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Allergie Hauttest - Welche Testverfahren gibt es?

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Kommt es bei Patienten zu einer Allergie, möchten diese in der Regel wissen, wogegen sie allergisch reagieren. Für die über 20.000 bis heute bekannten Allergene wurden daher in der Schulmedizin unterschiedliche Testverfahren entwickelt.

Bevorzugt werden in der Schulmedizin Hauttests durchgeführt. Die Haut gilt allgemein als ein guter und schnell reagierender Indikator bei der Suche nach dem möglichen Allergen.

Da es bei der Durchführung zu einer provozierten Reizung kommt, die z.T. mit mehrfachem Einstechen in die Haut verbunden ist, werden diese Testverfahren hauptsächlich bei Erwachsenen angewendet. Allergien bei Kindern werden eher durch schonendere Verfahren (z.B. Allergie Bluttest, Reibetest) ermittelt.

Hauttests dienen in erster Linie der Ermittlung von allergieauslösenden Substanzen bei der Allergie Typ I. Für die gesicherte Diagnose wird jeder Test einmal mit einem Placebo (meist Kochsalz, da dies keine Reaktion verursachen darf = negativer Kontrollansatz) und einmal mit einem Histaminansatz (= positiver Kontrollansatz) durchgeführt.

Scratchtest

Bei diesem Testverfahren wird die Haut leicht mit einem Skalpell angeritzt und mit der allergieauslösenden Substanz benetzt. Bei vorliegender Allergie kommt es nach ca. 30 Minuten zu einer Reaktion, die teilweise schmerzhaft ist und starke Reizungen verursachen kann.

Reibetest

Der Reibetest wird bevorzugt bei besonders schmerzempfindlichen Menschen (z.B. Kindern) und stark reagierenden Allergikern eingesetzt. Hierbei wird die als Allergen vermutete Substanz auf die Haut des Unterarmes gerieben und die Reaktion beobachtet, die sich bei Bestätigung rasch durch Quaddelbildung (juckende, ödematöse Erhebungen der Haut) oder Rötung zeigt.

Pricktest

Hier wird die Haut mit verschiedenen Substanzen betupft, die über eine (durch eine Lanzette verursachte) Mikroläsion in die Haut eindringen können. Meist zeigt sich bereits nach 15 Minuten eine erste Reaktion in Form von Quaddeln. Man beginnt mit den bekanntesten Allergenen und führt diesen Test bei Nichterfolg mit weiteren Substanzen durch, bis sich eine Reaktion zeigt. Erwachsene werden meist am Unterarm getestet während bei Kleinkindern der Rücken genutzt wird.

Epikutantest

Dieses Testverfahren wird besonders bei Kontaktallergien gewählt. Mit unterschiedlichen Allergenen versehene Pflaster werden auf die Haut des Rückens geklebt und dort für 24 bis 72 Stunden belassen. Danach erfolgt die Auswertung, bei der sich der auslösende Stoff durch eine Hautreaktion zu erkennen gibt.

Intrakutantest

Wie bei dem Pricktest wird das Allergen in die Haut gegeben, bei diesem Verfahren wird es aber in den Rücken eigespritzt, wodurch kleine, flüssigkeitsgefüllte Bläschen entstehen. Der Test ist sehr sensibel. Bereits nach 20 Minuten zeigt sich eine mögliche Reaktion auf die eingespritzte Substanz. Da hier wesentlich höhere Dosen der allergieauslösenden Substanzen gegeben werden und viele Allergene gleichzeitig eingesetzt werden, ist das Risiko eines anaphylaktischen Schocks relativ hoch. Zudem sind die vielen Einstiche schmerzhaft.

Provokationstest

Dieser Test betrifft hauptsächlich die Schleimhäute und wird besonders bei Unverträglichkeiten von Nahrungsmitteln, Medikamenten oder asthmatischen Beschwerden eingesetzt. Die als Allergen vermutete Substanz wird dabei z.B. über die Nase aufgenommen. Nach ca. 30 Minuten zeigt sich bei positivem Befund eine Reaktion (Anschwellen der Schleimhäute). Dieser Test darf aufgrund der möglichen lebensbedrohlichen Reaktionen nur unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt werden.

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 02.08.2012 aktualisiert


   
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