Hepatitis - Leberentzündung
Eine Hepatitis ist eine Leberentzündung, die unterschiedliche Ursachen haben kann.
Sie beginnt immer mit einer Schädigung von Leberzellen (=Hepatozyten).
Durch den Leberzellschaden kommt es durch chemische Botenstoffe (=Zytokine) zur Einwanderung von
Entzündungszellen (=weiße Blutkörperchen) in die Leber. Die Leberzellen sind in ihrer Funktion beeinträchtigt,
einige sterben ab (=Nekrose).
Eine Hepatitis verläuft in vielen Fällen völlig symptomlos. Ist ein gewisser Schweregrad der Entzündung
erreicht, können unspezifische Symptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Leistungsschwäche auftreten.
In einigen Fällen mit akutem, schwerem Verlauf kommt es durch die eingeschränkte Funktion der Leberzellen zur
Ansammlung des gelben Blutabbaustoffs Bilirubin im Körper, was bei einer starken Leberzellschädigung die
Gelbsucht (=Ikterus), eine Dunkelfärbung des Urins und eine Entfärbung des
Stuhls hervorruft. Durch einen Anstieg der Gallensäuren im Blut kann es zu Juckreiz kommen.
Besteht eine massive Hepatitis kann es zum akuten Leberversagen kommen. Hierbei treten Persönlichkeits- und
Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma (=hepatische Enzephalopathie), Ikterus, ein süßlicher, an rohe Leber
erinnernder Mundgeruch (=Foetor hepaticus) und ein Zittern der Hände (=Flapping tremor) auf. Im Verlauf kommt es zu
einer verminderten Gerinnungsfähigkeit des Blutes, da die Leber ein wichtiger Produzent von Gerinnungsfaktoren
ist.
Eine Hepatitis kann akut oder chronisch verlaufen. Die akute Form ist durch ihr plötzliches Auftreten und das
Abklingen nach Wochen oder Monaten gekennzeichnet. Eine chronische Hepatitis besteht länger als sechs Monate und
zeigt kaum Besserungstendenzen.
Eine chronische Hepatitis kann nach Jahren durch Vernarbung des Lebergewebes zu einer Leberzirrhose führen.
Die häufigsten Auslöser für die Hepatitis sind Viren. Die häufigsten sind die Hepatitisviren (Untergruppen A, B,
C, D, E). Sie werden durch Schmierinfektionen (Hepatitisviren A, E), über Blut (z.B. Nadelstichverletzung) und
Blutprodukte, sexuell oder während der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen (Hepatitisviren B, C, D).
Auch bei anderen Infektionskrankheiten kann eine Hepatitis als so genannte Begleithepatitis auftreten (z.B.
Pfeiffersches Drüsenfieber durch Epstein-Barr-Virus, Zytomegalie durch Zytomegalie-Virus,
Coxsackievirus-Infektionen, Malaria durch Plasmodien).
Auch durch den Konsum leberschädigender Stoffe kann es zu einer Hepatitis kommen. Dies sind vor allem Alkohol
und bestimmte Medikamente (z.B. Isoniazid, Methyldopa, Halothan, Tetrazykline). Auch eine Paracetamolvergiftung
oder Pilzvergiftungen können eine schwere Hepatitis auslösen.
Bei der seltenen Autoimmunhepatitis greifen aus ungeklärter Ursache körpereigene Immunzellen das Lebergewebe
an.

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