Nahrungsergänzungsmittel

Wobenzym - Enzymtherapie mit den bekanntesten Enzym-Tabletten

Die bekanntesten Enzym-Tabletten sind wahrscheinlich das Wobenzym, dass im Rahmen einer Enzymtherapie eingesetzt wird.

Eine Enzymtherapie wird bei verschiedenen Beschwerden oder Krankheiten wie Entzündungen, Muskelkater, Erkältungen, Rheuma, Venenleiden sowie zur Unterstützung bei Chemotherapie und Bestrahlung angewendet, da sie als mittlerweile auch wissenschaftlich anerkanntes Naturheilverfahren für den Patienten sehr viel verträglicher ist als die Behandlung mit synthetischen Arzneimitteln, die nicht selten zahlreiche Nebenwirkungen zur Folge haben können.

Zwar können bei der Enzymtherapie in seltensten Fällen auch Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder eine allergische Reaktionen auftreten, doch ist hier generell eine wesentlich längere Anwendung möglich.

von: René Gräber

Die Bedeutung der Enzyme wird unterschätzt...

Was sind Enzyme eigentlich?

Enzyme sind Biokatalysatoren. Die kleinsten Bausteine der Enzyme sind Aminosäuren, welche sich, gemäß den Gesetzen der Biochemie und Physik, in dreidimensionale Gebilde falten. Einige Enzyme benötigen zur Erlangung ihrer Aktivität sogenannte Co-Faktoren, wie zum Beispiel Metallionen oder Vitamine.

Enzyme sind faktisch im ganzen Körper, sie sind an allen chemischen Prozessen beteiligt und für die Regulierung des Immunsystems zuständig, sie versorgen den Körper mit Vitalstoffen.

Bei der Therapie werden Abwehrmechanismen in Gang gesetzt, welche die kranke Stelle im Körper heilen, indem sie die Ursache bekämpfen. Je nach Stärke der Beschwerden oder Intensität der Krankheit wird der Patient vom Arzt auf eine bestimmte individuelle Dosis eingestellt.

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Wobenzym ist eines der Präparate, die hier Anwendung finden. Es aktiviert das Immunsystem und gilt als gut verträglich. Das in Dragee-Form einzunehmende Präparat kann auch prophylaktisch eingesetzt werden, zum Beispiel bei wiederkehrenden Infekten.

Wobenzym N zeichnet sich durch ein breites Proteasenspektrum aus. Es enthält alle in Wobe-Mugos E enthaltenen Proteasen (Papain, Trypsin, Chymotrypsin), darüber hinaus aber auch das Bromelain und Pankreatin, die seit vielen Jahrzehnten in der Alternativmedizin bekannt sind. Wobenzym N hat als dokumentiertes und klinisch bewiesenes Einsatzgebiet die „Entzündung“.

Leider ist Wobenzym N in der oben beschrieben Zusammensetzung nur noch in ausländischen Apotheken erhältlich, kann aber von jeder Apotheke aus Deutschland bestellt werden. In Deutschland ist nur noch die "abgespeckte" Variante Wobenzym P erhältlich. Ich würde immer auf das Wobenzym N zurückgreifen. 

Wobenzym wird vor allem bei Rheuma, chronischen Entzündungen und Gefäßerkrankungen verschrieben, da hierbei auf positive empirische Daten zurückgegriffen werden kann.

Bei akuten Entzündungen  und Erkrankungen muss die Dosis relativ hoch sein. Zur Therapie chronischer Entzündungen, verbunden mit Befindlichkeitsstörungen (Müdigkeit), eignet sich besonders Wobenzym N.

Dosierungsrichtlinien für Wobenzym

In der Regel werden systemisch wirkende Enzyme nüchtern eingenommen. Wobenzym sollte 30 bis 60 Minuten vor den Mahlzeiten unzerkaut und mit viel Flüssigkeit eingenommen werden.

Die Dosis sollte mindestens 3 x 2 pro Tag betragen. Im Rahmen einer Stoßtherapie kann auch höher dosiert werden, z.B. 3 x 4 Dragees. Eine Ausnahme macht hier Wobenzym N, welches in der Anfangsphase mit bis 3 x 5 in der Stoßtherapie mit 20 - 30 Dragees empfohlen wird. Ich empfehle diese Stoßtherapie in der Praxis im allgemeinen "nur" für zwei, höchstens drei Tage. 

Was man sonst noch wissen sollte...

Oral verabreichte Enzyme steigern die Resorption und damit die Wirkung anderer gleichzeitig verabreichter Medikamente, wie zum Beispiel Antibiotika oder Zytostatika.

Verschiedene Studien zeigen, daß die Gewebekonzentration von Antibiotika und Zytostatika durch Enzymgaben erhöht wurde. Dies ist besonders bei Patienten von Bedeutung, die wegen einer Resistenzschwäche über längere Zeit mit Antibiotika behandelt werden, wie zum Beispiel Kinder mit Mukoviszidose.

Auch bei Erkrankungen, bei denen Antibiotika oder Zytostatika schlecht den Ort des Geschehens erreichen können (Prostata, Nasennebenhöhlen, Mittelohr), hat sich die gleichzeitige Gabe von Enzymen bewährt. Man bezeichnet dies als die "Schlepperfunktion" der Enzyme.

Bei Allergiepatienten muss man mit der Verordnung von Wobenzym und Enzymen generell vorsichtig sein, mit Ausnahme bei der Colitis Ulcerosa, Multiple Sklerose, Neurodermitis und noch ein paar anderen.

Ein weiteres bekanntes Enzympräparat neben dem Wobenzym ist das Phlogenzym.

Studien zu Wobenzym

Es gibt zahlreiche Untersuchungen und Studien, die sich mit meinen persönlichen Erfahrungen decken.

1. Modern approach to the rehabilitation of children with fractured long tubular bones

Die Studie aus dem Jahr 2009 untersucht die Einsatzmöglichkeiten von Wobenzym bei Kindern, die sich von einem großen Knochenbruch erholten (Ober- und Unterarmknochen, Oberschenkelknochen, Hüftknochen).

Neben den üblichen Rehabilitationsmaßnahmen wurde zusätzlich Wobenzym für die Dauer von 3 bis 4 Wochen appliziert. Das Ergebnis zeigte, dass Schmerzen und Ödeme doppelt so schnell verschwanden als bei einer konventionellen Therapie. Zusätzlich wurden durch den kombinierten Einsatz Muskelverkürzungen und Störungen im Bewegungsablauf vermieden. Nicht zuletzt wurde dadurch die Lebensqualität dieser Kinder enorm verbessert.
Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19637835

2. Antioxidant effect of wobenzym applied for patients with chronic glomerulonephritis

Bei einer Glomerulonephritis (Entzündung der Nierenkörperchen) kommt es zur Formierung von freien Radikalen in den Mesangiumzellen innerhalb der Nierenkörperchen. Diese Radikale bedingen die Zerstörung von Nierengewebe und verursachen eine autoimmune Entzündung. Ein Einsatz von Wobenzym zeigt bei diesem Krankheitsbild einen starken antioxidativen Effekt. Sein Einsatz allein und in Kombination mit anderen Medikamenten bewirkte eine vollkommene Wiederherstellung physiologischer Verhältnisse und ein Nachlassen der Entzündungen.
Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17684803

3. Systemic enzymotherapy as a method of prophylaxis of postradiation complications in oncological patients

Diese Beobachtung dokumentiert den Einsatz von Enzym-Therapien wie Wobenym bei Patienten mit einer Reihe von Krebserkrankungen, wie Lungenkrebs, Uteruskrebs, Blasenkrebs, Brustkrebs und viele mehr. Es zeigte sich, dass die Enzym-Therapie in der Lage war, die Resultate einer Chemo- und/oder Bestrahlungstherapie zu verbessern. Zugleich verhinderte sie eine Schädigung von Lungen-, Haut-, Fett-, Weichteil- Nieren- und Lebergewebe bedingt durch die onkolytische Therapie. Von daher ist eine Enzym-Therapie verbunden mit einer Verbesserung der Lebensqualität von Krebspatienten zu erwarten.
Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16786662

4. Polyenzymatic therapy in prevention of adhesive processes in the abdominal cavity in children

Diese klinische Studie untersucht 48 Patienten mit akuten adhäsiven Darmverengungen, die als Resultat einer Appendektomie anzusehen sind, und einer Analyse des Zytokinstatus von 34 Kindern mit akuter Blinddarmentzündung. Patienten und Kinder wurden jeweils in 2 Gruppen unterteilt, wo eine Gruppe ein Polyenzym und die andere Gruppe ein Monoenzym erhielt.

Die Polyenzym-Gruppe erhielt Wobenzym zusätzlich zur Komplex-Therapie, die Monoenzym-Gruppe erhielt Hyaluronidase. Das vergleichende Ergebnis zeigte, dass in der Wobenzym-Gruppe keine adhäsiven Obstruktionen nach einer OP vorkamen, die Monoenzym-Gruppe dagegen zeigte 2 Fälle. Bezüglich des Zytokinstatus zeigte Wobenzym, dass es die pro-entzündlichen Zytokine IL-2, IL-6, TNF-alpha signifikant reduzierte und die anti-entzündlichen Zytokine IL-4 erhöhte. Das Resultat der Forscher war, dass der Einsatz von Wobenzym nach einer abdominalen Operation bei Kindern Verwucherungen (Adhäsionen) im Bauchraum und entzündliche Prozesse verhinderte.
Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16568857


Wobenzym in treatment of recurrent obstructive bronchitis in children.

In dieser Studie wurden 27 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 5 und 15 Jahren mit chronischer obstruktiver Bronchitis behandelt. IgE Titerbestimmung, Lungenfunktion und klinische Untersuchungen wurden durchgeführt.

Zur Behandlung wurde Wobenzym mit 1 Tablette pro 6 kg Körpergewicht verabreicht. Die Behandlungs-/Studiendauer betrug 3 Monate. Die Effektivität der Behandlung wurde durch einen Fragebogen erfasst, der das Auftreten von Symptomen festhielt. Die Analyse der so gewonnenen Daten nach der Behandlung zeigte eine Abnahme Symptome im „Tages-Symptom-Profil“ und eine Zunahme der symptomfreien Tage.

Es zeigte sich auch eine Verbesserung der Lungenfunktionsparameter wie FVC, FEV und PEF. Diese Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass eine orale Gabe von Wobenzym in Kombination mit pulmonologischen Therapeutika bei Kindern mit chronischer obstruktiver Bronchitis zum Einsatz kommen sollte.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 02.08.2012 aktualisiert

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