Heilfasten bei Gallensteinen? Risiko für Gallenkolik? Und was Sie beachten sollten

Heilfasten bei Gallensteinen – Gallenkolik-Risiko, Gallenblase und Fastenbrechen

Eine Frage begegnet mir bei Fastenkuren immer wieder: Kann ich heilfasten, obwohl ich Gallensteine habe?

Die Antwort lautet nicht einfach Ja oder Nein. Es macht einen erheblichen Unterschied, ob bei einer Ultraschalluntersuchung irgendwann zufällig ein einzelner Gallenstein entdeckt wurde, der seit Jahren keinerlei Beschwerden verursacht, oder ob bereits Gallenkoliken aufgetreten sind.

Und noch etwas ist wichtig: Fasten und Gallensteine haben tatsächlich miteinander zu tun. Allerdings anders, als es manche vereinfachten Warnungen im Internet vermuten lassen.

Fasten bedeutet nicht automatisch Gallenkolik. Längere Nahrungskarenz und vor allem ein rascher Gewichtsverlust verändern jedoch die Bedingungen in der Gallenblase. Wer bereits Gallensteine hat, sollte deshalb wissen, was dabei geschieht und wann Vorsicht angebracht ist.

Wenn Sie zunächst grundsätzlich wissen möchten, wie Gallensteine entstehen und welche naturheilkundlichen Möglichkeiten ich dabei sehe, lesen Sie auch meinen ausführlichen Beitrag über
Gallensteine, Ursachen und naturheilkundliche Behandlung.

Was passiert mit der Gallenblase beim Fasten?

Die Leber produziert ständig Gallenflüssigkeit. Sie wird zum Teil in der Gallenblase gespeichert und dort konzentriert.

Sobald wir essen, insbesondere wenn Fett in den Dünndarm gelangt, wird unter anderem das Hormon Cholezystokinin ausgeschüttet. Die Gallenblase zieht sich daraufhin zusammen und gibt Galle in den Dünndarm ab. Dort wird sie vor allem für die Verdauung von Fetten benötigt.

Beim Fasten fällt dieser regelmäßige Reiz weitgehend weg. Die Gallenblase wird seltener kräftig entleert.

Genau hier liegt ein möglicher Zusammenhang zwischen längerer Nahrungskarenz und Gallensteinbildung: Bleibt die Galle länger in der Gallenblase, kann sie sich stärker konzentrieren. Gleichzeitig kann sich bei starkem Gewichtsverlust die Zusammensetzung der Galle verändern.

Das amerikanische National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases, kurz NIDDK, nennt bei schnellem Gewichtsverlust zwei wichtige Mechanismen: Die Leber gibt vermehrt Cholesterin in die Galle ab und die Gallenblase entleert sich schlechter.

Beides kann die Bildung von Gallenschlamm und Gallensteinen begünstigen.

Das ist übrigens kein rein theoretisches Problem. Bei Patienten, die über längere Zeit keine Nahrung zu sich nehmen konnten, wurde bereits nach einigen Tagen vermehrt sogenannter Gallensludge im Ultraschall beobachtet.

Hier muss man allerdings sauber unterscheiden: Solche Untersuchungen stammen beispielsweise von Patienten nach Operationen oder aus anderen medizinischen Situationen. Sie lassen sich nicht einfach eins zu eins auf eine kontrollierte Heilfastenkur übertragen.

Daraus zu schließen, dass einige Tage Heilfasten zwangsläufig Gallensteine produzieren, wäre deshalb falsch.

Wer sich grundsätzlich auf eine Fastenkur vorbereitet, findet in meiner
Heilfasten-Anleitung
die wichtigsten Regeln zur Vorbereitung, Durchführung und zum richtigen Abschluss der Fastenkur.

Kann Heilfasten eine Gallenkolik auslösen?

Möglich ist es. Aber auch hier kommt es sehr auf die Ausgangssituation an.

Eine Gallenkolik entsteht, wenn ein Stein den Abfluss der Galle behindert. Die Gallenblase beziehungsweise die Muskulatur der Gallenwege versucht gegen dieses Hindernis anzukämpfen. Daraus entstehen die typischen heftigen Schmerzen im rechten oder mittleren Oberbauch.

Diese können in den Rücken oder die rechte Schulter ausstrahlen. Übelkeit und Erbrechen können hinzukommen.

Interessanterweise treten Beschwerden nicht unbedingt mitten während der Fastentage auf. Problematisch kann auch die Phase sein, in der wieder gegessen wird.

Das ist physiologisch durchaus nachvollziehbar: Nach einer Phase geringer oder fehlender Nahrungszufuhr wird die Gallenblase durch eine Mahlzeit wieder zur Kontraktion angeregt. Bei Fett fällt dieser Reiz besonders deutlich aus.

Liegt ein beweglicher Stein ungünstig, kann er dabei in Richtung Gallengang gelangen.

Deshalb halte ich bei bekannten Gallensteinen nicht nur das Fasten selbst für beachtenswert, sondern ganz besonders das Fastenbrechen und die anschließenden Aufbautage.

Gallensteine ohne Beschwerden: Darf man damit heilfasten?

Viele Menschen haben Gallensteine, ohne jemals davon zu erfahren. Solche sogenannten stummen Gallensteine werden häufig zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt.

Allein der Nachweis eines solchen Steins bedeutet für mich noch kein grundsätzliches Fastenverbot.

Entscheidend sind vielmehr einige andere Fragen:

  • Gab es bereits Gallenkoliken?
  • Wann war die letzte Kolik?
  • Gibt es Hinweise auf eine Entzündung der Gallenblase?
  • Wie sieht die Gallenblasenwand im Ultraschall aus?
  • Liegen die Steine ausschließlich in der Gallenblase?
  • Gibt es Hinweise auf Steine im Gallengang?
  • Wie groß und wie zahlreich sind die Steine?
  • Gibt es auffällige Leber-, Bilirubin- oder Cholestasewerte?

Auch Begleiterkrankungen, Medikamente und der allgemeine Gesundheitszustand spielen eine Rolle.

Wer seit Jahren einen zufällig entdeckten Stein hat und niemals Beschwerden hatte, befindet sich also in einer völlig anderen Situation als jemand, der innerhalb weniger Monate bereits mehrere Gallenkoliken erlitten hat.

Genau deshalb sollte Heilfasten bei Erkrankungen nie nach dem Schema „Fasten ist immer gut“ oder „Fasten ist bei Krankheit verboten“ beurteilt werden. Mehr dazu finden Sie auch in meinem Beitrag
Fasten bei Krankheiten: Wann Heilfasten helfen kann – und wann nicht.

Nach Gallenkoliken würde ich nicht einfach losfasten

Deutlich vorsichtiger wäre ich, wenn bereits Gallenkoliken aufgetreten sind.

Wiederholte Koliken zeigen schließlich, dass die Steine nicht einfach vollkommen ruhig in der Gallenblase liegen. Dann besteht grundsätzlich das Risiko, dass ein Stein erneut einen Abflussweg blockiert.

Besonders zurückhaltend wäre ich bei:

  • wiederholten oder erst kürzlich aufgetretenen Gallenkoliken,
  • Hinweisen auf eine akute oder chronische Entzündung der Gallenblase,
  • verdickter oder sonst auffälliger Gallenblasenwand,
  • bekannten Steinen im Gallengang,
  • auffälligen Leber- oder Cholestasewerten,
  • einer zurückliegenden Gallenstein-Pankreatitis,
  • Gelbsucht oder wiederkehrend dunklem Urin und auffallend hellem Stuhl.

In solchen Situationen würde ich eine mehrtägige Fastenkur nicht beginnen, bevor die Situation vernünftig abgeklärt wurde.

Das ist übrigens einer der Gründe, weshalb ich bei Heilfasten immer wieder auf Vorbereitung und Planung poche. Wer einfach am Montag beschließt, nun sieben Tage nichts mehr zu essen, lässt einige wesentliche Dinge aus. Einen kompletten Ablauf von der Vorbereitung bis zu den Aufbautagen finden Sie in meinem
Heilfasten-Plan.

Gerade solche Fragen zeigen, warum Heilfasten mehr ist als einfach nur „nichts essen“. Im kostenlosen Heilfasten-Newsletter greife ich regelmäßig praktische Fragen aus meinen Fastenkursen und meiner Praxis auf – einschließlich der Dinge, die bei der Durchführung gerne übersehen werden. Wenn Sie sich näher mit dem Heilfasten beschäftigen, tragen Sie sich hier ein:

 

 

Sind große Gallensteine gefährlicher als kleine?

Das wird häufig falsch eingeschätzt.

Ein Patient sagte mir einmal sinngemäß: „Mein Stein ist ziemlich groß. Der kann doch unmöglich durch den Gallengang passen.“

Das stimmt zunächst. Ein großer Stein kann nicht ohne Weiteres in einen engen Gallengang gelangen.

Das bedeutet aber keineswegs, dass kleinere Steine harmloser wären.

Im Gegenteil: Kleine Steine können leichter aus der Gallenblase in die Gallenwege gelangen.

Dort können sie den Hauptgallengang verschließen oder bis in den Bereich gelangen, in dem Gallen- und Bauchspeicheldrüsengang in den Dünndarm münden.

Dann droht neben einer Gallenkolik auch eine Entzündung der Gallenwege oder eine akute Bauchspeicheldrüsenentzündung.

In Untersuchungen waren kleine Gallensteine von etwa fünf Millimetern oder weniger häufiger mit einer biliären Pankreatitis verbunden als größere Steine.

Die Frage „großer oder kleiner Stein?“ ist deshalb weniger banal, als sie zunächst klingt.

Schneller Gewichtsverlust ist ein eigener Risikofaktor

Ein weiterer Punkt wird beim Heilfasten gerne übersehen: Nicht nur die Nahrungskarenz spielt eine Rolle, sondern auch die Geschwindigkeit des Gewichtsverlustes.

Dass ein sehr schneller Gewichtsverlust die Entstehung von Gallensteinen begünstigen kann, ist seit langem bekannt. Man beobachtet dies beispielsweise nach bariatrischen Operationen und bei sehr kalorienarmen Reduktionsdiäten.

Dabei kommen mehrere Faktoren zusammen. Einerseits kann vermehrt Cholesterin in die Galle gelangen. Andererseits wird die Gallenblase bei sehr geringer und insbesondere sehr fettarmer Nahrungszufuhr weniger stark entleert.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jede Gewichtsabnahme problematisch wäre.

Ich halte es vielmehr für einen weiteren Grund, Heilfasten nicht mit möglichst schnellem Abnehmen zu verwechseln.

Heilfasten ist für mich keine Crash-Diät.

Der Gewichtsverlust ist eine Begleiterscheinung und für viele Menschen durchaus willkommen. Er ist aber nicht das eigentliche therapeutische Ziel.

Wer Fastenkuren hauptsächlich dazu benutzt, innerhalb kürzester Zeit möglichst viele Kilogramm zu verlieren, verfolgt deshalb ein anderes Konzept als jemand, der zeitlich begrenzt und kontrolliert heilfastet.

Auch auf der Waage sollte man sich während des Fastens nicht täuschen lassen. Ein Teil des anfänglichen Gewichtsverlustes stammt aus entleerten Glykogenspeichern, dem daran gebundenen Wasser und einem geringeren Darminhalt. Mehr zu diesem Zusammenhang finden Sie in meinem Beitrag über
Ernährung vor, während und nach dem Heilfasten.

Ozempic, Wegovy, Mounjaro und die Gallenblase

Heute kommt ein weiterer Faktor hinzu, den ich in einem solchen Beitrag vor einigen Jahren noch kaum erwähnt hätte: die sogenannten Abnehmspritzen.

GLP-1-basierte Medikamente wie Semaglutid sowie der kombinierte GIP/GLP-1-Wirkstoff Tirzepatid werden inzwischen in großem Umfang zur Behandlung von Diabetes und Übergewicht eingesetzt. Manche Patienten verlieren damit innerhalb relativ kurzer Zeit beträchtlich an Gewicht.

Für die Gallenblase ist das relevant.

Eine große Metaanalyse von 76 randomisierten Studien mit mehr als 100.000 Teilnehmern fand unter GLP-1-Rezeptoragonisten insgesamt ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen der Gallenblase und der Gallenwege. Besonders ausgeprägt war der Zusammenhang in Studien zur Gewichtsreduktion sowie bei höheren Dosierungen und längerer Behandlungsdauer.

Dabei dürfte nicht nur der Wirkstoff selbst eine Rolle spielen. Auch der teilweise sehr rasche Gewichtsverlust ist ein bekannter Risikofaktor für Gallensteine.

Wer durch eine solche Behandlung bereits erheblich abgenommen hat und zusätzlich bekannte Gallensteine besitzt, sollte meines Erachtens nicht bedenkenlos noch eine längere Fastenkur „obendrauf“ setzen.

In dieser Situation würde ich vorher prüfen lassen, wie es um die Gallenblase steht.

Das Fastenbrechen ist bei Gallensteinen besonders wichtig

Über das Fastenbrechen habe ich an anderer Stelle ausführlich geschrieben. Bei Gallensteinen bekommt dieses Thema noch einmal eine besondere Bedeutung.

Nach mehreren Tagen ohne normale Mahlzeiten sollte man die Verdauung ohnehin nicht mit einem üppigen Essen überfallen.

Bei Gallensteinträgern gilt das erst recht.

Denn Fett ist einer der stärksten Reize für die Kontraktion der Gallenblase. Eine plötzlich sehr fettreiche Mahlzeit nach dem Fasten kann deshalb eine kräftige Entleerung auslösen.

Bei einer gesunden Gallenblase ist das ein normaler physiologischer Vorgang.

Wenn allerdings Steine vorhanden sind, kann sich dabei ein beweglicher Stein ungünstig verlagern.

Ich würde deshalb gerade bei bekannten Gallensteinen die klassischen Aufbautage ernst nehmen:

  • kleine Portionen,
  • langsam steigern,
  • gründlich kauen,
  • einfache und gut verträgliche Lebensmittel wählen,
  • die Fettmenge nicht plötzlich massiv erhöhen,
  • nicht am ersten Tag wieder „normal“ weiteressen.

Das berühmte Fastenbrechen ist eben nicht der Startschuss für Käseplatte, Sahnesoße, Braten und Nachtisch.

Wie ich die Aufbauphase gestalte und warum sie aus meiner Sicht zur Fastenkur gehört, beschreibe ich ausführlich im Beitrag
Fastenbrechen richtig machen: Aufbautage nach dem Heilfasten.

Und genau an diesem Punkt entscheidet sich häufig, ob aus einer Fastenwoche tatsächlich eine nachhaltige Veränderung entsteht. Denn nach dem Fasten beginnt die eigentliche Ernährungsfrage. In meinem kostenlosen Ernährungs-Newsletter zeige ich unter anderem, welche Lebensmittel ich für sinnvoll halte, welche Ernährungsfehler mir in der Praxis immer wieder begegnen und worauf ich selbst beim Essen achte. Wenn Sie solche Informationen interessieren, können Sie sich hier eintragen:

 

 

Was tun bei einer Gallenkolik während des Fastens?

Eine echte Gallenkolik ist nichts, was man mit Durchhalteparolen übergehen sollte.

Starke Schmerzen im rechten Oberbauch, die möglicherweise in Rücken oder Schulter ausstrahlen, gehören abgeklärt. Erst recht gilt das, wenn die Beschwerden anhalten oder weitere Symptome hinzukommen.

Sofort medizinisch abgeklärt werden sollten insbesondere:

  • starke oder länger anhaltende Oberbauchschmerzen,
  • Fieber oder Schüttelfrost,
  • anhaltendes Erbrechen,
  • Gelbfärbung der Haut oder der Augen,
  • dunkler Urin,
  • auffallend heller Stuhl,
  • starke Kreislaufprobleme oder eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustandes.

Dahinter können beispielsweise eine akute Gallenblasenentzündung, ein Verschluss der Gallenwege oder eine Beteiligung der Bauchspeicheldrüse stecken.

In einer solchen Situation geht es nicht mehr um die Frage, ob Kamillentee, Wärme oder irgendein naturheilkundliches Mittel hilfreich sein könnte.

Dann muss zunächst geklärt werden, was den Galleabfluss behindert.

Kann man Gallensteine durch Fasten „ausscheiden“?

Von solchen Vorstellungen halte ich wenig.

Immer wieder findet man Berichte über sogenannte Leber- oder Gallenblasenreinigungen, bei denen mit größeren Mengen Öl, Grapefruitsaft oder Bittersalz angeblich Gallensteine ausgeschieden werden sollen.

Was anschließend im Stuhl als grüne oder gelbliche „Steine“ erscheint, muss jedoch keineswegs aus der Gallenblase stammen. Solche Gebilde können erst im Verdauungstrakt aus Fett, Verdauungssäften und anderen Bestandteilen entstehen.

Eine Methode, mit der sich vorhandene Gallensteine zuverlässig durch Fasten aus der Gallenblase herausbefördern lassen, ist daraus nicht abzuleiten.

Und genau das wäre bei kleineren Steinen auch keineswegs unbedingt wünschenswert.

Ein Stein, der die Gallenblase verlässt, muss schließlich irgendwo hin. Gerät er in einen Gallengang und bleibt dort stecken, beginnt das eigentliche Problem möglicherweise erst.

Sollte man vor dem Fasten einen Ultraschall machen lassen?

Bei einem gesunden Menschen ohne Beschwerden halte ich es nicht für notwendig, vor jeder Fastenwoche vorsorglich die Gallenblase untersuchen zu lassen.

Anders sehe ich das, wenn Gallensteine bereits bekannt sind oder entsprechende Beschwerden bestanden haben.

Dann kann eine aktuelle Ultraschalluntersuchung sehr hilfreich sein. Dabei lässt sich unter anderem beurteilen:

  • ob und wie viele Steine vorhanden sind,
  • wie groß die Steine ungefähr sind,
  • ob sich Gallengrieß beziehungsweise Sludge zeigt,
  • wie die Gallenblasenwand aussieht,
  • ob die Gallenblase auffällig vergrößert ist,
  • ob die Gallenwege erweitert erscheinen.

Bei entsprechenden Auffälligkeiten können zusätzlich Laborwerte sinnvoll sein, beispielsweise Bilirubin, Gamma-GT, alkalische Phosphatase und Transaminasen.

Das ist keine übertriebene Diagnostik, wenn bereits Beschwerden vorhanden waren. Es hilft vielmehr dabei, aus einem pauschalen „Darf ich fasten?“ eine vernünftige individuelle Entscheidung zu machen.

Allein zu Hause fasten oder lieber begleitet?

Auch diese Frage hängt von der Vorgeschichte ab. Wer gesund ist, Fastenerfahrung besitzt und eine unkomplizierte kurze Fastenkur plant, kann häufig problemlos selbstständig fasten.

Bei bekannten Gallensteinen mit zurückliegenden Beschwerden, mehreren Erkrankungen oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme sieht das anders aus.

Dann kann eine ärztlich oder therapeutisch begleitete Fastenkur sinnvoller sein. Das gilt erst recht, wenn Unsicherheit darüber besteht, ob aktuelle Beschwerden tatsächlich von der Gallenblase stammen.

Mehr zu den verschiedenen Möglichkeiten finden Sie in meinem Beitrag: Heilfasten zu Hause, in der Fastengruppe oder in einer Fastenklinik?.

Mein Fazit: Heilfasten bei Gallensteinen ist eine Frage der Ausgangslage

Ein zufällig entdeckter, seit Jahren völlig symptomloser Gallenstein ist für mich nicht automatisch ein Grund, niemals mehr zu fasten.

Aber bekannte Gallensteine gehören bei der Planung einer Fastenkur berücksichtigt. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn bereits Koliken aufgetreten sind, wenn mehrere kleine Steine vorhanden sind, wenn die Gallenblase entzündlich verändert erscheint oder wenn Hinweise auf Steine in den Gallengängen bestehen.

Auch sehr schneller Gewichtsverlust ist ein Punkt, den man im Auge behalten sollte. Das gilt heute besonders für Menschen, die durch Medikamente zur Gewichtsreduktion innerhalb relativ kurzer Zeit deutlich Gewicht verloren haben.

Und schließlich würde ich dem Fastenbrechen bei Gallensteinträgern mindestens ebenso viel Aufmerksamkeit schenken wie den eigentlichen Fastentagen.

Was ich nicht sinnvoll finde, ist die pauschale Behauptung, Fasten sei bei jedem Gallenstein grundsätzlich verboten.

Ebenso wenig sinnvoll finde ich allerdings das andere Extrem: bekannte Gallensteine einfach zu ignorieren und darauf zu vertrauen, dass eine Fastenkur die Galle schon irgendwie „reinigen“ werde.

Wie so oft kommt es auf die konkrete Situation an. Ein stiller Zufallsbefund ist etwas völlig anderes als drei Gallenkoliken innerhalb weniger Monate. Und genau danach sollte sich auch die Entscheidung richten, ob, wann und unter welchen Bedingungen gefastet wird.

Quellen die ich mir angesehen habe

Rene Gräber:

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