Fastensuppe beim Heilfasten: Rezept, Zubereitung und wichtige Regeln
Eine Fastensuppe klingt zunächst denkbar einfach: Gemüse ins Wasser, kochen, abseihen – fertig. Und im Grunde ist sie tatsächlich so unkompliziert. Trotzdem bekomme ich von Fastenteilnehmern immer wieder dieselben Fragen: Darf Salz hinein? Muss die Suppe wirklich klar sein? Kann man das Gemüse mitessen? Sind Kartoffeln beim Fasten nicht verboten? Und was ist eigentlich mit fertiger Gemüsebrühe?
Die kurze Antwort lautet: Eine richtig zubereitete Fastensuppe passt sehr gut zum klassischen Heilfasten. Sie ist allerdings keine normale Gemüsesuppe und auch keine Mahlzeit im üblichen Sinn. Während der eigentlichen Fastentage geht es vor allem um die abgeseihte Gemüsebrühe: warm, aromatisch, gut verträglich und mit nur sehr wenig Energie.
Seit vielen Jahren gehört diese Brühe auch zu meinen Fastenkursen. Das Grundrezept ist denkbar einfach. Entscheidend sind weniger exotische Zutaten oder irgendwelche geheimnisvollen „Detox-Gewürze“, sondern einige einfache Regeln bei Auswahl und Zubereitung.
Mein Fastensuppe-Rezept: einfach selbst kochen
Für einen Topf Fastensuppe benötigen Sie keine lange Einkaufsliste. Ich bevorzuge frisches Gemüse in guter Qualität und variiere die Zutaten nach Jahreszeit, Geschmack und Verträglichkeit. Regionale Ware ist schön, Bioqualität ebenfalls – aber aus einer Fastensuppe sollte man auch keine Wissenschaft für sich machen.
Zutaten für eine klassische Fastensuppe
- etwa 250 g Kartoffeln
- 2 bis 3 Karotten
- etwa eine halbe Sellerieknolle
- 1 Petersilienwurzel oder etwas Pastinake nach Geschmack
- frische Petersilie
- etwas Kümmel
- nach Wunsch Majoran, Dill, Liebstöckel, Basilikum oder Thymian
- etwa 1 bis 1,5 Liter Wasser
Sellerie kann problemlos durch andere Gemüsesorten ersetzt oder ergänzt werden. Fenchel, Zucchini, etwas Kürbis oder Petersilienwurzel ergeben ebenfalls eine gute Brühe. Gerade wenn Sie mehrere Tage fasten, lohnt es sich, die Zusammenstellung gelegentlich zu verändern. Der Geschmackssinn wird während des Fastens bei vielen Menschen deutlich empfindlicher – und dann können schon kleine Unterschiede erstaunlich viel ausmachen.
So wird die Fastensuppe zubereitet
Waschen Sie das Gemüse gründlich und schneiden Sie es grob klein. Kartoffeln können bei guter Qualität auch mit Schale verwendet werden. Geben Sie das Gemüse in einen Topf, füllen Sie mit Wasser auf und lassen Sie alles ungefähr 15 bis 20 Minuten leicht köcheln.
Danach wird die Flüssigkeit durch ein feines Sieb abgegossen. Während der eigentlichen Fastentage verwende ich nur diese klare Brühe. Das Gemüse wird also nicht püriert und anschließend als Suppe gegessen. Die fertige Brühe können Sie mit frischen Kräutern und milden Gewürzen abschmecken.
Im Schnellkochtopf reichen entsprechend wenige Minuten Garzeit. Auch Thermomix oder ähnliche Küchengeräte sind möglich. Entscheidend ist nicht das Küchengerät, sondern das Prinzip: Gemüse auskochen, Flüssigkeit abseihen, nur die Brühe verwenden.
Warum gibt es beim Heilfasten überhaupt eine Suppe?
Hier besteht häufig ein Missverständnis. Beim klassischen Buchinger-Fasten handelt es sich nicht um ein vollständiges Nullfasten. Kleine Energiemengen sind Bestandteil der Methode. Dazu gehören traditionell Gemüsebrühe, etwas Gemüse- oder Fruchtsaft und je nach Durchführung auch kleine Mengen Honig.
In einer viel beachteten klinischen Beobachtungsstudie mit 1.422 Fastenden nach dem Buchinger-Protokoll wurden beispielsweise mittags 250 ml frisch gepresster Gemüse- oder Fruchtsaft und abends 250 ml Gemüsebrühe gegeben. Die tägliche Energieaufnahme lag insgesamt bei ungefähr 200 bis 250 Kilokalorien.
Die Fastensuppe ist deshalb kein „Schummeln“. Sie gehört bei dieser Form des modifizierten Fastens ausdrücklich zum Konzept. Wer ausschließlich Wasser zu sich nimmt, betreibt dagegen Wasserfasten und damit eine andere Fastenform.
Der entscheidende Stoffwechselreiz beim Heilfasten entsteht durch die massive Verringerung der Energiezufuhr. Die leicht verfügbaren Kohlenhydratspeicher werden kleiner, Insulin sinkt, die Freisetzung von Fettsäuren nimmt zu und die Leber produziert zunehmend Ketonkörper. Diesen Ablauf beschreibe ich ausführlicher in meinem Heilfasten-Plan.
Die Brühe erfüllt daneben einen sehr praktischen Zweck. Nach einem Tag mit Wasser und Tee empfinden viele Fastende etwas Warmes und Herzhaftes als ausgesprochen angenehm. Geruch, Wärme und Geschmack geben dem Tag einen kleinen kulinarischen Ruhepunkt, ohne daraus wieder einen normalen Essenstag zu machen.
Wer eine Fastenkur plant, merkt spätestens an solchen Detailfragen, dass Heilfasten eben doch mehr ist als „ein paar Tage nichts essen“. Vorbereitung, Darmentleerung, Fastentage, Bewegung, Ruhe, Fastenbrechen und Aufbau gehören zusammen. Genau zu diesen praktischen Fragen schreibe ich auch in meinem kostenlosen Heilfasten-Newsletter. Wenn Sie Ihre Fastenkur vernünftig vorbereiten und typische Fehler vermeiden möchten, können Sie sich hier eintragen:
Warum wird das Gemüse nicht mitgegessen?
Weil aus der Fastensuppe sonst ziemlich schnell wieder eine Mahlzeit wird. Das Gemüse enthält Ballaststoffe, Kohlenhydrate und wesentlich mehr Energie als die reine Brühe. Außerdem wird der Verdauungstrakt durch feste Nahrung deutlich stärker beschäftigt.
Beim modifizierten Heilfasten geht es gerade darum, diese Nahrungszufuhr vorübergehend stark zu reduzieren. Deshalb wird das Gemüse ausgekocht und anschließend entfernt. Ein pürierter Teller Kartoffel-Karotten-Sellerie-Suppe mag gesund und lecker sein – aber er ist keine Fastenbrühe mehr.
Das Gemüse muss deshalb übrigens nicht im Abfall landen. Wenn andere Familienmitglieder normal essen, kann es weiterverarbeitet werden. Für den Fastenden selbst kommt feste Nahrung beim Fastenbrechen und während der Aufbautage wieder ins Spiel.
Darf eine Fastensuppe Kartoffeln enthalten?
Diese Frage bekomme ich besonders häufig. Schließlich enthalten Kartoffeln Stärke, und beim Fasten soll die Kohlenhydratzufuhr stark reduziert werden. Das klingt zunächst widersprüchlich.
Entscheidend ist jedoch: Die Kartoffeln werden nicht gegessen. Beim Kochen gehen zwar lösliche Mineralstoffe und auch kleine Mengen Kohlenhydrate in das Wasser über. Aus einer klaren Fastenbrühe wird dadurch aber noch lange keine Kartoffelsuppe.
Beim klassischen Buchinger-Fasten sind geringe Kohlenhydratmengen ohnehin Teil der Methode. Die Frage lautet deshalb nicht, ob die Brühe exakt null Kalorien enthält. Entscheidend ist die insgesamt sehr niedrige Energiezufuhr und der daraus resultierende Fastenstoffwechsel.
Fastensuppe nach Buchinger: Gibt es ein Originalrezept?
Wer nach „Fastensuppe Rezept Buchinger“ sucht, findet im Internet zahlreiche Varianten. Das kann den Eindruck erwecken, irgendwo müsse das eine originale und verbindliche Rezept existieren. So einfach ist es nicht.
Beim Buchinger-Fasten ist das Grundprinzip wichtiger als eine starre Zutatenliste: eine kleine Portion Gemüsebrühe innerhalb eines stark energiebegrenzten Fastenprogramms. Welches Gemüse verwendet wird, kann variieren. Auch in Kliniken unterscheiden sich Rezepturen und Zubereitung je nach Jahreszeit und Küche.
Mein Rezept orientiert sich an diesem Prinzip, ist aber mein praktisches Rezept aus meinen Fastenkursen. Ich halte wenig davon, aus Karotte, Sellerie und Kartoffel eine Glaubensfrage zu machen. Eine Fastenkur hat genügend wichtige Punkte – wir müssen nicht auch noch einen Religionskrieg um die Petersilienwurzel beginnen.
Muss die Fastensuppe wirklich salzfrei sein?
In meinen klassischen Fastenplänen bereite ich die Fastensuppe grundsätzlich ohne zugesetztes Kochsalz zu. So habe ich es über viele Jahre praktiziert und so empfehle ich es auch weiterhin für den normalen, gesunden Fastenteilnehmer.
Daraus sollte man allerdings kein medizinisches Dogma machen. Natrium ist kein Gift, sondern ein lebensnotwendiger Elektrolyt. Während mehrtägigen Fastens verändern sich Flüssigkeitshaushalt, Blutdruck, Insulinausschüttung und die renale Ausscheidung von Wasser und Elektrolyten. Bei manchen Menschen sinkt der Blutdruck während einer Fastenkur deutlich.
Problematisch kann insbesondere die Kombination aus sehr großen Trinkmengen, Elektrolytverlusten, starkem Schwitzen, bestimmten Medikamenten und einem ohnehin niedrigen Blutdruck werden. Wer Entwässerungsmittel einnimmt oder an relevanten Herz- oder Nierenerkrankungen leidet, ist ohnehin kein Kandidat für ein Fastenexperiment auf eigene Faust.
Meine Empfehlung lautet deshalb nicht: Salz ist beim Fasten unter allen Umständen verboten. Sie lautet: In meiner klassischen Fastensuppe brauche ich normalerweise kein zugesetztes Salz. Wenn aber deutliche Kreislaufbeschwerden auftreten oder besondere medizinische Voraussetzungen bestehen, muss die Situation individuell betrachtet werden. Ideologie ist schließlich kein Elektrolyt.
Zu Kreislaufproblemen, Kopfschmerzen, Schwäche und anderen Beschwerden während der ersten Tage lesen Sie auch meinen Beitrag über Fastenkrisen und ihre Ursachen.
Warum ich keine Instant-Brühe verwende
Eine Fastensuppe aus Brühpulver ist natürlich schnell gemacht. Wasser aufkochen, Pulver hinein – fertig. Genau deshalb findet sich bei der Suche nach Fastensuppen inzwischen eine ganze Reihe entsprechender Fertigprodukte.
Für meine Fastenkurse ist das dennoch nicht die erste Wahl. Viele Instant-Brühen bestehen zu erheblichen Teilen aus Salz und enthalten je nach Produkt beispielsweise Hefeextrakt, Aromen, Stärke, Zucker, Maltodextrin oder andere Zutaten, die für eine Fastenbrühe schlicht nicht notwendig sind.
Das bedeutet nicht, dass jede gekaufte Gemüsebrühe plötzlich „giftig“ wäre. Diese Schwarz-Weiß-Denke halte ich für genauso wenig hilfreich wie die Vorstellung, auf einer Packung müsse nur „Bio“ und „Detox“ stehen und schon sei automatisch alles sinnvoll.
Die bessere Frage ist viel einfacher: Wenn ich für mehrere Portionen Fastensuppe lediglich Gemüse mit Wasser kochen und anschließend abseihen muss – weshalb sollte ich während einer Fastenkur ausgerechnet ein stark verarbeitetes Pulver verwenden?
Hinzu kommt ein Effekt, den viele Fastenteilnehmer selbst bemerken: Der Geschmack verändert sich. Wer mehrere Tage keine stark gewürzten und hochverarbeiteten Lebensmittel isst, schmeckt plötzlich wieder deutlicher, wie süß eine Karotte, wie kräftig Sellerie und wie aromatisch frische Kräuter eigentlich sind.
Welche Gemüsesorten eignen sich für die Fastensuppe?
Eine gute Brühe braucht keinen halben Gemüsegarten. Drei oder vier Gemüsesorten plus einige Kräuter reichen vollkommen aus. Gerade beim Fasten ist weniger häufig mehr.
- Karotten geben der Brühe eine leichte natürliche Süße.
- Knollensellerie sorgt für ein kräftiges, würziges Aroma.
- Petersilienwurzel gibt der Brühe Tiefe und Würze.
- Pastinake schmeckt etwas süßer und milder.
- Fenchel ist für viele Fastende angenehm und gut verträglich.
- Zucchini ergibt eine leichte, wenig dominante Brühe.
- Kürbis kann in kleineren Mengen für Abwechslung sorgen.
- Frische Petersilie, Majoran, Dill, Thymian oder Liebstöckel bringen Aroma ohne Fertigwürze.
Sie müssen daraus kein starres Rezept machen. Eine Brühe aus Kartoffel, Karotte und Sellerie kann am nächsten Tag beispielsweise durch Fenchel und Petersilienwurzel ergänzt werden. Besonders während längerer Fastenkuren verhindert etwas Abwechslung, dass bereits der Geruch der immer gleichen Suppe irgendwann Widerstand auslöst.
Fastensuppe bei empfindlichem Darm und Blähungen
Wer einen empfindlichen Darm hat, sollte beim Gemüse etwas zurückhaltender experimentieren. Große Mengen Zwiebeln, Knoblauch, Lauch oder bestimmte Kohlarten können bei entsprechender Veranlagung Blähungen verursachen. Zwar wird das Gemüse nicht mitgegessen, aber auch lösliche Bestandteile gelangen in die Brühe.
Bei empfindlichen Menschen bevorzuge ich deshalb eine einfache Kombination aus Karotte, Kartoffel, Fenchel, Zucchini oder Petersilienwurzel. Sehr scharfe Gewürze braucht eine Fastensuppe ebenfalls nicht. Das Ziel ist eine angenehm schmeckende und gut verträgliche Brühe und keine Mutprobe für Magen und Darm.
Der Darm spielt beim klassischen Heilfasten ohnehin eine besondere Rolle. Warum die Darmentleerung und der Umgang mit der Verdauung während einer Fastenkur wichtig sind, beschreibe ich ausführlicher in meinem Beitrag zur Darmreinigung sowie in meiner vollständigen Heilfasten-Anleitung.
Wie viel Fastensuppe sollte man während des Fastens nehmen?
Aus einer Fastenbrühe muss kein Suppenmarathon werden. Eine kleine Portion reicht. Als praktische Orientierung haben sich etwa 200 bis 300 ml bewährt. Auch im genannten klinischen Buchinger-Protokoll wurde am Abend eine Portion von 250 ml Gemüsebrühe verwendet.
Ich rate dazu, diese Brühe nicht nebenbei aus einem großen Becher hinunterzutrinken. Setzen Sie sich hin, nehmen Sie einen Suppenlöffel und essen Sie die Brühe langsam. Das klingt beinahe lächerlich banal – bis man beobachtet, wie selten Menschen im Alltag überhaupt noch bewusst essen.
Beim Fasten fällt plötzlich auf, wie viel unseres üblichen Essverhaltens nichts mit Hunger zu tun hat. Wir essen, weil zwölf Uhr ist, weil etwas auf dem Tisch steht, weil eine Tüte offen ist, weil der Fernseher läuft oder weil gerade eine E-Mail genervt hat. Die kleine Fastensuppe kann deshalb durchaus zu einer Übung in bewusstem Essen werden.
Wann trinkt oder isst man die Fastensuppe?
Bei einem klassischen Buchinger-Schema wird die Gemüsebrühe häufig am Abend genommen. Das ist auch praktisch sinnvoll, weil Wärme und herzhafter Geschmack gerade am Ende eines Fastentages vielen Menschen guttun.
Das bedeutet jedoch nicht, dass die Uhrzeit medizinisch auf die Minute festgelegt wäre. In meinen Fastenkursen ist mir ein vernünftiger Tagesrhythmus wichtiger als starre Regeln. Wer seinen gesamten Fastentag planen möchte, findet im Heilfasten-Plan Schritt für Schritt den kompletten Ablauf von den Entlastungstagen bis zum Fastenbrechen.
Kann man Fastensuppe auf Vorrat kochen?
Ja. Das ist sogar ausgesprochen praktisch. Sie können eine größere Menge Gemüsebrühe zubereiten, portionsweise abfüllen und für die kommenden Fastentage im Kühlschrank aufbewahren.
Ich würde dennoch nicht gleich einen Zehn-Liter-Topf für die ganze Woche kochen. Geschmack und Aroma leiden mit der Lagerung, und gerade beim Fasten ist etwas Variation angenehm. Zwei oder drei Tagesportionen vorzubereiten reicht meist vollkommen.
Sauber abgefüllte Brühe sollte nach dem Abkühlen rasch in den Kühlschrank. Wenn Geruch, Geschmack oder Aussehen auffällig sind, gehört sie nicht mehr auf den Tisch. Fasten ist kein Grund, die üblichen Regeln der Lebensmittelhygiene außer Kraft zu setzen.
Kann man Fastensuppe einfrieren?
Auch das ist möglich. Wenn Sie Ihre Fastenwoche organisatorisch gut vorbereiten möchten, können Sie Brühe portionsweise einfrieren und bei Bedarf langsam wieder erhitzen. Das ist immer noch näher an einer selbst gekochten Gemüsebrühe als ein hoch verarbeitetes Instantprodukt.
Allerdings ist die Zubereitung so unkompliziert, dass ich persönlich frische oder nur wenige Tage vorbereitete Brühe bevorzuge. Viele Menschen nehmen sich für das Fasten bewusst etwas mehr Zeit. Dann darf auch das Kochen einer einfachen Gemüsebrühe Teil dieses veränderten Tagesrhythmus sein.
Fastensuppe fertig kaufen – sinnvoll oder überflüssig?
Natürlich kann man fertige Gemüse- und Fastenbrühen kaufen. Der Markt hat längst entdeckt, dass man nahezu jedes einfache Lebensmittel mit dem Zusatz „Fasten“, „Detox“ oder „Balance“ ein wenig bedeutungsvoller aussehen lassen kann.
Ich würde deshalb weniger auf die Vorderseite der Verpackung und dafür stärker auf die Zutatenliste schauen. Interessant sind insbesondere Salzgehalt, Zucker, Stärke, Maltodextrin, Hefeextrakt und zugesetzte Aromen. Je kürzer und verständlicher die Zutatenliste, desto besser lässt sich beurteilen, was man tatsächlich kauft.
Eine Fertigbrühe kann unterwegs oder in einer besonderen Situation durchaus praktisch sein. Für eine geplante Fastenkur zu Hause sehe ich jedoch kaum einen Grund, weshalb man die Brühe nicht selbst zubereiten sollte. Gemüse schneiden, Wasser dazu, kochen, abseihen – einfacher wird Ernährung kaum noch.
Gerade solche Zutatenlisten zeigen übrigens sehr schön, weshalb ich mich nicht nur mit Kalorien und Nährwerttabellen beschäftige. Entscheidend ist häufig, was hinter den Begriffen auf einer Verpackung steckt und was wir im Alltag tatsächlich essen. Wenn Sie sich für Ernährung, Lebensmittel und solche Zusammenhänge interessieren, können Sie sich hier zu meinem kostenlosen Ernährungs-Newsletter eintragen:
Ist Fastensuppe basisch?
Im Internet ist häufig von einer „basischen Fastensuppe“ die Rede. Gemeint ist damit meistens eine Gemüsebrühe ohne Fleisch, Getreide oder stark verarbeitete Zutaten. Gegen eine solche Brühe ist natürlich nichts einzuwenden.
Beim Begriff „basisch“ lohnt sich dennoch etwas Präzision. Der pH-Wert unseres Blutes wird in sehr engen Grenzen reguliert. Eine Gemüsebrühe macht das Blut nicht einfach alkalisch. Wäre der Blut-pH tatsächlich durch einen Suppenteller beliebig verschiebbar, hätten wir ein ganz anderes medizinisches Problem.
Ernährung kann allerdings die sogenannte potenzielle Säurelast beeinflussen, die der Organismus insbesondere über die Nieren regulieren muss. Kaliumreiche pflanzliche Lebensmittel liefern zudem Mineralstoffe und organische Verbindungen, die in diesem Zusammenhang physiologisch interessant sind. Das ist erheblich plausibler als die Vorstellung, man könne den Organismus mit einer Schüssel Gemüsebrühe kurzerhand „entsäuern“.
Und was ist mit der „Entgiftung“ beim Fasten?
Der Begriff Entgiftung wird im Zusammenhang mit Fasten gern verwendet – und mindestens ebenso gern reflexartig verspottet. Beides bringt uns nicht besonders weit. Eine Fastensuppe zieht selbstverständlich keine „Gifte“ aus den Zellen, und Sellerie funktioniert nicht wie ein biologischer Staubsauger.
Unser Körper verfügt über hoch entwickelte Systeme zur Umwandlung und Ausscheidung körperfremder und körpereigener Substanzen. Leber, Nieren, Darm, Lunge und Haut sind daran beteiligt. Fasten verändert jedoch den Stoffwechsel erheblich und damit zwangsläufig auch zahlreiche Stoffwechsel-, Transport- und Ausscheidungsprozesse.
Während mehrtägigen Fastens sinken Energie- und Kohlenhydratzufuhr drastisch, der Fettstoffwechsel nimmt zu und Ketonkörper steigen. Auch hormonelle und entzündungsbezogene Signalwege verändern sich. Die Vorstellung einer physiologischen „Entlastung“ halte ich deshalb durchaus für sinnvoll – solange daraus keine Fantasiegeschichte über geheimnisvolle Schlacken gemacht wird.
Das ist mir auch an anderer Stelle wichtig: Nicht jede Beschwerde während einer Fastenkur ist automatisch eine „Entgiftungsreaktion“. Kopfschmerzen können beispielsweise durch Koffeinentzug entstehen, Schwindel durch niedrigen Blutdruck und Herzrasen kann ein Warnsignal sein. Mehr dazu lesen Sie unter Fastenkrisen vermeiden.
Die häufigsten Fehler bei der Fastensuppe
Das Grundrezept ist einfach. Die meisten Fehler entstehen deshalb nicht beim Kochen, sondern weil aus einer kleinen Fastenbrühe nach und nach wieder eine normale Mahlzeit wird.
- Das Gemüse wird püriert und anschließend mitgegessen.
- Es wird reichlich Fertigbrühe oder Brühwürfel hinzugefügt.
- Die Suppe wird kräftig gesalzen, weil sie zunächst „zu fade“ schmeckt.
- Öl, Butter, Sahne oder andere energiereiche Zutaten kommen hinzu.
- Die Portion wird immer größer, weil die Brühe schließlich „erlaubt“ ist.
- Aus der klaren Brühe wird mit jedem Fastentag eine etwas gehaltvollere Gemüsesuppe.
- Sehr scharfe Gewürze reizen bei empfindlichen Menschen Magen und Darm.
Eine Fastensuppe soll das Fasten begleiten und nicht zur Hintertür werden, durch die das normale Essen nach und nach wieder hereinspaziert. Wenn Sie feste Nahrung möchten, ist das verständlich – aber dann ist es besser, die Fastenkur bewusst zu beenden und in die Aufbauphase überzugehen, als das Fasten täglich ein wenig umzudefinieren.
Fastensuppe bei Kreislaufproblemen: Wann man genauer hinsehen muss
Leichtes Frösteln, etwas Müdigkeit oder kurzfristiger Schwindel beim schnellen Aufstehen können besonders zu Beginn einer Fastenkur vorkommen. Das bedeutet jedoch nicht, dass ausgeprägte Beschwerden einfach ausgesessen werden sollten.
Wiederholte Beinahe-Ohnmachten, starke Schwäche, anhaltendes Herzrasen, Brustschmerz, deutliche Atemnot, Verwirrtheit, starkes Erbrechen oder andere ungewöhnlich heftige Symptome gehören abgeklärt. Dann hilft auch nicht die Erklärung, der Körper würde gerade „besonders gründlich entgiften“.
Besondere Vorsicht ist unter anderem bei Diabetes, relevanten Herz- und Nierenerkrankungen, Essstörungen, erheblichem Untergewicht und bei bestimmten Medikamenten erforderlich. Medikamente gegen Diabetes und Bluthochdruck sowie entwässernde Arzneimittel können während des Fastens unter Umständen anders wirken als unter normaler Ernährung.
Wer krank ist, regelmäßig Medikamente einnimmt oder länger fasten möchte, sollte eine Fastenkur deshalb fachkundig begleiten lassen. Ausführlicher gehe ich auf diese Frage in meinem Beitrag Fasten bei Krankheiten – wann Heilfasten möglich ist und wann nicht ein.
Was geschieht mit der Fastensuppe beim Fastenbrechen?
Das Ende des Fastens bedeutet nicht, dass am nächsten Morgen sofort wieder normal gegessen wird. Nach mehreren Tagen stark reduzierter Nahrungszufuhr muss der Verdauungstrakt schrittweise wieder an feste Nahrung herangeführt werden.
Dann darf aus der klaren Brühe langsam wieder eine richtige Gemüsesuppe werden. Gekochtes Gemüse, Kartoffeln und andere leichte Lebensmittel können während der Aufbautage sinnvoll sein. Das ist allerdings eine andere Phase als die eigentlichen Fastentage.
Gerade beim Fastenbrechen werden erstaunlich viele Fastenkuren noch auf den letzten Metern ruiniert. Sieben Tage nichts essen und anschließend Pizza, Kuchen und Wein als Belohnung ist ungefähr so sinnvoll, wie nach einer Woche Wanderurlaub die letzten zwei Kilometer mit dem Taxi zum Schnellrestaurant zu fahren.
Wie der Übergang richtig funktioniert, beschreibe ich ausführlich unter Fastenbrechen und Aufbautage nach dem Heilfasten. Auch die Entlastungstage vor dem Fasten sind mindestens ebenso wichtig. Eine gute Fastenkur hat eben einen Anfang, eine Mitte und ein vernünftiges Ende.
Fastensuppe nach Hildegard von Bingen – ist das dasselbe?
Nein. Unter dem Begriff „Fastensuppe nach Hildegard von Bingen“ werden heute verschiedene Suppen und Brühen angeboten, die sich an der Hildegard-Ernährungslehre orientieren. Dabei spielen beispielsweise Dinkel, Fenchel und bestimmte Gewürze eine Rolle.
Das ist eine eigene Fastentradition und nicht identisch mit der klaren Gemüsebrühe beim klassischen Buchinger-Heilfasten. Wer nach Hildegard fasten möchte, kann dieses Konzept selbstverständlich wählen. Für die von mir beschriebene Form des Heilfastens bleibe ich während der eigentlichen Fastentage jedoch bei einer einfachen abgeseihten Gemüsebrühe.
Häufige Fragen zur Fastensuppe
Was ist eine Fastensuppe?
Beim klassischen Heilfasten ist damit in der Regel eine klare Gemüsebrühe gemeint. Gemüse wird in Wasser gekocht und anschließend abgeseiht. Während der eigentlichen Fastentage wird nur die Brühe verwendet und nicht das Gemüse mitgegessen.
Welche Fastensuppe eignet sich nach Buchinger?
Geeignet ist eine leichte Gemüsebrühe aus frischem Gemüse und Kräutern. Beim Buchinger-Fasten gehört eine kleine Portion Gemüsebrühe traditionell zum modifizierten Fasten. Das genaue Gemüse kann variieren.
Darf Salz in die Fastensuppe?
In meinem klassischen Fastenplan bereite ich die Brühe ohne zusätzliches Kochsalz zu. Ein pauschales medizinisches Salzverbot für jeden Menschen und jede Fastensituation halte ich jedoch nicht für sinnvoll. Bei Kreislaufproblemen, Elektrolytverlusten, Erkrankungen oder bestimmten Medikamenten muss individuell entschieden werden.
Darf man beim Heilfasten Gemüsebrühe trinken?
Beim modifizierten Heilfasten nach Buchinger ja. Gemüsebrühe gehört dort ausdrücklich zum Fastenprogramm. Beim reinen Wasserfasten dagegen wird ausschließlich Wasser beziehungsweise eine kalorienfreie Flüssigkeitszufuhr verwendet.
Kann man Fastensuppe mit Kartoffeln kochen?
Ja. Die Kartoffeln werden mitgekocht und anschließend wieder entfernt. Ein Teil ihrer löslichen Bestandteile gelangt in die Brühe, die Energiemenge bleibt jedoch gering, weil die Kartoffeln selbst nicht gegessen werden.
Kann ich die Fastensuppe im Thermomix zubereiten?
Ja. Das Gerät spielt keine entscheidende Rolle. Gemüse mit Wasser garen und anschließend die Flüssigkeit abseihen. Während der Fastentage sollte das Gemüse nicht püriert und als komplette Suppe gegessen werden.
Kann man Fastensuppe kaufen?
Ja, es gibt verschiedene fertige Gemüse- und spezielle Fastenbrühen. Achten Sie dabei weniger auf Werbeaussagen wie „Detox“ oder „Balance“ und stärker auf Zutatenliste und Nährwertangaben. Besonders Salz, Zucker, Stärke, Maltodextrin, Hefeextrakt und zugesetzte Aromen sind einen Blick wert.
Kann man Fastensuppe auf Vorrat kochen?
Ja. Zwei oder drei Tagesportionen lassen sich gut vorbereiten und im Kühlschrank aufbewahren. Auch Einfrieren ist möglich. Geschmacklich bevorzuge ich allerdings relativ frisch zubereitete Brühe.
Wie viel Fastensuppe sollte ich trinken?
Eine kleine Portion von ungefähr 200 bis 300 ml ist als Orientierung sinnvoll. Im klinisch untersuchten Buchinger-Protokoll wurden beispielsweise 250 ml Gemüsebrühe am Abend gegeben. Größere Mengen bringen keinen zusätzlichen Fasteneffekt.
Unterbricht Fastensuppe das Fasten?
Das hängt davon ab, was Sie unter Fasten verstehen. Ein reines Wasserfasten wird durch jede kalorienhaltige Zufuhr verlassen. Beim Buchinger-Heilfasten gehören geringe Energiemengen aus Gemüsebrühe und Saft dagegen ausdrücklich zur Methode. Man sollte deshalb nicht unterschiedliche Fastenformen miteinander vermischen.
Darf ich das Gemüse aus der Fastensuppe essen?
Während der eigentlichen Fastentage nicht, wenn Sie nach dem hier beschriebenen Konzept fasten. Das Gemüse liefert deutlich mehr Energie und Ballaststoffe und macht aus der Brühe wieder eine Mahlzeit. Während der Aufbautage kann gekochtes Gemüse dagegen sehr gut verwendet werden.
Mein Fazit zur Fastensuppe
Eine gute Fastensuppe braucht weder Pulver noch exotische Zutaten und schon gar keine geheimnisvollen Detox-Zusätze. Frisches Gemüse, Wasser, einige Kräuter und ein Sieb genügen.
Für mich gehört diese warme Gemüsebrühe seit vielen Jahren selbstverständlich zum klassischen Heilfasten. Sie bringt Geschmack, Wärme und einen kleinen kulinarischen Ruhepunkt in den Fastentag, ohne daraus wieder einen normalen Ernährungstag zu machen. Genau darin liegt ihr Sinn.
Und vielleicht steckt darin noch eine zweite Erfahrung, die ich bei Fastenteilnehmern immer wieder beobachte. Nach einigen Tagen schmeckt eine einfache Brühe plötzlich erstaunlich intensiv. Eine Karotte wird wieder süß, Sellerie kräftig und Petersilie aromatisch. Erst wenn die ständige Reizüberflutung durch Zucker, Salz, Aromen und immer neue Lebensmittel einmal aussetzt, merkt man häufig, wie viel Geschmack einfache Lebensmittel eigentlich besitzen.
Wer Heilfasten nicht nur ausprobieren, sondern systematisch durchführen möchte, findet hier meinen kompletten Heilfasten-Plan und meine ausführliche Heilfasten-Anleitung.
Quellen und weiterführende Literatur
- Wilhelmi de Toledo F, Grundler F, Bergouignan A et al.: Safety, health improvement and well-being during a 4 to 21-day fasting period in an observational study including 1422 subjects. PLOS ONE. 2019;14(1):e0209353. Zur Studie
- Varady KA et al.: Efficacy and safety of prolonged water fasting: a narrative review of human trials. Nutrition Reviews. 2024;82(5):664–676. Zum vollständigen Beitrag
Rene Gräber:
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