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Heilerde - Wirkung, Anwendung und Nutzen

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Heilerde zur innerlichen Anwendung beim Fasten. Heilerde wurde bereits in der Antike eingesetzt und hat auch noch heute in der Naturheilkunde einen festen Platz. Bis heute wird als Heilerde eine von Adolf Just Anfang des letzten Jahrhunderts empfohlene spezielle Lehmart genutzt: Löss.

Zur innerlichen Anwendung wird der Löss besonders fein gemahlen und hat deshalb eine große Oberfläche an Mineralstoffen. So kann die Heilerde Gifte binden und Säuren puffern. Aus diesem Grund wird Heilerde gerne im Rahmen einer Darmsanierung, einer Entgiftung und Entschlackung oder auch zur Stabilisierung der Darmflora eingesetzt.

Beim Fasten ist die Heilerde vor allem innerlich angewendet hilfreich, da sie einen zu sauren Magen beruhigen und Sodbrennen lindem kann. Sodbrennen war sowieso die traditionelle Anwendung der Heilerde und ähnlich beliebt wie Natron. Heilerde kann auch bei verschiedenen Darmreizungen eingesetzt werden.

Die genaue Wirkweise der Heilerde ist wissenschaftlich noch nicht genau geklärt. Wahrscheinlich kann sie Stoffwechselprodukte der Darmbakterien binden und so eine gesunde Darmflora fördern. Aus diesem Grund wird Heilerde gerne und wirkungsvoll gegen Blähungen (Blähbauch) und Durchfall eingenommen.

Neben der inneren Anwendung findet Heilerde auch einen beträchtlichen Einsatz in der äußeren Anwendung. Besonders Hautinfektionen kommen hier als Indikation in Frage. Die Anwendung spezieller Lehmarten bei Hautinfektionen war schon im Altertum bekannt.

In der Heilerde sind außerdem viele wichtige Mineralstoffe enthalten wie zum Beispiel:

  • Kalium
  • Calcium
  • Magnesium und
  • Natrium

sowie die Spurenelemente:

  • Chrom
  • Kupfer
  • Eisen
  • Selen und
  • Zink

An den leicht erdigen Geschmack gewöhnt man sich recht schnell.

Heilerde erhalten Sie in Apotheken, Drogerien und Reformhäusern. Andere Formen und Bezeichnungen sind unter anderem auch Tonerde oder Mineralerde. Die bekannteste Heilerde, die Sie auch in jedem Reformhaus finden ist von der Firma Luvos.

Anwendung der Heilerde

Während des Fastens ist die Einnahme von Heilerde als Pulver empfehlenswert: Lösen Sie dazu ein bis zwei leicht gehäufte Teelöffel in einem Glas Wasser (ca. 200-300 ml).

Rühren Sie mit einem Löffel die Heilerde gut auf, sodass diese im Wasser ordentlich "herumwirbelt". Lösen tut sich Heilerde im Wasser sowieso nicht...

Trinken Sie diese "rotierende Lösung" am besten in einem Zug aus. Füllen Sie das Glas nocheinmal mit etwas Wasser, damit Sie die verbliebenen Reste der Heilerde noch mitbekommen (wäre doch schade um dieses schöne Heilmittel...)

Halten Sie für "danach" noch ein Glas Wasser bereit, mit dem Sie den Mund ausspülen können, damit Reste der Heilerde zwischen den Zähnen nicht so knirschen.

Studien und Erfahrungen

  • Evaluation of the medicinal use of clay minerals as antibacterial agents.

Diese Studie befasst sich mit der antibiotischen Wirkung von französischem Grünlehm, einer Lehmart, die reich an Eisen-Smectiten ist. Dieser Lehm ist besonders wirksam bei Buruli-Ulkus, eine gewebezersetzende Infektion durch das Mykobakterium ulcerans. Besonders interessant ist der Einsatz dieser Heilerde, da die Infektion durch kein Antibiotikum effektiv zu therapieren ist. Eine Heilerde als effektive Therapie würde auch gleichzeitig bedeuten, dass die Therapie selbst kostengünstig, nebenwirkungsfrei und äußerst praktikabel ist. Der französische Grünlehm und andere Heilerden auf Lehmbasis, die in der alternativen Medizin zum Einsatz kommen, brachten drei Sorten hervor, die in der Lage sind, ein breites Spektrum an Pathogenen zu eliminieren. Es muss aber betont werden, dass man sinnvollerweise zwischen Heilerde zur inneren Anwendung und den antibakteriellen Heilerden zur äußeren Anwendung unterscheiden muss.

Die außerordentlich hohen Adsorptionskapatizäten der verschiedenen Heilerden kann mit ein Grund für die heilende Wirkung dieser Erden sein. Der antibakterielle Wirkmechanismus für die drei spezifischen Heilerden ist jedoch noch unbekannt. Durch Vergleiche verschiedener Heilerden kamen die Autoren zu dem Schluss, dass eine chemische Reaktion von Seiten der Elemente in der Heilerde auf die Mikroorganismen die antibiotische Wirkung verursacht. Um welche Elemente es sich genau handelt, wissen die Autoren nicht. Sie vermuten, dass elektrochemische Reaktionen (Kationentransfer) eine zentrale Rolle spielen. Durch Erhitzen der drei fraglichen Heilerden in verschiedenen Hitzestufen gelang es ihnen nachzuweisen, dass verschiedene redox-sensible hitzebeständige Metalle verblieben, die in allen antibiotisch wirksamen Heilerden anzutreffen sind. Aus diesen Beobachtungen zogen die Autoren den Schluss, dass pH-Wert und Oxidationsstatus von den Mineralien der Heilerde abgepuffert werden. Dies hat einen für die Mikroorganismen ungünstigen Einfluss auf die Redox-Vorgänge an deren Zellwänden.
vgl. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20640226

  • Bentonite, Bandaids, and Borborygmi.

Die Einnahme von Lehm als Heilerde gegen Margen-Darm-Störungen und als Verband auf Hautstellen mit Infektionen ist so alt wie die Menschheit. Bentonite sind besonders beliebt in der traditionellen Medizin, in der die Wirkung empirisch sichergestellt worden ist. Mit der heutigen modernen Technik, die ihre Untersuchungen im Nanobereich durchführen kann, sind wir jetzt in der Lage, die Lehmminerale und die humanen Pathogene in ihren Interaktionen zu untersuchen. Hier können wir lernen, welche Mechanismen Mutter Natur uns zur Verfügung stellt, um Heilwirkungen zu erzielen. Die riesige Oberfläche und chemische Variabilität von hydrothermisch veränderten Bentonite ist in der Lage, ein natürliches Medikament gegen humane Pathogene zu liefern.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20607126

  • Observation of changes in urinary excretion of thorium in humans following ingestion of a therapeutic soil.

Mit der Einnahme von Heilerde werden auch potentiell schädliche Substanzen mit eingenommen. Besonders sind hier radioaktive Elemente zu beachten, wie Thorium. Thorium ist ein schwach radioaktives Element mit der Ordnungszahl 90. Es hat eine immens lange Halbwertzeit von 14,05 Milliarden Jahren und emittiert alpha-Partikel. Alpha-Partikel können nicht die menschliche Haut durchdringen. Deshalb ist das ohnehin schwache radioaktive Potential des Elements nicht als gefährlich einzustufen. Anders sieht es aus, wenn das Element durch die Einnahme der Heilerde im Gastrointestinaltrakt absorbiert wird und in den Blutkreislauf gelangt. Hier würden dann vermehrt Organschäden auftreten, die mit Krebserkrankungen einhergingen.

In dieser Studie wurde also der Frage nachgegangen, ob bei Einnahme von Heilerde vermehrt Thorium im Urin der Probanden auftaucht. Die verwendete Heilerde für diesen Zweck enthielt 10 ppm (parts per million) Thorium und ist ein beliebtes alternativ-medizinisches Produkt in Deutschland, was gegen Durchfälle und Magenübersäuerung gegeben wird. 6 freiwillige Probanden aßen diese Heilerde in verschieden hohen Mengen über einen Zeitraum von 1 bis 15 Tagen. Die verabreichte Menge allerdings korrespondierte mit der auf der Packung angegebenen Referenzmenge von 10 bis 60 mg Heilerde pro Tag. Die Probanden konsumierten dabei Thorium in der Höhe von 0,1 bis 0,6 mg täglich, was 100 bis 600 mal mehr ist als die normale tägliche Dosis von etwa 1 microg in Deutschland. Es wurden 24-Stunden-Urin Proben vor der Einnahme der Heilerde, während der Einnahme und nach der Einnahme genommen. Diese Proben wurden alle untersucht auf (232)Th per Plasma-Massenspektrometer. Die dabei gemessene Ausscheidung unterlag beträchtlichen Schwankungen. Offensichtlich hatte die hohe Thoriumbelastung keinen Einfluss auf die (232)Th-Ausscheidung im Urin. Dies lässt den Schluss zu, dass eine Heilerdeeinnahme in keiner Weise zu einer Resorption von Thorium führt. Damit kann auch eine längerfristige Einnahme in dieser Hinsicht zumindest als unbedenklich angesehen werden.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17400343

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Dieser Beitrag wurde letztmalig am 02.08.2012 aktualisiert