückhaltend wäre ich bei:

  • wiederholten oder erst kürzlich aufgetretenen Gallenkoliken,
  • Hinweisen auf eine akute oder chronische Entzündung der Gallenblase,
  • verdickter oder sonst auffälliger Gallenblasenwand,
  • bekannten Steinen im Gallengang,
  • auffälligen Leber- oder Cholestasewerten,
  • einer zurückliegenden Gallenstein-Pankreatitis,
  • Gelbsucht oder wiederkehrend dunklem Urin und auffallend hellem Stuhl.

In solchen Situationen würde ich eine mehrtägige Fastenkur nicht beginnen, bevor die Situation vernünftig abgeklärt wurde.

Das ist übrigens einer der Gründe, weshalb ich bei Heilfasten immer wieder auf Vorbereitung und Planung poche. Wer einfach am Montag beschließt, nun sieben Tage nichts mehr zu essen, lässt einige wesentliche Dinge aus. Einen kompletten Ablauf von der Vorbereitung bis zu den Aufbautagen finden Sie in meinem
Heilfasten-Plan.

Gerade solche Fragen zeigen, warum Heilfasten mehr ist als einfach nur „nichts essen“. Im kostenlosen Heilfasten-Newsletter greife ich regelmäßig praktische Fragen aus meinen Fastenkursen und meiner Praxis auf – einschließlich der Dinge, die bei der Durchführung gerne übersehen werden. Wenn Sie sich näher mit dem Heilfasten beschäftigen, tragen Sie sich hier ein:

 

 

Sind große Gallensteine gefährlicher als kleine?

Das wird häufig falsch eingeschätzt.

Ein Patient sagte mir einmal sinngemäß: „Mein Stein ist ziemlich groß. Der kann doch unmöglich durch den Gallengang passen.“

Das stimmt zunächst. Ein großer Stein kann nicht ohne Weiteres in einen engen Gallengang gelangen.

Das bedeutet aber keineswegs, dass kleinere Steine harmloser wären.

Im Gegenteil: Kleine Steine können leichter aus der Gallenblase in die Gallenwege gelangen.

Dort können sie den Hauptgallengang verschließen oder bis in den Bereich gelangen, in dem Gallen- und Bauchspeicheldrüsengang in den Dünndarm münden.

Dann droht neben einer Gallenkolik auch eine Entzündung der Gallenwege oder eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung.

In Untersuchungen waren kleine Gallensteine von etwa fünf Millimetern oder weniger häufiger mit einer biliären Pankreatitis verbunden als größere Steine.

Die Frage „großer oder kleiner Stein?“ ist deshalb weniger banal, als sie zunächst klingt.

Schneller Gewichtsverlust ist ein eigener Risikofaktor

Ein weiterer Punkt wird beim Heilfasten gerne übersehen: Nicht nur die Nahrungskarenz spielt eine Rolle, sondern auch die Geschwindigkeit des Gewichtsverlustes.

Dass ein sehr schneller Gewichtsverlust die Entstehung von Gallensteinen begünstigen kann, ist seit langem bekannt. Man beobachtet dies beispielsweise nach bariatrischen Operationen und bei sehr kalorienarmen Reduktionsdiäten.

Dabei kommen mehrere Faktoren zusammen. Einerseits kann vermehrt Cholesterin in die Galle gelangen. Andererseits wird die Gallenblase bei sehr geringer und insbesondere sehr fettarmer Nahrungszufuhr weniger stark entleert.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jede Gewichtsabnahme problematisch wäre.

Ich halte es vielmehr für einen weiteren Grund, Heilfasten nicht mit möglichst schnellem Abnehmen zu verwechseln.

Heilfasten ist für mich keine Crash-Diät.

Der Gewichtsverlust ist eine Begleiterscheinung und für viele Menschen durchaus willkommen. Er ist aber nicht das eigentliche therapeutische Ziel.

Wer Fastenkuren hauptsächlich dazu benutzt, innerhalb kürzester Zeit möglichst viele Kilogramm zu verlieren, verfolgt deshalb ein anderes Konzept als jemand, der zeitlich begrenzt und kontrolliert heilfastet.

Auch auf der Waage sollte man sich während des Fastens nicht täuschen lassen. Ein Teil des anfänglichen Gewichtsverlustes stammt aus entleerten Glykogenspeichern, dem daran gebundenen Wasser und einem geringeren Darminhalt. Mehr zu diesem Zusammenhang finden Sie in meinem Beitrag über
Ernährung vor, während und nach dem Heilfasten.

Ozempic, Wegovy, Mounjaro und die Gallenblase

Heute kommt ein weiterer Faktor hinzu, den ich in einem solchen Beitrag vor einigen Jahren noch kaum erwähnt hätte: die sogenannten Abnehmspritzen.

GLP-1-basierte Medikamente wie Semaglutid sowie der kombinierte GIP/GLP-1-Wirkstoff Tirzepatid werden inzwischen in großem Umfang zur Behandlung von Diabetes und Übergewicht eingesetzt. Manche Patienten verlieren damit innerhalb relativ kurzer Zeit beträchtlich an Gewicht.

Für die Gallenblase ist das relevant.

Eine große Metaanalyse von 76 randomisierten Studien mit mehr als 100.000 Teilnehmern fand unter GLP-1-Rezeptoragonisten insgesamt ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen der Gallenblase und der Gallenwege. Besonders ausgeprägt war der Zusammenhang in Studien zur Gewichtsreduktion sowie bei höheren Dosierungen und längerer Behandlungsdauer.

Dabei dürfte nicht nur der Wirkstoff selbst eine Rolle spielen. Auch der teilweise sehr rasche Gewichtsverlust ist ein bekannter Risikofaktor für Gallensteine.

Wer durch eine solche Behandlung bereits erheblich abgenommen hat und zusätzlich bekannte Gallensteine besitzt, sollte meines Erachtens nicht bedenkenlos noch eine längere Fastenkur „obendrauf“ setzen.

In dieser Situation würde ich vorher prüfen lassen, wie es um die Gallenblase steht.

Das Fastenbrechen ist bei Gallensteinen besonders wichtig

Über das Fastenbrechen habe ich an anderer Stelle ausführlich geschrieben. Bei Gallensteinen bekommt dieses Thema noch einmal eine besondere Bedeutung.

Nach mehreren Tagen ohne normale Mahlzeiten sollte man die Verdauung ohnehin nicht mit einem üppigen Essen überfallen.

Bei Gallensteinträgern gilt das erst recht.

Denn Fett ist einer der stärksten Reize für die Kontraktion der Gallenblase. Eine plötzlich sehr fettreiche Mahlzeit nach dem Fasten kann deshalb eine kräftige Entleerung auslösen.

Bei einer gesunden Gallenblase ist das ein normaler physiologischer Vorgang.

Wenn allerdings Steine vorhanden sind, kann sich dabei ein beweglicher Stein ungünstig verlagern.

Ich würde deshalb gerade bei bekannten Gallensteinen die klassischen Aufbautage ernst nehmen:

  • kleine Portionen,
  • langsam steigern,
  • gründlich kauen,
  • einfache und gut verträgliche Lebensmittel wählen,
  • die Fettmenge nicht plötzlich massiv erhöhen,
  • nicht am ersten Tag wieder „normal“ weiteressen.

Das berühmte Fastenbrechen ist eben nicht der Startschuss für Käseplatte, Sahnesoße, Braten und Nachtisch.

Wie ich die Aufbauphase gestalte und warum sie aus meiner Sicht zur Fastenkur gehört, beschreibe ich ausführlich im Beitrag
Fastenbrechen richtig machen: Aufbautage nach dem Heilfasten.

Und genau an diesem Punkt entscheidet sich häufig, ob aus einer Fastenwoche tatsächlich eine nachhaltige Veränderung entsteht. Denn nach dem Fasten beginnt die eigentliche Ernährungsfrage. In meinem kostenlosen Ernährungs-Newsletter zeige ich unter anderem, welche Lebensmittel ich für sinnvoll halte, welche Ernährungsfehler mir in der Praxis immer wieder begegnen und worauf ich selbst beim Essen achte. Wenn Sie solche Informationen interessieren, können Sie sich hier eintragen:

 

 

Was tun bei einer Gallenkolik während des Fastens?

Eine echte Gallenkolik ist nichts, was man mit Durchhalteparolen übergehen sollte.

Starke Schmerzen im rechten Oberbauch, die möglicherweise in Rücken oder Schulter ausstrahlen, gehören abgeklärt. Erst recht gilt das, wenn die Beschwerden anhalten oder weitere Symptome hinzukommen.

Sofort medizinisch abgeklärt werden sollten insbesondere:

  • starke oder länger anhaltende Oberbauchschmerzen,
  • Fieber oder Schüttelfrost,
  • anhaltendes Erbrechen,
  • Gelbfärbung der Haut oder der Augen,
  • dunkler Urin,
  • auffallend heller Stuhl,
  • starke Kreislaufprobleme oder eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustandes.

Dahinter können beispielsweise eine akute Gallenblasenentzündung, ein Verschluss der Gallenwege oder eine Beteiligung der Bauchspeicheldrüse stecken.

In einer solchen Situation geht es nicht mehr um die Frage, ob Kamillentee, Wärme oder irgendein naturheilkundliches Mittel hilfreich sein könnte.

Dann muss zunächst geklärt werden, was den Galleabfluss behindert.

Kann man Gallensteine durch Fasten „ausscheiden“?

Von solchen Vorstellungen halte ich wenig.

Immer wieder findet man Berichte über sogenannte Leber- oder Gallenblasenreinigungen, bei denen mit größeren Mengen Öl, Grapefruitsaft oder Bittersalz angeblich Gallensteine ausgeschieden werden sollen.

Was anschließend im Stuhl als grüne oder gelbliche „Steine“ erscheint, muss jedoch keineswegs aus der Gallenblase stammen. Solche Gebilde können erst im Verdauungstrakt aus Fett, Verdauungssäften und anderen Bestandteilen entstehen.

Eine Methode, mit der sich vorhandene Gallensteine zuverlässig durch Fasten aus der Gallenblase herausbefördern lassen, ist daraus nicht abzuleiten.

Und genau das wäre bei kleineren Steinen auch keineswegs unbedingt wünschenswert.

Ein Stein, der die Gallenblase verlässt, muss schließlich irgendwo hin. Gerät er in einen Gallengang und bleibt dort stecken, beginnt das eigentliche Problem möglicherweise erst.

Sollte man vor dem Fasten einen Ultraschall machen lassen?

Bei einem gesunden Menschen ohne Beschwerden halte ich es nicht für notwendig, vor jeder Fastenwoche vorsorglich die Gallenblase untersuchen zu lassen.

Anders sehe ich das, wenn Gallensteine bereits bekannt sind oder entsprechende Beschwerden bestanden haben.

Dann kann eine aktuelle Ultraschalluntersuchung sehr hilfreich sein. Dabei lässt sich unter anderem beurteilen:

  • ob und wie viele Steine vorhanden sind,
  • wie groß die Steine ungefähr sind,
  • ob sich Gallengrieß beziehungsweise Sludge zeigt,
  • wie die Gallenblasenwand aussieht,
  • ob die Gallenblase auffällig vergrößert ist,
  • ob die Gallenwege erweitert erscheinen.

Bei entsprechenden Auffälligkeiten können zusätzlich Laborwerte sinnvoll sein, beispielsweise Bilirubin, Gamma-GT, alkalische Phosphatase und Transaminasen.

Das ist keine übertriebene Diagnostik, wenn bereits Beschwerden vorhanden waren. Es hilft vielmehr dabei, aus einem pauschalen „Darf ich fasten?“ eine vernünftige individuelle Entscheidung zu machen.

Allein zu Hause fasten oder lieber begleitet?

Auch diese Frage hängt von der Vorgeschichte ab. Wer gesund ist, Fastenerfahrung besitzt und eine unkomplizierte kurze Fastenkur plant, kann häufig problemlos selbstständig fasten.

Bei bekannten Gallensteinen mit zurückliegenden Beschwerden, mehreren Erkrankungen oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme sieht das anders aus.

Dann kann eine ärztlich oder therapeutisch begleitete Fastenkur sinnvoller sein. Das gilt erst recht, wenn Unsicherheit darüber besteht, ob aktuelle Beschwerden tatsächlich von der Gallenblase stammen.

Mehr zu den verschiedenen Möglichkeiten finden Sie in meinem Beitrag: Heilfasten zu Hause, in der Fastengruppe oder in einer Fastenklinik?.

Mein Fazit: Heilfasten bei Gallensteinen ist eine Frage der Ausgangslage

Ein zufällig entdeckter, seit Jahren völlig symptomloser Gallenstein ist für mich nicht automatisch ein Grund, niemals mehr zu fasten.

Aber bekannte Gallensteine gehören bei der Planung einer Fastenkur berücksichtigt. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn bereits Koliken aufgetreten sind, wenn mehrere kleine Steine vorhanden sind, wenn die Gallenblase entzündlich verändert erscheint oder wenn Hinweise auf Steine in den Gallengängen bestehen.

Auch sehr schneller Gewichtsverlust ist ein Punkt, den man im Auge behalten sollte. Das gilt heute besonders für Menschen, die durch Medikamente zur Gewichtsreduktion innerhalb relativ kurzer Zeit deutlich Gewicht verloren haben.

Und schließlich würde ich dem Fastenbrechen bei Gallensteinträgern mindestens ebenso viel Aufmerksamkeit schenken wie den eigentlichen Fastentagen.

Was ich nicht sinnvoll finde, ist die pauschale Behauptung, Fasten sei bei jedem Gallenstein grundsätzlich verboten.

Ebenso wenig sinnvoll finde ich allerdings das andere Extrem: bekannte Gallensteine einfach zu ignorieren und darauf zu vertrauen, dass eine Fastenkur die Galle schon irgendwie „reinigen“ werde.

Wie so oft kommt es auf die konkrete Situation an. Ein stiller Zufallsbefund ist etwas völlig anderes als drei Gallenkoliken innerhalb weniger Monate. Und genau danach sollte sich auch die Entscheidung richten, ob, wann und unter welchen Bedingungen gefastet wird.

Quellen die ich mir angesehen habe

Gallensteine (=Cholelithiasis) sind feste Ausfällungen (=Konkremente) in der Gallenflüssigkeit. Sie können sich in der Gallenblase selbst (=Cholezystolithiasis) oder im Gallengang (=Choledocholithiasis) befinden.

In der Gallenblase, einem etwa acht Zentimeter langen Hohlorgan unterhalb der Leber, wird Gallenflüssigkeit gespeichert, die zur Fettverdauung wichtig ist. 30 bis 60 Milliliter Gallenflüssigkeit werden hier eingedickt und für die nächste fettreiche Mahlzeit aufbewahrt. So kann die Gallenflüssigkeit schneller und in größerer Menge zur Verfügung gestellt werden als durch die Leber selbst.

Die Gallenflüssigkeit kann aber auch feste Bestandteile bilden: die Gallensteine oder (wenn sie noch sehr klein sind) den Gallengries.

Häufigkeit und Ursachen für Gallensteine

Gallensteinleiden kommen relativ häufig vor: 15 bis 20 Prozent der Deutschen haben Gallensteine, allerdings werden sie nicht immer zum Problem. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Die Wahrscheinlichkeit, Gallensteine zu entwickeln, nimmt mit dem Alter und bei Nebenerkrankungen wie der Leberzirrhose, Diabetes mellitus oder dem Morbus Crohn zu.

Auch genetische Ursachen, Schwangerschaften, Östrogeneinnahmen (zum Beispiel durch die Pille), eine cholesterinreiche Ernährung oder Übergewicht (= Adipositas) können zur Bildung von Gallensteinen beitragen. Schwangerschaften, Bewegungsmangel und Verstopfung erhöhen ebenfalls das Risiko.

Gallensteine bilden sich typischerweise in einer mit Cholesterin übersättigten Gallenflüssigkeit, also als Folge falscher Ernährung. Eine verminderte Bewegungsfähigkeit der Gallenblase  begünstigt ihre Bildung, weil die Gallenflüssigkeit in einem solchen Fall länger in der Gallenblase verbleibt und diese sich nicht vollständig leert.

Unterschiedliche Formen: Cholesterinsteine und Pigmentsteine

Die Gallensteine können unterschiedlich zusammengesetzt sein. Die Cholesterinsteine (auch Cholesterolsteine genannt) bestehen zu mindestens der Hälfte, meist zu über 70 Prozent aus Cholesterin. Diese Cholesterinsteine machen etwa 80 Prozent der Gallensteine aus. In 20% der Fälle (vor allem bei Leberzirrhose, aber auch aus anderen Gründen) bestehen die Steine aus Bilirubinablagerungen (= Pigmentsteine).

Infolge entzündlicher Veränderungen der Gallenblase können die Steine zusätzlich verkalken.

Stumme und symptomatische Gallensteine

Gallensteine können nur einige Millimeter groß sein (= Gallengrieß) oder mehrere Zentimeter groß werden, einzeln oder gehäuft auftreten.

Gallengangssteine können direkt im Gallengang gebildet werden oder von der Gallenblase eingewandert sein.

Beruhigend: Drei Viertel der Gallensteinträger hat keinerlei Symptome (= stumme Gallensteine). Die Gallensteine sind dann höchstens Zufallsbefunde und verursachen keine Probleme. Treten Beschwerden auf, spricht man hingegen von symptomatischen Gallensteinen.

Symptome bei Gallensteinen

Symptomatische Gallensteine verursachen unspezifische Oberbauchbeschwerden wie ein Druck- oder Völlegefühl im rechten Oberbauch, Blähungen oder eine Unverträglichkeit vor allem gegenüber fetthaltigen Speisen.

Diese Symptome kommen allerdings auch bei einigen anderen Erkrankungen vor (zum Beispiel bei Lebererkrankungen, einem Magengeschwür oder einer Bauchspeicheldrüsenentzündung).

Typische Beschwerden bei Gallensteinen sind Gallenkoliken, die durch Einklemmungen von Steinen im Gallengang entstehen. Kolikschmerzen dauern zwischen 15 Minuten und fünf Stunden an und strahlen vom rechten mittleren Oberbauch häufig bis in den Rücken oder die rechte Schulter aus (hierbei kommt auch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung oder ein Herzinfarkt infrage). Koliken werden von den Betroffenen als sehr schmerzhaft empfunden. Begleitsymptome einer Gallenkolik können Brechreiz, Aufstoßen und kurzzeitige Gelbsucht (= Ikterus, Gelbfärbung von Augenweiß und Haut) sein.

Komplikationen gibt es bei „symptomatischen“ Gallensteinen häufig

Verursachen Gallensteine Probleme, treten leider oft Komplikationen auf: Es kann zur akuten Entzündung der Gallenblase (= Cholezystitis) oder der Gallenwege (= Cholangitis) kommen. Die akute Cholezystitis kann in eine chronische Form übergehen, bei der eine Spätkomplikation der Gallenblasenkrebs ist.

Seltener kommt es zur Verletzung der Gallenblasen- oder Darmwand durch den Stein (= Steinperforation).

Besteht eine Verlegung der Gallenwege, staut sich Gallenflüssigkeit zurück in die Leber und den Bauchspeicheldrüsen-Ausführungsgang. Das kann zu Entzündungen dieser Organe führen.

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Diagnose und Behandlung von Gallensteinen

Gallensteine werden meistens bei einer Ultraschalluntersuchung diagnostiziert. Weitere Möglichkeit sind Röntgenaufnahmen und endoskopische Untersuchungen. Oft wird die Diagnose zufällig gestellt, ohne dass die Gallensteine Probleme verursachen.

Symptomatische Gallensteine müssen häufig zertrümmert oder operativ entfernt werden.

Bei der Zertrümmerung werden energiereiche Stoßwellen auf den Gallenstein gerichtet, wodurch dieser zerfällt. Die kleineren Stücke können dann leichter ausgeschieden werden.

In einigen Fällen ist auch eine medikamentöse Auflösung der Steine möglich.

Sind die Gallensteine zu groß oder zu zahlreich, werden sie durch eine kleine Öffnung in der Bauchdecke entfernt. Meist wird dann die Gallenblase gleich mit entnommen, um das Problem ein für alle Mal zu beheben. Lebensnotwendig ist die Galle nicht, sie ist in erster Linie ein Überbleibsel aus früheren Zeiten, als man nur unregelmäßig Nahrung bekam. Schlugen sich die Urmenschen dann nach einer erfolgreichen Jagd die ausgehungerten Bäuche voll, brauchten sie die zusätzliche Gallenflüssigkeit dringend.

Bei einer normalen, regelmäßigen Ernährung kommt man gut ohne dieses Reservoir aus. Für Patienten mit einer niedrigen Gallenproduktion kann die Entfernung der Gallenblase aber auch heute noch zum Problem werden: Sie vertragen dann fettes Essen nicht mehr und klagen über Durchfall, Bauchkrämpfe oder Blähungen. Deshalb sollte eine Operation nicht vorschnell beschlossen werden.

Einige Ärzte sind leider sehr schnell damit bei der Hand, selbst wenn noch gar keine Beschwerden vorliegen. Lassen Sie sich gut beraten und holen Sie lieber noch eine zweite Meinung ein, wenn Sie sich unsicher sind.

So können Sie Gallensteinen vorbeugen

Wie bei vielen Erkrankungen ist es auch hier ein gesunder Lebensstil, der vor der (neuerlichen) Entstehung von Gallensteinen schützt. Eine gesunde, ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung mit wenig Fleisch, Zucker und Weißmehl sorgt für einen gesunden Cholesterinspiegel. Wer für genügend Bewegung sorgt und sein Übergewicht abbaut, kann ebenfalls dazu beitragen, dass sich neue Gallensteine nicht mehr bilden. Wenn Sie allerdings wissen, dass sie stumme Gallensteine haben, sollten Sie nur langsam abnehmen. Plötzliche Nahrungsumstellungen können dazu beitragen, dass sich ein Stein aus der Gallenblase löst und eine Kolik verursacht.

Der Gallefluss lässt sich außerdem durch verschiedene Heilpflanzen anregen: Artischockenblätter, Enzian, Tausendgüldenkraut und Wermut haben sich bewährt.

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Beitragsbild: 123rf.com – kerdkanno

Unter Cholestase versteht man eine Störung des Gallenflusses, die zum einen durch eine Störung der Gallenbildung und zum anderen durch einen verhinderten Gallenabfluss entstehen kann. Dabei kommt es zum Rückstau gallepflichtiger Substanzen ins Blut.

Im gesunden Organismus werden in der Leber zwischen einem halben bis einen Liter Gallenflüssigkeit gebildet und sowohl in den Dünndarm abgegeben als auch für den weiterführenden Bedarf in der Gallenblase gespeichert (siehe auch Leberfunktion). Die Flüssigkeit ist dabei von goldgelber Farbe und setzt sich aus Wasser, Lecithin (Emulgator), Cholesterin, Gallensäuresalzen, Bilirubin (aus dem Abbau der roten Blutkörperchen) sowie Schleim zusammen. Die Gallenflüssigkeit dient der Fettverdauung, daneben haben die Gallensäuren eine antibakterielle Wirkung.

Verschiedene Formen einer Cholestase

Bei der den Abfluss betreffenden Cholestase werden zwei Formen unterschieden:

Die intrahepatische Choldestase (nicht-obstruktive Form) bezeichnet die Störung der Gallenausscheidung aus den Hepatozyten (Leberzellen). Ursachen können u.a. verschiedene Entzündungen, Arzneimittelnebenwirkungen oder eine Sauerstoffunterversorgung (Hypoxie) des Organs sein.

Die posthepatische Cholestase (obstruktive Form) entsteht durch mechanische Abflusshindernisse wie z.B. Gallensteine oder Tumoren.

Eine Gallenbildungsstörung entsteht infolge unterschiedlicher Ursachen, hauptsächlich durch chronische Lebererkrankungen, Hepatitiden (Leberentzündung), Leberzirrhose, Medikamente und Gifte.

Symptome einer Cholestase

Die Klinik (Lebersymptome) der Cholestase ist gekennzeichnet durch drei Leitsymptome:

  • Ikterus (Gelbfärbung von Augen und / oder der Haut)
  • Verfärbung von Urin und Stuhl sowie
  • Pruritus (Juckreiz am ganzen Körper)

Die Gelbfärbung von Augen und Haut (Ikterus), entsteht durch einen Anstieg des Bilirubins (gelbe Substanz, Abbauprodukt des Hämoglobins, welches beim Gesunden über Leber, Galle und Darm zur Ausscheidung kommt). Die Ablagerungen zeigen sich im Verlauf auch an allen inneren Organen. Der Juckreiz ist Folge der Ablagerungen sowie der rückgestauten Gallensäure und zeigt sich hauptsächlich bei der extrahepatischen Form.

Durch das aus der Leber in den Blutkreislauf gegebene und über die Nieren ausgeschiedene Bilirubin (z.T. auch durch aus dem Darm resorbiertes Urobilinogen) zeigt sich eine starke Braunfärbung des Urins. Der Stuhl verliert seine Farbe und wird als Folge der fehlenden biliären (über die Galle) Ausscheidung sowie der physiologischen Stuhlfärber Urobilin und Sterkobilin lehmfarben.

Weitere Symptome können eine gestörte Resorption fettlöslicher Vitamine (mit Mangelerscheinungen, Übelkeitsgefühl), eine gestörte Fettverdauung (Malabsorption mit Fettstühlen, Magenkrämpfen, geblähtem Bauch und Gewichtsverlust), eine Hypercholesterinämie (mit vermehrter Cholesterinsynthese im Darm bei gleichzeitig gesenkter Cholesterinausscheidung) sowie dadurch bedingt Cholesterinablagerungen in Haut und Augenwinkeln (Xanthelasmen) sein.

Im Verlauf einer unbehandelten Cholestase droht zudem eine biliäre Leberzirrhose (= sekundäre Zirrhose = Schrumpfleber).

Die Diagnostik erfolgt durch ein Blutbild (siehe auch: Leberwerte), Sonographie, Cholangiographie sowie ERCP (bei obstruktiver Cholestase). Neben erhöhten Enzymwerten bringt vor allem die Sonographie Aufschluss, hier zeigt sich bei der obstruktiven Form eine Erweiterung der intra- und extrahepatischen Gallenwege.

Die klassische schulmedizinische Therapie richtet sich nach bestehender Form. Bei der posthepatischen Cholestase wird die Abflussbehinderung durch einen operativen Eingriff oder im Rahmen einer endoskopischen Untersuchung beseitigt. Um die intrahepatische Form therapieren zu können muss der auslösende Faktor behandelt werden (= Therapie der Grunderkrankung, z.B. durch Absetzen von als Verursacher diagnostizierten Medikamenten oder durch Behandlung einer Zirrhose).

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Beitragsbild: fotolia.com – Tonpor Kasa

Mit dem Begriff Aszites (auch „Bauchwassersucht“ genannt, beschreibt die Medizin eine krankhafte Ansammlung von Flüssigkeit in der freien Bauchhöhle, was viele im allgemeinen als „Wasser im Bauch“ bezeichnen.

Eine Bauchwassersucht deutet generell auf eine sich im Spätstadium befindende Erkrankung des Organismus hin.

Bei gesunden Menschen gibt es ebenfalls Flüssigkeit im Bauchraum, die aber in der Regel die Menge von 50 bis 70 Milliliter nicht übersteigt. Was darüber liegt, stellt den Beginn eines Aszites dar. Leichte Formen des Aszites lassen sich fast nicht feststellen. Nur die schweren Formen fallen durch eine extreme Ausdehnung des Bauchraums auf. Die Patienten mit fortgeschrittenem Aszites klagen häufig über eine zunehmende Schwere im Bauchbereich und über Kurzatmigkeit. Grund hierfür liegt in dem Druck, den die Flüssigkeit im Bauchraum auf das Zwerchfell ausübt und so eine freie Atmung beeinträchtigt.

Der Aszites ist in der Regel schmerz- und symptomlos, ausgenommen der Wölbung der Bauchdecke in seiner fortgeschrittenen Form. Physiologische Symptome bei einer ärztlichen Untersuchung zeigen sich in einer deutlichen Ausweitung der Seitenbereiche des Bauchs, wenn der Patient auf dem Rücken liegt.

Eine Untersuchung per Perkussion (Abklopfen der Bauchoberfläche) zeigt unterschiedliche „Tonarten“, wenn der Patient sich von der Rückenlage in die Seitenlage bewegt und umgekehrt. Grund hierfür ist die Tatsache, dass sich mit der Lageveränderung auch das im Bauchraum befindliche Wasser in seiner Lage verändert.

Das Phänomen der Undulation tritt bei einem massiven Aszites auf. Hier erzeugt ein seitliches Anstoßen des Bauchs eine „Flutwelle“, die auf der gegenüberliegenden Seite ertastet werden kann. Man kann dies mit einem „Tsunami“ vergleichen, der durch den Bauchraum geht.

Der Aszites kann von anderen Symptomen begleitet werden, die die gleiche pathologische Ursache haben wie der Aszites. Zum Beispiel bedingt durch eine portale Hypertonie (Pfortaderhochdruck), die durch eine Fibrose oder Zirrhose der Leber entstanden ist, kommt es auch zu Wassereinlagerungen in den Beinen, Hautblutungen, Gynäkomastie (Vergrößerung der Brustdrüse beim Mann), Hämatemesis (blutiges Erbrechen) oder Enzephalopathien.

Bei einem Aszites aufgrund einer Krebserkrankung im Bauchraum kommt es auch zu Gewichtsverlust und chronischem Fatigue-Syndrom. Bei einem Aszites aufgrund einer Herzerkrankung (speziell Herzinsuffizienz) stehen Kurzatmigkeit und Giemen (Pfeifatmung) sowie Belastungsintoleranz im Vordergrund.

Eine weitere Ursache für einen Aszites ist der Hunger. Damit ist nicht der Hunger gemeint, der beim Fasten in der Anfangsphase auftreten kann. Vielmehr handelt es sich hier um einen fortgeschrittenen Hungerzustand, bei dem die Eiweißreserven des Organismus angegriffen werden. Hier wird vor allem Albumin einbezogen. Durch das verstoffwechselte Albumin wird das Wasser freigesetzt, das durch Albumin gebunden wird, was in einem Aszites mündet. Man spricht hier auch von einem „Hungerödem“. Typisch sind hier die Bilder von Kindern aus Hungergebieten mit ihren „aufgeblähten“ Bäuchen.
In der Schulmedizin, die gerne Erkrankungen klassifiziert, wird auch der Aszites in entsprechender Weise klassifiziert:

Stufe 1: Milde Form, die nur im Ultraschall oder in der Computertomographie zu sehen ist.

Stufe 2: Sichtbar aufgrund des oben beschriebenen Perkussionstests und des Undulationsphänomens (Flutwelle, die sich ab ungefähr 2 Liter Flüssigkeit bemerkbar macht).

Stufe 3: Direkt mit dem bloßen Auge sichtbar und durch die oben beschriebenen Tests bestätigt. Hier sind Flüssigkeitsmengen bis zu 35 Litern möglich.

Die krankhafte Entstehung freier Flüssigkeit im Bauch lässt sich in zwei Formen unterteilen, wobei der Aszites entweder als Transsudat (nicht entzündliche Flüssigkeit, die aus Gefäßen in einen freien Raum austritt) bei intaktem Peritoneum (Bauchfell) oder als Exsudat (entzündliche Flüssigkeit) bei verändertem Peritoneum entsteht.

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Verschiedene Ursachen für eine Bauchwassersucht

Die Bildung kann unterschiedliche Ursachen haben.

Mit über 80 Prozent ist die dekompensierte Leberzirrhose (Untergang von Leberzellen mit Vernarbung und Schrumpfung des Organs) dabei am häufigsten. Deshalb habe ich die Bauchwassersucht auch unter dem Punkt Lebererkrankungen mit aufgenommen.

Differentialdiagnostisch besonders erwähnenswert sind auch:

  • maligne Entartungen der Leber (Leberkrebs) mit ca. 10 %,
  • Herzleiden (v.a. Rechtsherzinsuffizienz und Perikarditis = Herzbeutelentzündung),
  • nephrotisches Syndrom (Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen der Nierenkörperchen) und
  • Entzündungen von Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) und
  • Bauchfellentzündungen (Peritonitis);

Die pathologische Flüssigkeitsansammlung kann auch als Folge einer Mangelernährung (besonders durch Eiweißmangel), bei Infektionen (z.B. Tuberkulose), schweren gynäkologischen Erkrankungen mit starkem Blutverlust, Stoffwechselerkrankungen, Verletzungen des Bauchraums oder gestörtem Lymphabfluss entstehen.

Als Symptome zeigen sich eine deutliche Zunahme des Bauchumfangs, einhergehend mit einer Gewichtszunahme.

Dabei wirkt der gesamte Bauch gespannt, verhärtet (sog. „Trommelbauch“).

Als typisches Zeichen gilt das Undulations-Phänomen. Bei seitlichem Anstoßen des gespannten Bauches lässt sich auf der anderen Seite eine wellenförmige Bewegung ertasten.

Durch den vorgewölbten Bauch treten Gefäße und Strukturen an der Hautoberfläche sichtbar hervor (siehe auch sichtbare Leberzeichen).

Zusätzlich kommt es zu einer Gasansammlung (Meteorismus peritonealis), die u.U. auch Darm und Magen betreffen kann, dabei aber selten zu einem Abgang (Flatulenz) führt.

Der Aszites (eigenständig betrachtet) verursacht kaum Beschwerden, in Kombination mit der vorliegenden Grunderkrankung zeigen sich Symptome wie z.B. Völlegefühl, Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Juckreiz sowie körperliche Beeinträchtigungen (u.a. Leistungsschwäche, Schlafstörungen).

Ausgeprägte Aszites-Formen behindern durch ein Hochdrücken des Zwerchfells die Atmung und können bei Vorliegen einer Bindegewebsschwäche auch Hernien (Bruch der Bauchwand) verursachen.

Der nicht-entzündliche Aszites (Transsudat) findet sich vornehmlich bei ausgeprägten Lebererkrankungen (v.a. Leberzirrhose = gelbgefärbter Aszites) sowie einer Pfortaderthrombose.

Der entzündliche Aszites entsteht durch eine gesteigerte Lymphproduktion sowie eine erhöhte Permeabilität (Durchlässigkeit) der Kapillaren (feinste Gefäße).

Zusätzlich kann auch eine Verlegung der Lymphwege (= chylöser Aszites), z.B. durch Tumor, Infektion oder Trauma, zur Ansammlung führen. Die Flüssigkeit ist dabei milchig-trüb gefärbt.

Durch Verletzungen des Bauchraums, z.B. bei einem Unfall, kann durch gerissene Gefäße Blut in die freie Bauchhöhle eintreten, hier spricht man von hämorrhagischem (blutiger) Aszites, welcher eine Indikation zur sofortigen Operation darstellt.

Zur Diagnostik dienen in der Schulmedizin besonders die Sonographie (Ultraschall), bei der schon geringe Flüssigkeitsmengen nachgewiesen werden können, sowie die Punktion von Flüssigkeit. Das Punktat wird auf seine Zusammensetzung (v.a. Nachweis von Eiweißen / Albumin = Entzündungszeichen, Bakterien, Zellen) sowie Farbe (z.B. Rotfärbung bei Verletzung von Gefäßen, gelblich bei Leberzirrhose) und Geruch hin untersucht.

Die Therapie richtet sich nach vorliegendem Befund bzw. nach der Grunderkrankung.

Bedingt durch den nicht selten tödlichen Ausgang bei Vorliegen einer Leberzirrhose, dient die schulmedizinische Behandlung hier in erster Linie der Linderung der Symptome (v.a. durch regelmäßige Entlastungspunktionen, bei denen die gesamte Flüssigkeit über einen Katheter abgelassen wird).

Obwohl nach schulmedizinischer Lehrmeinung eine Leberzirrhose nicht als reversibel gilt, ist dies grundsätzlich jedoch möglich – jedenfalls ist es nach meiner Erfahrung nicht unmöglich. Hierzu sind aber für die Patienten nach meiner Erfahrung starke Veränderungen der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten unabdingbar.

Hinzu kommt eine biologische Therapie die „mit dem vollem Programm“ gefahren werden sollte. Wie so ein „Programm“ aussehen kann, beschreibe ich in meinem Buch „Die biologische Lebertherapie„.

Wenn Sie dazu mehr erfahren möchten, klicken Sie einfach HIER.

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Beitragsbild: Fotolia.com – C. Henry Schmitt