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Was ist die Colon-Hydro-Therapie? Und was bringt so eine Darmspülung?

Informationen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

René Gräber

Die Colon-Hydro-Therapie (auch Kolonhydrotherapie geschrieben oder mit CHT abgekürzt), ist eine "Darmspülung" und damit eine Reinigung des Darmes. Schon die Ärzte der Antike sahen im Darm die Ursache vieler Krankheiten und empfahlen Einläufe zur Beseitigung von Giftstoffen zur Heilung und Vorbeugung. Bei den Römern gab es eine Behandlungsvorschrift, nach der aus einer Kürbisranke ein Schlauch hergestellt werden sollte, mit dem der Einlauf bewerkstelligt wurde. 

Die Entwicklung der CHT basiert auf den einfachen Techniken altgriechischer und altrömischer Heilkundiger und den Vertretern des Ayurveda.  Die Methode knüpft auch an das subaquale Darmbad („Sudabad“) an, das Anton Brosch 1912 entwickelte. Bei dieser Methode musste sich der Patient die Spülung noch selbst verabreichen und auch eigenhändig abführen.

Die heutige Form der CHT ist praktischer und einfacher anwendbar und der Patient muss nicht selbst tätig werden. Außerdem ist das Verfahren der Colon-Hydro-Therapie hygienisch einwandfrei und wurde ursprünglich von der NASA entwickelt, um die saubere Entsorgung der Ausscheidungen bei Raumflügen zu ermöglichen. Da das Wasser durch ein geschlossenes System in den Körper und dann auch wieder aus ihm hinaus geleitet wird, kommt es zu keiner Geruchsbelästigung für Arzt und Patient. Durch ein Sichtfenster lässt sich der Darminhalt dennoch beurteilen. Um Infektionen zu vermeiden, handelt es sich bei dem Schlauchsystem um Einwegmaterial.

Wie man sieht, hat das Prinzip der Darmreinigung durch komplette Entleerung und Spülung eine lange Tradition in der Medizin-Geschichte. Vor diesem Hintergrund darf die CHT als wirkungsvolle Methode betrachtet werden. Anders sehen das allerdings Schulmediziner, die immer wieder vehement den Nutzen der Colon-Hydro-Therapie bestreiten, weil wissenschaftliche Beweise fehlen. In der Tat sind alle bisherigen Studien zur CHT nicht umfangreich genug. Hier sind sicherlich noch weitere Forschungsarbeiten notwendig, um auch Schulmediziner zu überzeugen.  In meinem Beitrag zur Darmreinigung gehe ich auf einige relevante Studien und die derzeit vorherrschende Meinung zum Thema ein. 
Während der CHT werden zehn bis zwölf Liter Wasser ohne starken Druck in den Darm ein- und wieder abgeleitet. Das Wasser hat hierbei wechselnde Temperaturen zwischen 21°C und 41°C. Letzterer Wert ist aber nicht zwingend, auch andere Temperaturen sind möglich.

Die positive Wirkung von Temperaturunterschieden des Wassers hat Pfarrer Sebastian Kneipp bereits im 19. Jahrhundert für zahlreiche Therapieverfahren genutzt. Das warme Wasser bei der Colon-Hydro-Therapie löst verspannte Muskeln im Darmbereich. Das kühle Wasser hingegen sorgt für ein Abschwellen überreizter, verdickter Darmbereiche. Während der Behandlung wird außerdem die Bauchdecke des Patienten sanft massiert, um die Peristaltik des Darms anzuregen. Dabei führt der Therapeut die Streichungen vom linken Unterbauch zum rechten oberen Quadranten aus. Manche Behandler verzichten aber auf diese "Bauchmassage".

Das Wasser des letzten Spülganges kann mit reinem Sauerstoff oder Ozon angereichert werden. Dies soll das Wachstum gesunder Darmbakterien anregen, wohingegen anaerobe (ohne Sauerstoff lebende) Krankheitskeime sich nicht weiter vermehren können. Im Schnitt sind ca. fünf bis 15 Behandlungen erforderlich, um den Darm komplett zu reinigen und die Darmflora zu sanieren. Dann sind meistens keine Rückstände mehr zu erkennen und die Behandlung ist abgeschlossen. Leidet der Patient unter schweren Darmkrankheiten, sollte er die Therapie nach sechs Monaten erneut durchführen lassen.

Vereinzelt wird die Spüllösung auch mit Essig oder Milch versetzt, was die Reinigungsleistung verstärkt. Auch beigemengter Kaffee soll einen positiven Effekt haben, weil Koffein die Darm-Peristaltik anregt und die Säuberung unterstützt.    
Wichtig ist, dass der Therapeut während der gesamten Behandlung anwesend ist, um gegebenenfalls die Wasserzufuhr zu stoppen. Auch sollten nur erfahrene Mediziner und Heilpraktiker die CHT durchführen.

Die Behandlung kann mit Fasten, einer Gesprächstherapie, Bauchübungen und weiteren Maßnahmen noch intensiviert werden. Aber auch die Colon-Hydro-Therapie selbst kann ganz erstaunliche Wirkungen haben. In meinem Beitrag zur Darmspülung behandle ich unter anderem die sogenannte orthograde Darmspülung, sowie den klassischen Einlauf.
Die CHT wird von einigen Naturheilärzten und Heilpraktikern zur Behandlung einer Vielzahl von Beschwerden eingesetzt, am häufigsten zur Behandlung von Verstopfung und Stoffwechselstörungen oder zur Einleitung einer Fastenkur oder einer Ernährungsumstellung auf hauptsächlich vegetarische und vollwertige Lebensmittel. Sie gilt aber auch als hilfreich bei Infektionen, Blähungen, Divertikulose, Reizdarm und sogar bei Depressionen. Außerdem zeigt sich, dass eine CHT den Drogen- und Medikamentenentzug unterstützen kann.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass eine CHT auch vor medizinischen Eingriffen sinnvoll eingesetzt werden kann, etwa vor einer Darmspiegelung oder vor Darmoperationen.

Heilfasten oder Fasten sollte auch stets eine Darmreinigung beinhalten. Die Darmeinläufe mittels Colon-Hydro-Therapie bieten sich hier für eine besonders umfassende und schonende Spülung des Darmes. Mit ihr können auch Kotreste, Schlacken, Verkrustungen und manchmal sogar in der Kindheit verschluckte Gegenstände wieder ausgeschieden werden, die der Körper auf anderem Wege nicht loswerden kann.
Darmreinigungen empfehlen sich, um belastende Rückstände aus falscher Ernährung und Medikamenten zu beseitigen und somit eine Entschlackungskur einzuleiten. Mehr zum Thema "Schlacke" finden Sie übrigens in meinem Artikel: Entschlackung - was soll das denn bitte sein?

Die Überflutung mit Schadstoffen führt  auch zum Leaky-Gut-Syndrom. Bei der Erkrankung kann der Darm weniger Giftstoffe und Krankheitserreger vom Eindringen in den Körper abhalten.

Auch zur Vorbereitung auf eine Darmsanierung zum Wiederaufbau der Darmflora mit probiotischen Präparaten ist die CHT geeignet.

Durch unsere heutigen Ernährungs- und Lebensgewohnheiten ist die Darmflora bei den meisten Menschen in irgendeiner Weise gestört. Gesunde Darmbakterien können sich nur noch schlecht vermehren, während Krankheitserreger überhand nehmen. Diese bilden Abbauprodukte, die nicht mehr hinreichend aus dem Körper ausgeschieden werden.
Die Sanierung des Mikrobioms im Darm ist auch aus einem anderen Grund sehr wichtig. Denn die Bakterien unterstützen den Verdauungs-Prozess und sichern damit auch die ausreichende Versorgung Nährstoffen. Daneben produzieren die Bakterien auch Vitamine wie Folsäure, Vitamin K und Biotin. Damit trägt eine gesunde Darmflora auch zum optimalen Vitalstoff-Status bei.  

Auch körpereigene Giftstoffe werden bei einer krankhaften Darmflora nicht mehr schnell genug aus dem Körper hinausbefördert. Es kommt zu einer Selbstvergiftung, die mit Entzündungen, Rheuma, Migräne, Akne, Migräne, Immun-Schwäche, Erschöpfungszuständen oder vielen weiteren Erkrankungen einhergehen kann.
Selbst Schulmediziner gehen heute davon aus, dass Stoffwechselstörungen durch eine veränderte Darmflora entstehen können. Denn die Bakterien haben einen großen Einfluss auf unser Immunsystem. Da unsere Immunzellen sich außerdem zu einem großen Teil in den Wänden des Darmes befinden, schwächt die Anreicherung mit Giftstoffen unsere körpereigene Abwehr noch weiter.

Alternativmediziner sind sich daher sicher: Ein gesunder Darm ist die Grundlage für einen gesunden Körper!

Für viele Menschen ist es eine Überwindung, einer Darmspülung zuzustimmen, da sie den Gedanken daran unangenehm finden. Die Behandlung ist jedoch weit weniger belastend, als viele befürchten. Normalerweise haben die Patienten während der Colon-Hydro-Therapie keine Schmerzen. Im Gegenteil: Das Verfahren wird von den meisten als angenehm und wohltuend empfunden. Es kann allerdings teilweise zu Elektrolytstörungen kommen, die mit mineralhaltigen Getränken schnell behoben sind.
Nicht durchgeführt werden darf eine Colon-Hydro-Therapie bei schweren Herzerkrankungen und Kreislaufstörungen, bei Arterienerweiterung (Aneurysma), gastrointestinalen Blutungen, in der Schwangerschaft und nach frischen Operationen. Nicht empfohlen wird die CHT auch bei geschädigten Nieren und einer Vergrößerung der Prostata.

Als Nebenwirkung sind in Einzelfällen schon Infektionen vorgekommen. Dies kann aber nur bei extrem unsauberen Arbeiten geschehen, was aber in der Regel kaum zu erwarten ist.

Zur Heilfasten-Anleitung und Colon-Hydro-Therapie schrieb mir unter anderem Herr Bischoff:

Sehr geehrter Herr Gräber,

erst einmal möchte ich mich für die immer prompte und zuverlässige Zusendung Ihres Heilfastenplanes bedanken.

Über einen Zeitraum von 8 Tagen habe ich gefastet.

Am letzten Tag vor Beginn des Fastens habe ich zum Frühstück lediglich eine Scheibe Knäckebrot mit etwas Wurst gegessen. Danach den ganzen Tag nichts mehr, aber drei Liter Vittel-Wasser getrunken.

Die folgenden Tage sahen folgendermaßen aus:

Flüssige Nahrung, über den Tag verteilt, in „Hülle und Fülle", bestehend aus einem Liter Gemüsebrühe nach Ihrem Rezeptvorschlag, einem Liter Kräutertee nach Ihrem Rezeptvorschlag, zwei Litern Vittel-Wasser. Bewegung und Ruhepausen haben sich abgewechselt, da ich in diesem Zeitraum Urlaub hatte.

Um das Heilfasten zu unterstützen, habe ich zusätzlich eine Colon-Hydro-Therapie (3x) gemacht, die durch eine Bauchmassage unterstützt wurde.

Und siehe da: Es war so, wie Sie es vorausgesagt haben und wie ich es bis zu dem Zeitpunkt nicht geglaubt habe. Was der Mensch so alles in sich herumträgt, konnte durch das beleuchtete Glasrohr der Apparatur erkannt werden. Die Colon-Hydro-Therapie ist wirklich eine „angenehme" Sache.

Es gibt keine Geruchsbelästigung, lediglich das Einführen des Schlauches ist etwas gewöhnungsbedürftig, vergleichbar vielleicht mit dem Einführen eines Zäpfchens.

Nach der Therapie und dem Heilfasten fühle ich mich leichter und leistungsfähiger.

Inzwischen habe ich wieder mit dem „normalen Essen" angefangen.

Am 1. Nachfastentag wurde mit einem Apfel begonnen, langsam und mit Genuss gekaut.

Der 2. Tag wurde mit 2 gekochten Kartoffeln und 2 Karotten fortgesetzt.

Am 3. Tag wurde Reis serviert.

An den folgenden Tagen bestand die Nahrung aus folgenden Teilen:

Tagsüber: 1 Banane, 2 Äpfel, 1 Scheibe Roggenbrot

Abends, ca. 17:00 Uhr: 4 Esslöffel Haferflocken, 1 Esslöffel Dinkelflocken, 1 Teelöffel Honig, manchmal zusätzlich 1 Teelöffel Leinsamen oder 200 Gramm Salat Und natürlich jeden Tag ein Liter Kräutertee sowie 1,5 - 2 Liter Vittel Wasser.

Bis jetzt kann ich nur von einem vollen Erfolg sprechen. Ganz selten hatte ich während der Fastenzeit ein Hungergefühl, welches ich aber entweder mit Flüssigkeitsaufnahme oder mit einem Teelöffel Himbeer- bzw. Erdbeermarmelade in den Griff bekam.

Kopfschmerzen oder ein Schwächegefühl hatte ich nicht. Als kleinen Nebenerfolg konnte ich eine Gewichtsreduzierung von rund 6 Kilo feststellen.

Für mich steht fest, dass ich:

a. meine Essgewohnheiten ändern werde, indem ich viel Rohkost (Gemüse, Salat, Obst) essen und auf Süßigkeiten sowie auf Weißmehlprodukte größtenteils verzichten werde,

b. in ca. 6 Monaten eine weitere Fastenkur und

c. in ca. 6 Monaten eine weitere Colon-Hydro-Therapie machen werde.

Über weitere Informationen und Erkenntnisse freue ich mich schon jetzt.

Herzlichst

Hans-Hermann Bischoff



Mein Kommentar:

Großartig!

Kleine Anmerkung: Ich empfehle das Vitell-Wasser nur bedingt, weil es meines Erachtens zu wenig Mineralstoffe enthält und im pH-Wert zu niedrig liegt.

Bei den meisten Fastenden ist die Gewichtsreduktion nicht dauerhaft. Wenn man aber wie Herr Bischoff danach seine Ernährung dauerhaft umstellen möchte, ist dies durchaus wahrscheinlich.

Klicken Sie hier, um alle Details zur Heilfasten Anleitung zu erfahren und wie Sie Ihr Exemplar der Heilfasten-Anleitung erhalten können - oder lesen Sie einfach weiter...

Ich wünsche Ihnen alles Gute und weiterhin viel Erfolg!

Dieser Beitrag wurde letztmalig am 26.07.2016 aktualisiert